Beiträge von Aleksa

    Liebe Nici,

    danke das Du Deine Erlebnisse mit mir teilst, ich staune immer wie sich die vielen Geschichten hier so sehr ähneln.

    Nein und Alk hole ich ihm auch nicht während seiner Saufphasen- das kann ich nicht, ihm das beschaffen was ihn und uns kaputt macht.
    Mich hat es dann traurig gemacht, wenns ihm mies ging und er so nett und freundlich zu mir kam, er bräuchte meine Hilfe, ob ich ihm nicht eine Flasche vom Einkaufen mitbringen kann - da ging's dann auf einmal wieder mit dem Miteinander, als es um den Alk ging.
    Das schlimmste in diesen Phasen ist dann immer wenn ich sehe ,wie er tatsächlich den Alkohol über alles andere stellt, Ehe, Kinder, Harmonie, Vertrauen, naja die üblichen Dinge eben die man so braucht in seinem Leben.

    Er hat mir das auch schon gesagt, er ist da glücklicherweise sehr ehrlich und weiß was mit ihm los ist. Aber es ist schwer zu verdauen, wenn einem der eigene Partner sagt, wie sehr der Alkohol alles verdrängt, in dem Moment wo er gebraucht wird alles andere in den Schatten stellt.
    Das macht einem richtig Angst zu sehen welche Macht dieses Ekelzeug über einen Menschen (oder eben mehrere wenn man hier die Zahlen der Mitglieder zählt) ausüben kann.


    ....liebe Grüsse und ein wunderbares Wochenende.
    Aleksa

    Ihr seid wahrscheinlich mein Rettungsanker :D !

    Ich kann gar nicht beschreiben, wie viel mir das bedeutet, dass ich verstanden werde und sehe dass ich nicht die einzige bin.

    Zitat

    das zu dem thema aggression, wut und verzweiflung ich bin vor mir selbst erschrocken.hinterher war wieder nur ich die jenige die sich nicht im griff hatte

    Das hier hat mich tief getroffen, oh gott wie oft habe ich mir das gedacht, mich dafür geschämt, zutiefst geschämt, er war so cool und ich habe so oft einen Deppen aus mir gemacht in so einer blinden Wut und verzweifelter Hoffnung irgendwie an ihn ranzukommen in solchen Momenten. Ihm begreiflich machen was er da gerade tut..

    Zitat

    [nachdenklichen nachmittag - geduldsfadenverstärker - kraftpäckl ]

    Das werde ich haben...und dafür bedanke ich mich von ganzem Herzen
    :)

    Aleksa[/quote]

    Ich habe sehr sehr lange gebraucht und du solltest dich da auch nicht drängen. Mann muss es fühlen und richtig wollen, um dann auch wirklich dahinter zu stehen, welchen Weg man einschlagen möchte.

    Danke, das tut gut.
    Wobei ich weiß, dass ich mich nicht hinter einer wohlüberlegten Lösung verstecken darf, die dann nur in weiterem Nichtstun und weiter aushalten endet - davor habe ich genauso viel Angst, wie vor einer impulsiven Lösung.

    Nicht immer zu denken: Halt, heute könnte er betrunken sein, dann geht dies oder jenes nicht.

    Ja, kenne ich, und wie blöd war ich, wenn er dann z.B. nicht mit auf einen Geburtstag konnte, ihn auch noch zu entschuldigen.
    Ärger mit meinen Freunden habe ich mir oft eingehandelt, wenn ich kurzfristig einen Besuch bei mir absagen musste (natürlich mit einer Lüge, bin krank, Kids krank, o.ä.)

    In Kürze ist es soweit, dann beginnt mein eigenes Leben.

    Dafür wünsche ich Dir alles Gute dieser Welt! So viel Mut und Entschlossenheit verdient Bewunderung und Respekt.

    Wenn du bei deinem Partner bleibst Aleksa, und du bei dir sein willst, dann darfst du auch keine Ängste, keinen Hass, keinen Ekel, keinen Ärger usw. empfinden. Kannst du das?

    Spontan traue ich mich diese Frage nicht zu beantworten, ich denke seit langen darüber nach, auch ob es das ist was ich will.


    Liebe Grüße und einen schönen und ruhigen Tagesausklang

    Lieber Matthias,

    Du hast schon richtig gedeutet, das ABER ist es wohl woran ich noch arbeiten muss, und zwar für mich und meine Kids (und nicht für meinen Mann)
    Das "du hast ja Recht" gilt eher für Inga selbst, sie für sich hat Ihre selbstbestimmten Konsequenzen gezogen - zu Recht.
    Das ABER ist dann eher der Link zu meinen Gedanken und Gefühlen - die Suche nach positivem, nach Happy End wenn Du so willst. Weißt Du, manchmal lässt mich der Glaube daran das es vielleicht so etwas gibt jeden Tag weitermachen (vor allem wenn er trinkt), ich habe ziemliche Angst davor ohne dieses Gefühl aufzuwachen, weil ich dann nicht wirklich weiß wie der Tag zu bewältigen wäre.
    Manche denken vielleicht wenn man dies liest, die ist ganz schön blauäugig oder naiv oder harmonie süchtig (wie mich mein Gatte immer nennt), stimmt aber nicht - ich stehe mit beiden Beinen fest im Leben, habe aber nun mal an mein Leben Anforderungen und mir Wege gesucht (bewußt oder unbewußt sei dahingestellt), mit meiner Situation klar zukommen. Im Moment denke ich, fehlt mir wahrscheinlich noch das konsequente Denken - so weit geht es im Moment noch nicht.

    Ich habe jetzt seit langen Jahren zum ersten Mal die Gelegenheit mich mitzuteilen, Meinungen zu meinen Gedanken zu hören und zu verarbeiten und hoffentlich!!! daran zu wachsen (dafür sorgt Ihr alle - vielen Dank dafür!), das ist ein wunderbares Gefühl.

    Es ist unheimlich schwierig solche Gedanken überhaupt anzufangen, das wissen sicher auch viele hier, da ich an sich ein sehr positiv denkender Mensch bin und Egoismus nicht in mein Lebensbild passt und meinen Mann tatsächlich noch liebe macht es alles manchmal so schwierig und kompliziert.
    Vielleicht liegt liegt darin auch das Problem

    Zu seinem Trinkverhalten, nein so etwas habe ich mit ihm noch nicht durchgemacht. Wenn er trinkt dann in seiner Werkstatt und ich kümmere mich auch nicht mehr "rührend" um ihn (das war mal und ist schon lange vorbei). Ich sorge mich um ihn und seinen Zustand - vor allem wenn er denkt er kann zu Hause da raus - alleine Abtrinken. Ich weiß wie gefährlich das ist. Was mich nicht mehr kümmert sind seine Depressionen die er dabei hat (totsaufen, erschießen, er will nicht mehr), da kann ich ihm nicht mehr helfen, dass weiß ich inzwischen.

    Seine Aggressionen, der andere Mensch der da auf einmal ist, das macht mir Angst - da hasse ich ihn manchmal und natürlich auch der ekelhafte Gestank nach Alkohol, die bitterbösen Dinge die er sagt, ja dann hasse ich ihn dafür...ich habe mir das sogar mal aufgeschrieben, damit ich's nicht wieder vergesse und irgendwann wieder alles eididei ist - aber nach einer Erholungsphase (dann wenn er 10 Tage auf Entzug ist - ) ist alles so weit weg und ich versuche zu hoffen alles bleibt gut...und da muss ich raus - wie gesagt der schwierigste Schritt.

    Was das verhindern eines Tiefpunktes angeht, wie soll das denn gehen? Natürlich läuft hier alles weiter, Haus ist sauber, Rechnungen bezahlt, Klamotten wieder rein - das Leben läuft wunderbar weiter, aber mit Kindern muss es das auch (das mache ich nicht für ihn sondern wirklich nur für meine Familie) - Nein tut mir leid, das war jetzt gelogen, zum Teil wenigstens, ja ich denke mir auch immer, er wird sicherlich stolz auf mich sein wie ich das alles wieder gewuppt habe und froh sein das ich da bin, vielleicht brauche ich mal jemanden der mir den Kopf wieder gerade rückt Wie soll er denn da seinen Tiefpunkt erreichen?
    Manchmal wenn der Teufel auf meiner Schulter sehr laut wird, sagt er mir: Er hat mich vielleicht nur deswegen geheiratet, sich sein Leben so eingerichtet, dass er immer wieder weiter saufen kann und nichts passiert.....

    Tut mir leid, so viel wollte ich gar nicht schreiben und alle zu texten, das kam alles so raus.

    Danke fürs da sein
    Aleksa :(

    Guten Morgen Ihr Lieben,

    danke für Eure Gedanken, die wie ich zugeben muß für mich auch schwer verdaulich sind.
    Ich habe im Forum auch Berichte von verschiedenen "Stadien" gelesen, demnach befinde ich mich wohl wieder mal in einer Hoffnungsphase?

    Liebe Inga, Du hast ja sicherlich Recht mit dem was Du schreibst, aber es gibt doch genau hier auch Abhängige, die hart an sich arbeiten, die es geschafft haben, die gesehen haben das es so nicht mehr weitergeht....das gibt doch Hoffnung, oder? - Ja ich merke es ja selbst, Ertrinkende klammern sich an jeden Strohhalm....aber es lief ja bei mir in der letzten Zeit recht gut.

    Was mich heute wieder beschäftigt, mein Mann ist heute daheim geblieben, Schmerzen (Rheuma). Ja und nun habe ich doch wieder Angst, den diese Auszeiten zu Hause waren bisher oft der Auslöser für den nächsten Rückfall (ob es die Schmerzbetäubung ist oder einfach die Zeit nutzen, weiß ich nicht). Ich merke wie ich ihn beobachte, wie ich selbst mich schon wieder verändere - nicht wie gewohnt gelassen und ruhig sein kann, das ärgert mich tierisch. Ich will mich doch nicht mehr da reinziehen lassen, hatte gehofft das geht leichter.
    Ruhig werde ich erst wieder, wenn er morgen zur Arbeit geht, dann ist alles ok - aber bis dahin diese blöde Angst, eine ständige Achtungsstellung - kennt ihr das auch? Immer auf der Hut sein und sich nicht entspannen können, sich innerlich schon mal auf alles vorbereiten was kommen könnte.
    Und diese Veränderung merkt dann auch er, er sagt dann immer ich bin so distanziert auf einmal - wenn ich ihm erkläre warum, gibts wieder diese endlosen Gespräche die dann mit Knatsch enden (weil er mich nicht versteht und ich ihn nicht usw) - das nennt man dann wohl Teufelskreis.
    Ich werde dennoch versuchen mich auf meinen Tag zu konzentrieren, auf meine Aufgaben und hoffe das es mir gelingt meine guten Vorsätze nicht aufzugeben.
    Drückt mir die Daumen.

    Alles Liebe für Euch
    Aleksa

    Lieber Eric,

    ich weiß es nicht, ist denn nicht jeder Abhängige etwas anders?
    Ich möchte mir meinen Mann bzw. seine Krankheit sicher nicht mehr schön reden, dass habe ich lange genug gemacht - ich weiß aber ja auch was er für ein besonderer (trockener) Mensch ist, das macht es wohl auch schwer so hart mit ihm ins Gericht zu gehen.

    ....mein langer Weg fängt wohl gerade erst an, dass sehe ich nun anhand der vielen Kommentare, ich bin aber sehr froh meinen Weg diesmal selbst gewählt zu haben und denke das ich ihn zumindest nicht allein gehen muss :)

    Lieber Gotti,
    ganz ehrlich, ja ich hatte das erwartet, wie gesagt, nicht jeder kennt sich mit Sucht aus.
    Vielleicht geht es auch nicht anders, als diese Erfahrungen selbst zu machen, daran zu wachsen.

    Für mich stehen aber Scham und seine Enttäuschung wegen seinem Schwach werden doch dafür, dass er da raus möchte - nach wie vor, das ist doch ein gutes Zeichen, es ist ihm nicht egal.

    Ich weiß jetzt aber, dass ich weder der Grund dafür bin, wenn er wieder trinkt noch das ich der Grund dafür bin wenn er trocken bleibt, das muss er wahrscheinlich mit sich selbst ausmachen.

    Früher klang das für mich danach "ihn auf zugeben", ihn, meinen Mann, im Stich zu lassen - jetzt muss ich lernen das es wichtiger ist, mich selbst zu stärken, meine Erkrankung zu kurieren - soviel Egoismus muss man erst mal lernen vor allem als Frau mit Helfersyndrom.

    (...und noch ein böser Gedanke der mir gerade kommt, ich glaube und das wäre schrecklich!! - in den Momenten in denen er am Boden war, kurz vor dem klinischen Entzug, da habe ich mich dann stark und vor allem endlich gebraucht gefühlt, ich konnte mitfühlend sein und das Heft wieder in die Hand nehmen für einen kurzen Moment)....ist das nicht auch diese Abhängigkeit von seiner Erkrankung?

    Ich sehe schon ich habe viel aufzuarbeiten, zu lernen und nach zu denken.

    Ich danke Dir für Deine guten Wünsche und wünsche auch Dir viel Kraft und immer ein Lächeln auf den Lippen :)

    Aleksa

    Liebe Sorrowful, ein sehr trauriger Name...

    hast Du ihn gewählt weil Du Dich im großen nur so fühlst, dann musst Du für Dich dringend und schnell etwas tun.

    Auch ich bin neu hier, nach 5 Jahren Co-Abhängigkeit habe ich endlich begriffen, dass ich da nicht alleine rauskomme.
    Leider habe ich das erst begriffen, als es mir sehr schlecht ging - mir mein Leben egal war - weil ja die Abhängigkeit meines Partners alles in sich verschlungen hat...und meine Abhängigkeit von ihm mich und meine Persönlichkeit regelrecht zerstört hat. DAS hat mir mehr Angst gemacht, als die Trunksucht meines Partners.

    Bis vor ein paar Tagen hätte ich niemals das Wort Co-Abhängig in meinen Mund genommen. Als ich mich jetzt aber mit meinem Problem beschäftigen musste, weil es nicht mehr anders ging habe ich erkannt, dass ich das schon seit Jahren bin.

    Diese Erkenntnis ist, wie bei dem betroffenen Partner, der erste und wichtigste Schritt Dein Leben wieder in gute und gesunde Bahnen zu lenken.

    Lies Dir doch mal die Infos zur Co-Abhängigkeit durch, gehe in Dich und sei ehrlich mit Deinen Antworten Dir selbst gegenüber, mir hat das sehr geholfen.

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, das Du das für Dich früher erkennst, noch bevor die Abhängigkeit Deines Freundes Dein Leben steuert.

    Zitat von Aleksa

    Er selbst hat mir oft genug gesagt, das ich ja wußte das er Alkoholiker ist und das stimmt, er hat mich zwar belogen was den Zeitraum seiner Abstinenz angeht, aber er hat mir damals gesagt er ist Alkoholiker.

    Verstehe ich das richtig: Er hat dich von Anfang an belogen? Klingt für mich nicht wie ein starkes Fundament, auf dem eine gesunde Beziehung gedeihen kann. Und was denkst Du, warum hat er dich wohl belogen?

    Sorry, wenn meine Worte etwas deutlicher ausfallen, aber soweit meine Erfahrungen als Alkoholkranker.

    Lieber Eric,
    ich habe ihn gefragt, als es so nach und nach ans Licht kam, dass er mich hinsichtlich der Länge der Trockenheit (8 Jahre) belogen hat. Es waren 8 Jahre immer wieder unterbrochen von vielen Rückfällen und Rehas.

    Er sagte mir, dass er mich beruhigen wollte, damals als wir uns kennen gelernt haben, eben mit einer Halbwahrheit. Er wusste wohl das ich zu diesem Zeitpunkte keine Beziehung mit ihm in Betracht gezogen hätte, wenn er mir gleich die Wahrheit erzählt hätte.
    Ich weiß, da steht ganz groß Manipulation drüber, ich war darüber nicht mal so verärgert, was mich allerdings sehr schwer enttäuscht hat ist, das er mich (er der ja ein erfahrener Alki ist) einfach so ins kalte Wasser geworfen hat als der erste Rückfall in unserer Beziehung (nach 3 Monaten) kam - ich konnte doch damals noch gar nicht damit umgehen, wusste nicht viel über Alkoholismus, Abhängigkeit, warum er auf einmal mit allen unzufrieden war, schlecht gelaunt und warum es so schwierig war nicht mehr zu trinken.
    Ich habe ihm das lange zum Vorwurf gemacht und bin jetzt dabei auch das zu verarbeiten und abzuschließen.

    Ich weiß - ich habe mich jetzt schon auf einen sehr langen Weg eingestellt, bin mir aber sicher, dass er jetzt in die richtige Richtung führt, weg von Zusammenbrüchen und dieser ewigen Spirale die sich nur ewig um Alkohol zu drehen schein.
    Das hat dieses Zeug meiner Meinung nach nicht verdient (ich denke Du verstehst wie ich das meine).


    Liebe Grüße
    Aleksa

    Viele Grüße
    Eric (trockener Alkoholiker)[/quote]

    Etwas neues tut sich in mir:

    Ich habe mich nun am Wochenende sehr intensiv im Forum belesen und mir die Gedanken und Worte aber auch die vielen verschiedenen Lösungswege die von Co Abhängigen eingeschlagen werden angesehen. So vielschichtig wie die Probleme in einer Beziehung mit einem Alkoholiker sind so vielseitig sind auch die Entscheidungen die die Angehörigen treffen.
    Was mir komplett neu ist, ist das mir jemand sagt ich hätte Gutes verdient, ich so ganz ok wie ich bin und ich bin auch diejenige die entscheiden muss, wie mein Inneres zukünftig auszusehen hat. Vielen DANK!! dafür.

    Mit diesem beruhigenden Gedanken bin ich auf eine Geschichte hier im Forum gestoßen, die für mich hilfreich ist. Die Frau hat sich entschieden bei Ihrem Mann zu bleiben, sagt aber auch, dass es niemals möglich sein wird - eine "normale" symbiotische Beziehung zu führen wie andere Paare bei denen Alk keine Hauptrolle spielt. Sie und Ihr Mann leben gut miteinander, aber jeder für sich behält sich sein eigenes Leben vor (Freunde, Aktivitäten,etc), ist man sich darüber klar und kann seine Beziehung so akzeptieren wäre dass vorerst ein guter Weg - für beide.

    Auch ein Satz in den Informationen über Co-Abhängigkeit - der da lautetet: "der trinkende Partner mag zwar der Auslöser sein ist aber nicht!! Schuld daran wie ich mich fühle - das kann nur jeder für sich bestimmen.
    Ich habe darüber mit meinem Mann gesprochen - ihm die Infos gezeigt, ihm auch gesagt, das ich gesund und glücklich leben möchte (vielen der Symptome bis hin zu Depressionen habe ich schon durchlebt) und ich habe ihm auch sehr klar gesagt, dass seine Abhängigkeit für mich keine große Rolle mehr spielen wird.

    Natürlich heißt das auch für mich, kein Kontrollieren mehr, keine zum Scheitern verurteilten Versuche mehr Vertrauen aufzubauen was das Trinken angeht und mein Leben und das meiner Kinder selbst wieder in die Hand zu nehmen und sich nicht mehr von alk-abhängigen Stimmungsschwankungen beeinflussen lassen. Ich glaube das wird der schwierigste Teil, da sein Trinken ja eine Hauptrolle in unserer Familie hatte und ich immer dachte wir müssen alle auf ihn Rücksicht nehmen weil er ja krank ist.

    Es war ein sehr langes und für mich schwieriges Gespräch, auf einmal für mich einzustehen und falls notwendig auch die Konsequenzen zu ziehen. Ich denke aber, wenn ich hier im Forum weiterhin Stärke und Verständnis erfahre kann ich diesen Weg durchhalten und mein Leben und meine Partnerschaft in eine gesunde Richtung lenken. Ich habe mir ein Kärtchen "gebastelt", welches ich immer bei mir habe:

    Du bist wertvoll
    Du bist die einzige die Deine Stimmung beeinflussen kann
    Du bist stark und für Dich selbst verantwortlich
    Du hast ein Recht gesund und glücklich zu sein und selbstbestimmt Dein Leben zu gestalten

    ...hilft mir, damit ich's nicht irgendwann doch wieder vergesse.
    Ihr seht, es geht dabei nur um mich, vor ein paar Tagen noch hätte ich mich dafür geschämt und mich egoistisch genannt. Jetzt erkenne ich aber, das dies ein gesundes und normales Verhalten ist, das mein Partner akzeptieren muss.

    Ich danke Euch und wünsche Euch eine schöne ruhige und harmonische Woche.
    Aleksa

    Danke Euch,
    ich habe gestern versucht mit ihm einiges zu klären (schon wieder ich weiß), er war erst recht offen, da er aus seiner Gruppe kam. Das Thema war " Umgang mit den Vorwürfen der Partner" und ich hatte so gehofft daran anknüpfen zu können. Es sind ja keine Vorwürfe sondern Tatsachen die doch auch mal auf den Tisch müssen.
    Das war dann auch der einzige Satz den ich dazu äußern konnte, der Rest des Abends war dann nicht mehr so schön.
    Heute früh habe ich dann einen Zettel gefunden, das ich verstehen muß, dass er sich um sich selbst erst kümmern muß und wegen mir nicht von einem Rückfall zum nächsten rutschen möchte - ich verstehe die Welt nicht mehr.

    Lieber Gotti, was Du da schreibst ist eine Wahrheit die ich aber doch noch nicht akzeptieren kann, denn wie auch Georgina schreibt, wenn er nüchtern ist gehts ja eigentlich. Er müsste doch wissen wie es ist, sein Vater ist schwerer Alkoholiker! Er hat doch mit angesehen wie das seiner Mutter zugesetzt hat.
    Er scheint bloß nicht zu verstehen, dass mit der letzten entsorgten Flasche nicht alles ausgestanden ist.
    Was meine Ehe angeht, es gibt inzwischen doch mehr schlechte als gute Tage, aber deswegen kann ich ihn doch nicht fallen lassen. Er selbst hat mir oft genug gesagt, das ich ja wußte das er Alkoholiker ist und das stimmt, er hat mich zwar belogen was den Zeitraum seiner Abstinenz angeht, aber er hat mir damals gesagt er ist Alkoholiker.

    Ich weiß das es an der Zeit ist mich selbst ins Gebet zu nehmen, aber genau davor habe ich tierische Angst den ich liebe meine Mann immer noch und an eine Trennung mag ich einfach noch nicht denken. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll und habe Angst eine Entscheidung zu treffen die vielleicht doch nicht richtig ist.

    Liebe Grüße und Danke für Euren Beistand
    Aleksa

    Hallo Melinak,
    aber das hieße doch dann ich gebe auf, meine Ehe, meine gemeinsamen Ziele mit meinem Partner. Es muss doch noch einen anderen Weg geben.
    Gerade die Hoffnung, dass ich irgendwann einen Weg finde damit klar zu kommen läßt mich doch weiter machen - oder bin ich wirklich so blind?
    Natürlich die Versprechen, die ewigen ich versuche alles, er geht ja auch zu seinen Gruppen, bemüht sich und dann doch wieder entweder grundlos, oder weil die Kids sich "daneben" benehmen, oder weil ich etwas sage, dann kommt wieder der Absturz. Das hat schon einige Schrammen hinterlassen, aber ich kann doch nicht einfach so kampflos aufgeben?

    liebe Grüsse
    Aleksa

    Hallo ich bin neu hier und auf der Suche nach ein paar guten Worten und vielleicht ab und zu einer Schulter...
    Co-Abhängig bin ich nun schon seit 5 Jahren und komme nun in diesem Jahr immer mehr an meine Grenzen. Vielleicht auch, weil ich nun erkenne wie sehr die Krankheit meines Mannes auch mich körperlich und langsam seelisch krank macht, ich hatte gedacht mir würde das nicht passieren, ich sei stark genug für beide.
    Ich habe mich ständig dagegen gewehrt eine "Co-Abhängige" zu sein, nein ich brauche keine Hilfe, ich komme schon klar - die Wahrheit schaut aber anders aus, ich komme eben alleine gar nicht mehr klar.
    Mit meinem Mann kann ich nicht darüber reden, er sagt zwar er versteht mich ja, aber er kann mir nicht helfen?! Das verstehe ich nicht - er ist doch der einzige der mir helfen kann, er müsste doch sehen, was seine Rückfälle für Nachwehen haben, manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr.
    Und ich gebe auch zu, dass ich manchmal denke, er ist mir was schuldig - gerade wenn er aus dem Krankenhaus vom Entzug kommt, ich alles mal wieder alleine hinbekommen musste (Kinder, Job, Haushalt), irgendwie als Wiedergutmachung, ich weiß so darf man nicht denken, aber der Teufel auf meiner Schulter wird immer lauter.

    Der Grund warum ich dies hier schreibe ist der, das ich Wege suche für mich um gesund und stark zu bleiben und meinem Mann dadurch zu helfen, dass ich nun endlich auch etwas für mich tue...