• Kleiner Nachtrag für Lydia:

    Hab mal nach NLP gegooglet und muß schon sagen, dass sich das durchaus spannend anhört!

    Diese Grundannahme für menschliches Handeln fand ich besonders markant:

    "Ein Mensch funktioniert immer perfekt und trifft stets die beste Wahl auf der Grundlage der für ihn verfügbaren Informationen."

    Insbesondere, weil ich diesen Satz in abgewandelter Form aus dem Bereich der Hundeerziehung kenne :D .

    Nein, nein, ich will damit natürlich nicht sagen, das wir alle nur arme Hunde sind, ABER: Was bei Hunden funktioniert -nämlich die Korrektur von Verhalten durch das Erlernen von Verhaltensalternativen- das sollte beim Menschen doch auch möglich sein!

    Der wesentliche Unterschied besteht ja nur in der bewussten Wahrnehmung der Veränderung.

    In jedem Falle eine interessante Sache!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Ha, das war die Lydia schneller!

    Moin auch an Dich!

    Ja Selbstvertrauen ist so eine meiner Baustellen ... vielleicht auch eher Selbstwert ...

    Ma gucken!

    LG J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • *lach* naja, die grundsätzlichen Lernmuster sind vielleicht bei uns Menschen nicht viel anders als bei Tieren (Hunden). Die Erkenntisse aus den Tierversuchen (die Tiere haben es aber überlebt..) zum Thema "erlernte Hilflosigkeit" haben die Psychotherapie auch um einiges weiter gebracht.
    Wenn dich das interessiert, google mal unter seligman und erlernte hilflosigkeit.

    selbstvertrauen und selbstwert, ich denke die Baustellen haben wir hier alle mehr oder weniger oder?
    alles liebe
    lydia

  • Hallo Lydia,

    Zitat von phoenix75

    selbstvertrauen und selbstwert, ich denke die Baustellen haben wir hier alle mehr oder weniger oder?


    Da sprichst Du wohl etwas Wahres an. Leider kultiviert man die These, mit diesem Problem ganz allein auf der Welt zu sein: Hat man doch den Eindruck, dass (fast) alle anderen Menschen - so bescheuert manche von Ihnen auch wirken mögen - nicht unter Selbstzweifeln zu leiden haben und ihr Leben scheinbar in seeliger Zufriedenheit verbringen :roll: ! Mir geht es jedenfalls sehr häufig so. Nun ja, aber es hat ja auch keiner behauptet, dass die Abstinenz allein die Lösung aller Probleme darstellt.

    Werde mal Deine Tipps angooglen, nu muss ich aber erstmal raus: Die Sonne brüllt ihre herbstlichen Reserven vom Himmel und da mag ich auch gerne noch etwas von abbekommen :wink:

    Soweit.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • ja, google mal ein bißchen. Und sei dir versichert: viele viele Menschen haben Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl, nur man bindet sich das ja nicht gegenseitig sofort auf die nase. Die Auswahl an Überspielungsmechanismen ist ja schließlich groß.

    "Die Sonne brüllt ihre herbstlichen Reserven vom Himmel "

    du formulierst schön :)
    viel spaß!
    lydia

  • Hallo zusammen,

    zurück aus der Sonne und wieder hinein ins trocknende Leben.

    Am Donnerstag Abend hatt ich dann das "Vergnügen", eine der Konsequenzen meiner Alkoholkrankheit zu verspüren.

    Dazu eine kleine Vorgeschichte: Meine Partnerin arbeitet mit einigen Kollegen in einem kleinen Büro im Schichtdienst - Man arbeitet dort also mal mit dem einen, mal mit dem anderen Kollegen zusammen. Eine Kollegin ist nun in den letzten Monaten auffällig geworden: gelegentliche Fahne, mangelnde Arbeitsleistung etc. Lange Rede, kurzer Sinn: Auflage des Arbeitgebers, sich therapeutisch behandeln zu lassen.

    Nun hat es sich ereignet, dass genau diese Kollegin an meiner Gruppe teilgenommen hat. Und obwohl wir uns persönlich noch nicht begegnet sind, haben wir uns während der Vorstellungsrunde am Namen erkannt.

    Nach einigen kurzen Themen kamen wir dann auf die intensivere Vorstellung der "Neuen". Und bereits der erste Satz ihrer Vorstellung hat einen tiefen Blick auf ihr Problembewusstsein werfen lassen: "Ich bin hier, um festzustellen, ob ich ein Alkoholproblem haben könnte.". Im weiteren Verlauf schilderte sie dann, dass sie definitiv nur ein eiziges Mal auffällig am Arbeitsplatz gewesen sein könnte und beschrieb die tiefsitzende Enttäuschung, die sie empfindet, weil ihre Kollegen sie nicht direkt angesprochen haben, sondern die Auffälligkeiten der Abteilungsleitung gemeldet hätten. Ferner beschrieb sie ihre seit der Zeit erfolgreich gelebte Abstinenz, also wie wenig ihr das Fehlen von Alkohol etwas ausmache ...

    Vieles von dem, was sie dort von sich gegeben hat, ist unwahr: Sie wurde von ihren Kollegen gefragt, ob sie ein Problem hätte, und auch nicht "angeschwärzt" (Das hat die Abteilungsleitung selbst gerochen). Auch lebt sie zur Zeit nicht abstinent .... Nach Allem, was ich mittlerweile gelernt habe, sind das keine bös gemeinten Lügen, sondern einfach typische Selbstbetrügereien nach dem Motto: "Ich will die Wahrheit nicht sehen und rede mir die Welt schön". Eine Art strategische Informationsmanipulation, die eine Alkoholkrankheit verdecken sollen.

    Während der Gruppe habe ich dazu geschwiegen und wollte eigentlich im Anschluss ein kleines Pläuschchen mit ihr halten, aber sie verschwand geschickt durch den Hinterausgang.

    Nun empfinde ich das ganze als eine sehr unangenehme Situation: Zwar bin ich bemüht, mit meiner Krankheit recht offen umzugehen, aber am Arbeitsplatz meiner Partnerin hat diese Information eigentlich nichts zu suchen. Vor Allem nicht in den Händen einer uneinsichtigen, nassen Alkoholikerin. Ich habe einfach Angst, dass sie im Laufe der Zeit bei weiteren Auffälligkeiten mit dem Finger auf meine Partnerin zeigt und Dinge von sich gibt wie: "ICH habe mich noch im Griff und werde zur Therapie gezwungen, aber DER DA, der Freund von der Frau xxx, der ist ein ECHTER Säufer!".

    Vielleicht mache ich mir da unberechtigte Sorgen über noch ungelegte Eier, aber ein gewisses Unwohlsein verspüre ich jetzt schon! Letztlich erwische ich mich bei dem Gedanken "Selbst Schuld!"

    Heute arbeitet meine Partnerin wieder mit jener Kollegin zusammen. Ich hoffe, dass sich da keine unangenehme Situation aufbaut .....

    hmmm, bin gespannt .....

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Joe,

    Zitat

    Ich habe einfach Angst, dass sie im Laufe der Zeit bei weiteren Auffälligkeiten mit dem Finger auf meine Partnerin zeigt und Dinge von sich gibt wie: "ICH habe mich noch im Griff und werde zur Therapie gezwungen, aber DER DA, der Freund von der Frau xxx, der ist ein ECHTER Säufer!".

    was ist das denn für ein neues Versteckspiel? Dann sagst Du oder deine Freundin halt, dass Du Alkoholiker bist.- Wie Millionen andere auch, plus Dunkelziffer- eine davon scheinst Du ja zu kennen.

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo kommal,

    im Grunde genommen hast Du ja völlig recht.

    Nur mag ich auch zu bedenken geben, dass ein selbstbewusster und offensiver Umgang mit dem Thema Alkoholismus durchaus eine zweischneidige Angelegenheit werden kann: Immerhin sind wir keine krebskranken Kinder, die mit gesellschaftlichem Wohlwollen und tiefstem Mitgefühl bedacht werden, wir sind eben doch in einigen Augen nur willensschwache Säufer, die ihre Situation selbst zu verantworten haben.

    Nun mag ich solchen Personen im privaten Bereich die Freundschaft aufkündigen können, im beruflichen Umfeld wird es da aber schwerer. Und wie schon erwähnt, es ist eben nicht MEIN Umfeld, sondern das meiner Partnerin. ICH kann für MICH in MEINEM Umfeld einen offenen Umgang kultivieren können, ich möchte dies aber nicht meiner Partnerin aufzwingen und auch nicht, dass sie durch dritte dazu genötigt wird.

    Sicher hast Du recht: Es gibt Millionen Alkoholiker, aber der Großteil der Menschen ist es eben nicht. Und das wir Menschen nicht alle lieb zueinander sind und uns gegenseitig mit bedingungslosem Verständnis begegnen, ist sicher auch für Dich keine Neuigkeit. Andere zu diskreditieren ist manchem ein probates Mittel, um von eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten abzulenken. Schade, aber so ist es nun mal.

    Ich verstecke mich nicht, aber auf die Stirn tätowieren werde ich mir meine Krankheit eben auch nicht. Ich stelle mich auch gern Vorurteilen und negativen Reaktionen, aber ich erwarte diese Stärke nicht von meiner Partnerin!

    Naja, jedenfalls war die Gruppenbegegnung heute kein Thema am Arbeitsplatz meiner Partnerin ...
    vielleicht wäre dieser von mir beschriebene worst case auch von gar keiner besonderen Dramatik ...
    vielleicht sehe ich auch Elefanten umherstampfen, wo eigentlich nur Mücken summen ...

    hmmmmm ....

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JOe,

    ich verstehe deine Ängste. Ich denke, das ist auch normal.

    Als ich das erste mal in die SHG ging, sprach ich mit dem Gruppenleiter über meine erste Angst jemanden zu treffen, den ich kenne (bin selbständig). Er meinte nur, die Angst wäre normal und auch er hätte sie gehabt, aber die Frage wäre ob der Wunsch, etwas für sich zu tun GRÖSSER wäre als die Angst.

    Zu deinem Fall...sieh es mal andersrum. Vielleicht - denn wir können ja nicht in das HIrn eines anderen kucken - wurde diese Kollegin auch ganz anders davon berührt.
    Wir neigen dazu, oft das Negative anzunehmen.
    Aber vielleicht war es für SIE ganz wichtig, DICH da zu treffen. Zu sehen, daß du zu deiner Krankheit stehst, obwohl du eben dem allgemeinen KLischee von Alkoholiker NICHT entsprichst.
    Vielleicht war das einer der kleinen Schritte für Sie, sich die eigene Krankheit einzugestehen.

    Wie auch immer..mach dir nicht so viele Gedanken. Du kannst es nicht ändern. Und ich denke deine Partnerin mußt du auch nicht so beschützen.
    Selbst für den Fall, daß diese Dame meint stänkern zu müssen, glaube ich nicht, daß sie jemand ernst nimmt, wenn sie negativ über andere Alkoholiker spricht und selbst ne Fahne hat...

    Das sind nur mal meine Gedanken dazu.
    Und es hat auch nichts damit zu tun, sich zu verstecken. Meine Freunde und die Menschen, denen ich entsprechend differenziertes Denken zutraue, wissen auch alle von meine Alkoholkrankheit. Aber bei Menschen mit stark vereinfachten Assoziationen wie Alkoholiker= Brücke=3 Liter Korn muss und kann ich wohl nicht begreiflich machen, was Alkoholismus wirklich ist.

    alles liebe
    lydia

  • Hallo Lydia,

    in der Tat hat diese Situation auch ein wenig mit meinen Ängsten zu tun. Nicht zuletzt, weil die gute Dame zum einen auf mich keinen problembewussten Eindruck gemacht hat und zum anderen, weil sie sich so heimlich verdrückt hat. Das hinterlässt bei mir eben einfach eine Menge Fragezeichen. Und leider beobachte ich bei mir immer wieder die Tendenz, mir selbst die schlimmstmöglichen Szenarien auszumalen. Das ist sicher unnötig und kraftraubend, aber eben auch nicht so leicht abzustellen .... Naja.

    Ein weiterer Punkt bei der Sache ist natürlich auch die Frage, wie ich in Zukunft mit meiner Erkrankung umgehen werde. Wie schon geschrieben, habe ich kein Problem, meine Krankheit im vertrauten Umfeld offen zuzugeben. Aber sie jedem auf die Nase binden halte ich doch auch für unangebracht. Ich gehe nicht auf's Amt und sage: "Guten Tag. Mein Name ist xxx, ich bin Alkoholiker und möchte gerne einen neuen Führerschein beantragen!".

    Und auch den Arbeitsplatz meiner Partnerin halte ich für einen Ort, an dem diese Information nichts zu suchen hat.

    Letztendlich ist mir aber auch klar, dass es durchaus vorkommen kann (und wohl sicher auch eines Tages wird), dass mein Alkoholismus auch bei Leuten public wird, die ich eben nicht persönlich eingeweiht habe.

    Und da hat kommal sicher recht: Der einzige Weg ist da ein selbstbewusster Umgang mit seinen Fehlern / Makeln / Krankheiten.

    Muss ich leider nur noch lernen ...

    Soweit

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    Es ist kalt, es regnet und das Wetter wird sich in den nächsten 6 Monaten auch sicher nicht signifikant verbessern. Diese Tatsache trägt leider nicht zu meinem Wohlbefinden bei, ebenso wie folgende, kleine Entdeckung:

    In den letzten Wochen habe ich im Rahmen der Beobachtungen meiner neuen körperlichen Rauschmittelfreiheit feststellen müssen, dass meine Gesamtverfassung sich zwar deutlich verbessert hat, ich aber dennoch von Tag zu Tag unter erheblichen Symptomen von Müdigkeit und Ermattung zu leiden hatte. Insbesondere das morgendliche Erwachen und die frühen Stunden des beginnenden Tages waren zum Teil massiv durch derartige Zustände gestört.

    Nun galt es für mich die Ursache dieser unwillkommenen Effekte zu eruieren und siehe da, nach einer zweiwöchigen Experimentalphase habe ich den Schuldigen letztlich identifizieren können:

    Es ist SAFT! :shock:

    Kein Scherz! Die abendlich Zufuhr von Saft lässt mich am nächsten Tag ziemlich alt aussehen. Ich fühle mich dann tatsächlich so ähnlich, als hätte ich am Abend zuvor einige Flaschen Bier getrunken. Um dieses Zusammenhang auch bestätigen zu können, habe ich an den Abenden der letzten zwei Wochen gezielt Saft getrunken, oder eben diesen genau vermieden. Im Ergebnis muss ich sagen, dass ich nach 1,5 Liter eines coffeinhaltigen Erfrischungsgetränkes zwar unter leichten Problemen beim Einschlafen leide, am nächsten Tag jedoch drei mal so fit bin, als hätte ich 0,75 Liter Saft getrunken.

    Nun stelle ich mir natürlich die Frage: Warum ist das so? Ich denke tatsächlich, dass mein Körper auf den Alkoholgehalt von Säften reagiert! Nun bekomme ich von den geringen Mengen keinerlei Rauschgefühle und auch nicht das Bedürfniss, ein "echtes" alkoholhaltiges Getränk zu mir zu nehmen, dennoch bemerke ich am nächsten Tag diese typische körperliche Leistungsminderung, die ich vom Alkohol gewohnt war.

    Um ehrlich zu sein, bestürzt mich diese Entdeckung ein wenig: Habe ich in der Welt der zermalmten Früchte doch einen adäquaten und leckeren Flüssigkeitsersatz für die nun fehlenden drei bis vier Liter Bier gefunden. Offensichtlich scheint mir diese Welt aber nicht so gut zu tun, wie ich es mir erhofft hatte. Schade!

    Wie ist das bei Euch?
    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • [quote='JoeDoe75']Habe ich in der Welt der zermalmten Früchte doch einen adäquaten und leckeren Flüssigkeitsersatz für die nun fehlenden drei bis vier Liter Bier gefunden. [quote]

    *lach*, tja zermatschte Früchte sind auch nicht mehr das was sie mal waren.

    Nein, im Ernst. Glaubst du wirklich, es liegt an möglichem Alkohol im Saft? Glaube ich nicht.
    Also wenn du jeden Abend wirklich 0,75 Liter Fruchtsaft trinkst, ist das ziemlich viel Zucker. Evtl. treibt es also deinen Zuckerspiegel und damit deinen Insulinspiegel sehr in die Höhe und danach....wieder ab in den Keller damit. Das würde evtl. erklären, warum du morgens so fertig bist.
    Nur ne Idee.
    Hast du es mal mit leckeren Tees versucht? Gibt momentan so viele tolle sorten, gerade bei dem Wetter mit etwas Honig wirklich gut (ich habe sogar meinen Freund daran gewöhnen können, und der ist echt ein Tee-Muffel...steht voll auf Rooibus oder Kräutertee mit Honig, der alte Öko :D )

    wie geht es dir mit der anderen Angelegenheit? Etwas gelassener geworden?

    liebe grüsse
    lydia

  • Hallo Lydia,

    also erstmal habe ich den Saft als Schuldigen eindeutig identifiziert :wink: ! Nun ist die Frage, warum er mir solche Probleme bereitet :?:

    Die Idee mit dem Zucker ist mir so gar nicht gekommen ... wenn ich jetzt so bedenke, dass ich eigentlich nie Süßes esse, dann kann da natürlich auch etwas dran sein ... wobei das coffeinhaltige Erfrischungsgetränk (dessen Name uns Allen bekannt ist) allerdings auch primär aus Zucker besteht und nicht diesen Effekt bewirkt .... hmmmm ....

    Die Idee mit dem Alkohol kam mir zum einen, weil diese Schlappheit wirklich sehr stark an die morgendlichen Beschwerden erinnert, die ich durch abendliches Biertrinken erlangt habe, zum anderen, weil ich zumeist "schwere" Säfte wie Banane oder Aprikose getrunken habe, die meines Wissens nach auch tatsächlich diejenigen sind, die einen relativ hohen Alkoholgehalt haben (bis zu 0,5%). Daher meine Vermutung, dass sich mein Körper durch den Abbauprozess an die Trinkerzeit erinnert und mit solchen Beschwerden reagiert.

    Zu der "anderen Sache": Ja, gelassen bin ich da schon einigermaßen. Letztlich war es ja auch nur eine Momentaufnahme meiner Denkaktivität, die sich manchmal unnötig umhertreibt. So what! Die Kollegin meiner Partnerin hat sich jetzt in einem "unverfänglichen" Gespräch nach meinem Nachnamen erkundigt :wink: Desweiteren habe ich natürlich auch mit meiner Partnerin über das dargestellte Szenario gesprochen und wir sind doch übereingekommen, dass wir beide in der Lage wären, über solchen theoretisch möglichen Anfeindungen stehen zu können. Es wäre unschön, aber nicht der Untergang der Welt und vor Allem: Es ist ja auch noch gar nichts passiert! Bin jedenfalls gespannt, ob sie am nächsten Gruppentreffen wieder teilnimmt!

    Da bedrückt mich die Sache mit dem Saft im Augenblick doch etwas mehr!

    Tee? Muss mal gucken, meine Partnerin trinkt auch viel Tee, aber nicht meine Geschmacksrichtungen ... vielleicht habe ich noch irgendwo eine Packung Earl Grey ... geh mal suchen :D !

    Oh, noch eine Antwort: kommal :
    1. Früchte wie oben beschrieben :wink:
    2. Lagerung: Supermarkt -> Kühlschrank -> Magen
    3. MHD völlig in Ordnung (da bin ich auch sehr empfindlich!)

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • hi joe,

    ehm, ja, hatte irgendwie im Kopf, du hättest "coffeinhaltige Limonade"-Light getrunken.

    Daß Bananensaft etc. soviel Alkohol intus haben, wußte ich nich. ist mir aber eh zu süß bzw. gibt es davon glaube ich keinen 100% Saft.

    Earl Grey ist auch lecker...mit Milch, the english way...:) doch ehrlich!

    alles liebe, bis bald, mach mich los zu tag 2
    lydia

  • Hallo Lydia und Hallo an alle Anderen,

    habe tatsächlich noch ein wenig Tee im Hause gefunden. Tja, und "der Morgen danach" war auch absolut beschwerdefrei :D . Ich sollte meinen Durst also in Zukunft ein wenig häufiger mit Tee löschen ... ist ja am Ende auch gesünder, als die süße, schwarze Coffeinbrause :wink:

    Schade, dass sonst keine weiteren Erfahrungen/Meinungen zum Thema Beschwerden durch Saftkonsum aufgelaufen sind, hätte mich echt interessiert, ob jemand ähnliche Beobachtungen gemacht hat. Ob die Effekte, die mich plagten, jetzt tatsächlich alkoholbedingt entstanden sind, oder andere Gründe dazu geführt haben - das bleibt wohl zunächst im Dunklen! Naja ...

    Jedenfalls habe ich mir jetzt als Regel auferlegt, dass ich, wenn es mir nach Saft gelüsten sollte, diesen nur bis 18:00Uhr zu mir nehmen werde. Mal gucken ...

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Joe,

    zum Saftkonsum kann ich deine Erfahrungen für mich nicht bestätigen. Ich trinke den ganzen Tag über verteilt (also auch noch am Abend) viel Saft - allerdings auch stark verdünnt. Auf einen Viertel-Liter 100%-igen Fruchtsaft kommt bei mir 3/4-Liter Leitungswasser.

    Beschwerden habe ich dadurch eigentlich noch nicht gehabt. Müde bin ich in der Früh immer und ohne Kaffee geht da sowieso nichts. Nach diesem fühle ich mich dann aber auch schon recht schnell fit.

    Aber wenn bei dir das Absetzen des Saftes zur Wirkung hat, das du dich am nächsten Morgen besser fühlst, dann ist doch alles in Ordnung. :) Der Körper reagiert nun mal bei jedem Menschen anders. Dies gilt nicht nur in Zusammenhang mit Alkohol. In Säften ist ja viel Zucker drin und wenn du viel Saft trinkst, kann das schon zu einer Überzuckerung und daher zu Müdigkeit führen. Jeder Marathonläufer, der mal versucht hat, zwischendurch Traubenzucker o.ä. zu essen, kann darüber ein Lied singen. Das gibt für ein paar Minuten Kraft - und dann folgt der große Einbruch.

    Vielleicht ist der Effekt bei dir ähnlich. Aber wie dem auch sei: Wenns dir so besser geht, ist doch alles prima.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Blizzard,

    Zitat von Blizzard

    Aber wenn bei dir das Absetzen des Saftes zur Wirkung hat, das du dich am nächsten Morgen besser fühlst, dann ist doch alles in Ordnung. :)


    Da hast Du natürlich vollkommen recht. Ich bin allerdings auch ein ganz schlimmer Mensch, der immer Alles wissen will! :wink: Neben der Erfahrung und der daraus abgeleiteten Konsequenz fehlt mir nun noch das kausale Moment, also der wahre Grund, warum mich Saft so ermatten lässt! Vielleicht liegt es auch wirklich am Zucker/Insulin und nicht an den doch geringen Alkoholmengen. Hmmm, werde weiter forschen.

    Anderes Thema:

    Leider konnte ich am Sonntag nicht am Themenchat teilnehmen :cry: . Das Thema hätte mich allerdings schon sehr interessiert: Bin ich doch zur Zeit auch noch etwas reserviert, wenn es um den absolut offenen Umgang mit meiner Alkoholkrankheit angeht. Mir ist dabei schon bewusst, welchen Vorteil ein solches Verhalten in Bezug auf eine erfolgreiche Abstinenz haben kann, dennoch mache ich mir dabei so meine Gedanken, ob ich diese "Sicherheitsoffenbarung" für meine Zukunft brauche?

    Dabei muß ich leider auch feststellen, dass ich wieder beginne, den Grad meiner Alkoholkrankheit ausmachen zu wollen: Als ich in den ersten Tagen meiner Abstinenz in der Klinik war, habe ich versucht, mich mit den anderen Patienten zu vergleichen, habe versucht, die Schwere und Bedrohlichkeit meiner Erkrankung zu erfassen. Da ich in diesem Zusammenhang noch einer der "fittesten" war, habe ich das beendet, um meinen Konsum und die daraus entstehenden Probleme nicht bagatellisieren zu können (Ja, die Versuchung war groß!). Ich habe mir also gesagt, dass mein Alkoholproblem genau so groß ist, dass es eben ein PROBLEM ist - unabhängig davon, wie weit einen die Pfade der Suchtkarriere noch führen können.

    Nun stelle ich mir Frage allerdings im Zusammenhang mit der Frage der künftig benötigten Risikominimierung erneut: Wieviel Offenheit ist nötig, um mich nicht in Versuchung zu bringen, bzw. wie massiv ist der Drang, mich wieder mit Alkohol zu vernebeln? Da stellen sich dann solche Fragen: Soll ich meiner Partnerin verbieten (oder sie zumindest um Unterlassung bitten), Mundwasser zu verwenden, weil ich nicht weiss, ob ich in einem schwachen Moment darüber herfallen könnte :roll::?:. Ich selbst käme nie auf die Idee, aber gelesen hat man ja schon davon. Oder eine zufällig gefundene Bierflasche? Wäre ich versucht, diese zu öffnen, um wenigstens einen Schluck daraus zu nehmen?

    Also wie stabil bin ich? Wie stabil sind andere? Welcher Grad an Erkrankung liegt vor und welche Sicherheitsmaßnahmen sind erforderlich?

    Ich finde, dass dieser erneute Ansatz des Vergleichens ein Rückschritt darstellt. Ist aber irgendwie unumgänglich ... oder?

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Joe,

    Zitat

    wenigstens einen Schluck daraus

    ...WENIGSTENS??? Nur EINEN??? Ist ja nur mal so??? Wie weit gehen deine Gedanken?

    Zitat

    meiner Partnerin verbieten (oder sie zumindest um Unterlassung bitten), Mundwasser zu verwenden

    Was oder wieviel weiß deine Partnerin über deine Krankheit? Wie belastbar fühlst Du dich? Ich meine, verbieten wär ein schlechter Weg, Aufklärung und Offenheit der bessere, gerade. Redet ihr darüber?

    Zitat

    Welcher Grad an Erkrankung liegt vor

    da gibt´s nur zwei: Schwarz oder weiß, ja oder nein, krank oder nicht.

    Zitat

    Also wie stabil bin ich? Wie stabil sind andere?

    Nur die erste Frage ist für DICH wichtig!

    LG kommal

    unterwegs...

  • Hallo kommal,

    Zitat

    ...WENIGSTENS??? Nur EINEN??? Ist ja nur mal so??? Wie weit gehen deine Gedanken?


    Hmmm, war wohl ein wenig blumig formuliert :wink: , nein, im Ernst: Ich glaube mich schon so weit einschätzen zu können, dass ich nie EINEN Schluck trinken würde, genauso wenig, wie ich nur EINE Flasche trinken würde. Da hast Du natürlich recht: Entweder man trinkt, oder man trinkt eben nicht!

    Mir stellt sich halt die Frage, welche Risikofaktoren für mich von Relevanz sind, was sich also als Gefahr für meine Abstinenz entwickeln kann. Und das angesprochene Mundwasser zähle ich definitiv nicht dazu: 300 Meter von mir entfernt ist eine 24h-Tanke, gut einen halben Kilometer weiter die nächste - Also kein Grund, über das Mundwasser herzufallen.

    (Mit meiner Partnerin gehe ich bezüglich des Alkohol auch sehr offen um - Wir sind schon seit Jahren ein Paar und leben auch zusammen, das geht nur mit Vertrauen und Ehrlichkeit!).

    Und Du hast natürlich recht: Die eigene Stabilität sollte mir von Wichtigkeit sein, nicht die der Anderen. Selbst der intensivste Erfahrungsaustausch wird mich nicht schützen, wenn ich es unterlasse, in mich hinein zu horchen, um Gefahren zu identifizieren und sie zu meiden!

    Und das ist wohl auch schon wieder so eine Sache, die Geduld erfordert :wink: .

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

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