Wer hat sich den mit Kindern von einem Alkoholiker getrennt? Hätte gerne ein paar Erfahrungsberichte. Meine zwei sind in Grundschulalter.
Ich.
Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Unsere Kinder waren damals 2 und 5 Jahre alt. Getrennt seit 2 Jahren.
Er hat dir einen Gefallen getan, obwohl du es gerade nicht erkennst.
Ich persönlich denke ihm ist dein Druck und die Kontrolle zu groß geworden. Du wolltest mit aller Macht dass er trocken wird und bleibt (ich finde es krass dass er jeden Abend pusten musste). Er aber war nicht so weit, wollte nicht. Er ist auch kein Kind dass der Ehefrau täglich beweisen muss, dass er 0,0 hat. Er ist ein erwachsener Mann mit einem eigenen Willen und Eigenverantwortung.
Durch die Trennung hat er nun mehr Raum ohne Versteck und Anklagungen ohne Rechrfertigungen und Erklärungen das zu tun was er will - saufen oder was anderes. Sein Ding eben. Ohne dass sich jemand einmischt und anmaßt besser zu wissen, was gut für ihn ist.
(Sorry falls das hart kommt, das ist auch Selbstkritik an mich selbst)
Es tut gerade sehr weh. Du hattest eine Vorstellung eures Lebens, ein klares Bild wie er zu sein hat. Aber er ist nicht so, wie du ihn gerne hättest. Und er hat ein Rechr darauf so zu sein wie er das will, auch wenn du das scheiße findest. Wenn du das erkennst, bist du frei und findest Frieden.
Zu mir und meinem Ex:
Wie verstehen uns mittlerweile wieder gut. Funktionieren auf der Elternbeziehung super. Er wirkt besser. Ausgeglichener. Zufriedener. Ich auch. Wir haben ja beide den Dauerstress nicht mehr. Die Beziehung hat uns beiden nicht mehr gut getan. Alkohol war ein Teil, aber lang nicht alles wie ich im Nachhinein erkenne (siehe obere Passage).
Ob er noch trinkt, weiß ich nicht. Es interessiert mich gar nicht mehr. Unglaublich aber wahr. Es ist mir EGAL was er tut. Es ist SEINE Sache. Und vielleicht kann ich genau deswegen endlich wieder normal mit ihm umgehen und er mit mir auch. Sogar kaffeetrinken ist drinnen.
Und so doof es sich anhört: er ist ein besserer Vater seit wir getrennt sind. Er hat sie nur jedes zweite Wochenende, aber dann gibt er sich enorme Mühe und ist sehr präsent für die Kinder. Unternimmt viel mit ihnen. Auch ich dachte während der Beziehung, dass er keinen Bock auf die Kinder hat. In Wahrheit stand ich ihm im Weg, glaube ich.
ihm hat die Trennung gut getan, denke ich, obwohl ich sie ausgesprochen habe.
Manchmal denke ich warum jetzt und nicht schon vorher???
Aber weißt du was: Wir sind in eine Dynamik geraten die uns beide runtergezogen hat. Ich habe ihm viel abgenommen, viel erklärt was er zu tun hat. Durch die Trennung musste er zwangsläufig Verantwortung übernehmen und das hat ihm gut getan, egal ob er noch trinkt oder nicht.
Und er war für mich eine Belastung. Eher wie ein Kind, nicht wie ein Partner.
Auch deiner war für dich eine Riesen Belastung. Ich weiß, dass du jetzt denkst „ich habe so viel gemacht und getan war immer da habe ihn immer unterstützt und jetzt geht er einfach? Alles war umsonst? Und wenn er jetzt trocken wird kassiert eine andere die Lorbeeren?“
In Wahrheit bist du nun frei. Die Belastung ist weg. Der Druck auf ihn aufzupassen ist weg. Der Zwang zu leisten ist Weg. Und die Möglichkeit entstanden irgendwann jemanden zu finden der dir das gibt was du verdienst: Richtige Partnerschaft ohne dass du ihn Formen, belehren, heilen und erziehen musst.
Ok meinem Fall war die Trennung war für uns beide richtig unabhängig davon wer sie ausgesprochen hat.
Alles Gute!