Mein Vater bringt sich auf Raten um

  • Hallo Cherlindrea,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum. Der Nickname hört sich sehr interessant an, ist das eine Zusammenstellung?

    Aber deswegen bist Du nicht hier.

    Ich kann mir nicht vorstellen, das Ihr solche extremen gesundheitlichen Einbrüche ertragen müsst. In dem von Dir geschilderten Fall hätte ich einen Notarzt alarmiert.
    Ab einem gewissen Punkt müssen solche Entscheidungen abgenommen werden. Zumindest kann man dem Arzt sagen worum es geht, die entscheiden dann schon ob Sie kommen.
    Aber das das mit den Tabletten und dem Alkohol nichts wird ist klar und das ist Eigengefährdung.

    Ich würde mich an Deiner Stelle evtl. mit Deiner Mutter zusammen mal an eine Beratungsstelle wenden und den Fall schildern.
    Er braucht eine neue Therapie und zwar Alkohol und Medikamentenbezogen.

    Wenn er sich nicht helfen lassen will, setzt Du ihn vor die Tür.

    Dann brauchst Du auch keine Medikamente mehr und Deine Nerven können sich erholen.

    Er scheint ein knallharter Vertreter zu sein, gibt auf seine Gesundheit null und macht Dich nervlich kaputt.
    Da sind harte Bandagen gefragt, mit "Bitte " kommst Du da nicht weiter.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • hallo cherlindrea,

    zuerst einmal willkommen hier im forum.

    blöde situation, in der du da steckst. aber wie du sicher weißt, kann deinem vater niemand helfen, außer ihm selbst. er muss etwas ändern wollen an dieser situation, ansonsten könnt ihr nichts für ihn tun.

    darf ich fragen, warum du dich da so reinhängst? du schreibst, du seist dreißig. ok, ihr wohnt in einem haus, aber kannst du dich da nicht ein bisschen weiter abgrenzen? du bist doch in einem alter, in dem man sein eigenes leben lebt. natürlich nimmt es ein "kind" immer mit, wenn es den eltern schlecht geht (meine mutter ist alkoholikerin, ich kenne das), aber kinder müssen sich auch abgrenzen. mir ging es auch erst besser, nachdem ich einen rdikalen schnitt mit meiner mutter gemacht habe und nur noch umgang pflege, wenn sie nüchtern ist.

    kannst du nicht mit einer freundin reden, wenn du jetzt so aufgewühlt bist? oder vielleicht mal woanders schlafen? dich irgendwie aus der mitte des geschehens herausbringen?

    gruß

    lavendel

  • hallo cherlindrea

    wenn dein vater nicht selbst sein problem erkennt und von sich aus etwas unternimmt sind dir die hände gebunden, das ist leider so.
    du schreibst das du so fertig bist das du fast nicht mehr leben willst, kann diese gefühle zwar verstehen, frage dich aber trotzdem, und dann??
    was hindert dich daran dich von deinem vater zu befreien, warum kannst du sie nicht rausschmeißen, stattdessen besser dein leben wegwerfen?? du bist nicht sein eigentum, er hat kein recht dein leben zu zerstören. kannst du evtl ausziehen?? schreibe das doch mal auf, vielleicht fällt dem einen oder anderen was ein.

    gruß doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo,

    zunächst auch einmal ein herzlich Willkommen in der Gruppe.

    Ich hatte auch mal mit dem Gedanken gespielt, dem Leben (meinem) ein Ende zu bereiten. Damals war ich 13, wusste dass mein Vater Alkoholiker war und sich nicht helfen lässt, dass meine Mutter nichts ändern wird und zudem kam auch noch dazu, dass ich aufgrund der gesamten Situation und Problematik zum Außenseiter wurde und unter argem Mobbing zu leiden hatte... . Es war wirklich extrem. Ich wusste auch schon, wie ich es tun wollte.....doch dann kam das ABER: Gut, ich hätte mich umbringen können, doch was hätte ich davon gehabt? Während ich in der Kiste unter der Erde vermoderte, hätten die anderen gewonnen, über mein Schicksal zu entscheiden.
    Und das wollte ich nicht tun. Und ich bin froh, dass ich es damals nicht getan habe. Demnach kann ich Dir nur raten: tue auch Du es NICHT !!!
    Deine Eltern leben mit in Deinem Haus ? Was hindert Dich daran, Deinen Vater vor die Türe zu setzen. Deine Mutter scheint absolut coabhängig zu sein - wie meine Mutter. Sie tut NICHTS dagegen, sehnt sich seinen Tod herbei und schmiedet Pläne, die sie nach seinem Ableben in die Tat umsetzen möchte. Was ist das für ne Auffassung ???
    Ich musste auch erst lernen, wirklich mein Leben zu leben wie ich es wollte, habe schon für einiges an Ärger gesorgt (eine Schande, dass ich z.B. mit 20 am WE erst um 1 Uhr aus der Disco kam - Disco an sich war eh Seltenheit), aber mittlerweile ist es mir egal. Soll er machen was er will, soll auch meine Mutter NICHTS tun, wie sie will.
    Ich weiß nur eines, Rücksichtnahme ist hier absolut fehl am Platze, wie auch in Deinem Fall.
    Sag Deinem Vater, wenn er nüchtern ist, dass er sich ne andere Bleibe suchen kann, wenn er getrunken hat, aber dass Du ihn bei Dir aufnimmst, wenn er nüchtern ist.
    Klare Worte (die meine Mutter leider nie finden wird, egal wie oft ich auf sie eingeredet habe) müssen hier folgen... .

    Tue es für Dich !!! Was ist das für ein Leben, dass die Kinder für die Krankheit Ihrer Eltern Medikamente nehmen müssen ???

    @ doro:
    Der Satz ist klasse und absolut zutreffend !!!

  • Hallo Cherlindrea,

    sein eigenes Leben zu beenden, weil andere mit dem ihrem nicht klarkommen, kann nicht die Lösung sein. Auch wenn es sich um die eigenen Eltern handelt. Ich denke auch nicht, dass das wirklich Deine Absicht war oder ist, sondern das Du mit Deiner Hilflosigkeit und dem Druck nicht mehr klarkommst. Bei der Sinnlosigkeit die Du dadurch in Deinem Leben fühlst, sind solche Gedanken schon fast normal. Ich kenn das..

    Mir geht es ähnlich wie Dir, meine Mutter trinkt seit Jahren, denkt keiner merkt etwas, ins Krankenhaus geht es nur noch, wenn es sich gar nicht mehr vermeiden lässt, alle Krankheiten haben selbstverständlich andere Ursachen und mein Vater steht resignierend und hilflos daneben. Sein Mittel der Wahl mit dieser Situation umzugehen ist Verdrängung, bei Deiner Mutter scheint es mir ähnlich zu sein.

    Dich räumlich zu trennen ist schon einmal ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber das allein wird nicht reichen. Ich wohne schon seit vielen Jahren nicht mehr mit meinen Eltern zusammen und habe trotzdem immer hervorragend funktioniert. Eine kleine Andeutung und schon stand ich parat. Du musst Dich auch emotional abgrenzen, wenn es Dir besser gehen soll.

    Deine Eltern können Dich nur zur Sklavin machen, wenn Du es zulässt. Sie müssen nur Andeutungen machen und schon funktionierst Du ganz wunderbar. Warte doch einfach einmal ab, bis sie Dich wirklich bitten, etwas zu tun. Bis sie fragen, ob Du etwas für sie erledigen kannst. Dann kannst Du entscheiden, ob Du das wirklich möchtest. Du hast jedes Recht auch einmal nein zu sagen. Das ist anfänglich sehr schwer und das schlechte Gewissen folgt auf dem Fuß, das kenne ich sehr gut. Doch es hilft, der Effekt ist ganz enorm. Anfänglich wird es auch sicher Probleme geben, vielleicht auch Vorwürfe, weil Deine Eltern dieses Verhalten nicht kennen, aber sie werden sich dran gewöhnen. Allein die Vorwürfe sind ein gutes Zeichen, dass Du auf dem richtigen Weg bist, etwas zu ändern und wieder mehr an Dich zu denken.

    Laß Dir bloß nicht einreden, Du wärst egoistisch und würdest nur an Dich denken, denn das stimmt nicht. Es gehört nicht zu den Aufgaben einer Tochter, sich für Eltern aufzuopfern die sich selbst helfen können, aber nicht wollen. Denn auch Deine Mutter ist Deinem Vater nicht hilflos ausgeliefert, es liegt in ihrer Hand etwas an ihrem Leben zu ändern. Es bedeutet nicht gleich, das Du sie nicht liebst, aber Liebe ist eine gegenseitige Sache und bedeutet nicht bedingungslose Aufopferung allein einer Seite. Es ist schwer auseinander zu halten, wann man wirklich gefragt ist und helfen sollte und wann man sich um Dinge kümmert die andere gut selbst erledigen können. Schließlich hat man es ja jahrelang so gehalten lieber alles zu erledigen, als die falsche Entscheidung zu treffen oder andere zu enttäuschen. Mit der Zeit findet man das raus, bis dahin macht man vielleicht den einen oder anderen Fehler. Aber auch das ist erlaubt…….

    Was mir sehr dabei geholfen hat und noch immer hilft, das durch zu ziehen ist, dass ich mir immer wieder sage, sie sind erwachsen und in der Lage sich um sich selbst zu kümmern. Sie können es, wenn sie nicht wollen, ist es nicht mein Problem. Sie sind keine hilflosen Kinder, die umsorgt werden müssen, weil sie es selbst noch nicht können. Meine Eltern sind erwachsen und für sich selbst verantwortlich, so wie auch ich für mich selbst verantwortlich bin. Auch Deine Eltern sind erwachsen und in der Lage sich um sich selbst zu kümmern. Du tust es ja auch…..

    Setze Dich und Dein Leben wieder an Position eins Deiner Prioritäten, denk jetzt erstmal an Dich.

    Ich wünsche Dir ein schönes, geruhsames und ruhiges Weihnachtsfest…….

    Skye

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