Hallo liebe Forumsgemeinde,
habe gestern im Vorstellungsbereich den Eintrag von Micha-Grophiusstadt gelesen, in welchem er berichtet hat, das er nach 13 Jahren der Trockenheit der einzige aus seiner ehemaligen Langzeittherapie ist, der noch heute trocken ist. Das war für mich der Grund intensiver über dieses Thema nachzudenken.
Irgendwo habe ich auch mal gehört das nur 2 von 100 Alkoholikern es schaffen, bis an ihr Lebensende trocken zu bleiben, nachdem sie dem Alkohol ernsthaft entsagt haben.
In meiner Suchtberatungsstelle gibt es zahlreiche Fälle von Menschen, die nach 6, 10, 12 und noch mehr Jahren rückfällig wurden. Auffallend war für mich, das ausschließlich alle berichteten, welch schönes Leben sie sich in den Jahren der Trockenheit aufgebaut haben.
Jetzt frage ich mich natürlich: Welcher Teufel hat sie dann geritten, wieder zur Flasche zu greifen? War es Nachlässigkeit? Leichtsinn? Vergessen? Übersteigerte Selbstsicherheit?
Wenn man rein von statistischen Werten ausgeht, muss man wohl auch davon ausgehen, das einige der Langzeittrockenen hier im Forum, die heute die überzeugendsten, sachlichsten und fundiertesten Beiträge schreiben, irgendwann in den nächsten Jahren wieder rückfällig werden. ![]()
Ich finde diesen Gedanken ziemlich beunruhigend.
Was meint ihr dazu?