Suricata - Vorstellung

  • Hallo, ich bin ein EKA und es wird Zeit, dass ich mich öffne. Über 50 Jahre habe ich geschwiegen und verdrängt. Als Kind einer Alkoholikerin stand ich alleine da und war überfordert.... es gibt so viele Erinnerungen, die kommen hoch und ich möchte einen Umgang finden für mich. Ich möchte mich austauschen mit anderen EKA und ich muss sagen, ich bin froh, das ich den ersten Schritt gemacht habe. Ein neuer Abschnitt in meinem Leben!

    Viele Grüße

  • Linde66 25. Oktober 2026 um 14:10

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Suricata - Vorstellung“ geändert.
  • Hallo Suricata,

    du bist jetzt mit deinem Thema im EKA-Bereich des Forums.

    Der Erfahrungsaustausch kann losgehen und du kannst überall schreiben, nur bitte in den ersten vier Wochen nicht bei den neuen Usern mit den orangeroten Namen im Vorstellungsbereich.

    Komm gut an.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo,

    ich trau mich jetzt einfach und schreibe mal los...

    Ich leide unter den Folgen meiner jahrelangen Erfahrung als EKA. Vieleicht kann mir jemand helfen und mir "mein Muster erklären". Ich werde in den nächsten Wochen Punkt für Punkt durchleuchten und euch um Rat fragen. Im Alter von 9 Jahren habe ich hautnah miterlebt, wie meine Mutter Alkohol-und Tablettenabhängig wurde. Als Kind habe ich sie geschützt und den Haushalt erledigt, soweit es möglich war. Mein Vater hatte seine Karriere im Kopf, meine Geschwister sind in eigene Wohnungen gezogen. Ich war komplett alleine...

    Heute ist es so, dass ich absolut gut organisieren kann, aber ich habe andere Probleme. Ich kann mich auf echte Gefühle nicht einlassen. Darüber zu reden fällt mir sehr schwer. Ich kann Nähe nicht immer ertragen. Seit 20 Jahren lebe ich in einer Fernbeziehung, anders kann ich, glaube ich, nicht leben.

    Ich kann nicht über meine alkoholkranke Mutter sprechen, ohne das ich in Tränen ausbreche. Erinnerungen an die damalige Zeit bringen mich komplett aus der Fassung. Ich mache mir auch Vorwürfe, dass ich sie nicht zu einer Entziehnungskur bringen konnte. Wie kann ich einen Umgang finden, um normal mit diesem Thema umzugehen, ohne Tränen? Anfang Oktober war der 25.Todestag meiner Mutter. Da kam wieder alles hoch, es tut mir jedesmal so weh...

    Habt ihr einen Ratschlag für mich, wie ich damit besser umgehen kann? Vorab schonmal vielen Dank für eure Antworten.

    Viele Grüße von Suricata

  • Ich mache mir auch Vorwürfe, dass ich sie nicht zu einer Entziehnungskur bringen konnte.

    Niemand hätte das gekonnt. Wieso denkst Du so?

    Ich bin selbst in einer suchtbelasteten Familie aufgewachsen. Mein Vater ist früh an den Folgen seines Konsums verstorben. Ich bin traurig darüber, dass meine Kindheit so belastet war und inzwischen ab und an auch mal wütend aber ich fühle mich nicht verantwortlich dafür. Nur der Suchtkranke kann sich entscheiden ein suchtfreies Leben zu starten. Du hast nichts falsch gemacht.

  • Hallo Suricata,

    die Rollen haben sich vertauscht und du hast als Kind deine Mutter versorgt. Daraus leitet sich ab, daß es auch in deiner Macht gelegen hätte, sie trocken zu bekommen. Hat es aber nicht.

    Das ist eine völlig schräge Dynamik, wenn ein Kind mit suchtkranken Eltern aufwächst.

    Ich möchte dir gerne diesen Thread ans Herz legen:

    Forenleitung
    3. März 2009 um 11:52

    Es ist eine Textsammlung, in der wir EKA über die Jahre aufgeschrieben haben, was uns ausmacht. Unsere Stärken, die wir vielleicht nie entwickelt hätten, wenn wir ohne alkoholkranke Eltern aufgewachsen wären - und unsere Schwierigkeiten noch Jahrzehnte später.

    Ich habe irgendwann festgestellt, daß ich ein "ganz normales EKA" bin. Das hat mich unglaublich entlastet.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde,

    ich habe die Textsammlung noch nicht bis zum Ende gelesen, aber ich kann jetzt schon sagen, das ist eine enorme Hilfe für mich. Ich erkenne mich in vielen Beiträgen wieder und ich setze mich auseinander mit dem komplexen Thema. Ich erkenne Stärken, Schwächen und Schwierigkeiten, die letztendlich "normal" sind für ein EKA. Ich versuche positiv zu denken und bin auf dem Weg zu einer für mich verständlichen Akzeptanz. Ich brauche Zeit...

    Ich habe hier den ersten Schritt gemacht und bin sehr dankbar für die Antworten, Erkenntisse und das Verständnis was ich hier finde.

    Ein absolut hilfreiches Forum! Danke!

    Viele Grüße, Suricata

  • Hallo Suricata,

    ich bin schon so lange hier und ein, zweimal im Jahr stöbere ich in den Beiträgen. Meine Erkenntnis ist: Egal wie verpeilt ich in manchen Bereichen immer noch bin, ich bin ein ganz normales EKA. :D

    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir.

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Lanananana,

    ich habe nachgedacht. Ich setze mich auseinander mit deiner Antwort.... ja, du hast recht, der Suchtkranke muss die Entscheidung über sein Leben selber treffen.

    Als Kind habe ich mich immer verantwortlich gefühlt, das hat sich im Lauf der Jahre so "eingebrannt", ich bin aber auf dem Weg, endlich Klarheit zu schaffen und gewisse Gedanken, Eigenschaften usw. zu verstehen und zu akzeptieren. Es hilft mir ungemein, zu wissen, dass ich nicht alleine bin und mir hier auch viel Verständnis entgegengebracht wird. Ich werde am Ball bleiben.

    Dein letzter Satz.... "Du hast nichts falsch gemacht" hat mich richtig aufgebaut! Danke!

    Viele Grüße Suricata

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