Ambulante Engiftung- eine Perspektive?

  • Hallo Löwe,

    Ich will und kann aus privaten und beruflichen Gründen jetzt nicht drei Wochen ins Krankenhaus

    von einer ambulanten Entgiftung hab ich noch nie gehört. - Aber wieso drei Wochen? Normalerweise dauert es zehn Tage.

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo & willkommen Löwe,

    Wende zum Positivem ist immer gut :wink:

    Bin hier auch noch recht neu, sprich meine Entgiftung ist noch nicht allzulang her. Und auch ich "konnte" zuhause entgiften.

    Hatte aber nix mit einem Wunsch von mir zu tun. Ich war beim Doc und er meinte, daß es nicht notwendig ist für mich in eine Klinik zu gehen. Hätte er anders entschieden, wäre das für mich auch in Ordnung gewesen.

    Tot umfallen war nämlich so ziemlich das Letzte, was ich wollte.

    Ich hatte die Nummer vom Arzt mit der ausdrücklichen Bitte, mich dort immer zu melden -egal wann. Und ich war an einem Samstag beim Arzt, bis dato auch schon ein paar Tage nüchtern (ich wußt noch nix vom kalten Entzug - die Leute hier im Forum waren so nett und haben mich aufgeklärt.. :oops: ), und habe den Rest des WE Tag und Nacht mit meinem Freund und unserem Telefon verbracht.

    Auch in der Arbeit wußten die richtigen Leute bescheid (Betriebsarzt, Kollegen). Ich bin froh, daß ich diese Zeit der Angst rum habe und mich jetzt auf´s Wesentliche konzentrieren kann - das Erlernen des Trocken bleibens.

    Bin nun in der 5. Woche und mir macht mein Leben bereits jetzt schon sehr viel mehr Spaß als noch vor einiger Zeit.

    Kann ich also nur wärmstens empfehlen :D

    Ich würde Dir allerdings auch dringendst empfehlen, den Arzt aufzusuchen, der wird Dir dann schon sagen, was am besten für DICH ist.
    Und - zwei Sachen, die ich auch schon gelernt habe - eine Entgiftung dauert keine drei Wochen im KH, und - hättest Du einen Unfall (was ich Dir natürlich nicht wünsche!!), dann müßte es auch ohne Dich gehen.

    Überleg mal... Du hast nur dieses eine Leben...

    Viel Glück und gut gelaunte Grüße sende ich Dir!!

  • Servus Löwe,

    das (was ich hier lese) klingt eher nach dem Gepiepse einer verängstigten Maus als nach dem Gebrüll eines Löwen.

    Also, Du kannst gerne ambulant entziehen. Du kannst alles machen, was Du willst. Die Frage ist nur, wie sinnvoll das ist.

    Ich habe in den letzten Jahren einfach die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist wenn der behandelnde Arzt das weitere Vorgehen festlegt. Er (oder sie) hat die Kompetenz, die uns Suchtkranken momentan "abgeht".

    Ach ja, Löwe, noch was: Deine Ausrede habe ich (in dieser oder ähnlicher Form) schon so oft gehört, dass ich nicht näher darauf eingehen werde. Nur so viel: Eine stationäre Entgiftung dauert in der Regel 7 - 14 Tage, wobei der Durchschnittswert bei ca. 9 Tagen liegt. Wer sich das (wenn es vom Arzt für nötig befunden wurde!) nicht "leisten" will, der will in meinen Augen auch nicht trocken werden sondern sucht aktiv nach Möglichkeiten, seine Diagnose "ALKOHOLABHÄNGIG" nicht anzunehmen.

    Mach was draus, es ist Dein Leben!

    LG
    Spedi

  • .......Gut gebrüllt Löwe, aber hilft es Dir auch weiter ? :roll:

    Zitat

    ....und ohne Leute, die mir auf die Nerven gehen mit ihren Besserwissereien.

    Diese von dir genannten "Besserwissereien" lassen mich schon 1 Jahr und 4 Monate, trocken und zufrieden leben !

    Aroganz und Überheblichkeit habe ich damals an der Tür zur Trockenheit abgegeben, seitdem geht`s mir gut !

    Alles Gute auf deinem Weg.

    L.Gr. Rose

  • Servus Löwe,

    sollte sich das

    Zitat

    und ohne Leute, die mir auf die Nerven gehen mit ihren Besserwissereien.


    auf die Forenmitglieder hier beziehen, frage ich mich, was Du hier willst?

    Etwa Zuspruch zu Deiner fragwürdigen Äußerung:

    Zitat

    Es ist keine Ausrede oder Flucht, dass ich jetzt nicht kann- ich muss es bis zum 13.8. geschafft haben- da steht ein wichtiger beruflicher Termin an u. anschließend heiratet meine Tochter.

    ???

    Egal, scheinbar hast Du da was in den falschen Hals bekommen. Ich bin es zwischenzeitlich von nassen Alkoholikern gewöhnt, dass viele selbst "besser wissen", wie sie trocken werden. Wäre nur schön, wenn diese Trockenheit mal länger anhielte als zwei, drei Monate oder ein halbes oder ein Jahr.

    Löwe, Ich wünsche Dir den Grad an zufriedener Trockenheit, den Du Dir selber zugestehst.

    LG
    Spedi

  • Hallo Löwe,

    Zitat

    Heute habe ich den Sekt, der schon auf dem Band lag, ins Regal zurückgestellt. Jetzt werde ich nicht einschlafen können, aber ich habe ja Urlaub.

    Es geht doch nichts über ein trockenes zuhause! Warum hast Du noch Alk in Haus bei deiner Entschlossenheit?

    Warum hast Du keine Zeit für die Entgiftung- weil Du Urlaub machst?
    Urlaub vom Saufen???

    kommal

    unterwegs...

  • Hallo Löwe,

    Zitat

    aber gerade jetzt bin ich so motiviert, meinem fast 50jährigem Leben eine Wende zu geben.

    dann mach es aber gleich richtig, du hast doch deinen Chef eingeweiht und der unterstützt dich.

    Die ca. 10 Tage wird es auch mal ohne dich gehen, hättest du irgendetwas anderes müsste es ja auch gehen.

    Aber vllt. bin ich ja auch nur ein Besserwisser.

    LG Maddin

  • Eine "qualifizierte Entgiftung" beinhaltet nicht nur die Entgiftung des Körpers vom Alkohol sondern schließt eine psychologische Betreuung insbesondere zur Motivation einer weittergehenden Therapie an und dauert deshalb bis zu 21 Tage.

    Wenn Du den Rat bekommen hast (von wem?) eine qualifizierte Entgiftung zu machen, scheint der "Ratgeber" eine Therapie im Anschluß für unumgänglich zu halten. :?:

    Ausrede: Du magst es so sehen, das es keine Ausrede ist. :?
    Ich sage Dir: Deine Gesundheit hat Vorrang. Ohne Deine Gesundheit wirst Du sehr bald nichts mehr machen, weil es Dein Körper und Dein Geist nicht mehr zulassen. Und somit hat die Entgiftung / Therapie / der Beginn Deiner Trockenheit absolute Priorität, alles Andere wird sich dahinter einordnen müssen bzw wird zu Gunsten Deiner Trockenheit Aufschub dulden müssen.

    Diese Kompromisslosigkeit fehlt Dir noch. Aber da wirst Du auch noch drauf kommen, oder auch nicht.

    Sieh' es mir bitte nach, ich bin da inzwischen ziemlich "schmerzfrei". Ich weiß, dass wir hier niemand "mit Gewalt trocken legen können". Wir wissen hier aber aus eigener Erfahrung auch, welche Ausreden und welches "Rumgeeiere" ein Alkoholiker veranstalten kann, der am Anfang seiner Trockenheit steht. Du bist da mit Deiner Begründung, warum das "bei Dir so ganz anders ist" nicht alleine... :roll:

    LG
    Spedi

  • Hallo Löwe,

    das hört sich ja richtig gut an. Auch ich brauchte keine stationäre Entgiftung, hatte keinerlei Entzugserscheinungen usw.

    Trotzdem war es für dich und mich richtig und wichtig, trotzdem zum Arzt zu gehen - erstens um unseren Zustand nochmal von jemanden begutachten zu lassen, der es von Berufs wegen wissen muss und zweitens, um für uns selbst nach aussen zu gehen. Du hast jetzt einen wichtigen Schritt nach aussen gemacht! Für deine Psyche war das sehr wichtig - es zeigt dir jetzt selber, dass du dein Problem, deine Krankheit, ernst nimmst und bereit bist, etwas dagegen zu tun!

    Jetzt heißt es, am Ball zu bleiben. Du bist bei einer Suchtambulanz in Betreuung, eine Kur steht zur Debatte - die nächsten Schritte werden jetzt folgen.

    Weiter so!

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Löwe,

    das mit dem "Du doch nicht!" von den Bekannten und Freunden kann ich gut nachvollziehen. Bei mir war es so, das zwar schon alle gewusst haben, das ich sehr gerne mal einen hebe und auch ziemlich viel vertrage, aber es hat wohl niemand wirklich für ein Problem gehalten - weil ich die längste Zeit ja auch noch "gut funktioniert" habe (bis es halt irgendwann psychisch für mich nicht mehr ging so weiterzumachen).

    Ich lebe jetzt seit 19. März abstinent. Seit diesem Zeitpunkt hat sich in meinem Leben, v.a. in meinem Denken und meiner Einstellung dem Alkohol gegenüber, sehr viel verändert.

    Ich von Anfang meiner Abstinenz an bei einer Suchtberatungsstelle in Betreung, zu der ich noch während meiner letzten nassen Tage Kontakt herstellte. Anfangs war ich täglich in eine Gesprächsgruppe eingebunden, die aber für jeden Teilnehmer auf 4 Wochen begrenzt war. Während dieser Zeit lernte ich sehr viel - einerseits im täglichen Austausch mit anderen Betroffenen und den Psychologen der Beratungsstelle - andererseits im Internet und vor allem natürlich hier im Forum. Da ich als eine indirekte Folge meines Alkoholismus auch arbeitslos wurde, hatte ich viel Zeit - ich konnte und musste mich mit mir selber befassen. Mit meinen Gedanken, meinen Ängsten, Hoffnungen, auch mit Überzeugungs- und Glaubensfragen.

    Am Anfang war das ein ziemliches Wirrwarr, doch mittlerweile habe ich einige Zusammenhänge der Suchterkrankung Alkoholismus im Allgemeinen und auf meine Person spezifiziert, verstanden. Und ich arbeite täglich weiter an mir.

    Im Laufe der Gespräche, die ich mit meiner Psychologin von der Suchtberatungsstätte hatte, wurde mir eine ambulante Therapie nahegelegt: 2 wöchentliche Termine - 1 Gruppengespräch (90 Minuten) + 1 Einzelgespräch mit der Psychologin. Anfangs war ich skeptisch, dann überzeugt, dass das gut für mich ist. Jetzt bin ich wieder skeptisch aber auch neugierig. Am Freitag dieser Woche gehts los.

    Meine Ziele sind jetzt - ganz grob: Weiter an meiner Trockenheit arbeiten. Dazu gehört für mich auch vordergründig, wieder die Selbstsicherheit zu gewinnen, früher oder später Vollzeit arbeiten zu gehen. Und das bedingt widerum, das ich eine gewisse positive Grundhaltung zu mir, meinem Leben und meiner Zukunft habe. Dabei soll mir jetzt die Therapie auch weiterhelfen.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

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