Hallo @ all!
Verschiedene Situationen haben mir in den letzten Wochen mein Suchtgedächtnis in Erinnerung gerufen, ich will hier mal zwei schildern:
-Ich hatte einen erfolgreichen (also normalen) Arbeitstag und öffne bestens gelaunt den Kühlschrank um mir etwas zu essen herauszuholen. Kaum ist die Tür offen, merke ich, wie ich innerlich zusammenzucke, ja erschrecke. Mein erster Gedanke: LEER! Der Kühlschrank war nicht leer, es waren “nur” keine Bierflaschen drin, wie schon seit über einem Jahr. Für kurze Zeit war dieser “leere” Anblick ein Schock für mich.
Warum hier und jetzt hab ich mich gefragt. Nun, es war genau die Situation, in der ich in der nassen Zeit schon VOR dem Abendessen die erste Flasche aufgemacht hätte. Gefühl und Zeitpunkt passten. Das hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Wohnung trocken ist! ![]()
-Ich hatte geplant, ein paar Tage nach Berlin zu fahren, da mein letzter Aufenthalt dort in den 70er Jahren war. Eine Informations- und Kulturreise mit dem Bus, um von Anfang an nicht allein zu sein. Mal was anderes sehen, halt. Zufällig machte ich ein paar Tage später bei einer Radtour Rast in der Nähe der Autobahn. Die Unruhe rief mir meinen Reiseplan ins Gedächtnis. Ich begann, mir um diese laute Autobahn herum eine große Stadt vorzustellen: Berlin. Meine letzten Berlintouren kamen ins Gedächtnis zurück. Sportturniere übers Wochenende, die abends immer in Nachtleben und Sauferei endeten. Das unstete Leben in Berlin, der Gedanke an die Mitreisenden- wie viele fahren nur deshalb mit, usw.
Ich habe den Plan geändert und werde mit dem Fahrrad durchs Münsterland fahren. Natur statt Risiko.
Das waren nur zwei von etlichen Begebenheiten, wo ich vor einer scheinbar leichten Entscheidung stand. Für mich steht fest, wenn ich mich nicht wohl fühle bei einem Gedanken, lass ich´s. Und: Ich muss mich ständig beobachten- von oben.
Habt ihr ähnliche Erlebnisse? Wie habt ihr reagiert?
Das Suchtgedächtnis als Vorwarnsystem?
LG kommal