Schritte für die nächsten Wochen

  • Hallo zusammen, ich wollte nur kurz schreiben bevor es wieder zur Uni geht. Heute Abend dann mehr. Ich hatte gestern einen echten Verhaltensrückfall-SuperGAU :( . Gestern habe ich einer Kommilitonin auf der Arbeit etwas erlaubt, was eigentlich nicht gemacht werden darf (ohne darauf näher eingehen zu wollen). Es gab dann Probleme, ich musste meinen Chef darüber informieren und es hat einen riesigen Ärger gegeben. Ich hoffe, das hat nicht später irgendwann Folgen für den Job.

    Tja, und das wo ich mich in den letzten Tagen so intensiv mit dem Thema Eigenverantwortung und Nein-Sagen beschäftigt habe... Ich habe wieder versagt. Ich hatte in dem Moment einen unendlichen Druck verspürt und habe dem nachgegeben, habe "ja" gesagt wo ich hätte "nein" sagen sollen. Dabei habe ich nichtmal daran gedacht, dass derjenige mich nicht mögen könnte wenn ich ihm das verbiete; es war wirklich ein stumpfer Druck, das Gefühl "Ich kann nicht nein sagen, ich kann ihr das nicht verbieten".

    Ich habe mich gestern noch mit einer Arbeitskollegin und in der Gruppe darüber unterhalten; jetzt steht der vorläufige Beschluss, dass ich theoretisch alles weiß und nun üben muss, um das Wissen in die Praxis umsetzen. Anders geht es nicht, da muss ich durch.

    Es ging mir gestern wirklich sehr schlecht, ich wollte mich einfach nur wegmachen, konnte mich selbst nicht mehr ertragen. Mich in Wasser legen und mich einfach auflösen und mit mir all den Schmerz, die Erinnerungen und die Schatten in meiner Seele. Suchtdruck hatte ich keinen, ich hoffe darauf, dass da keiner mehr kommen wird.

    Heute geht es mir besser, aber ich habe gemerkt, dass Eigenverantwortung zwei Seiten hat: Ich bin für alles Gute in meinem Leben selbst verantwortlich, aber auch für alles Schlechte. Gestern habe ich mir dann was von Letzterem gegeben.

    Bis heute abend
    Plejaden

  • Ich wollte mich nochmal kurz melden um zu sagen, dass es mir wieder gut geht. Mein Chef ist wohl auch weniger nachtragend als ich dachte. Allein, nochmal sollte sowas nicht passieren.

    Zitat von currlinger

    Spaeter faellt mir dann erst wieder auf, dass das in dem sinne nichts bringt, da mit niemand, auch nicht meine nette und so kompetente Therapeutin, die Arbeit abnehmen kann. Man muss es selber tun.


    Ja, das stimmt 100%ig. Ich habe auf diese Art und Weise ja meine Sozialphobie in den Griff gekriegt - nach Jahren des Haderns die ersten Schritte gemacht, geübt und dann ging es wie von selbst.

    Zitat von currlinger

    Um diese Erfahrung zu machen, dass "Nein"-Sagen nicht unbedingt immer zu Verdruss fuehren muss, musst Du das "Nein" natuerlich erst ausprobieren. Ich hoffe, ich konnte dir etwas Mut machen.


    Leider ist es bei mir bisher immer so gewesen, dass ein "Nein" zu großem Verdruss geführt haben. Ich wurde bisher sofort massiv angegangen. Meine Therapeutin hat am Anfang verzweifelt, weil meine Ängste auf tatsächlich gemachten negativen Erfahrungen basieren und deshalb wesentlich hartnäckiger waren als bei Leuten, die meinen, es könnte ja passieren, dass... Bei mir ist es passiert, ganz real und in aller härte.

    Allein, davon lasse ich mich nicht vom Kurs abbringen. All die Jahre habe ich nie die Hoffnung aufgegeben, dass mein Leben irgendwann besser wird. In den letzten Monaten ist diese Hoffnung erfüllt worden, weil ich an mir gearbeitet habe. Wenn ich weiter an mir arbeite, dann wird auch das Nein-Sagen klappen. Egal ob mit Verdruss oder ohne ;) .

    Ach ja. Ich bin seit gestern ein halbes Jahr trocken 8) .

    LG
    Plejaden[/i]

  • Hallo Pleyaden!
    Das ist Klasse :seit 6 Monaten trocken zu sein!
    Ich wünsch dir viel Glück für die nächsten 6 ,und dann noch mal für die nächsten 6....
    Ich freu mich für dich!
    Und lese weiter gern bei dir.
    Komme gerade von Therapeutin.
    Ich weiss ,wovon du sprichst...

    Lütze

    Trocken seit 2.11.2007

  • Hallo Plejaden,

    ein halbes Jahr bist Du jetzt schon auf dem richtigen Weg, meinen herzlichen Glückwunsch dazu!

    Und wenn Du stetig weiter auf diesem Pfade wandelst, dann wirst Du auch Herr über all Deine anderen Sorgen und Nöte. Da bin ich mir gewiss!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Danke für die Beiträge :D . So, nun nochmal ein wenig ausführlicher: Ich bin heute morgen um 9 Uhr an der Uni gewesen, hab das Notebook mitgenommen weil ich noch eine Seminararbeit fertig kriegen muss. Finde das immer im höchsten Maße lästig, es besteht immer die Gefahr dass einem das Ding sogar in der Bibliothek vom Tisch geklaut wird, also muss ich das Ding immer mitschleppen. Einige machen das jeden Tag, mir würde das einfach auf den Zeiger gehen... Aber nun gut, heute ging es halt nicht anders.
    Bin auf jeden Fall gut voran gekommen, war dann noch eine Stunde arbeiten und danach bei der Studienberatung, anschließend hab ich nochmal weitergemacht bis dann der Bus fuhr. Zu Hause habe ich mir dann Entspannung gegönnt, ein wenig an der Geschichte weiter geschrieben und danach Viva Pinata gespielt, zwischendurch noch ein wenig im Forum geschrieben. Gleich werde ich noch ein wenig aufräumen. Muss mal wieder sein.

    Morgen könnte es mit Uni etwas haarig werden wegen der Warnstreiks. Mein Plan ist, erst gegen Mittag zu fahren, da sollte es dann wieder gehen. Vorher werde ich dann hier zu Hause an meiner Arbeit weiter werkeln und noch joggen gehen. Leider sind meine Eltern heute in Urlaub gefahren, so dass mich niemand zur Uni bringen kann. Ach ja, meine Eltern, das bedeutet auch, dass ich gleich wieder mit meinem Freund zusammen das Kellerprogramm abziehen werde.

    Ich hab mich gestern abend, auf der Rückfahrt übrigens nochmal explizit auf Alkoholverlangen hin überprüft. Die Gruppe hat sich Sorgen deswegen gemacht. Aber da war nichts, im Gegenteil, zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass mich ein Rausch ekeln würde. Meine schlechte Stimmung dann auch noch in diesen weinerlich-depressiven oder hysterischen Rauschzustand zu zerren, das konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen.
    Eines habe ich noch gelernt: Ich kann mich auch in solchen Situationen ertragen, auch wenn es sehr sehr schwer ist. Ich glaube, gerade deswegen und wegen des intensiven Diskurses in der Gruppe hat es *Klick* gemacht, was die Nein-Problematik angeht. Keine Ahnung ob entgültig klick oder nur einen Zahn weiter auf dem Rad, aber ein bisschen weiter schon. Denn früher hab ich das schlechte Gefühl, dass aus diesem Verhalten resultierte, einfach in Alkohol ertränkt. Und dann beim nächsten Mal munter wieder "Ja" gesagt.

    Bin mal gespannt. Die nächste Gelegenheit mich zu bewähren wird bestimmt kommen :roll: .

    LG
    Plejaden

  • So, die Seminararbeit ist fast fertig, ich war auch grad joggen, war total schön! Mein Problem: Da die Seminararbeit nur fast fertig ist, muss ich heute nochmal zur Uni, und da liegt der Hase im Pfeffer. Es ward hier noch kein Bus gesehen, und bei sämtlichen Versorgungsbetrieben geht keiner ans Telefon (warum wohl...? :roll: ).

    Gott lob hab ich mir vorletztes Semester einen Kartenleser gekauft, so dass ich mich wenigstens von daheim für Veranstaltungen einschreiben kann... sonst hätte ich noch älter ausgesehen.

    Naja, ich werde gleich mal losstiefeln und mich an die Straße stellen. Mal schauen, ob was kommt.

  • Nun, ich wurde an der Straße stehen gelassen. Es fuhr tatsächlich gar kein Bus, obwohl auf der Webseite des Versorgungsbetriebs angegeben war "Das Fahrpersonal ist in die Streikhandlung nicht einbezogen". Super, ganz großes Kino. Mein Freund konnte mich auch nicht fahren, weil er arbeiten musste. Also bin ich daheim geblieben.
    Hab mir erst was zu essen gemacht und danach fing ich an zu rotieren - zum ersten Mal seit Wochen ist meine Tagesplanung durcheinander gebracht worden. Ungeplante Freizeit, omg! Naja, hab ein Buch weiter gelesen, war hier im Forum unterwegs, hab an der Geschichte weiter gelesen und hab Viva Pinata gespielt, so ging der Tag auch rum. Jetzt hab ich irgendwie Kopfweh und werde mich mal ins Bett trollen, mal richtig ausschlafen. Morgen dann ganz viel geplante Freizeit 8) .

    Ach ja, weil mir zwischendurch langweilig war hab ich versucht mit so einem Sandsäckchen aus einer Frühstücksflockenpackung Fussballjonglage zu machen. Beim zweiten Versuch hätte ich beinahe den Wohnzimmertisch abgeräumt und hab es dann gelassen :lol: . Ich bleib lieber beim Jonglieren mit den Händen.

    Heute ist mir übrigens ein Satz aus ganzem Herzen hochgekommen: Ich bin froh, so unendlich froh, dass ich nicht mehr trinken muss.

    LG
    Plejaden

  • So, heute morgen habe ich die Erklärung für Kopfweh und die frühe Müdigkeit erhalten: Megamäßige Halsschmerzen. Im Laufe des Tages wurde es schnell schlimmer, inzwischen habe ich Gliederschmerzen und merke, wie sich die Erkältung die Atemwege hinunter kämpft. So ein Mist.

    War dann halt heute ein ruhiger Tag. Morgens früh Brötchen geholt, dann meinen Freund geweckt, zusammen gefrühstückt und anschließend zum Baumarkt gefahren, eine Zimmerpflanze holen. Danach ging es rapide bergab mit mir, mein Freund hat mir Tee gekocht und wir haben DMC gespielt. Bis auf die Befindlichkeitsstörung war es ein schöner Tag.

    So, länger kann ich nicht mehr auf den Monitor schauen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, mache mir jetzt noch einen Tee.

    LG
    Plejaden

  • Danke für die Besserungswünsche engel! Ich hoffe, dass es deiner Kleinen bald auch wieder besser geht.

    Heute geht es mir etwas besser, die ganz fiesen Gliederschmerzen und Kopfschmerzen sind weg. Werde gleich ein wenig inhalieren, das hat mir bisher immer gut geholfen.

    Ich schreib heute ein bisschen kleckerweise, weil ich nich so lange am Stück vor dem Monitor hocken möchte. Ich hatte heute Nacht einen ziemlich fiesen Rückfall-Alptraum; der passte jedoch ins Schema meiner Rückfall-Träume. Sonst träume ich immer von Phantasieorten und Menschen, die ich noch nie in meinem Leben getroffen habe. Aber bei diesen Rückfall-Alpträumen befinde ich mich immer an mir bekannten Orten (meist zu Hause oder der Uni) und bin von mir bekannten Leuten umgeben. Und was auch immer ist, dass ich schlicht vergesse, dass ich keinen Alkohol mehr trinke und deswegen etwas zu mir nehme. Einige Zeit später stelle ich dann fest, dass ich doch eigentlich abstinent lebe und kriege eine Mordspanik, die mich dann wach werden lässt.

    Mh, ich vergesse es also. Das ist natürlich etwas, was mir im wachen Zustand kaum passieren würde. Ich habe das Gefühl, etwas in meinem Innern sieht das Vergessen als einzige Möglichkeit, um überhaupt wieder an Alkohol zu kommen. Übel, wie hartnäckig das Suchtgedächtnis ist.

    Vielleicht später mehr, meine Augen fangen schon wieder an zu brennen :? . Mache mir jetzt eine Wärmflasche.

  • So, ich habe inhaliert und auch mit Salzwasser gegurgelt. Der aufkommende Husten hat sich dadurch in die Flucht schlagen lassen, allein das Halsweh nicht. Werde das Prozedere heute Abend nochmal wiederholen.

    Ich habe mir noch Gedanken zum Thema "innere Leere" gemacht, musste aber feststellen, dass sich mir dieses Problem nie gestellt hat. Seit ich zurückdenken kann schreibe ich Geschichten und die erfüllen mich. Kann man sich vielleicht schwer vorstellen, ist aber so ;) . Mein Freund hat mir immer vorgeworfen, ich würde durch die fremden Welten aus der Realität zu fliehen versuchen, aber das stimmt nicht - ich kann nur an ihnen basteln, wenn es mir gut geht. Ich denke, ein Teil meiner Verzweiflung und Depression während meiner Trinkzeit resultierte auch daher, dass ich damals diese Welten verloren hatte (abgesehen davon, dass ich kurz davor war die Uni im letzen Semester nicht mehr auf die Reihe zu kriegen, soziale Kontakte zugunsten des Trinkens vernachlässigte etc.) Im Gegenteil, es war der Alkohol, den ich zur Flucht aus der Realität nutzte als sie mir unerträglich zu werden begann.

    Später mehr.

  • Hallo zusammen,

    der Tag heute hat grauenvoll begonnen. Ich bin vor dem Wecker aufgewacht und war schweißgebadet, Halsschmerzen ohne Ende und ich wusste sofort: Das wird ein übler Tag. Denn ich musste ja noch zur Uni, die Hausarbeit fertig machen. Ihr erinnert euch? Freitag geruhte sich der feine Herr Nahverkehr nicht zu verkehren.
    Habe jedenfalls hier zu Hause die letzten Handschläge getan, Ohrenschmerzen, Halsschmerzen und das Gefühl, dass mein Kopf wie in Watte gepackt ist mit dabei. Um 9 Uhr hab ich dann das Notebook und anderen Kram eingepackt und bin zur Uni. Schon auf dem Weg zum Bus hab ich gemerkt, dass mir der Rucksack zu schwer ist. Habe noch nichts gegessen und getrunken, weil ich schlichtweg nix runtergekriegt hab, mir schlecht war und ich Angst hatte, mich im Bus übergeben zu müssen.
    An der Uni angekommen hab ich dann erstmal ne Stunde gewirkt, dann war ich mit der Arbeit soweit fertig und bin ins Druckzentrum, um den Sermon auszudrucken. Das funktionierte erfreulich reibungslos. Hab dem Dozenten noch ein paar Takte dazu gesagt und wollte dann heim. Hab leider nur den Bus um 10 Min. verpasst, der nächste würde in einer Stunde fahren. Mein Rücken schmerzte inzwischern erbärmlich wegen des Notebooks.

    Da ich immer noch nix gegessen oder getrunken hatte, habe ich mich eines Tipps hier aus dem Forum erinnert: Wenn ich Probleme mit dem Essen habe, solle ich mir etwas holen was viele Kalorien hat und mir gut schmeckt. Hab dann zum Instant-Kartoffelbrei gegriffen, extra drauf geachtet, dass möglichst wenig Chemie drin ist.
    Bin dann in die Stadt gefahren, weil ich immer noch ne halbe Stunde Zeit hatte; dort hatte der Bus Gott sei dank Einlass und ich konnte mich reinsetzen. Mein Rücken fühlte sich an, als wolle er zerbrechen. Im Bus saß ein alter Spaßvogel mit Fahne, der überlaut einen Kalauer nach dem anderen rausgehauen hat. Zu einem Mann, der mit Laptop auf dem Schoß dasaß gröhlte er "Na, im 'Internet'? Ohne Börsenkurse wirsse nervös, wah?" Ha ha, Schenkelklopfer. So kriegte fast jeder sein Fett weg. Zum Glück stieg der Typ alsbald aus.
    Irgendwann war ich dann endlich daheim und hab erstmal was getrunken, vorsichtig. Danach Tee gemacht und den ersten Instantbrei angerührt. Hat sogar gut geschmeckt.

    Inzwischen geht es mir wieder gut, ich hoffe morgen geht es besser. Hab heute überhaupt gar nichts für meine Abschlussarbeit machen können, und heute ist Halbzeit (ungefähr) :? . Und ich hatte wieder die Gedanken: Es ist Montag, ich fühle mich wie ausgek.... und ich habe nichts getrunken. Das ist unfair! Aber das legte sich schnell wieder: Ich kann mir mit ruhigen Gewissen Ruhe gönnen, weil ich unverschuldet krank geworden bin. Und wann krieg ich schonmal Kartoffelbrei? Ich glaube, morgen mache ich mir mal richtigen, aus echten Kartoffeln ( wenn ich das hinkriege :oops: ). Kochen macht mir Spaß, und solange meine Eltern nicht da sind sollte ich das nutzen ;) . Könnte ein neues Hobby werden...

    LG
    Plejaden

  • Erstmal gute Besserung für Deinen geschundenen Hals!

    Mit folgenden Gedanken

    Zitat

    Es ist Montag, ich fühle mich wie ausgek.... und ich habe nichts getrunken. Das ist unfair!


    habe ich mich in letzter Zeit auch ein wenig beschäftigt. Ich hab mich nämlich auch des Öfteren dabei erwischt, wie ich eine morgendliche Schlappheit mit der Katerstimmung aus alten Tagen verglichen habe. Auch ich fand das jetzt nicht so wirklich fair: Denn immerhin bemühe ich mich doch, ein sinnerfülltes und gesundes Leben zu führen, warum dankt mein Körper mir das nicht mit ungebremster Schaffensfreude? Da hätte ich mir ja auch ein paar Bier genehmigen können! Genau dieser letzte Satz ist da aber der fiese Part, weil er mir in Aussicht stellt, dass ich ja doch etwas trinken könnte, weil meine Leistungsfähigkeit am Morgen nun erfahrungsgemäß nicht so dolle ausgeprägt zu sein scheint. Eine böse Falle des Suchtgedächtnisses! In meinem Falle kann ich gelegentliche Anlaufschwierigkeiten allerdings genau so gut mit mangelnder sportlicher Aktivität und einer zurzeit leider etwas ungesunden Ernährung erklären (Ich vernichte täglich gut 2 Liter einer coffeinhaltigen Brause! Und Ja, ich nehme die mit Zucker :wink: ). Das ist also gar nicht so fies, sondern hat schon so seine Gründe.

    Zum Thema Kartoffelpüh: Kurzanleitung hat Markus ja schon geliefert, aber Du hast Dich leicht zweifelnd angehört, deshalb von mir ein herzliches Tschakka! Du schafft das!

    Liebe Grüße

    J. (der vorsichtshalber schon die Feuerwehr ruft, wenn seine Partnerin sich dem Herd auch nur nähert :wink: )

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Guten Abend,

    heute ging es mir wieder ein kleines bisschen besser. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Ich muss dazu sagen, bis vor zwei Jahren hatte ich eigentlich jedes Jahr im Winter jeden Tag solche Halsschmerzen. Sobald die Temperaturen unter 10° gefallen sind - zack. Hab als Kind alle Mandeln rausbekommen und nun fehlt die Defensive im Hals. Aber seit ich bei Wind und Wetter draußen Sport treibe ist das weeesentlich besser geworden. Nur manchmal erwischt es mich dann doch :roll: .

    Wie dem auch sei, heute war wieder der gewohnte Trott angesagt - um 9 Uhr zur Uni, vorher noch Einkaufen. Danach ne Stunde gelesen, zwei Stunden arbeiten und danach hab ich noch bis 15 Uhr ausgehalten. Ich bin voll stolz auf mich 8) .
    Daheim hab ich erstmal den Müll weggebracht, hat zwar etwas Überwindung gekostet, eigentlich hat mein Schweinehund geschrien "Couch!" aber ich hab mich durchgesetzt. Danach ging es dann erstmal auf die Couch, Tennis gucken, und dann kam die Kartoffelsache dran... Und was soll ich sagen, es hat geklappt, und es hat besser geschmeckt als der Instantbrei (nuuuu.... wer hätte das gedacht). Kochen macht mir wirklich Spaß, ich glaube darauf freue ich mich mit am meisten - wenn ich hier nicht mehr wohne, kann ich selber kochen, auch wenn ich es noch nicht so wirklich kann 8) . Also, nochmal danke an currlinger und JoeDoe!
    Anschließend hab ich mir die Halswickel gemacht, hat sehr gut getan und unter der Decke Tennis geguckt, danach dann noch Blumen umgetopft und anschließend gerade eben nochmal inhaliert.

    @currlinger: Auf die Idee mit dem Vitamin C bin ich auch schon gekommen, ich muss aber erst noch ein Präparat finden, das ohne einen Batzen an Säurungsmitteln auskommt (ja jaa, ich weiß... Ascorbinsäure muss im Vitamin C sein ;) ). Sonst verträgt es mein Magen nicht. Ich werde mal schauen.

    JoeDoe : Auf dieses "Mir geht es schlecht, also kann ich auch wieder trinken"-Hintertürchen bin ich auch schon gestoßen. Ich hab es für mich geschlossen indem ich mir sage, dass ich eben ohne eigenes Dazutun krank geworden bin. Bin ja jetzt nicht gerade mit T-Shirt draußen rumspaziert. Dann ist noch der Ponyhof-Gedanke hilfreich: Nur weil ich nicht mehr trinke, wird die Welt nicht automatisch besser. Und - was hätte ich mit der Erkältung angestellt, wenn ich noch getrunken hätte? Ich will es gar nicht wissen...

    Ich hatte letztens noch einen Beitrag bei den Kindern gelesen, wo es im Groben darum ging, ein Elternteil zu pflegen, das sich zum Pflegefall gesoffen hat. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Mit dem Alkohol habe ich mich selbst krank gemacht. Ich hab das Zeug gesoffen und billigend eine Vergiftung mit diversen Aldehyd-Varianten in Kauf genommen (aka einen "Kater"). Als Resultat habe ich mich krank gefühlt und habe dieses Kranksein selbst verschuldet.

    So, trinke jetzt meinen Tee und packe mich warm ein. Morgen gibt es Mensa-Essen, weil es ein langer Tag wird.

    LG
    Koch-Plejaden

  • Hallo Plejaden,

    schön, dass Du die Sache mit dem Püh so konsequent angegangen bist :wink: . Belohnt wurdest Du ja mit dem Geschmack des Hausgemachten.

    Zitat

    ja jaa, ich weiß... Ascorbinsäure muss im Vitamin C sein


    Hmmm, ich will ja nicht klugschei###, aber ich glaube, Vitamin C ohne Ascorbinsäure ist auch kein Vitamin C. Zwei Namen – eine Sache :wink:

    Zitat

    Auf dieses "Mir geht es schlecht, also kann ich auch wieder trinken"-Hintertürchen bin ich auch schon gestoßen. Ich hab es für mich geschlossen indem ich mir sage, dass ich eben ohne eigenes Dazutun krank geworden bin.


    Bei meiner gelegentlich auftretenden Schlappheit am Morgen habe ich es eigentlich genau anders herum gelöst: Wenn ich am Vorabend 2 Liter Cola trinke, das Ganze auch noch mit ein paar Chips abrunde und daran anschließend länger als 9 Stunden im Bett verweile, dann trage ich natürlich die Verantwortung, wenn ich morgens nicht richtig aus den Hufen komme :wink: . Aber das ist selbstverständlich auch etwas anderes, als eine richtige Erkrankung, wie bei Deinem Hals! (und trinkenderweise würdest Du Dein Leiden ja sogar noch verlängern).

    Liebe Grüße

    J. (der sich fragt, was eigentlich ein Ponyhof-Gedanke ist, und zweifelt, ob man den als Mann überhaupt ergründen kann :wink: )

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe,

    Zitat

    aber ich glaube, Vitamin C ohne Ascorbinsäure ist auch kein Vitamin C. Zwei Namen – eine Sache


    Applaus Herr Chemiker, genauso ist es ;) . Nein, mal im Ernst, ich meinte damit, dass ich nicht auf die Idee kommen würde ein Vitamin C-Präparat ohne Ascorbinsäure zu suchen. Aber diese ganzen anderen Säurungsmittel müssen wenn's geht nicht sein...

    Zitat

    der sich fragt, was eigentlich ein Ponyhof-Gedanke ist, und zweifelt, ob man den als Mann überhaupt ergründen kann


    Damit meinte ich den hier öfters geäußerten Satz "Das Leben ist kein Ponyhof", der sagen will, dass nicht automatisch alles besser wird nur weil ich aufgehört habe zu trinken.

    Mir fiel grad ein - ich krieg grad ein wenig Husten (inhaliere gleich nochmal). Da könnte ich auch einfach sagen "ach auch egal, dann kann ich ja anfangen zu rauchen". Hab nie geraucht, rauche nicht, werde nie rauchen. Wäre schon saublöd, deswegen damit anzufangen, was?

    So, wollte grad voll Tatendrang bei meiner Therapeutin und dem Zahnarzt anrufen zwecks Terminabsprache. Da hätte ich um diese Uhrzeit wohl wenig Erfolg gehabt :roll: .

    Bis später!

  • Hallo Plejaden,

    also Chemie fand ich immer doof (Habe den Schulunterricht mit zwei Freunden zusammen regelmäßig sabotiert, indem wir wilde Kreaturen aus den Molekülbaukästen gebaut und damit wilde Schlachten geschlagen haben :wink:).

    Zum Ponyhof: Dachte schon, dieser Gedanke hätte etwas mit einer präpubertären Prägung durch die intensive Lektüre diverser Pferdezeitschriften zu tun :wink: . Das hätte dann meinen Horizont gesprengt.

    Und mit dem Rauchen hast Du natürlich recht! Ich laboriere da leider immer noch dran herum ... und die Dinger sind schon wieder teurer geworden. Naja, wird auch noch ... irgendwann!

    Liebe Grüße und Gute Besserung

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • So, hab der Therapeutin auf den AB gesprochen und bei dem ZA einen Termin klargemacht. Nur die übliche Vorsorge, aber trotzdem *grusel* :? . Ansonsten bin ich um 11 Uhr zur Uni, hab dort zwei Stunden gearbeitet und dann noch drei Stunden gelesen. Danach war mir so kalt (in der Bib wurde die Heizung abgedreht - Sparmaßnahmen), dass ich nach Hause gefahren bin. Zur SHG bin ich demnach auch nicht, mir geht es immer noch nicht wieder so gut und ich hatte das Gefühl, dass mir gar nicht mehr warm wird. Tatsächlich kehrte die Wärme erst nach ner halben Stunde Behandlung mit Decke und Wärmflasche zurück. Ich versuche mich gerade zum Duschen zu motivieren, ich denke das wird mir auch noch gelingen ;) .

    Dann hab ich noch überraschend einen Anruf von meiner Oma aus der ehemaligen Tschecheslowakei bekommen, die wollte meine Mutter sprechen. Ich hab ihr gesagt, dass die erst morgen wiederkommt, darauf ist sie in Panik geraten. Hab ihr noch dreimal gesagt "Oma, sie kommt morgen wieder." darauf nur Gejammer "Aber sie hat doch gesagt Donnerstag, was ihr passiert ist?" Ich war grad hektisch dabei im Internet nach dem Wort für "morgen" in ihrer Sprache zu suchen, da fiel es ihr wie Schuppen aus den Haaren "Ach, heute ist ja Mittwoch!" Jaaaa, Oma, heute ist Mittwoch, schon den ganzen Tag. Als das geklärt war wollte sie anheben mir ihr Leid mit ihren beiden Söhnen vorzuheulen, da hab ich aber NEIN gesagt und mich höflich aber bestimmt verabschiedet. Das Theater mit meinen Onkeln geht schon seit gefühlten hundert Jahren hin und her, die Onkels terrorisieren die Oma, die Oma terrorisiert die Onkels, alle hassen sich aber können nicht ohne einander. Alles gutes Zureden, doch mal endlich getrennte Wege zu gehen, und sich so nicht mehr zu terrorisieren, sind sinnlos. Tja...

    Ich hab letztens im Forum den Thread über die Schlechte Kindheit bei den Kindern gelesen und mir meine Gedanken gemacht. Eine schöne Kindheit hatte ich auch nicht, keine Frage. Andererseits habe ich schon einen Haufen Leute kennengelernt, die es sich einfach machen: "Als Kind ist mir dies und jenes zugestoßen, also geht es mir heute schlecht und damit basta." Das wollte ich nie.
    Ich sehe das heute so: Vor mir liegen unendlich viele Wege. Aber aus meinen Kindheitserfahrungen heraus scheinen einige Wege heller zu leuchten als die anderen und breiter zu sein. Das sind die Wege der Vernachlässigung, der Angst, der Gewalt. Es sind schreckliche Wege, aber sie sind bekannt dort kenne ich mich aus, also scheinen sie mir attraktiver als die anderen. Ich benehme mich wie ein schienengebundenes Fahrzeug, obwohl ich keins bin. Siehe auch meine Onkels und meine Oma.
    Worauf kommt es an? Ich bin 29 Jahre alt. Ich bin hier. Vor mir liegen viele Wege, eine Zukunft, die ich von jedem Moment an selbst gestalten kann. Und das ist alles, was zählt.

    JoeDoe :

    Zitat

    Zum Ponyhof: Dachte schon, dieser Gedanke hätte etwas mit einer präpubertären Prägung durch die intensive Lektüre diverser Pferdezeitschriften zu tun. Das hätte dann meinen Horizont gesprengt.


    Ich gestehe: Als Teenager hatte ich mein Zimmer mit Pferdepostern tapeziert :oops: . Und eine gewisse Affinität mit den großen Vierbeinern kann ich bis heute nicht leugnen. Ich hoffe, du bist nicht allzu schockiert? ;)

    So, ich werde jetzt duschen gehen.
    LG
    Plejaden

    *Ich weiß schon, dass es die Tschecheslowakei nicht mehr gibt. Aber ich mag nicht verraten, ob meine Oma nun in der Tschechei oder Slowakei lebt ;) .

  • Guten morgen,

    da bin ich doch noch. War gestern Abend tot müde und bin lieber ins Bett gegangen. War auch keine schlechte Entscheidung, denn heute Nacht bin ich durch meinen Husten um 3.30 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen :? . Habe dann die Tipps von so vielen zu Herzen genommen, bin aufgestanden und hab mich etwa so ne Stunde beschäftigt (hier im Forum gelesen, gelesen) bis ich wieder müde geworden bin. Konnte dann auch gut einschlafen.

    Gestern war auf jeden Fall ein guter Tag. Bin um 6 Uhr aufgestanden, langsam in den Tag gekommen und hab dann ein bisschen hier gewirkt, weil meine Eltern ja wiedergekommen sind. Also hieß es aufräumen! Hat aber alles geklappt. Danach ging es dann zur Uni, zwei Stunden lesen. Leider habe ich da schon voll den Husten gekriegt und bin schließlich aus der Bibliothek geflüchtet, weil ich alle dort genervt habe. Bin etwas essen gegangen, danach eine Stunde arbeiten. Danach habe ich dann im Büro weiter gelesen, da war es auch egal ob ich gehustet hab oder nicht. Um 17 Uhr ging es dann nach Hause.

    Gestern habe ich mir auch den Alkohol-Stern gekauft und den gleich gelesen. Meinen Glückwunsch, endlich wird mal ein funktionierender Alkoholiker portraitiert!
    Ich für meinen Teil fühle mich bestärkt, so früh aufgehört zu haben. Jahrelang haben alle in meiner Verwandtschaft zu verschiedenen Themen rumgenörgelt "immer muss erst was passieren bevor gehandelt wird!" (z.B. wurde eine Baugrube in der Nähe erst ordentlich abgesperrt und gesichert, nachdem ein Kind hineingefallen ist). Gerade bei meiner Alkoholkrankheit habe ich mir auch gedacht: Jetzt habe ich mal die Möglichkeit etwas zu tun, bevor etwas schlimmes passiert. Und siehe da: In meiner Verwandtschaft versteht es kaum einer. Was gehört also dazu, zu handeln bevor etwas passiert? Mehr als rumnörgeln, auf jeden Fall.

    Heute Abend vielleicht mehr. Ich weiß nicht, wie lange ich heute in der Uni verweile. Wenn ich zu müde werde, wegen zu wenig Schlaf, mache ich halt Feierabend.

    LG
    Plejaden

  • Hallo Plej,


    Zitat

    Jahrelang haben alle in meiner Verwandtschaft zu verschiedenen Themen rumgenörgelt "immer muss erst was passieren bevor gehandelt wird!"

    Zitat

    Jetzt habe ich mal die Möglichkeit etwas zu tun, bevor etwas schlimmes passiert. Und siehe da: In meiner Verwandtschaft versteht es kaum einer. Was gehört also dazu, zu handeln bevor etwas passiert? Mehr als rumnörgeln, auf jeden Fall.

    Genau das sind die Sachen, die mir auch passieren.

    War ja gestern wieder beim Kreuzbund
    und da waren 3 Neue. Die haben eine Langzeittherapie hinter sich. Täglich ne Flasche Wodka oder ne Flasche edit:xxxxxxxxx. Teilweise haben die schon morgens angefangen, dann heimlich zu Hause getrunken etc.

    Aber SO war ich nicht!! Verstehst Du was ich meine???

    Ja ich hab getrunken und für mich war es einfach zuviel!!!!
    Aber es war noch nicht so extrem und da kommen dann halt doch ganz oft Unverständnis weil ich absolut konsequent jetzt alk.frei lebe..

    Dachte gestern, oje, pass ich hier überhaupt hin?Übertreibe ich vielleicht???

    Habe jetzt ne Nacht drüber geschlafen und ich weiss, neine hab ich nicht!!!

    Ich will nicht mehr trinken aber warum sollte ich erst so weit unten sein um aufzuhören????

    Lese grad das Buch "1000 kleine scherben" das ist echt heftig, das will ich erst gar nicht!!!!

    Ich weiss jetzt nicht ob ich mich verständlich ausgedrückt habe aber ich hoffe Du/Ihr versteht das!!!

    Alles Liebe

    edit:speedy53//bitte keine Markennamen - Danke!

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