• Hallo ,

    Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf .

    Warum ich bin wie ich bin das wurde in diversen Therapiestunden erarbeitet und das war sehr aufschlussreich.

    Ich wurde als Kleinkind oft allein zuhause gelassen ( die Nachbarin schaut mal rein und hat ja den Schlüssel ) .

    Verlustängste , das Gefühl des Alleinegelassenwerdens haben dort ihren Ursprung .


    Später als ich die Wirkung des Alkohols bei mir feststellte ( ich war mutig , fröhlich , Alles war leicht - bis zu einem bestimmten Level) , habe ich getrunken wenn ich alleine war .

    Als junge Erwachsene wenn die Eltern ohne mich in den Urlaub fuhren und später wenn mein Mann auf Dienstreise war .


    Das ist aufgearbeitet, das ist Vergangenheit , ich bin schon seit Jahren trocken und die Gefühle kommen klar und ungefiltert hoch und mit dieser oft "Von -jetzt - auf - gleich - Alarmstimmung " , die bei schlechten Nachrichten im näheren privaten Umfeld hochploppt , befasse ich mich gedanklich mitunter über Tage und Wochen.

    Da hilft kurzfristig Ablenkung durch absoluten Tapetenwechsel ( raus aus der Bude und ab in die Natur , am besten fremde Umgebungen , noch besser Urlaub :lol: und Hauptsache bewegen) aber morgens beim Wachwerden und abends wenn ich nicht sofort einschlafen kann sind die Gedankenspiralen wieder tätig.

    Das " rumeiern" steht für meine Stimmung ; mal rauf mal runter .


    Gedanken an Alkohol sind nicht dabei - Hauptsache .

    Der hat nie geholfen , Probleme jeder Art können großartig schwimmen , lassen sich nicht ertränken sondern vermehren sich noch.


    Ich schick das jetzt ohne nochmaliges Durchlesen los .

  • Schappi

    Ich hatte mit Anfang 50 arg mit Panikattacken , Unruhe , Nicht-Allein -Sein -Können zu tun .

    Niemand sah einen Zusammenhang meines Leidens mit den weiblichen Hormonen , die sich in diesem Alter verringern - nur ich hatte diese Vermutung .

    Ich konsultierte mehrere Frauenärzte , die nur hilflos mit den Schultern zuckten.

    Letztendlich landete ich wegen "Psyche" bei einem Neurologen , der mir Antidepressiva verschrieb. Das war dann ein Rettungsanker den ich ergriff .

    Mit der Einnahme konnte ich meinen Alltag wieder sortieren und fühlte mich endlich wieder lebensfähig .

    Nach mehrjähriger Einnahme habe ich mich vorsichtig ausgeschlichen.

    Mit dem Wissen von heute ( GsD hat sich in den letzten 15 Jahren auf dem Gebiet Wj - beschwerden Einiges getan) - würde ich da anders reagieren aber ich schaue jetzt nicht zurück .


    Positiv nach vorne schauen .


    Außer Alkoholsucht und Migräne ab und zu habe ich nichts vorzuweisen .

    Einmal editiert, zuletzt von Schokoei (13. Oktober 2026 um 16:48)

  • Das Nicht-allein-sein-können ist bei mir auch so ein riesen Thema. Ganz schlimm, dann werden die Gedanken so laut. Würde mich auch interessieren, wie du das jetzt machst.

    Ich nehme jetzt auch seit Juli Antidepressiva, aber ich bin nicht zufrieden mit dem Präparat ehrlich gesagt.

    Es freut mich, dass es dir aber geholfen hat. Ich hoffe ja auch noch drauf, ich habe heute einen Termin mit meinem Psychiater und spreche es mal an...

    In der Klinik habe ich eine Frau getroffen, die aufgrund der ganzen hormonellen Änderungen ebenfalls stark zu kämpfen hatte. Sie wollte auch in der Klinik mit einer Hormontherapie starten, aber das wurde ihr dann so nicht gewährt.

  • Hallo

    Wie habe ich es gelernt ?

    Der Anfang war schwer . Wenn dir jeder Arzt sagt , organisch ist Alles okay und dein Herz möchte dir aber zeitweise aus dem Hals springen , rauschen in den Ohren , Schwindel ...

    Ich bin eigentlich nicht esotherisch ausgerichtet aber ich hatte aus einem SHG Seminar von einer Therapeutin einen glatten Stein - einen sog Handschmeichler .

    Der war als Helfer in der Not immer dabei wenn ich das Haus verlassen musste.

    Bachblütendragees in der Wangentasche , ins Auto gesetzt und losgefahren . Öftis gingen nicht .Schließlich hatte ich einen Job zu der Zeit . Krank gemeldet habe ich mich wegen Panik nur einen Tag damals . Hab mich geschämt deswegen und irgendeine "Plümeranz "am Telefon erfunden .

    Meine Arbeit war mir wichtig und " heilig " . Tolle Kollegen , super Chef.

    War ich auf Arbeit , hatte ich nichts . Hab gearbeitet wie immer.

    Die "Zustände " waren nur daheim .

    Obwohl " nur" fand ich schlimm genug .

    Gesprächstherapien hatte ich - irgendwie ging das damals ziemlich fix weil ich Alkoholikerin bin , meine SHG war für mich da .

    Wegen Panikattacken habe ich aber viele private Treffen abgesagt . Oft kurz vor dem Treffen . Das kam nicht gut an und einige Freundschaften / Kontakte sind tatsächlich auf der Strecke geblieben.

    Meine damalige Therapeutin über die Caritas hat mir am meisten geholfen.

    Sie sagte , ich soll mit der Angst , der Panik sprechen wenn ich merke dass es wieder los geht mit den Attacken.

    So : " Ach , du bists wieder . Ja , dich kenne ich schon . Setz' dich dort in die Ecke ( in eine Ecke zeigen) und halt die Schnauze!

    Ich will dich hier nicht . Geh am besten ne Türe weiter ; hast lange genug genervt ! "


    Das war echt ne total besch..Zeit über Monate .


    Natürlich kommt bei mir hin und wieder Unruhe ins Leben .

    So ist das Leben halt . Nichts bleibt wie es ist .

    ...aber : diese Phase in meinem Leben will ich nicht mehr !!! Ich bin daran gewachsen . Habe sogar - was damit nichts zu tun hat meine Höhenangst überwunden :mrgreen:.

    Kann ohne Medis leben .


    Ich bewege mich gerne draußen ( walken , wandern - mit Mann oder alleine ) .

    Yoga 2x wöchentlich und etwas Krafttraining zuhause .

    Bis auf meine "Schokoanfälle " ( GsD selten) ernähre ich mich gesund .


    Habe wenige aber gute , bewährte Freundschaften - eben die , die mich damals nicht verlassen haben und es sind auch neue hinzugekommen .


    Ihr Lieben , die hier nachgefragt haben wegen dem "Nicht-allein-sein -können " - das war mein Weg aus der Krise .

    Vielleicht hilft alles oben Geschriebene Jemanden .

    Wenn das Leben mal wieder hart zu mir , kommt mein bewährter Stein wieder in die Jackentasche 8)

    Einmal editiert, zuletzt von Schokoei (14. Oktober 2026 um 17:03)

  • Danke für Deine Geschichte, Schokoei.

    Mir ist nur nicht ganz klar, warum Du, wie gestern hier von Dir geschrieben, so überzeugt bist, dass Deine Probleme rein hormonell und nicht (auch) psychisch bedingt waren und warum Du lieber (relativ neue) Hormonersatzpräparate als langerprobte Antidepressiva schlucken würdest.

    Du schreibst ja selbst, dass die Probleme nie auf der Arbeit auftauchten, nur zu Hause. Spricht eher nicht für eine rein hormonelle Ursache, oder?

    Oder ist das eine für Dich evtl. schambehafteter als das andere? Süchte zählen ja auch zu den psychischen Erkrankungen - und können weitere psychische Erkrankungen verstärken bzw. deren Behandlung schwächen oder sie sogar erst auslösen.

    Ich z. B. Bin u. a. In die Sucht gerutscht, weil ich lieber zum "Feierabendbier" gegriffen habe, als mich auf die ärztlich empfohlenen Antidepressiva einzulassen, die waren mir unheimlich: "verändern die nicht die Persönlichkeit und machen abhängig?" Konnte mir der Arzt damals nicht ausreden, traurig, aber wahr. Bis ich irgendwann gar nichts mehr konnte und mich notgedrungen dann doch darauf eingelassen habe, um wieder "sozialverträglich zu funktionieren" .

    Meine Depression ist durch die Abstinenz nicht verschwunden, wie ich spätestens dann merke, wenn ich meine Medis mal wieder zu selten genommen habe. Ja, ohne wäre mir lieber, aber inzwischen bin ich froh, dass es sie gibt.

    Was ich damit sagen will: Pass im Interesse Deiner Abstinenz gut auf Dich auf und scheue Dich nicht, Dir ggf. wieder Antidepressiva verschreiben zu lassen, wenn Du merkst, dass Du in eine Abwärtsspirale kommst.

  • @ Rennschnecke


    Danke für deine Anwort .

    Nein , da ist keine Ursache meiner Ängste psychisch oder hormonell schambehafteter wie die andere.

    Ich würde aber heute wenn ich nochmals Anfang 50 wäre und hätte eben diese Ängste doch darauf bestehen den Hormonstatus zu bestimmen und evtl ( nur evtl ) hätte mir eine Hormonersatztherapie zum richtigen Zeitpunkt geholfen .


    Ganz bestimmt habe ich nichts gegen Antidepressiva . Ich war und bin froh das es sie gibt .

    Mich haben sie auf jeden Fall weiter gebracht und ich würde sie auch wieder nehmen wenn es nötig wäre .

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