Hallo Ayki,
ich lese Dich auch oft, auch wenn Du das gar nicht weißt.
Und ich spüre auch bei Dir viel Kraft, die Du nun hoffentlich FÜR DICH nutzen wirst.
Aber ich denke, Du bist da auf dem richtigen Weg.
Als ich die Geschichte mit dem neuen Freund las, hatte ich gleich so ein komisches Gefühl.
Ich denke einfach, er ist noch nicht so ganz der Richtige. Ich kann jetzt nur von mir reden, als Nicht-CO. Aber richtig verliebt sein ist einfach anders. Es fühlt sich komplett anders an, man möchte immer mir dem jenigen zusammen sein, die Schmetterlinge flattern wie verrückt, man denkt auch an eine gemeinsame Zukunft, alles andere erschiene mir „merkwürdig“.
All dieses konnte ich bei Dir so nicht spüren. Ich wollte aber auch nichts falsches sagen.
Ich kenne das auch, wenn es nicht der Richtige ist. Dann kann alles so schön sein, er ist lieb und nett, gibt sich Mühe, will natürlich auch gefallen, erfüllt Wünsche, aber wenn dieses Gefühl nicht sofort da ist, wird es nix. Da hilft dann auch kein Abwarten, vielleicht wird es noch etc.
Aber ich denke, dann muß man auch den anderen möglichst schnell die Wahrheit sagen, mit netten Worten, aber auch ganz klar, das man diese Gefühle nicht erwidern kann. Zögert man da zu lange, tut man dem anderen nur unnötig weh.
Ich wünsche Dir sehr, das Du nun erstmal Dein Leben genießt, in Freiheit ohne weitere Bindung, Du hast die Kinder und ihr könnt es Euch schön miteinander machen. Und keine Angst, es kommt noch der RICHTIGE Partner, bei dem alles dann wie oben geschrieben ist.
Du wirst es dann wissen.
Aber natürlich mache ich mir auch ein wenig Sorgen. Ich habe auch Angst, das Du Dich wieder nach einem Partner umsiehst, bei dem Du wieder ganz CO sein kannst, wenn auch nicht bewusst. Hoffentlich kannst Du dann unterscheiden und real beurteilen und wirst so nicht mehr rückfällig. Ich schrieb gerade bei Leominda, das ich denke, man kann auch die Anlage zur CO-Abhängigkeit nicht heilen, nur stoppen, weiß aber nicht, ob es wirklich stimmt. Ich denke aber, Du bist in der Lage, es wirklich zu stoppen, aber ich würde trotzdem wohl bei einer neuen Beziehung mich sehr argwöhnisch sozusagen von außen betrachten und mich genau abchecken.
Denn würde das passieren, wärest Du wieder unfrei.
Ich wünsche Dir sehr, das Du einen Partner findest, mit dem Du eine gleichberechtigte Beziehung führen kannst, wo das Geben und Nehmen ausgeglichen ist.
Ich möchte an dieser Stelle noch mal aus Xenias Beitrag zitieren und was ich darüber als Nicht-CO denke, falls es interessiert, sonst war oben geschriebenes eigentlich erstmal alles, was ich Dir dazu sagen wollte. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute weiterhin auf Deinem Weg.
ZitatDiese Art von Adrenalinspiegel muß ich nicht haben, denn das ist keine positive Adrenalinausschüttung und verursacht nur körperlichen Stress, der bishin zu Schmerzen geht. WER will sowas schon? Da müßte man ja masochistisch veranlagt sein....oder ist man das? *grübel*
Mhh, darüber habe ich auch schon gegrübelt und ich bin eher zu dem Schluss gekommen, das bei CO`s ein Hang zum Masochismus durchaus vorhanden sein könnte. Ich kann mir viele Verhaltensweisen sonst nicht erklären, z.B. das Dulden von Beschimpfungen und Demütigungen und die oft mangelnde Liebe zu sich selbst. Muß ich mal zu googeln, ob das auch masochistisches Verhalten ist ? Ich denke, Ja.
ZitatAlle "starken" Frauen haben damit ein Problem, weil sie irgendwo immer eine "Führungsrolle" inne haben in der Beziehung oder ihnen aufgedrückt wird/wurde. Nur keine Schwäche zeigen
Ich empfinde CO`s durchaus auch als starke Frauen. Aber auf der anderen Seite auch als unfrei. Ich denke auch, CO`s haben nicht gelernt, loszulassen, obwohl der Zenit schon lange überschritten ist. Lieber noch ein bisschen weiter machen in der oft doch durchaus muggelich eingerichteten CO-Abhängigkeit. Die Angst vor Neuen ? Die Angst vorm Alleinsein ? Die Angst vorm Leben überhaupt ? Spielt wahrscheinlich alles mit rein, oder ?
ZitatIn deiner früheren Beziehung war es meiner Meinung nach ein falsch verstandenes Gefühl von Liebe. Wieso mußt DU dich anstrengen, um geliebt zu werden? Liebt man nicht einen Menschen seiner selbst Willen? Und nicht deshalb, weil er ach so was tolles macht oder tut für einen?
Natürlich liebt man „normalerweise“ einen Menschen um seiner selbst Willen. Doch nicht für besonders toll erbrachte Leistungen oder weil er alles für einen tut. Das ist zwar ganz nett, aber mit Liebe hat doch das eher wenig zu tun. Viele CO`s verwechseln meiner Meinung nach Liebe mit dem heißersehnten Gefühl, gebraucht zu werden.
ZitatOder braucht man das als Selbstbestätigung, um später, nach einer Trennung sagen zu können: Alles hab ich doch für ihn gemacht. Und wie dankt er mir es?
Nöö, das ist wohl eher eine Ausrede dafür, sowas so lange mitzumachen. Was soll man denn sonst sagen ? Alles andere wäre ja offensichtlich. Wer mag schon gern sagen, ich hab immer alles gemacht, damit er mich liebt, dafür habe ich alles erduldet, mich demütigen und mich selber dafür fast aufgegeben.
Da würde ja jeder sagen: Sach mal, hast Du einen anner Waffel oder was ? Und wer will schon gern so dastehen. Aber im Grunde haben wir schon einen an der Waffel.
Alkies wie auch CO`s. Aber um das zu verstehen, müsste man ja erstmal beispielsweise bei CO`s erst erklären, warum es dazu kam und auch diese Veranlagung, die bereits in der Kindheit so angelegt wurde, erklären. Aber wer will das schon alles wissen? Also sagt man lieber, ich hab immer alles getan und wie dankt er es mir ? Damit steht man gut da und wird auch noch bemitleidet, was für ein armes Hascherl man ist. Ist der einfachere und auch angenehmere weg, oder ?
ZitatIst es nicht selbstverständlich, dass man möchte, dass es dem geliebten Partner gut geht? Dann gehts einem ja auch selber gut.
Ja, natürlich möchte man das. Alles andere wäre ja auch wieder „krank“. Es kommt aber immer darauf an, wie hoch der Preis dafür ist. Ist der Preis die Selbstaufgabe, ist er eindeutig ZU HOCH.
Und auch sein eigenes Befinden von einem Partner abhängig machen, halte ich für äußerst bedenklich. Hat der mal miese Laune, geht’s mir auch schlecht, oder wie ? Nööö, warum denn ? Außer ich habe die WIRKLICH durch unmögliches Verhalten verursacht, also ein konkreter Grund bestünde. Dann würde man hingehen, sich entschuldigen, der andere würde vielleicht noch etwas granteln und dann wäre es wieder gut.
Man darf nur bis zu einer gewissen Grenze gutes für den anderen tun, dabei muß es einem selber aber auch noch gut gehen. Man darf sich nicht zu sehr für den anderen verbiegen, dann besteht nämlich die Gefahr des Zerbrechens ---> Selbstaufgabe. NICHT GUT.
So, Schluss jetzt ma hier, hab mich mal wieder festgequatscht
, sorry, ich hau schon wieder ab. ![]()
Lieben Gruß
Lilly