Hallo!
Bevor ich auf eure Antworten eingehe, muss ich erst mal etwas Dampf ablassen. Ich schreibe ja nun recht gern und die eine oder andere Kurzgeschichte veröffentliche ich dann auch im Internet. Wie bei den meisten Menschen, die schreiben, geht es da halt um Dinge, die mich beschäftigen, wie z.B. die Alkoholabhängigkeit meines Vaters. Tja, und zu einer meiner Kurzgeschichten habe ich dann einen ganz "netten" Kommentar bekommen:
"Was mir auffällt ist, dass dein Debüt hier doch reichlich männerfeindlich ausfällt. Und immer ist es der böse Alkohol der die Männer verändert und die armen bemitleidenswerten weiblichen Personen ins Hintertreffen fallen lässt.
Ziemlich einseitige Darstellung. Interessant wäre es doch mal sich in die Männer reinzudenken, die sich halt mal immer betrinken. Deren Seelenzustände mal zu erschließen, darin steckt doch viel mehr Dramatik als in diesem selbstmitleidigen pseudopsychischen "Hilfe-ich-kann-nicht-mehr" Gesülze.
Aber ein Verdacht drängt sich ja auf bei dieser Häufung von Geschichten von benachteiligten Personen durch Alholeinfluß von Familienmitgliedern:
Vielleicht gibt's ja auf'm Dorf keine anderen Themen."
Als ich das gerade gelesen habe, dachte ich, ich müsste dem Typ erst mal eine reinzimmern. Klar, ich sollte mich nicht darüber aufregen, er hat einfach keine Ahnung, wie man ja wohl ganz deutlich merkt. Aber muss das sein? Wenn man keine Ahnung hat, dann rate ich immer, einfach die Klappe zu halten. Hab ihm dann auch nur geantwortet, dass ich mich wegen so eines dreisten und scheinbar unüberdachten Kommentars nicht rechtfertigen müsste. Und wenn er genau gelesen hätte, hätte er wohl merken müssen, dass da auch Kritik am weiblichen Geschlecht laut wird. Idiot! Aaaargh! Naja, ich versuche jetzt einfach, mich nicht weiter darüber aufzuregen.
So, nun zum Wesentlichen:
Danke für eure Antworten. Ja, ich bin schon mal eine kleine Hobbytherapeutin. Hatte auch ursprünglich mal vor, Psychologie zu studieren, aber dazu fehlt mir der nötige Schnitt und außerdem würd ich dann wohl das Klischee erfüllen. Helfersyndrom aufgrund von eigenen Erfahrungen etc. Naja, aber wenn Dinge bei mir funktionieren, geb ich sie halt gern weiter ;-).
Zitatmei mutter is da echt schlimm, is besonders oft nach ihren trinkphasen, dass sie sich irgendwas für die wohnung kauft, sei's etz sofa, tapeten, oder so, des letzte mal wars die eßzimmereinrichtung.
Genau so ist es bei meinem Vater auch. Ich hab immer das Gefühl, er muss damit sein schlechtes Gewissen bereinigen, weil er mal wieder getrunken hat. Aber dann fühl ich mich wieder schlecht, weil ich genau weiß, wie es bei ihm finanziell aussieht, aber ich sollte mich eigentlich nicht schlecht fühlen, weiß ich ja. Aber ich glaub, mein Vater hat die Idee schon fast wieder aufgegeben, nachdem meine Mutter ihn dann mal wegen des Geldes gefragt hat. Schließlich will sie ja auch mal ihre 50 Euro wiedersehen...
Und ja, ich sag meinem Freund dauernd was Nettes. Das ist schon fast bescheuert. Ich muss ihn nur ansehen, und dann sprudelt das alles aus mir raus. Vor ein paar Jahren hätt ich mich noch dafür verachtet, ich gefühlsduselige Ziege. Versuch mich da auch mittlerweile mal ein bisschen zurückzuhalten, damit er nicht total überfordert ist. Aber er bekommt schon noch oft genug Komplimente zu hören, oder mal eine nette E-Mail, SMS... Aber im Moment bekomm ich auch genug zurück. Scheint so, als ob unsere Beziehung echt ein ganzes Stück besser geworden wär. Aber mal abwarten...
Ach ja, ab und zu reg ich mich dann noch mal über meine depperte Mutter auf, weil sie immer noch versucht, bei meinem Vater irgendwas zu starten, aber dabei geflissentlich ignoriert, dass er überhaupt kein Interesse mehr an ihr hat. Sie tut mir fast schon leid, aber irgendwie find ich's auch einfach nur doof. Sich immer wieder selbst zu verletzen kann doch keinen Spaß machen. Naja, aber das ist ihr Ding, deshalb soll sie sich auch nicht mehr bei mir ausheulen. Das kann sie vergessen.
So, ich wünsch euch allen noch ein schönes Wochenende! Mal sehen, was mich am WE erwartet. Heut mach ich mit meiner besten Freundin Teestube. Sie scheint auch zu merken, dass sie ein wenig Mist gebaut hat. Nachdem sie mir am letzten Samstag mal wieder abgesagt hat, hab ich sie am Mittwoch gefragt, ob wir bissl tanzen gehen wollen, hatte ich voll Lust zu. Und sonst geht sie eigentlich auch immer unter der Woche weg, obwohl sie arbeiten muss. Aber sie hatte doch keine Lust. Naja, hab ich gedacht, gut, dann braucht sie am Wochenende auch nichts zu erwarten. Der Mittwoch sollte nämlich so eine Art Ausgleich sein, weil am Wochenende hier mal wieder nichts los ist. Und obwohl sie sonst so eine krampfhaft Partygängerin ist, hat sie mir dann gestern eine E-Mail geschrieben. Sie könnte verstehen, wenn ich momentan nicht so gut auf sie zu sprechen wäre. Aber wir könnten ja am Wochenende noch mal einen Sex and the City-Abend machen, oder was anderes schauen etc. etc. Tja, bin ich wieder um einiges besser auf sie zu sprechen. Ich find's einfach gut, dass sie gemerkt hat, dass das alles nicht so toll von ihr war und jetzt hat sie sich entschuldigt. Ok.
Nächste Woche bin ich dann mal für ein paar Tage nicht hier, also nicht wundern. Fahre wahrscheinlich von Montag bis Donnerstag mit meiner Mutter und meinen Geschwistern nach Ingolstadt zu Tante und Onkel. Und ich hab meine Mutter schon so weit, dass wir dann eben mal noch weiter nach München fahren und kurz aufs Oktoberfest gehen. Will da ja gar nicht bleiben oder trinken oder so. Einfach nur mal sagen können "Ich war mal auf dem Oktoberfest" ;-).