Ich brauche Ratschläge...

  • hey lottikarotti

    erstmal ein herzliches willkommen hier von mir im forum, schön das du dich hier angemeldet hast!

    karina hat es ja scho geschrieben, ihr seit machtlos, solange dein vater nicht trocken werden will. nur für euch könnt ihr etwas tun!

    der arzttermin is auf jeden fall mal ein wichtiger schritt, ob sich dann was ändert, wird sich rausstellen. ist der termin eigentli auf seinem wunsch zustande gekommen oder auf euer drängen? ich finde, wenn er da allein hin möchte, solltet ihr ihn auch allein gehn lassen, ihr könnt in euer mitkommen anbieten oder ihn fragen, ob ihr ihn hinbringen sollt, wenn er es net will, solltet ihr das akzeptieren. ich glaub wenn ich in der situation wär, würde ich gern hingebracht wern, aber das gespräch alleine führen wollen.
    es nützt ja nix, wenn ihr den arzt über alles aufklärt, das sollte dein vater scho machen, außerdem denke ich, dass er einfach ungehemmter reden kann, wenn ihr net dabei seit. falls er es dann doch net macht, ist er einfach noch nicht an dem punkt, wo er trocken werden will, das wäre dann auch net anders, wenn ihr dabei seit.
    wenn er natürlich wünscht, dass ihr mitgeht, würde ich es scho machen.

    du schreibst viel über deine mutter und deinen vater, ihnen können wir aber nicht helfen. du bist hier, wie geht es denn dir? das würde mich etz mehr interessieren.

    liebe grüße

  • hallo lottikarotti!

    schön das du hier bist!!glaube mir es wird dir persönlich gut tun(sprech da aus eigener aktueller erfahrung).allein schon das lesen der threads.und natürlich der austausch!
    zu dem problem deines vaters...ehrlich gesagt IHR seid machtlos!wenn er nicht will...egal was ihr versucht,es wird ihn immer mehr zum trinken bringen.es sei denn er ist soweit das er einsieht ein alkproblem zu haben.so wie es sich anhört ist er aber noch nicht soweit.man sagt das alkoholiker selber nicht mit der trinksituation zufrieden sind.nur löst der alkohol alle probleme für sie.und dabei verfallen sie ohne es zu registrieren der sucht.wir dürfen nicht vergessen das es hierbei um eine krankheit geht.deine mum und du ,ihr könnt im moment nichts machen.es muss von ihm kommen.und seit vorsichtig mit drohungen,denn wenn ihr euch nicht dran haltet werdet ihr für ihn unglaubwürdig.
    wenn deine mum einverstanden ist lasse sie zu dir ziehen.sei aber nicht enttäuscht,wenn sie es nicht tut.das ist eine sache zwischen deinen eltern,du solltest sie nicht drängen.deiner mum würde in jedem fall eine selbsthilfegruppe sehr gut helfen können.sie muss nur hingehen,und sie wird merken wie gut es tut,wie hilfreich das für sie ist.auch du kannst eine sollche gruppe aufsuchen.weiss ja nicht in wie fern du mit dieser ganzen belastung noch klar kommst.ich(38)bin selber ein co-abhängiges kind von alkoholkranken eltern.

    liebe grüsse ich hoffe ich lese von dir...caro

    dem was über mich einstürmt,möchte ich gelassen gegenüber stehen...

  • Hey lottikarotti!

    Ich finde es toll, dass du dich hier angemeldet hast, ich bin zwar selbst noch gar nicht lang hier, aber ich freue mich immer über neue Leute hier (klingt ironisch, wenn man bedenkt, um was es geht), denn ich weiß, wie sehr mir das Forum bisher schon geholfen hat.

    Als ich deine Beiträge gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich beim Lesen immer wieder "Hm-hm...", "Ja, klar..." vor mich hin gesagt hat. Egal, wie individuell jede einzelne Geschichte ist, aber es gibt doch immer wieder eindeutige Parallelen.

    Es ist zwar löblich, dass du deinem Vater helfen willst, aber das kannst du leider nicht. Das haben die anderen ja auch schon gesagt. So hart es klingt und so hart es ist, aber ihr müsst deinen Vater mit seinem Problem allein lassen. Er will zwar zu dem Arzttermin gehen und redet mit euch, aber du weißt ja selbst, dass Alkoholiker die besten Lügner und Schauspieler sind, die es gibt. Wenn dein Vater wirklich trocken wird, dann nur, weil er es für sich will. Solange er es nur wegen euch oder der Drohungen macht (die im Endeffekt meist nicht konsequent durchgezogen werden, wie ich aus eigener Erfahrung weiß), solange wird er es wahrscheinlich nicht schaffen. Du musst deinem Vater nicht helfen, du kannst es gar nicht. Er ist der einzige, der sich helfen kann. Nur er trägt die Verantwortung für alles (wie du ja schon selbst eingesehen hast) und nur er kann die Konsequenzen daraus ziehen. Du musst ihm nicht länger zur Seite stehen, ja, du solltest es nicht mal. Du merkst doch selbst, wie fertig dich das alles macht. Irgendwer hat mal die Co-Abhängigkeit sehr treffend beschrieben. Man müsste sich das so vorstellen wie in einem Wirbelsturm. Alle Angehörigen wirbeln um den Alkoholiker herum, sorgen sich nur um ihn, ihr ganzes Leben dreht sich um ihn, und er selbst sitzt im ruhigen Zentrum. Wenn er sich für das Trinken entscheidet, dann lass ihn damit allein. Es tut dir selbst nicht gut, wenn du weiterhin seine Verstecke kontrollierst und dir Sorgen um ihn machst. Es ist sein Leben und nur er trägt die Verantwortung dafür. Es ist das Beste, wenn deine Mutter und du und jeder andere (ich weiß ja nicht, wie groß eure Familie ist) ihn allein lasst. Ich finde es sehr gut von dir, dass du deiner Mutter angeboten hast, dass sie bei dir wohnen kann. Damit hilfst du ihr. Aber vergess dich dabei auch selbst nicht. Und wenn sie die Chance nicht ergreift und bei deinem Vater bleiben will (ich kenne ja meine eigene Mutter...), dann ist das auch ihre Entscheidung, dann kannst du ihr nicht mehr helfen.

    Du hast davon gesprochen, dass du sie auffangen willst, aber das kannst du gar nicht und das solltest du auch nicht. Du kannst sie unterstützen, wenn du willst, aber du kannst ihr nicht alles abnehmen. Du hast auch geschrieben, dass du eine Tochter hast, der du nicht das gleiche antun willst. Aber eine co-abhängige Mum ist leider auch keine richtige Mutter. Überleg mal... wie viele Gedanken machst du dir um deinen Vater und wie viele um deine Tochter? Ich will dir damit keinesfalls unterstellen, du seist eine schlechte Mutter oder so, ich kenn dich ja nicht mal. Aber ich weiß, dass ein Alkoholiker nun mal sehr viel Zeit und Gedanken in Anspruch nehmen kann. So viel, dass kaum etwas für andere bleibt.

    Für uns Kinder ist es das Wichtigste, an allererster Stelle an uns selbst zu denken. Dein Vater ist Alkoholiker und das ist schlimm, deine Mutter ist co und auch das ist verdammt hart, aber du kannst ihnen leider nicht helfen. Das ist hart, aber wahr. Und wenn man das akzeptieren kann, kann man wieder anfangen, an sich zu denken und trotzdem mit den anderen besser umgehen.

    Puh... jetzt habe ich einiges geschrieben und ich hoffe, ich knall dir das jetzt nicht alles so vor den Kopf und mach dich damit fertig oder so... Es gibt für uns nur so viel zu lernen und auch wenn ich selbst erst ganz am Anfang stehe, so weiß ich doch, wie sehr mir das Forum in etwas über einem Monat schon geholfen hat.

    Ich wünsche dir, dass es dir genauso geht. Außerdem viel Kraft. Schön, dass du hier bist!

  • Hallo lottikarotti!

    An der Tatsache, dass du dich vom Vater deiner Tochter getrennt hast, weil er auch Alkoholiker ist, hab ich schon gesehen, dass du auch an deine Tochter denkst, dass du ihr das alles nicht antun willst... Das ist auf jeden Fall super, da bist du schon mal um Längen besser als meine Mutter. Ich hoffe, du findest auch weiterhin die Zeit, für deine Tochter da zu sein.

    Du hast eigentlich schon total viel verstanden. Dass du deinem Vater nicht helfen kannst, dass er allein für sein Leben verantwortlich ist etc. etc. Hm, aber du hast auch geschrieben, dass niemand wirklich denken würde, dass du Probleme hast, weil du nach außen hin immer die Toughe mimst. Hast du denn niemanden, dem du dich wirklich mal voll und ganz anvertrauen kannst? Es ist schließlich nicht gerade gut, immer nur eine Maske aufrecht zu erhalten. Das macht einen zum Roboter.

  • hi lottikarotti

    Zitat

    Ich habe es mir wahrscheinlich über die Jahre auch total angewöhnt, nach außen hin den guten Schein zu wahren. Immer perfekt, nie aus der Reihe tanzen... Die Dinge, die einem nahe gehen immer im Verborgenen halten... Dinge aushalten...


    das is mal wieder typisch für uns alki-kinder! weißte was auch typisch is? sich wohl eher unbewußt nen trinkenden partner auszusuchen...

    werd etz dann in mein bett gehn, daher nur ganz kurz, werd wohl was der steffi vorne wegnehmen :wink:
    hab vor kurzem das buch "familienkrankheit alkoholismus" gelesen und das fand ich richtig klasse!

    liebe grüße

  • Summerdream, du alter Vorwegnehmer ;-). Nee, schmarrn, darfst ja auch Werbung für gute Bücher machen. Ich werd mich da einfach mal anschließen, Empfehlung auch von mir!

    Ja, wir Kinder haben uns einfach zu viel Unsinn angewöhnt. Immer brav die Klappe halten, andere nicht mit den eigenen Problemen belasten, lieber für die anderen da sein, denn die haben ja schließlich eh immer die schwerwiegenderen Probleme und Wehwehchen. Wenn es nur so wäre... Nein, wir sind nun mal auch nicht so unübel dran - um es mal vorsichtig auszudrücken - und brauchen wahrscheinlich alle dringend Hilfe!

    Das Forum ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, ich bin hier immer wieder gerne, unter Gleichgesinnten, und man lernt immer mehr dazu. Egal, ob man in seinem eigenen Thread liest, oder jemand anderem eine Antwort schreibt. Mir hilft es jedenfalls. Allerdings finde ich auch immer wieder eine Verhaltenstherapie empfehlenswert. Ich hab zwar gerade mal zwei Sitzungen hinter mir, aber aus einem anderen Buch weiß ich, dass ich Probleme habe, an denen ich arbeiten muss.

    Wenn man sich anderen gegenüber nicht richtig öffnen kann, verpasst man etwas. Ich glaube, man macht sich das Leben damit nur unnötig schwer. Außerdem läuft man so eher Gefahr, dem Alkohol irgendwann selbst zu verfallen, wenn man nicht mehr alles mit sich selbst ausmachen kann. Das geht nun mal nicht immer. Und irgendwann ist es dann vielleicht zu spät. Immerhin werden laut Statistik mindestens 40 Prozent der Kinder von Alkoholikern selbst alkoholkrank. Tja, scheiß Erbe, das wir da mitkriegen...

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