Mein Mann ist totaler Alkoholiker - ich kann bald nicht mehr

  • Hallo Silberstreifen,

    ich kann Deine Verzweiflung sehr gut verstehen.

    Es ist furchtbar, einen ständig besoffenen Mann um sich zu haben.

    Ich hoffe für Dich, dass er diesmal durchhält, aber ich glaube eher nicht!

    Hast Du nicht eine Freundin, wo Du wenigstens mal vorübergehend unterkommen kannst oder Deine Familie?

    Du musst aus dieser Situation raus, denn sonst gehst Du kaputt.

    Du bist ja jetzt schon fix und fertig! Ausserdem musst Du an Euer Kind denken. Soll es wirklich mit einem alkoholkranken Vater aufwachsen?

    Erkundige Dich doch mal in Deiner Stadt. Es gibt sicher Familienberatungsstellen, die Dir vielleicht weiterhelfen können.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und alles liebe

    Speedy53

  • Hallo Silberstreifen,
    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Deine Situation ist ja wirklich schrecklich! Es ist zwar jetzt so leicht gesagt, aber ich würde ihn vor die Wahl stellen - entweder nur noch OHNE Alkohol, oder du lässt dich scheiden... Aber wie gesagt, es ist das, was ICH machen würde (oder eher gesagt gemacht habe).

    Ich würde dir vorschlagen, dich an eine Beratungsstelle zu wenden (Caritas, Diakonie o. ä.). Die können dir mit Sicherheit weiterhelfen! Du musst dringend etwas für dich machen, und dir selbst helfen - dein Mann kann sein Problem nur ganz alleine für sich lösen! Wenn du so weitermachst, dann wirst du vor die Hunde gehen! Deine Kraft, die brauchst du für dich und dein Kind, und nicht, um das Alkoholproblem deines Mannes zu lösen. Das kannst du nämlich nicht!

    Gibt es keine Möglichkeit, eine Wohnung zu mieten und das Haus evtl. zu verkaufen? Wenn du dir so große sorgen um das Finanzielle machst, dann würde ICH das in Erwägung ziehen...

    Wie gesagt, bei den Suchtberatungsstellen gibt es nicht nur für die Abhängigen Ansprechpartner, sondern auch für die "Co-Abhängigen", und so ein Gespräch würde ich an deiner auf jeden Fall in Anspruch nehmen.

    Auch bei "Frauen helfen Frauen" (das gibt es hier bei uns in der Region) gibt es solche Gespräche, die man führen kann.

    Ich wünsche dir viel Kraft für deinen weiteren Weg!
    Du schaffst das - ich drück dir ganz fest die Daumen!

  • Hallo Silber,
    natürlich mußt Du mit den Ärzten reden. Dickschädel hin oder her, Du mußt den Ärzten die Situation aus Deiner Sicht klar darstellen. 4 Tage Entgiftung ist zu wenig und kein verantwortungsvoller Arzt wird ihn da vorzeitig rauslassen, meine ich. Sprich morgen früh mit dem zuständigen Arzt, auch wenn Samstag ist wirst Du einen Oberarzt finden. Er darf nicht nach Hause und das kannst nicht Du ihm sagen, sondern die Ärzte bestimmen das ! Mach es bitte unbedingt, bevor Du morgen zu ihm gehst.
    gruß craving

  • Hallo Silberstreifen,

    ich will hoffen, dass dein Partner bis zur Therapie ohne Alkohol auskommt. Wenn er das nicht schafft, wird ihm eine Theapie auch nichts helfen.

    Mein Partner hat zwar zwischen der Entgiftung und der Langzeittherapie nichts getrunken und ist danach zeimlich motiviert wieder nach Hause gekommen, aber letztendlich hat er knapp 3 Wochen nach der Therapie wieder das Saufen angefangen. Danach habe ich Ihm eine letzte Chance gewährt und er hat wieder gerunken. Danach habe ich den Schlußstrich gezogen. Ich habe zwar kein Haus abzubezahlen, mich plagen aber dennoch Existenzängste.
    Was ist, wenn sich dein Partner nicht in den Griff bekommt? Du hast doch vielleicht in ein paar Jahren finanziell nichts mehr von ihm zu erwarten, wenn er keine Arbeit auf Grund seiner Krankheit mehr bekommt?

    Ich wünsche aber dennoch für dich und deinen Partner das Beste und dass die Tage bis zur Therapie und danach ohne Schrecken vergehen.

    Gruß Apfel

  • Hallo Silberstreifen,

    das wird wohl auch Kostengründe haben. Über die Feiertage sind sowiso kaum Ärzte und Schwestern da.
    Die Gefahr das er wieder trinkt ist natürlich riesig. Er wäre nicht der erste der sich dann vorher nochmal richtig einen gönnt.
    Versuch bei den Ärzten rauszufinden was die sich dabei denken und vorallem ob er auch im betrunkenen Zustand aufgenommen wird.
    Ich habe das schon erlebt, die Leute werden dann vor der Therapie im Haus extra nochmal entgiftet.

    Falls er aber mit der Aussicht auf die Therapie keine drei Tage trocken übersteht, solltest Du ihm klarmachen, das er sich während der Therapie gleich mit dem Sozialarbeiter zusammensetzt-- wegen der Scheidung und eigener Wohnung.
    Jeder so wie er es braucht.

    Gruss

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

    Einmal editiert, zuletzt von Whitewolf (5. Januar 2007 um 10:12)

  • Hallo Silberstreifen,

    wenn ich so deine gedanken über die therapie lese, kommt es mir vor, als würdest du die worte deines mannes verwenden. wenn man ernsthaft daran interessiert ist, sein alkoholproblem in den griff zu bekommen, nimmt man die regeln in der klinik in kauf?

    gruß apfel

  • Hallo Silberstreifen,

    wenn ich so deine gedanken über die therapie lese, kommt es mir vor, als würdest du die worte deines mannes verwenden. wenn man ernsthaft daran interessiert ist, sein alkoholproblem in den griff zu bekommen, nimmt man die regeln in der klinik in kauf?

    gruß apfel

  • Hallo Silberstreifen,mein Mann war im Jahr 2002, 3 Monate zur Kur, wir haben uns in der Zeit sehr entfremdet, die ersten 3 Wochen waren unerträglich für mich,aber von Woche zu Woche ging es mir wesentlich besser, zu letzt wäre es mir am liebsten gewesen, und auch den Kindern, wenn er gar nicht mehr wiedergekommen wäre. Wir sind richtig aufgeblüht in dieser Zeit, es ging uns allen gut..
    endlich gut...
    Aber dann stand er da, völlig fremd,er hatte seine Kur hinter sich gebracht, er hat da psychisch wohl auch die Hölle durchgemacht,aber er kam halt trocken wieder und ich fand ,er hat es geschafft und war stolz auf ihn, aber sich wieder anzunähern hat etwas gedauert,als es soweit war schlich sich wieder alles ein, er wurde überheblich und meinte er hätte wohl gar nicht so n Alkoholproblem, und somit war der Alkohol wieder bei uns zu Hause, es wurde mehr und mehr und er hatte immer ne neue Ausrede.Er meinte es hätte sich ja nichts geändert, was hilft ihm das, wenn er 3 Monate weg war und trocken war und wir hätten uns alle nicht geändert,und somit war jeder Tag schlimmer wie vorher, er hatte immer einen Grund...
    Und was Frauen anbelangt, die gab es da auch und ich weiß 100% das er dort auch eine hatte,sie hatte sogar zu uns nach Hause geschrieben und hat sich Eddi genannt,die beiden dachten wohl ich bin blöd und erkenn nicht,das es eine Frau war, er hat alles abgestritten, ich konnte nichts beweisen, er sagte, da war nichts und das hab ich zu akzeptieren und das in einem ganz bösartigen Ton...ich wusste er verschweigt mir das, er hat von je her immer nur das zugegeben,was ich ihm ganz klar beweisen konnte...
    Und er hatte schon mehrere Affairen.Ich aus meiner Sicht kann leider nur sagen, die Therapie hat nichts aber auch absolut nichts gebracht, und danach alles andere auch nicht und jetzt schreiben wir das Jahr 2007 und ob er es jetzt schafft liegt in den Sternen.
    Damals 2002 hätte ich den Absprung schaffen müssen, hab mich wieder bekehren lassen, hätte uns viel ersparen können, nun ja, so war das bei mir...
    wünsche Dir alles liebe und das ihr bessere Aussichten habt Elfe67

    .....in Liebe loslassen....

  • Hallo Silberstreifen,

    so eine Therapiezeit ist für beide Partner eine Gelegenheit zum überdenken ihrer Lage.

    Die Frage ob er hinterher trockenbleibt kann Dir niemand beantworten. Die Therapie ist kein Garant dafür.
    Er bekommt sehr viel über die Sucht beigebracht und lernt sich selbst kennen.
    Was er davon später anwendet steht in den Sternen.

    Was das durchhalten angeht ist das wohl das kleinste Problem. Nach spätestens 4 Wochen hat sich alles eingespielt, ich würde das nicht mit einem Knast vergleichen. Er wird wohl auch irgendwann 'Urlaub' bekommen , Belastungserprobung nennt sich das. -Fr. nach Hause und So. wieder zurück.

    Er ist jetzt in guten Händen und Du kannst etwas für Dich tun. Nutze die Zeit um Dich zu sortieren. Schreib Deine Gedanken hier auf und reflektiere die vergangene Zeit. Stell Dir die Frage wie es weitergeht.
    Verschwende Deine Zeit nicht mit dem Gedanken an einen Kurschatten. Wenn er der Meinung ist er müsste seine Therapiezeit damit verschwenden kannst Du es sowiso nicht ändern.
    Er ist ausserhalb Deines Kontrollbereiches, je eher Du Dich davon freimachst umso eher kannst Du an Dir arbeiten.
    Er muss nicht der einzige sein der verändert aus der Zeit zurückkommt.

    Schreib uns weiter wie es Dir geht, das ist eine wichtige Zeit für Euch beide.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo whitewolf,

    weil du das wort belastungserprobung gebracht hast. ich hatte immer ein wenig die befürchtung, dass so eine therapie ein bisschen eine heile welt darstellt. die psychologen wissen ja, wie sie auf den alkoholkranken zuzugehen haben. und da draußen? da sind wir als kleine familie, wo ständig action angesagt ist. wo kinder sind, die versuchen ihren kopf durchzusetzen. wo auch mal eine kritik gebracht wird. und da soll ein mensch einfach wieder reingesetzt werden? es ist dann schon eine ziemliche belastung für den alkoholkranken...naja, aber trotzdem kein grund weiter zu trinken.

    gruß apfel

  • "Sogar meine Mutter, und die hatte schon immer recht, was sie sagte, meint, dass er nie vom Alkohol wegkommt.


    Hallo Silberstreifen!

    Hmmmmmh, an diesem Satz bin ich hängengeblieben!

    Meine "beste Freundin" erlaubte sich eines Tages mir zu sagen: Das schaffst Du Nie! (gemeint war keinen Alkohol mehr zu trinken)
    Meine gedankliche und trotzige Reaktion war: Na warte "Du rotzfreches Biest", Dir werde ich es zeigen!

    Allerdings gehöre ich auch heute noch zu den "Spezialisten", die unverhofft mal eben das Gegenteil machen von dem was andere glauben.

    Und dieser Satz war eben auch nur ein Teil auf meinem Weg, aber dennoch hat er bei mir sehr großen Ehrgeiz geweckt!!!

    Dies ist nur meine Erfahrung die ich erlebt habe.

    Es gibt keine hoffnungslosen Fälle!!

    Gruß Hermann

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