Wer kann mir raten?

  • Hallo Mary,

    herzlich Willkommen hier im Forum.

    Tja, dass was Du schreibst, hört sich nicht gut an!

    Dein Mann hat ein massives Alkoholproblem und leider wirst Du ihm bei diesem/seinem Problem nicht helfen können.

    Es sind die typischen Ausreden von Alkoholikern, die er bringt und solange er keine Einsicht hat, stehst Du auf verlorenem Posten.

    Du musst nun für Dich entscheiden, willst Du dieses Leben mit ihm so weiterführen?

    Versuche mit ihm zu reden, wenn er nüchtern ist.

    Sage ihm ganz klar, wo Deine Grenzen liegen! Und wenn Du ihm mit Trennung drohst, dann ziehe es auch durch.

    Du wirkst sonst unglaubwürdig und er wird die Sitiation für sich ausnutzen und weiter trinken. Solange Du für ihn da bist, hat er ja auch keinen Grund aufzuhören. Es läuft ja alles bestens.

    Alkoholiker haben sehr feine Antennen und merken sofort, wenn Du wieder weich wirst.

    Was das Autofahren betrifft, so muss ich Dir sagen, es ist unverantwortlich. Er setzt ja nicht nur sein Leben, sondern auch das anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. Für mich ist das ein Fall für die Polizei!!

    Möchte Dir nicht Deinen Mut nehmen, aber es gibt leider nichts positives, was ich schreiben könnte!

    Du musst an Dich denken! Ich weiss nicht wo Deine Schmerzgrenze liegt, aber beende dieses Spiel, bevor es Dich kaputt macht!

    Ich wünsche Dir alles liebe und ganz viel Kraft!

    Grüße an Dich
    Speedy

  • Hallo Mary,

    ich will hier nur kurz etwas zu den Autofahrten Deines Mannes anmerken :

    Du kannst bei einem Unfall massive juristische Probleme bekommen, wenn Du wissentlich Deinen Mann im betrunkenen Zustand mit dem Auto fahren läßt. Dich kann nämlich eine Mitschuld treffen, weil Du diese Fahrt nicht verhindert hast.

    Zu dem eigentlichen Problem werden sich bestimmt noch weitere hier äußern.

    LG craving

  • Hallo Mary,

    eigentlich halte ich mich mit Ratschlägen hier im Forum sehr zurück, aber damit nicht nur der juristische Aspekt von mir Erwähnung findet folgendes :

    die Frage, ob jemand Alkoholiker ist, stellt sich ja wohl kaum, wenn man schon morgens Alkohol zu sich nimmt.

    Er ist demnach also krank. Und Du wirst oder bist es auch schon, wenn Du davon sprichst, dass Du Dich schuldig fühlst.

    Dein trinkender Partner muss sich in erster Linie selbst helfen, wenn er sich nicht vorher schon aufgrund seiner Trunkenheitsfahrten oder die Trinkerei an sich ums Leben gebracht hat.

    Nun lehnt er ja alles ab und verniedlicht seine Erkrankung. Typisch, ja eigentlich ein normales Verhalten bei einem Alkoholiker.

    Du wirst hier im Co-Bereich Fälle lesen können, da meinst Du, dass die Beiträge von Dir selbst stammen. Die Situationen ähneln sich eben häufig.

    Nun bin ich nicht die Vertreterin der harten Linie, die sofort ihre Koffer packt oder die des Partners vor die Türe stellt; aber jahrelang mit einem morgens schon abgefüllten Ehegatten mein kostbares Leben verplempern würde ich keinesfalls.

    Fordere ihn auf, dass er Dir zu Liebe zum Doc geht um einen Check zu machen. Entweder er rafft es und begibt sich umgehend zum Arzt (kommt natürlich : braucht er ja nicht, er hat ja nix ...) oder er lässt es. Aus dem Verhalten kannst Du dann schließen, wie viel „Du ihm wert bist“.

    Gruß craving

  • Hallo Mary,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen im Forum.

    Das klingt wirklich schlimm was Du da schreibst. Die Frage ob Dein Mann alkoholkrank ist stellt sich bei diesen Mengen eigentlich nicht mehr. Diese nächtliche Unruhe ist auch typisch. Der Körper ist hochgradig vergiftet und er kommt da auch alleine nicht mehr raus.
    Sein Empfinden und der Toleranzbereich was den Umgang mit Alkohol angeht hat sich massiv verschoben und ist für Dich wohl auch nicht mehr nachvollziehbar. Die Äusserung das andere genausoviel trinken, oder mehr, ist typisch und nichts als eine Schutzbehauptung.

    Deine Angst und Deine Bedenken sind mehr als berechtigt. Sowohl was die weitere Existenz als auch die weitere Gesundheit Deines Mannes angeht.
    Es ist nur eine Frage der Zeit bis etwas schlimmes passiert.

    Leider ist es so das ein Alkoholiker erst selbst zu einer Einsicht kommen muss bevor Ihm geholfen werden kann. Was dafür nötig ist , ist immer unterschiedlich und bei jedem anders.

    Um überhaupt von diesem Alkohollevel herunterzukommen wird er ärztliche Hilfe benötigen. Würde er einfach aufhören begäbe er sich in Lebensgefahr.
    Der beste Weg wäre so schnell wie möglich zu einem Arzt zu gehen und das Trinkverhalten zu schildern. Der wird sich dann um eine Entgiftungsmassnahme in einer Klinik kümmern, in der dann auch weitere Wege aufgezeigt werden.
    In dieser Zeit ist man ganz normal krankgeschrieben.

    Ich schreibe Dir das jetzt so ausführlich auf, damit zumindest Du den weiteren Weg kennst der nötig wäre. Inwie weit Du Deinen Mann in die Richtung bewegen kannst bevor er durch ein Ereignis zu diesen Massnahmen kommt, sei dahingestellt.
    Manchmal hilft es auch demjenigen sowas zum lesen zu geben oder Ihm das Forum zu zeigen.

    Das ganze soll allerdings die schon beschriebene Problematik mit dem Autofahren nicht abmildern.
    Normalerweise wäre da die Polizei der Ansprechpartner bevor etwas schlimmes passiert.
    Evtl. lässt sich das ja noch vermeiden wenn er sich in ärztliche Hilfe begibt.

    Wenn Du ein Ultimatum stellst solltest Du darauf achten es einzuhalten. Wenn alles reden nichts nützt solltest Du Dich distanzieren und Deinen eigenen Weg gehen.
    Auch dazu kannst Du hier im Forum viele Tips und Erfahrungen lesen.

    Ich wünsch Dir viel Kraft

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • hallo mary

    wenn du schreibst er fährt mit sicherer als ohne könnte es vielleicht sein das er unter die rubrik des spiegeltrinkers fällt d.h. mal ganz vereinfacht dargestellt, er funktioniert mit alkohol besser als ohne, sobald er einen bestimmten pegel hat, zittert er nicht mehr usw. wirkt evtl nüchterner als ohne. aber fahren darf er trotzdem nicht, aber im endeffekt ist meine meinung das das als angehöriger nicht so einfach zu verhindern ist. und welche art von alkoholiker er ist, spielt eigentlich für dich auch keine rolle, das ist eigentlich nur für ihn wichtig bzw. ärzte usw. falls er sich mal helfen lassen sollte.

    du kannst das mit dem ultimatum versuchen, ob es ihn zur einsicht bringt, sei dahin gestellt. dann musst du für dich und dein kind gehn. aber nicht nur drohen, sonst wird es definitiv nicht besser werden

    kannst dich ja mal beim anwalt erkundigen und bei der stadt, du würdest ja unterhalt bekommen und hättest auch die möglichkeit sozialhilfe und wohngeld zu bekommen. also mittellos wirst du nicht dastehn, auch da gibt es möglichkeiten

    liebe grüße

  • Guten Morgen Mary,

    ich sehe das genauso, wie summerdream.

    Dein Mann wird Spiegeltrinker sein, dass heisst, wenn sein Alkoholspiegel sinkt, kann er nicht mehr funktionieren und muss drauf schütten.

    Mein Mann ist z.B. nie Auto gefahren, wenn er getrunken hat. Aber öfter am nächsten morgen zu Arbeit.

    Ich habe dann im Internet mal einen Alkoholtest gemacht und war sehr erstaunt, wieviel Promille er noch im Blut hat und wie lange es dauert, bis er wieder nüchtern ist.

    Ab dem Moment habe ich ihm das Auto nicht mehr überlassen. Habe ihn lieber morgens hingefahren (aber nur, wenn es wirkliches Sauwetter war), sonst ist er zu Fuss gegangen.

    Aber gut zu dem Thema ist schon alles geschrieben worden.

    Keiner hier möchte Dich angreifen oder verletzen; im Gegenteil, wir möchten Dir helfen.

    Wegen Deiner finaziellen Situation solltest Du Dich wirklich an die Sozialstation Eurer Stadt wenden.

    Es gibt Hilfe, für Dich und Dein Kind!

    Denke an Dich und vorallem an Dein Kind. Kinder bekommen viel mehr mit, als man denkt. Möchtest Du, dass Dein Kind mit einem ewig betrunkenen Vater aufwächst?

    Ich wünsche Dir wirklich alles Gute, viel Glück und vorallem ganz viel
    Kraft!

  • Hallo Mary,

    Du hast ja bestimmt schon gesehen das Du mit dem Problem hier nicht alleine stehst. Und Du wärest auch nicht die erste Frau die sich aufgrund solcher Umstände mit Null Euro von ihrem trinkenden Partner trennen muss. Aber es gibt für diese Situation viele Wege um es Dir zu ermöglichen.

    summerdream und speedy haben die Thematik schon etwas präzisiert und Du kannst hier mit Sicherheit auch erfahren welche Schritte als erstes, wo und in welcher Reihenfolge nötig sind.
    Wenn Du diese Frage hier stellst, bekommst Du bestimmt brauchbare Fahrpläne die auf eigenen Erfahrungen beruhen.
    Selbstverständlich kannst Du Dich auch vor Ort bei einer Suchtberatungsstelle informieren.

    Du musst eben den Anfang machen und etwas unternehmen, damit sich wirklich etwas ändert.
    Das Arztultimatum kannst Du selbstverständlich ausprobieren, allerdings solltest Du nicht davon augehen das sich ein Alkoholiker mit Gewalt trockenlegen lässt.
    Er weiss ja schon was der Arzt Ihm sagt, sonst würde er ja nicht abhauen davor.
    Er will also trinken so lange wie als möglich.

    Also solltest Du parallel zu Deinem Ultimatum schonmal die ersten Gänge angehen.
    Je eher Du Dich bewegst umso eher verändert sich etwas und das ist am Ende für Ihn auch besser.

    viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • hallo mary,

    heiße dich herzlich willkommen hier im forum. vieles hast du ja schon gehört. und um nochmal klarzustellen: keiner will hier auf dir rumhacken. es ist nur einfach so, dass viele heier einfach schon leidvoll erfahren haben, wie das leben mit einem alkoholiker ist und wie es sich entwickeln kann/wird.

    etwas möchte ich gerne noch kommentieren.

    du fragst, wie du mit null euro in der tasche wieder anfangen sollst. klar ist das nicht einfach, aber es gibt wege. die sind sicher sehr beschwerlich, aber was du mitmachst und noch vor dir hast ist wahrscheinlich schlimmer. irgendwie kann man das organisieren, mit kinderbetreuung, unterstützung.... denn wie du dein leben beschreibst, gibts da ja überhaupt keine hellen flecke mehr. willst du das weitermachen? die nächsten zehnzwanzigdreissig jahre????

    wünsche dir viel kraft.

    lavendel

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!