Hallo Karsten,
das stimmt das ist bewußt und gewollt, und da steckt Methode dahinter, wie an sovielen Dingen.
Man muss es nur wissen.
LG
Jürgen
Lebensmittel
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Hallo zusammen,
Hmmm, … ‚bewusste Täuschung’, ‚Methode’ … Ich weiß nicht, ob man das so sagen sollte. Irgendwie impliziert das für mich so ein wenig den Vorwurf der vorsätzlichen Alkoholisierung und Versuchtung (gibt’s dieses Wort überhaupt?).
Unter der Deklaration ‚Alkoholfrei’ sollte man einfach das verstehen, was damit zum Ausdruck gebracht werden soll: ‚Macht Dich nicht besoffen’. Die Tatsache, dass für uns Alkoholiker auch Mengen gefährlich werden, die weit darunter liegen, wird damit nicht berücksichtigt, aber da gilt natürlich auch der Grundsatz, dass wir für uns und unsere Gesundheit schon selbst verantwortlich sind.
Im Rahmen einer ernsthaften Loslösung vom Alkohol sollte die Beschäftigung mit Lebensmitteln eine wichtige Rolle spielen, aber das sollte nicht in der finsteren Sicht enden, in der an jeder Ecke ein heimtückischer Lebensmittelchemiker mit blutunterlaufenen Augen Alkohol in unsere Nahrungsmittel panscht.
Liebe Grüße
J.
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Hallo Karsten,
prinzipiell bin ich da auch Deiner Meinung, nur die Verwendung von Ausdrücken wie ‚Das ist eine bewusste Täuschung’ oder ‚Das hat Methode’ finde ich etwas kritisch. Nicht zuletzt könnte es dem einen oder anderen als gefällige Ausrede für einen Rückfall dienen. Frei nach dem Motto: Die wollen uns doch sowieso nur wieder zurück an die Buddel bringen!
Warum unter dem Begriff ‚Alkoholfrei’ auch Produkte zu finden sind, die geringe (aber eben für unsereins gefährliche) Mengen Alkohol enthalten, ist sicher eine nicht ganz unkomplizierte Frage (und hängt sicher auch mit der Tatsache zusammen, dass Alkohol eben doch ein ziemliches Feld-, Wald- und Wiesenmolekül ist). Aber mir ist das auch gar nicht so wichtig. Wichtig für mich und meine Trockenheit ist doch nur die Information, dass ich mich über das Lesen solcher Deklarationen eben nicht genügend absichern kann.
(Am Rande: Ich glaube auch, dass ein freiwilliges ‚Gütesiegel’, das wirklich 100%ige Alkoholfreiheit garantiert, auch keinen Massenmarkt erreichen wird. Mit der Aufschrift: ‚Auch für Alkoholiker geeignet’ macht man keine Werbung.)
Liebe Grüße
J.
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Hallo Karsten,
erneut stimme ich Dir zu, allerdings wird der geringe Alkoholgehalt in den sog. alkoholfreien Produkten ja doch erst dann zum Thema, wenn durch den Konsum etwas negatives passiert – und das ist in der Regel bei Alkoholikern der Fall
.Was das Politische an dieser Geschichte angeht (an einem ganz anderen Beispiel):
Warum wird von Seiten der Politik massives Werben für das Nichtrauchertum betrieben, aber gleichzeitig Milliarden von Euro ungebunden durch die Besteuerung von Tabak eingenommen. Würden alle deutschen Raucher auf einen Schlag ihre Kippe aus der Hand legen, dann ließe eine Haushaltskrisensitzung im Bundestag nicht lange auf sich warten. Mal abgesehen davon würden die Rentenkassen stöhnen und einer Schweizer Studie zufolge wäre es sogar für die Krankenkassen finanziell keine Verbesserung der Situation. Nun, die Gesundheit ist immer ein willkommenes Thema, aber Steuer- oder Beitragserhöhungen? Also auch eine Täuschung?Politik ist eine Interessen- und Lobbyvertretung, aber kein Wächter über die Einhaltung von Begriffsdefinitionen. Ich denke, wenn man sich das vor Augen hält, dann sieht man darüber etwas gelassener hinweg. Bei mir funktioniert das jedenfalls ganz gut
.Liebe Grüße
J.
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hallo
ich möchte hier mal einen denkanstoß geben. erdnüsse haben ein hohes allergiepotential, viele dürfen die nicht essen. hersteller die verschiedene nussorten verarbeiten, müssen!! auf ihren anderen produkten vermerken das erdnussspuren vorhanden sein können. wieso darf es dann sein das produkte als alkfrei bezeichnet werden dürfen die es nachweislich nicht sind???? scheinbar muß hier erst ein hersteller wegen körperverletzung und irreführung verklagt werden um das zu ändern.
doro
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Hallo doro,
da hast Du natürlich Recht (habe ich gerade an einer Dose Macadamia überprüft
).Unterschiede gibt es jedoch trotzdem:
Erdnüsse haben ein sehr hohes Allergiepotential. Alkohol hat aber (auch auf die Gefahr eines Riesenaufschreis hin) ein auf die biochemischen Prozesse bezogen eher geringes Suchtpotential. Anders gesagt: Von einem Glas Bier ist noch niemand süchtig geworden, auch nicht von einer Fertigpizza. Eine einzige Erdnuss hingegen kann bei einem Allergiker fatale Folgen haben. Ein weiterer Unterschied ist sicher der Betroffenenkreis: Die meisten Alkoholiker sind bereits erwachsen, wenn sie die Ernsthaftigkeit ihres Problems/ihrer Erkrankung begriffen haben. Erdnüsse hingegen können bereits kleine Kinder ins Koma auf die Intensivstation befördern. Welches Thema erscheint ansprechender für das mittägliche Bügel-TV und die Boulevardpresse? (eine Frage der Lobby/des Interessenkreises).
Zum Hinweis selbst: Auch dieser muss erst gelesen werden und im Restaurant wird man auch nicht um das Fragen herum kommen. Das gilt bei Alkohol genau so wie bei Erdnüssen. Ein ‚guter’ Erdnussallergiker wird sich auch darüber informieren, wo und in welchen Produkten er auf den Allergiestoff treffen kann. Die rechtliche Absicherung durch den Hinweis tue ich daher in die gleiche Schublade, wie denjenigen, den man bei Mikrowellen findet und der besagt, dass man doch bitte keine lebenden Tiere in diesem Gerät trocknen sollte (so geschehen, Hersteller verklagt, Recht und Schadensersatz bekommen, Hinweis jetzt immer zu finden).
Grundsätzlich finde ich eine Kennzeichnungspflicht auch nicht verkehrt, aber mir mangelt es einfach am Glauben, diese politisch durchsetzen zu können. Denn dafür sind wir Alkis doch ein paar zu wenig und der Alkohol an sich in unserer Gesellschaft zu beliebt!
Liebe Grüße
J.
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hallo joe
für mich ist die allergie das gleiche wie die sucht, spuren bergen für mich lebensgefahr auch wenn es beim alk länger dauert als beim anaphylaktischen schock (allergische reaktion). ich sehe den unterschied in der klientel. in amerika wo die erdnuss ursprünglich herkommt sind sicher etliche prozesse gelaufen, wie auch der mit der mikrowelle, das hab ich auch gelesen, und hohe summen geflossen. ein alki geht leider heute noch nicht wirklich an die öffentlichkeit oder wird nicht ernst genommen. da ist die scham einfach zu groß. auch wird die gefahr für kinder durch die beigabe von alk in lebensmitteln nicht oder nur wenig beachtet, da ist die lobby halt sehr stark, es geht schließlich um milliarden.
wie stark die sucht und der wunsch nach rausch in der gesellschaft verankert ist hat doch die prohebition in amerika deutlich gezeigt. al capone wäre nie so reich geworden wenn es keine nachfrage gegeben hätte. er ist für seinen reichtum über leichen gegangen, und daran hat sich in meinen augen bis heute nichts geändert. für mich ist ganz klar, wenn man kennzeichnen wollte würde man es tun.doro
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Hi doro,
Du hast es erkannt: eine Frage der Klientel
.Ich bin selbstverständlich auch kein Gegner einer Kennzeichnungspflicht … da wäre ich sicher der letzte. Ich Prinzip wollte ich ja auch nur auf drei kleine Punkte aufmerksam machen:
1. Für meine Gesundheit bin ich selbst verantwortlich – Ob Alkoholiker oder Allergiker.
2. Die öffentliche Wahrnehmung (Vermarktung) von Alkoholismus und Allergien ist unterschiedlich.
3. Der auf Industrie und Politik ausgeübte Druck für eine Kennzeichnungspflicht ist nicht vorhanden.Ich glaube auch, dass man ohne große Probleme kennzeichnen könnte, wenn man wollte. Bevor man aber will, muss erst ein für die gesamte Öffentlichkeit nachvollziehbarer Leidensdruck entstehen. Letzteres gelingt in meinen Augen allerdings nur sehr schwer, wenn von vornherein mit Sätzen wie ‚Das hat Methode’, ‚Das ist eine bewusste (vorsätzliche) Täuschung’ oder ‚Die Gesetze der Politiker sind Mist’ gearbeitet wird.
Mann muss schon mit den Wölfen heulen … nur eben ein wenig lauter
!Liebe Grüße
J.
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hallo joe
da hast du völlig recht, besonders punkt 2. ist zu beachten. wobei ich aber sicher bin das hier die zahlen der betroffenen gar nicht so weit auseinander gehen, nur liegt das problem der öffentlichmachung im bild der krankheit in der öffentlichen sicht. allergiker sind krank, alkis sind willesschwache assoziale schmarotzer die in der regel auch bischen blöde sind. hier liegt es aber an jedem von uns dies zu verändern. ich bin sicher das, wenn morgen alle alkis zu ihrer krankheit stehen würden, ein aufschrei durch die gesellschaft ginge. ich habe jedenfalls kein problem zu sagen ich bin alki, da haben leute in meinem umfeld schon ganz andere probleme mit. meinen chefs zb bereitete meine offenheit unbehagen, ich habe ihnen deutlich sagen müssen das es für mich selbstschutz bedeutet und ich auch weiterhin ohne umschweife fragen dahingehend deutlich und ehrlich beantworten werde. das ist nicht so ganz einfach, das ist mir klar, nur wenn immer weiter alles schön unter den teppich gekehrt wird, wird sich nichts ändern.
ich sehe nämlich nicht ein warum ich als allergiker ernster genommen werde als als alki. mit welchem recht werde ich als allergiker schon vor dem kauf vor zb erdnüssen gewarnt, als alki merke ich erst wenn ich evtl saufdruck bekomme das da wohl was drin war. das sind zweierlei maß. sicher bin ich dafür verantwortlich darauf zu achten was ich esse, aber warum wird mir das durch verschweigen von zutaten unmöglich gemacht. wieso soll meine krankheit weniger schlimm sein als eine allergie. ich sehe da sehr wohl eine gewisse methode hinter, denn viele eltern würden sicher eine ganze reihe lebensmittel und süßigkeiten nicht mehr kaufen wenn ihnen bekannt wäre das alk enthalten ist.
doro
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Servus Doro,
bei allen Verständnis für die Problematik und auch für Deinen Standpunkt: der Allergiker kommt "unverschuldet" zu seiner Krankheit, unsere Krankheit haben wir uns selbst zugefügt. Das möchte ich dann doch bitte berücksichtigt wissen.
Sicher, am Ende steht in beiden Fällen die Krankheit, aber der "Weg" dort hin ist doch sehr unterschiedlich. Und dieser unterschiedliche Weg wird von weiten Teilen unserer Gesellschaft unterschiedlich bewertet. Das kann ich niemand übel nehmen.
Und so wundert es mich auch nicht, dass die Akzeptanz unserer Krankheit in der Öffentlichkeit gegen Null tendiert. Wir sehen das ja bei den vielfältigen Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit:
Es wird nahezu von allen Verantwortlichen, die wir ansprechen (Schulleitungen, (Sport-)Vereine, Stadt- oder Kreisräte) in erster Linie Betroffenheit gezeigt. Danach kommt jedoch Gleichgültigkeit und nicht selten Ablehnung. Warum? Sich darüber auszulassen, wäre spekulativ. Nur soviel: ein Teil ist selbst nicht "kosher", ein Teil fürchtet um seine Reputation wenn er sich mit "solchen" Aktionen abgibt und der Rest - keine Ahnung.
Für mich ist es ein Thema, das sich ausschließlich im Familienbereich "behandeln" lässt. Nur derjenige, der direkt betroffen ist (auch als Angehöriger/Kind etc.) weiß, wovon wir sprechen. Nur derjenige kann auch nachvollziehen, was die oft so dürren Worte als tatsächliches Schicksal bedeuten. Und nur diejenigen haben auch einen echten Nutzen von der Trockenheitsarbeit des Alkoholikers.
Auch wenn das jetzt alles ein wenig weit weg von den "Lebensmitteln" führte, so gehört es für mich doch dazu. Wo sollte denn bitte auch die Motivation der (Lebensmittel-)Industrie sein, Produkte 100% alkoholfrei herzustellen, wenn Alkohol der billigste Konservierungsstoff und gleichzeitig ein sehr günstiger "Aromaverbesserer" ist? Und als "Werbung" taugt das Etikett "für Alkoholiker geeignet" sicher nur sehr bedingt....
ABER: wer offenen Auges durch unsere "Einkaufslandschaft" geht, wird für jedes Problem eine Lösung (und auch ein Produkt) finden, das passt.
Und darauf kommt es mir an: ich muss für mich eine passende Lösung finden, nicht die Welt retten oder missionieren.
LG
Spedi
(Heute etwas wirr, aber das legt sich wieder...
) -
Zitat
ich muss für mich eine passende Lösung finden
Darauf läuft es bei allen Lebensmittel- Diskussionen hinaus.
Und das...
ZitatHeute etwas wirr, aber das legt sich wieder...
... hätte ich fast nicht lesen können, so klein wie´s geschrieben ist

LG kommal
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