Alkohol als Mitbringsel - muss/soll man es als CO verbieten?

  • Alkohol als Mitbringsel - muss/soll man es als CO verbieten? 0

    1. Ja - auf jeden Fall! (0) 0%
    2. Nein - was bringt das, wenn die Einsicht fehlt? (0) 0%

    Hallo Hoffnungslos,

    ich kann Deine Frage nicht eindeutig beantworten, denn es macht meines Erachtens einen Unterschied, ob es sich um einen nassen oder trockenen Alkoholiker handelt!

    Bei einem noch nassen Alkoholiker macht es wohl wenig Sinn, irgend etwas zu verbieten, weil er sich seinen Alkohol sowieso besorgt!

    Bei meinem Mann, jetzt 5 Monate trocken, haben wir allen Freunden und Bekannten mitgeteilt, doch auf solche "Geschenke" zu verzichten und wir sind nur auf positive Reaktionen gestoßen!

    Lieben Gruß
    Speedy

  • Hallo Hoffnungslos,

    solange die Einsicht in die Krankheit und der Wille etwas dagegen zu tun nicht vorhanden sind, bringen solche Maßnahmen nur Unfrieden. Einem Kind kann man etwas verbieten, dass der persönlichen Meinung nach schädlich ist, einem erwachsenen Menschen, der für sich selbst verantwortlich ist, nicht. Du kannst Deinen Mann nicht durch solche Maßnahmen durch die Hintertür trocken legen. Wenn er trinken will, trinkt er. Ob nun jemand was mitbringt oder nicht ist dabei nebensächlich.

    Auch wenn ich Dich verstehen kann, es steht Dir nicht an Deinen Mann zu erziehen. Er muß von alleine drauf kommen.

    Würdest Du Dir etwas verbieten lassen, daß andere als ungesund ansehen Du jedoch als unbedenklich? Ich denke nicht, wenn Du ehrlich bist.


    Gruß
    Skye

  • Hallo Hoffnungslos,

    wenn ich etwas geschenkt bekommen hätte und meine Frau hätte es mir fortgenommen oder umgedreht, wäre Stunk vorprogrammiert. Voraussetzung ist, dass beide es wollen. Wenn er es mit seinem Einverständnis zulässt, weg damit, falls nicht, hast Du schlechte Karten.

    Es lässt sich nicht verhindern, dass Fremde gut gemeinte Geschenke überreichen. Ebenso möchte ich diese nicht vor den Kopf stoßen, schließlich haben sie es gut gemeint und keine Ahnung. Meist ist auch keine Zeit für Erklärungen. Also freue ich mich, nehme ich es an und entsorge.

    Darüber einfach mit jemandem zu sprechen und sie einzubeziehen, ist für meine Frau ein großer Vertrauensbruch. Für mich nicht, sie ist ein Teil meines Lebens, aber ich habe zu respektieren, dass ich sie irgendwie außen vor lasse. Wenn jemand es gut meint, kann ich ihm was sagen, von mir, dann macht er sich vielleicht Gedanken, über mich und greift das nächste Mal ins Obstregal statt ins Flaschenregal. Meine Frau darf ich da nicht direkt mit einbeziehen, das ist ihre Sache, auch wenn sie ein Teil meines Lebens ist, es gäbe Stunk.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • hallo hoffnungslos

    die ironie an der sache ist ja, das kaum jemand alkohol als droge sieht.
    ich habe gestern einen bericht im fernsehen gesehen, da wurde gesagt würde man den alk erst heute entdecken hätte er absolut keine chance legal in den verkauf zu kommen!!! leider "erfand" man ihn schon in der jungsteinzeit. unsere ganze gesellschaft ist irgendwie alkoholkrank, wir kämpfen gegen windmühlen.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Hoffnungslos,

    denk einfach daran, dass andere nicht Dein Verständnis haben. Ich habe oft Wein verschenkt, weil die Leute, z. B. mein lieber Bruder es mochten und ich es klasse fand, ins Schwarze zu treffen, ich hatte keine Ahnung.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Hoffnungslos,

    natürlich ist Alkohol eine Droge, nur fehlt das Bewusstsein dafür. Ebenso sind Zigaretten bzw. Nikotin eine Droge, hier fehlt ebenfalls das Bewusstsein. Es wird davon geredet, daß es ungesund sei, genauso wie übermäßiger Alkoholgenuß. Von Drogen ist weit und breit keine Rede, wird es auch nicht werden, weil es u. a. nicht im Interesse derer ist die gut daran verdienen. Natürlich ist das nicht in Ordnung, doch auch wenn es ungerecht ist, Du wirst es nicht ändern. Du hast die Möglichkeit die Aufmerksamkeit in Deinem Umfeld zu schärfen, aber auch da wirst vielfach auf taube Ohren stoßen. Jemand der kein Problem mit Alkohol hat bzw. es nicht sehen will oder keinen Angehörigen hat, der betroffen ist, interessiert das wenig. Missionarischer Eifer bringt da nur Ablehnung, statt Erfolg. Du verschwendest Deine Kraft beim Kampf gegen Windmühlen. Kraft die Du im Moment besser für Dich gebrauchen kannst.

    Ich verschenke keinen Alkohol aus eigener Überzeug. Wer mich kennt bringt mir auch keinen mit oder bietet ihn mir an. In den seltenen Fällen in denen ich mal was trinke, frage ich gezielt danach. Ich bin diesbezüglich mit mir im Reinen, deshalb kann ich gut damit leben, dass es Menschen gibt die es anders sehen und nicht verstehen. Ich kann vielleicht versuchen, sie durch vorleben zu überzeugen, aber ändern kann ich sie nicht.

    Du machst einen sehr verbitterten Eindruck auf mich. Wie jemand der sich den Umständen hilflos ausgeliefert sieht. Du bist nicht hilflos, Du kannst etwas tun. Nun, vielleicht ist es nicht das was Du Dir ganz genau vorstellst, aber das kann daran liegen, dass es nicht möglich ist, weil es nicht in Deiner Macht liegt. Eine Änderung kannst Du nur bei Dir bewirken und damit auch Zufriedenheit.

    Zitat

    Vor allem nicht, wenn man WEIß, dass der Beschenkte ein Problem damit hat UND seine Frau noch größere Probleme hat, wenn ihr Mann trinkt.

    Mit Verlaub, dass ist nicht das Problem des Freundes Deines Mannes. Dein Mann hat ein Problem mit Alkohol und Du mit Deinem trinkenden Mann, warum soll er sich Gedanken machen, wenn ihn beides nicht betrifft. Ihm scheint Alkohol etwas zu geben, warum soll er sich ändern nur weil ihr Probleme habt? Es ist doch nicht sein Problem, sondern Deines. Entweder Du lebst damit, daß er Alkohol als geeignetes Geschenk (mit Selbstzweck) ansieht oder Du lädst ihn nicht mehr ein. Sofern Dein Mann das zulässt, womit wir wieder da wären, dass Du Deinen Mann nicht erziehen kannst.

    Zitat

    Meinem Mann war der letzte Kater total unangenehm. Erstens weil er körperlich durch das harte Gesöff enorm gelitten hat, zweitens, weil sein freier Tag dadurch Flöten ging und drittens, weil er es eigentlich nicht wollte.

    Ich denke niemand hat Deinem Mann die Flasche an den Hals gesetzt und ihm die Nase zugehalten, so dass er nicht anders konnte als schlucken. Dein Mann hat die Entscheidung zu trinken selbst getroffen. Ich gehe davon aus, dass er alt genug ist, um zu wissen, was ihn am nächsten Tag erwartet, wenn er sich betrinkt. Er wird sicherlich wissen wie sein Körper auf die unterschiedlichen Darreichungsformen des Alkohols reagiert. Er scheint es in Kauf genommen zu haben. Dein Mann ist erwachsen und kein hilfloses Kind!

    Zitat

    Sky , es klingt wahrscheinlich unglaubwürdig, aber ich würde mir so etwas verbieten lassen.

    Ich nicht, denn ich bestimme immer noch selbst über mich. Nur weil andere etwas als für mich gut ansehen, muß ich mich dieser Meinung nicht anschließen. Ich muß mit den Konsequenzen meines Handels leben, nicht der andere.

    Ich gebe Dir einen gut gemeinten Rat, aus eigener jahrlanger und teilweiser leidvoller Erfahrung. Höre auf verstehen zu wollen, warum ein Alkoholiker trinkt, warum er trinken muß. Du kannst es nicht, wirst es nie wirklich können. Ein nichtsüchtiger Verstand wird das nie begreifen. Man kann dieses Thema weder mit Logik noch mit gesundem Menschenverstand angehen und hoffen eine Lösung oder gar Erklärung zu finden. Um diesen Zwang trinken zu müssen wirklich verstehen zu können muß man selbst abhängig sein.

    Lerne an Dich zu denken und Dich um Dich und Dein Wohl zu kümmern, dann wird es Dir besser gehen.

    Gruß
    Skye

  • hallo hoffnungslos,

    verbieten kannst du nix, und wenn dein mann sein problem nicht sieht, bringt datt nix.

    was wir als cos aber sehr wohl können: in unserem umfeld aufmerksam sein. bei uns war es zum beispiel in der kirchengemeinde lange jahre brauch, den älteren herrschaften einen piccolo zu weihnachten zu überreichen. ich fand das unmöglich, weil man ja eben nie weiss, ob der andere nicht alkoholiker ist. da habe ich dann durchgesetzt, dass es einen weihnachtsstern gibt.

    das gleiche in meiner firma. präsente waren immer alkohol, seit ich das entscheiden darf, gibt es zu weihnachten lebkuchen oder tee. ist mir schnurz, wie das ankommt :!:.

    das sind kleine dinge wo man anfangen kann, sensibilität zu schaffen. immerhin.

    gruß

    lavendel

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