Beiträge von Kiddo

    Hallo Cat,

    fühl dich ganz herzlich hier aufgenommen. Ich finde es toll, dass du schon so viel erkannt hast für dich, das ist ein sooo wichtiger Schritt, grundlegend für alle weiteren.

    Nachdem ich deine Beiträge gelesen habe muss ich sagen in einem hat dein Partner wirklich Recht:

    Zitat

    Er sagt immer das ist dein Problem.

    Es liegt nämlich an dir, was du ihm gestattest mit dir zu machen, was du mitmachst. Wenn du an deinem Tiefpunkt bist (nur du weißt ob der schon erreicht ist) wirst du die Kraft finden, eine Entscheidung für dich zu treffen, weil es dann nämlich um deine nackte Existenz, deine Weiche für die Zukunft geht.

    Viel Kraft wünsche ich dir. Denk an dich!!!

    Kiddo

    Hallo Doro,

    das gleiche Gefühl mit den Nachbarn hatte ich auch, deswegen bin ich einem Gespräch auch bisher aus dem Weg gegangen und hoffe das das noch länger klappt. Ansonsten werde ich halt sagen, dass es für mich das Beste ist und ich diese Entscheidung jetzt getroffen habe und durchziehen werde.

    Wahrscheinlich werde ich als Drachen gesehen, aber das ist auch egal jetzt. Vorhin im Krankenhaus habe ich auch gegenüber den Schwestern nochmal klar gemacht, dass er, sollte er auf die verrückte Idee kommen sich nach Hause entlassen zu wollen, kein Zuhause mehr hat. (O Gott wie schrecklich das klingt!!! ) :cry: "Ich löse meine Wohnung gerade auf, kümmere mich um seine Möbel und er hat jetzt die Chance befreit von der Sorge um seinen Besitz, sich nur seiner Gesundheit zu widmen."
    Trotzdem guckten die Pfleger und Krankenschwestern mich an, als hätte ich gerade die größte egoistische Gemeinheit von mir gegeben, die es überhaupt gibt. :(
    Naja, ein bisschen hab ich mich aber auch so gefühlt. Co lässt grüßen!

    Jetzt werd ich schlafen gehen, morgen ist ein neuer Tag, an dem vielen ungepackte Kisten auf mich warten :roll:

    Lieben Gruß

    Kiddo

    Hallo Trauerkloss,

    ich antworte dir jetzt mal hier auf deine Frage:
    ....ich traue mich nicht, meinen Mann so richtig auf den Alkohol anzusprechen, wie machst du das?

    (Sorry, ich krieg das mit dem Zitieren nicht hin)

    Nach jedem Entzug fing mein Freund so spätestens nach einem halben Jahr wieder an, heimlich natürlich. Ich hab es früher oder später mitgekriegt, weil ich ihm hinterherspioniert habe . Wenn ich ihn dann darauf angesprochen habe, (natürlich nur als Frage, denn schließlich hatte ich es ja nur durch schnüffeln erfahren) hat er es immer abgestritten oder heruntergespielt. Irgendwann kam ich dann nach Hause und hab ihn total abgeschossen im Sessel gefunden. Am nächsten Morgen hat er sich zwar entschuldigt, aber immer dazugesagt, dass er das alles im Griff hat.

    Für mich als Fazit habe ich festgestellt, dass jedes Ansprechen der Sucht. bei dem Alkoholiker zu nichts führt. Du musst ihn diesen Weg nach unten gehen lassen, nur an seinem Tiefpunkt besteht für ihn eine Chance auf Änderung.

    Alles Liebe dir!

    Kiddo[/quote]

    Hallo Gotti,
    danke für deine lieben Worte. Ich stehe irgendwie immer noch neben mir... kann gar nicht glauben, dass meine große Liebe jetzt mit so einem Knall zuende geht.
    Auf der einen Seite bin ich sehr froh, dass er jetzt nicht mehr hier ist, ich diese Verantwortung nicht mehr habe und auch niiiiiiie wieder übernehmen werde. Andererseits bin so tief traurig und enttäuscht, dass wir es irgendwie nicht geschafft haben, wo ich doch am Anfang überzeugt war, dass wir allen Unkenrufen zum Trotz der Welt die Stirn bieten würden. Tja, der Welt schon... aber dem Alk nicht!

    Jetzt ist es wie es ist, die Trennung ist für mich der einzige Weg wieder zu leben, mich wiederzufinden und wenn es so sein soll, dann als Single zu leben. Ich freue mich auch (manchmal zumindest) nur an mich zu denken, Sachen für mich allein zu tun und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen.

    Eine Wohnung habe ich schon in Aussicht... Anfang nächster Woche wird es wohl endgültig entschieden werden- hoffentlich für mich!

    Wie es mit ihm weitergeht liegt jetzt in seiner Hand. Meine letzte Aktion für ihn, ich sorge dafür, dass seine Sachen ordentlich eingelagert werden und dann kann er selbst entscheiden ob er nach dem dreiwöchigen Entzug eine Langzeittherapie macht oder nicht.

    Noch bin ich durch die ganze Arbeit abends immer so fertig, dass ich gar nicht dazu komme über mich selbst groß nachzudenken. Aber ich muss gestehen, dass ich vor der Zeit, in der ich mit mir alleine sein werde, Angst habe.

    Ich werde hier weiter berichten wie es mir geht.

    Lieben Gruß
    Kiddo

    Hallo Nele,

    herzlichen Dank für deine aufmunternden Worte in meinem Thread und bitte verzeih, dass ich dir nicht zurückgeschrieben habe. Aber ich war einfach nicht in der Lage dazu (habe dazu Beitrag bei mir geschrieben) Ich werde dir in nächster Zeit nochmal länger schreiben.

    Bis dahin wünsch ich dir erstmal viel Kraft.

    Kiddo

    Gerade ist der Notarzt raus....

    Aber damit es irgendwie chronologisch bleibt und ihr mir einigermaßen folgen könnt erstmal der Reihe nach:

    Seit meinem letzten Kommentar in diesem Thread ist viel passiert:

    - er hat seinen Job verloren
    - daraufhin verstärkte sich das Saufen bis es zuletzt seit vier Wochen 1 Flasche Wodka am Tag war
    - er baute körperlich immer mehr ab, aß nichts mehr, trank Unmengen an Wasser, wusch sich nicht mehr, lag nur noch im Bett, stand nur auf um mit dem Auto (!) seinen Alk zu besorgen
    - er besorgte sich dann einen Termin in einer Entzugsklinik, Termin war allerdings erst vier Wochen später (er wäre jetzt übermorgen)
    - machte zwischendurch kalten Entzug, urinierte ins Bett, kotete sich ein
    - fing dann wieder an weiterzusaufen
    - und ich? ich ging zur Arbeit und versuchte irgendwie alles zu schaffen, putzte alles weg, da ich ja auch noch hier wohne, las hier im Forum in jeder freien Minute und konnte aber nicht in meinem Thread hier weiterschreiben, dazu fehlt die Kraft.

    Innerlich merkte ich, dass es jetzt um mein Leben geht, ich war absolut am Ende, genervt, hab oft die Nächte geweint, aber ich hatte ja die Wohnung gekündigt, wie ihr euch vielleicht erinnert, es musste also weitergehen und ich wollte auch weiter in mein Leben! Diese Tage, in denen er immer mehr ein Pflegefall wurde haben mir gezeigt:
    Ich will nicht mehr mit ihm zusammenwohnen!

    In den letzten Tagen wollte ich schonmal den Notarzt rufen, er hat mich aber immer angefleht, dass er doch schon übermorgen zur Entgiftung geht und das ich diese zwei Tage auch noch durchhalten sollte.

    Heute nacht ging es dann nicht mehr anders, ich wachte auf von Gepolter und kam in Wohnzimmer, dort lag er bäuchlings auf dem Boden in seinem blutig Erbrochenen, und bat mich ihm aufzuhelfen und nicht den Notarzt zu rufen.
    Darauf hab ich Gott sei Dank nicht gehört!!! Krankenwagen gerufen, der holte dann noch den Notarzt dazu.

    Nachdem er abtransportiert wurde, kam die Mieter unter mir nach oben, hatten natürlich alles mitgekriegt und boten ihre Hilfe an. Ich berichtete kurz, erzählte vom Alkohol und dass ich auch schon die Wohnung gekündigt hätte. Darauf sie: "Mein Mann ist auch ALkoholiker, seit 6 Jahren trocken, aber Sie dürfen ihren Mann nicht verlassen, er braucht Ihre Hilfe, ich bin damals auch bei meinem Mann geblieben und alles ist gut geworden. Das kriegen Sie zusammen hin."

    Mit der Zusage, dass wir morgen nochmal reden, hab ich sie aus der Wohnung gekriegt. Dann hab ich erstmal alles geheult, danach das Erbrochene weggemacht, durchgewischt und bin irgendwie immernoch völlig konsterniert von allem.

    Danke für das Durchlesen an euch alle.

    Kiddo

    Hallo Picanha,

    danke für deinen Zuspruch. Ja, ich habe auch über dieses Glücksgefühl nachgedacht. Es ist wahrscheinlich zuviel verlangt, es jetzt schon haben zu wollen, schließlich beende ich gerade was. Etwas, das einmal als absoluter Traum begonnen hat und dann zu meinem Albtraum wurde.

    Es ist so viel Traurigkeit bei mir. Wie habe ich nicht gekämpft für diese Beziehung, für dieses Leben in unserer gemeinsamen Wohnung. Niemals habe ich gedacht, dass sich sein und mein Weg jemals wieder trennen werden.
    Bis der Alkohol die Regie offen übernahm, die Fäden gezogen hat er zwar auch vorher, aber da habe ich ihn noch nicht so wahrgenommen - und alles kaputt machte.
    Er will nicht vom Alkohol lassen, damit hat er seinen Weg gewählt, das ist sein gutes Recht.
    Mein gutes Recht ist aber auch, dass ich seinen Untergang nicht mitgehen möchte. Deswegen werde ich ihn "sein lassen". Mit Tränen in den Augen werde ich gehen und ihn seinen Weg gehen lassen. Das bin ich mir wert.

    Glück werde ich erst finden, wenn ich mit mir ins Reine gekommen bin. Ich habe mich auf den Weg gemacht. Schritt für Schritt.

    K.

    Ich habe die Wohnung, in der wir gemeinsam leben, nun endlich gekündigt!!!

    Nur noch drei Monate.....

    Seine große Bitte, noch einen Monat länger zu warten, habe ich abgelehnt, trotz großer innerer Wankelmütigkeit und mit viel schlechtem Gewissen, was er mir ständig einredet.


    Wie soll das bloß alles werden? Er liegt schon wieder im Bett, total zu. Er ist doch nie in der Lage seine Sachen zu packen und hier auszuziehen, sich ne neue Wohnung zu suchen....
    Muss er aber wohl, denn ich werde nur mir eine suchen.

    Wann kommt denn nun endlich das Glücksgefühl???

    Gruß an euch alle.
    K.

    Hallo Dagmar,

    deine Zeilen setzen die Prioritäten wieder richtig. Danke.

    Ich, als Co bin krank, und muss lernen mich in den Vordergrund zu stellen. Ich bin wichtig, meine Bedürfnisse, meine Freunde. Ich muss zu mir finden wie du so richtig sagst:

    Zitat

    vielleicht musst Du die Hände schließen und Herz und Seele fühlen lassen....

    Du hast schon das geschafft, wo ich noch hin will.
    Ich mache mich aber auf den Weg.

    Danke für den Kopf-grade-rücken, liebe Dagmar

    K.

    Hallo Peter,

    vielen Dank für deine Sichtweise meiner Situation und bisherigen Lebenseinstellung.

    Gerade das was du über meine völlig übersteigerte soziale Verantwortung sagst, beschreibt meine Beziehung genau.
    Er braucht mein Co-Sein für seine Sucht, nicht etwa meine Liebe.
    Er kann mir auch selbst keine Liebe geben, ja noch nichtmal Zuneigung oder Zärtlichkeiten. Wie auch, er ist ja nur mit seinem Suff beschäftigt. Darunter leide ich unglaublich und er merkt es noch nichtmals. Und wenn, dann hätte er es am nächsten Tag eh vergessen. :(

    Ich bin einer Illusion nachgelaufen. Der Illusion von einer Beziehung,
    in der ich vorbehaltlos lieben darf und ebenso zurückgeliebt werde,
    in der wir uns gegenseitig Kraft geben, je nachdem wer gerade mehr Unterstützung braucht,
    in der aus "ich" und "du" auf einmal "wir" wird
    in der gereichte Hände und geöffnete Herzen als Geschenk gesehen werden und nicht als Mittel zum Zweck.

    Ich habe alles darauf gesetzt .... "rien ne va plus"... und verloren. Was für eine Bilanz und das mit 35. Meine Freundinnen sind alle glücklich in Beziehungen lebend oder verheiratet und gerade Mutter geworden.

    Jetzt stehe ich mit nichts in den Händen da, sozusagen frierend im Regen und muss jetzt darum kämpfen, dass mein kleines nacktes Leben wieder Unterschlupf bekommt und zwar einen mit Fundament. Diesmal wird aber selbstgebaut und auf niemand anderen gesetzt als nur auf mich, nichts wird mehr aus den Händen gegeben! Also zurück auf LOS, aber ohne 4000 Mark (schade eigentlich :wink:) und wieder neu begonnen.
    Ich bin für mich verantwortlich.

    Danke für eure Zeit.

    K.

    Liebe Doro,

    du hast es mit deinen Worten wirklich auf den Punkt getroffen und beschreibst genau meinen Gefühlszustand.
    Deine Worte berühren mich, ja.

    Zitat

    Aber es hilft nichts, du musst jetzt einfach die Zähne zusammenbeißen und: weiter weiter weiter.
    Die Gefühle sagen: Ich will einfach nur noch meine Ruhe, ich will gerettet werden.
    Aber das geht eben nicht. Nur mit Tapferkeit kommt man da weiter, jedenfalls in dieser akuten Phase, solange du ihm noch so ausgeliefert bist.


    Danke für deine Worte. Sie geben mir wieder Kraft, wie einem Läufer, dem man auf der Zielgeraden zuruft: Los! Du schaffst es! Noch ein kleines Stück! Wir glauben an dich! (obwohl der Vergleich von mir mit nem Läufer echt zu komisch ist :lol: )

    Danke auch an dich, Weißbär! Dein Beitrag hat mich zum Nachdenken gebracht.

    Liebe Grüße

    K.

    Hallo Weißbär,

    ja, seine Eltern kenne ich, sie mögen mich und haben mir immer zugeredet, dass ich mich von ihm trennen muss, dass es das Beste für mich wäre. Mit ihm zusammen wäre kein glückliches Leben für mich möglich.
    Lange habe ich das nicht geglaubt, sondern eher eine Intrige gewittert, uns auseinander zu bringen. Mittlerweile glaube ich ihr.

    Als die ganz großen Abstürze in letzter Zeit kamen, da habe ich sie zuerst noch um Hilfe und Beistand gebeten. Sie kam dann auch immer, konnte aber auch nichts ausrichten. Als sie merkten, dass er sich nicht ändern will, es auch so deutlich sagte, dann kam der Kontaktabbruch. Für den mich mein Lebensgefährte ja verantwortlich macht, weil ich sie gerufen hab und sie so das ganze Ausmaß mitbekam.

    Was deine Frage zu den Verträglichkeiten betrifft:

    Er wirft alles ein, was geht, und trinkt auch noch Wodka oder so braunen Kräuterschnaps. Sein Arzt hat ihm dringend davon abgeraten, nützt aber auch nichts.
    Seinen Job macht er noch irgendwie aber dort haben sie auch schon was gemerkt, seine Vertragsverlängerung ist für mich daher fraglich. Sobald er zuhause ist, schläft er nur noch, den ganzen Tag bis er dann am nächsten Morgen wieder aufstehen muss. Für andere Aktivitäten wie Zeitung lesen oder was gemeinsam mit mir ist schon längst kein Raum mehr.
    Er vergleicht sein Alkoholproblem immer mit einer unheilbaren Krebskrankheit, dagegen könnte man auch nichts mehr machen, genauso wenig wie er gegen den Alkohol. Er will ja auch gar nicht!

    Ich weiß, dass die Situation sich nicht verbessern wird und ich wünschte ich wäre so konsequent wie seine Eltern.

    Mein nächster Schritt muss sein, dass ich zum Ende des Monats die Wohnung kündige. Ich weiß nur noch nicht woher ich die Kraft nehmen soll, seine ganzen Vorwürfe auszuhalten, an mir abprallen zu lassen, sein Leben ruiniert zu haben. Er weiß genau, wie er mich im Innersten am Schwersten treffen kann. :(

    Lieben Gruß

    K.

    Danke Diandra für deine Worte.

    Es tut gut sie zu lesen. Ja, das was du mir aufzeigst ist der richtige und einzige Weg für mich. Ich will ihn gehen und ich will es schaffen!!! Ich nehme es mir ganz fest vor. Es ist meine Chance auf mein Leben.

    Eine andere Überlegung ist jetzt, was ich mit der Wohnung mache. Soll ich ihm sagen, er soll dann und dann ausziehen. Für mich alleine wäre sie zwar zu groß, finanziell aber noch gerade so machbar. Was mache ich aber, wenn er nicht auszieht?
    Soll ich sie kündigen? Dann muss ich aber auch raus. Dann kämen die Umzugskosten auch für mich dazu.

    Was würdet ihr machen?

    Lieben Gruß

    K.

    Hallo, ihr Lieben.

    ich bin im Moment in einem richtigen Tief. Ich hatte mich auf eine Arbeitsstelle in einer 500 km weit entfernten Stadt beworben und es sah auch die ganze Zeit so aus, als würde ich sie kriegen. Ich wäre dann gegangen, hätte meinen Lebensgefährten vor vollendete Tatsachen gestellt und wäre dann gegangen, Wohnung gekündigt und weg. So hatte ich mir das auf jeden Fall vorgestellt. Es wäre die Chance gewesen, wegzukommen.

    Und er? Er trinkt weiter, fährt Auto, geht zur Arbeit und wurde dort schon von einem Mitarbeiter darauf angesprochen, dass er wichtige Sachen vergessen würde... so mit den Worten "Ich kenn das, mein Vater war auch Alkoholiker." Er natürlich alles abgestritten.... er wäre doch angeblich grad in einer schwierigen Phase. Das ginge vorbei.

    Nun hab ich den Job aber leider nicht gekriegt, in letzter Minute. :(
    Das heißt für mich, hierbleiben, nicht den einfachen Weg sondern jetzt wird es richtig schwer hier loszukommen.

    Wie schwer, das hab ich gestern Abend gemerkt. Ich habe ihn gefragt, wie wir es denn nun machen würden, im Sommer. Für mich hat unsere Beziehung keine Grundlage mehr, ich fühle mich schlecht dabei, ich will keinen Mann mehr, der, kommt er nun mittags oder abends nach Hause, sich ins Bett legt und schläft bis er wieder zur Arbeit muss. Mich stört, wie er an freien Tagen rumläuft, sich nicht mehr pflegt. Und dann seine ewige Sauferei. Aber er hat ja angeblich ALLES IM GRIFF!!! :evil:
    Und dann diese Vergesslichkeit, obwohl das noch zu harmlos klingt, er versäuft echt seinen Verstand und ich muss dabei zusehen.

    Also gestern Abend machte er mir schwerste Vorwürfe, ich wäre Schuld dass er sich von seiner Frau getrennt hat, da alles verloren hat (Haus, Garten und so) und den Kontakt zu seinen Schwiegereltern. Angeblich habe ich ihn von seinen Freunden isoliert (dabei meldet er sich bei denen nicht mehr, ich wäre froh wenn wir mal wieder unter Leute kämen) und wäre Schuld, dass seine Eltern sich abgewendet hätten.
    Die haben ihm jede Unterstützung für seine nasse Zeit entzogen, dabei aber zugesagt, dass sie seine ernst gemeinten Versuche vom Alk loszukommen mit ganzer Kraft unterstützen werden. Und jetzt würde ich ihn in die Mittellosigkeit stürzen.
    Damit hat er bei mir einen großen Co-Knopf gedrückt. Irgendwie fühle ich mich tatsächlich verantwortlich dafür. Alle Kraft, die ich in den Aufbau meines eigenen Lebens stecken wollte, ist dahin.

    Ich fühle mich ausgelaugt, leer und unfähig zu gehen.

    Ich bitte euch um Unterstützung, denn ich sehe keinen Ausweg für mich.

    K.

    Hallo Doro, hallo Julchen,

    lieben Dank für eure Denkanstöße, sowas hilft mir ungemein, sonst schmor ich hier irgendwie nur im eigenen Saft und die Gedanken drehen sich im Kreis.

    Auch wenn ich nicht in der Lage bin so schnell zu handeln wie ich es mir gerne wünschen würde, so ist doch die Möglichkeit meine Qualen, die ewig kreisenden Gedanken herauszuschreiben und dabei immer wieder von allen hier unterstützt zu werden, der wichtigste Rückhalt, den ich im Moment habe.

    Tausend Dank dafür.

    K

    Hallo Julchen,

    danke für deine aufmunternden Worte. Sie zeigen die richtige Richtung für mich, aber es ist so schwer, mir selbst das Recht zuzugestehen, am Wichtigsten zu sein und zu schauen, was mir am Besten tut.
    Meine Mutter hat ihr ganzes Leben lang nur an andere gedacht, sich selbst völlig zurückgestellt. Gesagt hat sie mir zwar immer: Werde glücklicher als ich es geworden bin.
    Aber unterschwellig hat sie mir etwas ganz anderes übermittelt, nämlich dass man selbst sich nicht das Recht auf glücklich sein herausnehmen darf, immer muss man hintenan stehen.
    Ich weiß, dass ich da ausbrechen muss, aber es ist so schwer. Woher kriege ich bloß dieses Gefühl zurück oder überhaupt, dass ich für mich wertvoll und wichtig sein darf?

    K.

    Hallo an alle,

    nach einer Auszeit letztes Wochenende bin ich nun wieder in unserer Wohnung. Gestern wieder ein großer Absturz. Er hat wieder soviel getrunken, dass er im Laufe einer Viertelstunde, die wir vor dem Fernseher saßen (ich hatte mir von ihm gewünscht, mit ihm gemeinsam den Grand Prix zu schauen) zu einem Menschen wurde, der lallte, ständig einschlief, und nach lauter Ansprache durch mich mit offenem Mund und entglittenen Gesichtszügen auf den Fernseher starrte. Ich war absolut fassungslos. :( Wieso bin ich das eigentlich noch??? Jedesmal!
    Ich hab ihn dann schlafen lassen. Nach einer Zeit bin ich ins Bett. Er schlief auf der Couch, kam dann wohl irgendwann ins Bett.

    Heute früh konnte er sich natürlich an nichts erinnern, erklärte er mir, dass er gestern nur von Tabletten, die er gegen Suchtdruck eingenommen hätte, so belämmert gewesen wäre, er hätte ja n i c h t s getrunken.
    Ich hab das nur abgenickt, weil jeder weitere Satz verschwendet gewesen wäre.
    Heute nachmittag kam er dann mit einem selbstgeschriebenen Gedicht. Tenor war, dass er mir vorwarf, ihn im Stich zu lassen. Damit hat er meinen wundesten Punkt getroffen!!! :( Er zitierte aus der Bibel, wie Jesus seinen Jüngern auf die Frage antwortet, wie sie denn gerichtet werden ..."das, was ihr meinem geringsten Bruder getan hab, dass habt ihr mir getan" . Es wäre also meine Christenpflicht, weiter zu ihm zu halten.
    Darf ich mein Lebensglück über seines stellen? Durch das jahrelange Vorleben meiner Mutter schreit alles in mir NEIN! Aber da ist auch eine kleine Stimme, die wünscht sich auch glücklich zu sein, und das kann ich nicht an der Seite dieses Mannes, der doch mal meine große Liebe war.

    K

    Danke, Gotti, für deine Worte.

    Tja, nun bin ich also wieder angekommen, hier in der Wohnung, die ich einmal mit soooooviel guten Gefühlen und Hoffnungen auf u n s e r e Zukunft gemietet hatte. Und jetzt?

    Ich sah schon von draußen, dass alle Vorhänge zugezogen waren. Schlechtes Zeichen, schließlich war doch Nachmittag. Dann kam ich rein und alles war verdunkelt bzw. zugezogen. Ich begrüßte ihn mit den Worten "Was ist denn hier los?" Er meinte einfach lapidar, das hätte er nun gebraucht. Er hätte ja jetzt seit Freitag nichts mehr getrunken. Aha.
    Ich hab ihm gleich angemerkt, dass er so stoisch, irgendwie apathisch war, gleichgültig. Hatte gar nicht gemerkt, dass ich eine neue Bluse anhatte. Im Kühlschrank war absolute Leere. Der Biomüll quoll über. hmmm! Dreckiges Geschirr war einfach so in den Schrank geräumt. Ich hab dann mehrere Tablettenschachteln gefunden. Hat wohl versucht die Entzugserscheinungen durch den fehlenden Alkohol (wenn ich ihm das mal glaube) mit speziellen Tabletten die ihm noch von seinem letzten Entzug bekannt waren, zu betäuben.
    Kennt jemand xxx oder xxx?

    Deswegen kam er mir auch so zugedröhnt vor. Als ich dann nur eine Bemerkung dahingehend machte, was er denn jetzt weiter machen würde, meinte er nur, es wäre doch alles ok, er hätte jetzt den keinen seit Freitag keinen Alkohol mehr getrunken, dank der Tabletten und mehr bräuchte er ja nicht. So ein ****!!!
    Aber auch davon muss er doch erstmal runter kommen!
    Wie einfach er sich das alles vorstellt. Nicht zu fassen. Aber ja, ich hatte ja vergessen,dass Entzug in einer Klinik ja totaler Quatsch ist und er das ja auch alleine zuhause in drei Tagen schaffen. Pah!!! :twisted:

    Jetzt belagert er das Wohnzimmer, schaut fern. Ich mag nicht in seiner Nähe sein, habe mich ins Schlafzimmer verzogen. Ich möchte meine Wohnung für mich!

    Trotz all dieser Wut, die ich verspüre und Abscheu vor soviel Ignoranz bezüglich seiner Krankheit bin ich im Moment nicht in der Lage ihm zu sagen, dass er sich eine neue Wohnung suchen soll. Das macht mich so wütend und so hilflos, weil ich nicht weiß, wie ich das ändern soll.
    Aber vielleicht, wenn noch einige weitere Tage und Wochen kommen, in denen er mich immer weiter stört und in seiner Lethargie nervt, dann komm ich vielleicht endlich an den Punkt, wo ich es kann. Das heißt also, es geht mir noch nicht schlecht genug. :cry: Mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken!

    Für heute war es das erstmal. Gute Nacht euch allen!

    K.

    xxx Bitte keine Medikamentennamen nennen.S.Käferchen

    .. und schon ist Sonntag und meine Auszeit geht unweigerlich dem Ende zu. Sms von ihm kam heute morgen schon: Meine Liebste, bist du schon auf dem Rückweg? hab mich nicht drauf gemeldet. ... Er würde ja schon sehen, wann ich wieder bei ihm auftauchte. Dann zog er die Schlinge wieder enger: als nächstes kam dann ein Anruf. Obwohl ich nicht wollte bin ich dann doch drangegangen. Mist. Ich war aber ganz kurz ab. Er wollte wohl abklären, bis wann er die Wohnung wieder so hergerichtet hat, dass der Schein (ha ha!) mir gegenüber gewahrt bleibt. Er hat nämlich alles im Griff, für alle, die es noch nicht wussten!!! :!:

    Unsinnigerweise hatte ich irgendwo gehofft, dass sich nach den vier Tagen mein Problem in Luft auflöst. Völlig bekloppt, ich weiß :oops:

    Ich hab trotzdem große Angst wieder zurück. Meine Entschlüsse, ihn nun endgültig zu verlassen, bzw. ihn aus meiner Wohnung zu kriegen, mich zu meinem Mittelpunkt zu machen, endlich wieder glücklich werden zu können, stehen noch nicht wirklich auf festen Beinen. :(

    Sie sind zwar innerhalb der vier Tage gereift, aber ich hab so Angst es nicht zu schaffen!!

    Ich will nicht wieder umkippen, aber ich merke wie er wieder beginnt mich zu beeinflussen, wie sehr mich das zwar ankotzt, aber ich auch Angst habe, konsequent zu sein, es vielleicht wieder nicht zu können.

    Ich muss mir jetzt immer wieder sagen, dass ich nicht mehr in diese schlimme Zeit zurück will........ ... ... ... dann kommen aber auch wieder die Erinnerungen an die schönen Zeiten. .... .... nein nein nein, ... grrr :x

    Es hat mir bei meinen Eltern so gut getan, hab gemerkt, dass ich auch ohne ihn Spaß am Leben haben kann. In drei Tagen mehr, als in Monaten mit ihm als Alki. Wieso kann ich mich dann nicht einfach ausklinken, das ist echt krank. :twisted:

    K.

    Für vier Tage hab ich mir jetzt "Urlaub" genommen, bin zu meinen Eltern gefahren. Ich will Abstand von ihm! Der erste Schritt war, dass ich letztens nicht für ihn zum Arzt gefahren bin um das Rezept zu besorgen, jetzt meine Auszeit. Hätt ich mir selbst nie zugetraut.
    DANKE für dieses Forum, Danke an alle die hier ihre Lebensgeschicht erzählen und in deren Leben ich mich eingelesen hat und dabei immer nur mir selbst und meinen Verhaltensmechanismen begegne.
    Trotzdem ist es aber so schwer... immer wieder kommt der Gedanke, was er wohl macht. Ich schaue ständig aufs Handy, dessen Schweigen mir in den Ohren wehtut. Ich weiß, dass er meine Abwesenheit nur wieder zu neuen Exzessen nutzt, obwohl er das Gegenteil beteuert.
    Dieses Zweifel und Schulgefühle, die mich quälen, der Gedanke, vielleicht schafft er es doch nur mit mir an seiner Seite.

    Und dann wieder dieser große Wunsch nach Freiheit in mir. Was hab ich mich vernachlässigt! So wie ich mit mir umgegangen bin, würde ich keinen anderen Menschen behandeln, warum mach ich es dann bei mir???
    Warum schaffe ich es nicht gut zu mir zu sein, mir mit gutem Gewissen etwas gönnen zu können?
    Hat irgendjemand ein Problem auf dieser Welt, sei es nun seelisch, körperlich oder gar finanziell? Ich mache es zu meinem.... bis zur kompletten Selbstaufgabe.

    Das muss ein Ende haben! Nur wie?

    K.

    PS: Das sind einfach meine Gedanken, seelischer Müll, der sich über die Jahre angesammelt hat und den ich niemals ausgesprochen habe, bis jetzt. Ich erwarte keine Antworten!