Fühle mich für das Leben meiner Mama verantwortlich!!!

  • hallo melanie

    erstmal ein herzliches willkommen hier, schön das du hergefunden hast.

    wow das ist echt heftig was du schreibst, da machst du ja einiges mit. ich frag dich jetzt mal nicht wie's dir geht, ich denke mal besch... wäre eine treffende antwort?!?

    hast du schon mal versucht mit deiner mutter zu reden wenn sie nüchtern ist? in ruhigen worten, ihr gesagt wie's dir dabei geht, wenn sie trinkt, wieviel angst du um sie hast? hast du dir selbst schon hilfe geholt z. b. in form einer selbsthilfegruppe, suchtberatung, therapeut etc.?

    würde ich dir alles ganz dringend empfehlen.

    vielleicht wär's ja mal net schlecht wenn du dich von deiner mutter abkapselt und sie ihren sch... alleine machen läßt. im endeffekt ist es ja jetzt so, dass sie sich um nix kümmern muss, du erledigst ja alles wichtige für sie, warum soll sie dann was ändern? sie hat's ja im moment richtig gut, immer bist du da und sorgst dich um sie. sie wird erst merken, dass es nicht so weiter geht, wenn sie alles selber erledigen muss und dann kapiert, dass sie es nicht kann.

    war deine mutter schon mal diesbezüglich beim arzt? wie gehts ihr gesundheitlich? wie sieht sie ihr alkoholproblem?

    liebe grüße

  • Hallo Melanie,
    ich schilder Dir das jetzt mal aus meiner Sicht,ich bin trockener Alkoholiker,und kann mich in das handeln deiner Mutter sehr gut hineinversetzen!Es ist nicht immer so,daß wir Alkoholiker einen Tiefpunkt haben müssen,um etwas gegen unsere Krankheit zu tun,aber in den meisten Fällen ist es so ,wie auch in dem meinigen.Auch ich habe andere Menschen zu meinem Werkzeug gemacht,die Begabung liegt im Alkohol!Du bist Ihr Strohhalm,Ihr Werkzeug,an dem Sie festhält,zu hinterfragen,wie es Ihr geht,wenn Du nicht mehr alles für sie erledigst,auf einmal nicht mehr für sie da bist,das braucht sie ja nicht,denn Du funktionierst ja ganz gut!Diese leeren Versprechungen,die Sie Dir gegenüber macht,sind Alibifunktionen um weitersaufen zu können,und dich bei der Stange zu halten!Wenn Du aus diesem Sog heraus möchtest,sage ich Dir jetzt ganz offen,mußt Du Sie gnadenlos fallen lassen,biß sie Ihren Tiefpunkt erreicht hat,und vor dem Alkohol kapituliert,und sich selbst eingesteht,ich bin Alkoholikerin,und möchte Hilfe annehmen!Du kannst Ihr nicht helfen!Du hast ein eigenes Leben,und bist ein eigenständiger Mensch,und musst dich auch um dich kümmern!Es ist schwer,daß kann ich nachvollziehen,aber heute bin ich dankbar,daß meine Familie,und sämtliche Freunde,und Freundinnen sich von mir abwandten,und mich fallen ließen,sie waren meine Werkzeuge,aber da war der Werkzeugkasten auf einmal leer,alles geklaut!Und dies war der Zeitpunkt,wo ich kapitulierte,und mir eingestand,ich bin Alkoholiker und möchte Hilfe annehmen,wie auch immer sie aussah!

    Liebe Grüße,Andi

  • Hallo Melanie

    hast du dir schon mal überlegt, dass du immer noch in deinem Muster aus der Kindheit drinnen steckst? Du übernimmst die Verantwortung deiner Mutter , damit keiner merkt, was tatsächlich los ist? Du lädst ihre ganzen Probleme auf dich, damit ihr Leben in halbwegs normalen Bahnen verläuft und verlängerst somit am Ende nur ihre Sucht. Was wäre denn, wenn du dich mal nicht kümmern würdest? Außer das die Rechnungen nicht bezahlt würden, und das Geld für den ganzen Monat schon am Anfang weg wäre? Na und? Deine Mutter ist alt genug die Konsequenzen ihres eigenen Handelns zu tragen. Du bist nicht für sie verantwortlich, nicht bezahlte Rechnungen sind nicht der Weltuntergang, im Gegenteil, vielleicht würde sie dann endlich aufwachen, und merken, dass es so nicht weiter geht. Wenn du ihr aber alles so einfach machst wie möglich, indem du die Verantwortung für sie übernimmst wie für ein Kleinkind, und alles für sie regelst, nur damit keiner merkt, was wirklich läuft, hat sie es doch bequem. Warum sollte sie dann etwas ändern?

    Grüße Josu

  • hallo melanie,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum, schön, dass du hergefunden hast.

    deine geschichte kommt mir sehr bekannt vor, so ähnlich hatte ich das auch, als große tochter, dazu ein kleinerer bruder, ein vater der prügelt, eine mutter, die den haushalt nicht mehr macht, entgiftungen, therapien, nix hat geholfen. ich hab mir genau wie du immer den schuh der verantwortung angezogen, auch als ich schon zuhause weg war. dauernd die sorge, dass was passiert, die unruhe, wenn sie nicht ans telefon geht, das schlechte gewissen, dass ich nicht da war, ihre vorwürfe, ich würde mich nicht kümmern, was ich überhaupt für eine tochter sei, sie habe doch alles für mich getan....

    ich hatte dann das "glück" - und ich denke, letztlich hat mir das fast das leben gerettet, dass ich für ein jahr ins ausland gegangen bin zum studium, ganz weit weg. erst da habe ich dann die abnabelung geschafft. dazu kam eine psychotherapie und seelsorgegespräche, und überall hab ich das gleiche gehört: dass ich mich um MICH kümmern muss, dass ich MICH an erste stelle setzen soll und dass ich - wenn ich den zustand nicht mehr aushalte, den kontakt abbrechen MUSS, um nicht vor die hunde zu gehen.

    ich habe das dann getan, ihr einen brief geschriben, dass sie über meine kraft geht und ich mit ihr keinen kontakt mehr pflegen werde, solange sie trinkt. das ist mir furchtbar schwer gefallen, aber ich wäre sonst an ihr irre geworden, es war für mich wirklich fünf vor zwölf, und da war ich mitte 20, so wie du jetzt. am schwersten waren für mich die schuldgefühle auszuhalten, aber wenn ich es mal nüchtern betrachte: sie hat mit mir und ohne mich gesoffen, es war völlig wurscht ob ich mich gekümmert (und gelitten) hab oder nicht. sie wollte trinken, also hat sie das getan.

    natürlich hatte (und habe) ich immer noch die unterschwellige angst, dass irgendwann ein anruf kommt, man habe sie auf der strasse oder tot im bett gefunden - das wird auch nie weggehen. aber trotzdem beherrscht die sorge um sie nicht mehr mein leben, und darüber bin ich einfach nur froh. kann dich also nur bestärken: geh für DICH in eine suchtberatung oder zu einer selbsthilfegruppe, such dir vielleicht für DICH einen therapeuten - und lass deine mutter ihr leben leben. leg auf, wenn sie betrunken anruft. geh weg, wenn sie bei deinem besuch betrunken ist. anders wird es wohl nicht gehen....

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

  • hey melanie

    du wirst aber erst feststellen, dass sie es alleine nicht schafft, wenn du es wirklich soweit kommen läßt. wenn du vor 5 monaten den kontakt abgebrochen hast, aber jetzt wieder alles für sie tust, kann der zeitraum in dem du sie (ich sag etz mal) links liegen gelassen hast nicht sehr lange gewesen sein.

    du kannst dich nicht um sie kümmern, kümmere dich lieber um deine eigene familie die aus deinem sohn und deinem mann besteht, die sind es wenigstens wert, denn sie wissen was sie an dir haben, deine mutter hat in den ganzen 26 jahren noch nicht erkannt, was sie für eine super tochter hat! - auch wenn sie noch so toll ist wenn sie nüchtern ist -

    ich liebe meine mutter auch über alles, wohn schon lange nicht mehr daheim, aber wenn sie betrunken war (ich hoffe das es nicht mehr vorkommt, aber mir fehlt noch die hoffnung) war ich zwar in ihrer wohnung, aber habe nur mit meinem geschwistern geredet und was mit denen gemacht. soll sie doch machen was sie mag wenn sie getrunken hat, es ist mir inzwischen sch...egal

    das mit der therapie würde ich jetzt schon angehn, was hindert dich denn daran? auch nicht das wahre, wenn du es immer hinausschiebst, außerdem gibt es da auch wartezeiten, je nachdem wo du dann hingehst.

    was sagt eigentlich dein mann zu der situation? er merkt doch auch dass es dir nicht gut geht.

    grüßle

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