Beiträge von anima

    Meine Oma wird bald sterben aufgrund einer Krankheit. Weiß ich seit heute. Mein Vater ist emotional nicht in der Lage meine Mutter zu unterstützen, und ich fühle mich mit der Kompensation überfordert.

    Hilfe :(

    Ich hatte noch keinen so nahen Trauerfall in der Familie-wie soll ich mich meiner Mutter gegenüber verhalten? Ich habe ein schlechtes Gewissen weil ich sie nicht umarmt habe als mein Vater nebendran stand und das nicht getan hat. Ich weiß nicht genau, aber ich glaube das, hätte meine Mutter sich gewünscht. In der Situation als sie von der Krankheit erfuhr mein ich.

    Ich bin mit meinem Latein am Ende - wo grenze ich mich hier zu viel ab und was kann ich tun? Oh mann, ich glaub das wird echt schwer :(

    Hallo Dinha, Willkommen im Forum :)

    Du kannst dun darfst hier alle Gefühle hinschreiben, die du hast. Egal welche das sind, die sind erlaubt, gut so und wichtig. Da gehts nicht um dürfen.

    Abgrenzen kann auch bedeuten, den Kontakt abzubrechen. Wenn deine Eltern nicht völlig von selbst einen anderen Weg einschlagen können, dann wird das vielleicht unumgänglich sein.

    Du musst deinen Vater nirgendwo "hinkriegen"! Er muss das selber tun. Lass nicht zu, dass er sein Verhalten von dir abhängig macht, das ist für ihn wie ein freifahrschein um keine eigene Vrantwortung für sein Handeln übernehmen zu müssen. Es hilft ihm auch nicht wenn du Feuerwehr spielst - im Grunde genommen schadet es ihm, weil er daducrh weiter seine Sucht leben kann, und deine Mutter genauso. Und dir schadet es, weil du damit eine für dich unlösbare Aufgabe annimmst die dadurch unweigerlich mit immer wiederkehrenden Mißerfolgserlebnissen einhergeht.

    Hab kein schlechtes Gewissen, denk an dich selber. Überleg dir was dir gut tut, und richte dein Handeln und Verhalten nicht nach deinen Eltern aus. Grenze dich ab. Du wirst sehen, das Leben kann viel leichter und schöner sein wenn du das tust. Du darfst glücklich sein völlig ohne dass deine Eltern darauf einfluss nehmen dürfen. Und auch unabhängig von ihnen. Wenn dein Glück im Kontaktabbruch liegt, und das für deine Eltern unglück bedeutet, dann ist das ihr pech und nicht deins. Nicht vergessen! Dein Leben gehört nur dir ganz alleine, und dein Glück auch!

    Hab Mut und gib nicht auf!

    Liebe Grüße,

    Anima

    Danke euch allen :) Irgendwie hat meine Mutter einen doch sehr großen Einfluss auf mich, ohne dass ich den wirklich bemerke. Immer erst hinterer. Aber irgendwie komme ich da grade Schritt für Schritt raus. Mit eurer Hilfe bin ich in der Lage, für meine Anstrengungen zur Abgrenzung logische Argumente zu formulieren, gegen die meine Eltern nichts mehr sagen können. Das hilft mir ungemein. Ich bin so froh, dass ich nach meiner schier unendlichen Suche nach dem, was "falsch" mit mir war/ist, hier angekommen bin =)

    Erstaunlich, dass man trotz aller Erkenntnis irgendwie noch so lange braucht, bis man wirklich draußen ist. Ich hab noch einen langen Weg vor mir, aber je näher ich mir selber komme, umso mehr habe ich Spaß daran, ihn zu gehen. In mir stecken lauter gute Dinge von denen ich nie wusste. Ich bin ja gar nicht falsch.

    Meine Mutter hats mit mir grade voll nicht leicht. Das merke ich schon. Aber ich hatte es mit ihr ja auch nie leicht...und irgendiwe ist alles zwar astrengend grade, aber auf die dauer viel besser, zumindest für mich. Wenigstens stoe ich bei meiner Mutter hin und wieder auf Verständnis für mein Handeln und Verhalten. Bei meinem Vater hab ich da keine Ahnung, niemand weiß was der denkt oder fühlt, er erzählt auch nichts davon. Das hat er wohl immer dem Alkohol erzählt.

    Habt ihr auch das Gefühl, nie wirklich eine Mutter/Vater gehabt zu haben? Im Bezug auf das Elternteil das trinkt, meine ich. Meine Mutter war trotz allem immer eine Elternfigur für mich, mein Vater kam mir immer wie ein großer Bruder vor, um den man sich kümmern muss...?

    Habe es gerade eben erfolgreich geschafft mich aus einem Streit herauszuhalten bzw. Meiner Mutter aufzuzeigen, dass sie gerade wütend ist auf meinen Vater und nicht auf mich. Dazu musste ich ihr am den Kopf werfen, dass sie nicht das Zentrum meines Lebens ist und ich mein Verhalten nicht nach ihr ausrichte. Ihre Antwort war zynisch:" Na zum Glück hab ich das mit euch als ihr klein wart so gemacht!" -Also uns Kinder in den Mittelpunkt stellen meinte sie.

    Meine runtergeschluckte Antwort wäre gewesen:Dein Pech wenn du das gemacht hast.

    Dazu habe ich 2 Fragen: Geht das sich Abgrenzen immer mit jemand anderen Verletzen einher?

    Und ist es nicht normal, dass die eigenen Kinder, für die man sich entschieden hat, im Mittelpunkt stehen?

    ...in 3 Wochen werde ich ausziehen. Ich schreib hier nicht so oft, weil ich nicht dauernd hier lesen will - ich merk dass ich sonst nicht mehr auf andere Gedanken komme. Ich versuche mich zu distanzieren und nicht mehr mitzureden, aber dadurch wird meine Mutter immer schlechter gelaunt, sie bezieht alles auf sich. Mein Vater, der seit neustem zur Suchtberatung geht, weil er glaubt dass das von ihm erwartet wird, sagt einfach nichts. Seit ich nicht mehr mitrede, wird einfach gar nicht mehr geredet. Oder ich werde abwechselnd mit Redeschwall überfordert, einmal Mutter, einmal Vater, und so weiter...obwohl ich nur sehr selten Alkohol trinke, lässt mich die Angst nicht los, selber so zu enden. Weil ich in meiner 'wilden zeit', als wir noch jugendlich(er) waren und ausprobiert haben, doch den ein oder anderen Filmriss hatte ( mir wird nie schlecht von Alkohol, sondern immer gleich schwarz vor Augen ). Obwohl ich eigentlich erst mit 17 zum ersten mal was getrunken hab. Mir fehlt hier völlig das Gefühl für normal oder nicht. Aber das ist wahrscheinlich sozusagen normal für mich, dass ich das nicht erkennen kann.

    Ich kann grade die Tragik hinter der Ehe meiner Eltern kaum verkraften, die sich mir umso deutlicher zeigt, je weniger ich mich einmische. Immer wenn ich einen Schritt weiter raus gemacht hab, haut mich was neues um. Ist das irgendwann vorbei oder muß ich mich dran gewöhnen lernen? Ich habs Gefühl ich würd an nem Energieabsauger hängen, der auf voller Stufe steht und ich find den ausschalter nicht so richtig :(

    Hallo Ihr Lieben,

    Jetzt nach Weihnachten bin ich mit meinen Nerven völlig am Ende- ich kann mich nicht mehr distanzieren. Kein Stück. Wenn ihr welcne habt - bitte gebt mir Tipps was icn tun könnte! Ich will irgendetwas tun, alles tun um diese Situation für mich zu verändern! Aber gerade hab ich den totalen Tunnelblick und weiß überhaupt nicht was weiterhelfen kann. Außer wegziehen, was immernoch nicht möglich ist. Bitte helft mir mir selbst zu helfen :(

    Hallo Laura!

    Ich bin dir sehr dankbar für deine stets so beruhigenden Worte =)

    Meine Mutter verbreitet auch sehr viel Stress, weil sie uns in Dingen helfen will, die wir Kinder nur alleine bewältigen können. Dann klappt das natürlich nicht und sie bekommt ein schlechtes Gewissen und meint sie hätte versagt, woraufhin sie sich das nicht eingestehen will und hysterisch wird. Dann schreit sie uns Kinder an weil wir angeblich nicht alleine zurechtkommen bzw. nicht alles sofort richtig machen. :?
    Und da soll noch einer mitkommen...

    Ich habe eine Frage: kennt ihr das-man hat sich geändert, und es geht einem viel besser. Plötzlich passieren positive Dinge und man hat erste Erfolge. Aber: das resultiert in einer Art Verwirrung, Unsicherheit - man weiß irgendwie nicht, was man jetzt tun soll, wie man damit umgehn soll. Was
    macht man, wenn man plötzlich nicht mehr dauernd Krisen abwenden
    muss? Wenn die Dinge besser laufen? Vielleicht sogar gut?


    Irgendwie bin ich erst misstrauisch gewesen, und jetzt verunsichert. Das
    Komische daran ist, dass ich immer, wenn eine Veränderung mich
    überwältigt, schnell sehr depressive Gedanken bekomme. Sogar wenn die
    Veränderung ins positive geht. Ich fühl mich dann von allem überfordert und will am Liebsten gar nichts mehr tun :/

    Hm, dauf diese Erklärung wäre ich natürlich nicht gekommen. Dazu bin ich zu jung, glaube ich. In meinen Ohren klang das irgendwie zynisch, weil Zynismus auch einen Anteil Resignation in sich trägt. Und zu sagen, du ja, du nein ist entweder unrealistisch oder hat einen zynischen Unterton in meinen Ohren, weil ich darin höre: "Hat doch eh jeder nen Schaden, was machst du so ein Theater, gib einfach auf was andres zu hoffen".

    Aber wie gesagt: Nur in meinen Ohren!

    Anti-authoritär wurde ich nicht erzogen. Aber auf mich allein gestellt musste ich trotzdem durch mein Leben gehen. Inzwischen merke ich, dass andere mich unterstützen wollen und ich dann abwehre, weil mich das verunsichert.

    ABer ich merke auch: Ich kann immer öfter für mich selbst einstehen. Und das hat positive Auswirkungen auf mein Leben, und nicht, wie ich immer befürchtet haben, negative. Auf einmal werde ich interessant für ganz andere Menschen, als das bisher der Fall war. In jeder Beziehung quasi :)

    Lieb Melanie,

    Danke für deine Worte. Was du geschrieben hast hat mich sehr beruhigt. Ich werde über all das erst einmal nachdenken und den Rest auf mich zukommen lassen. Es hilft ja nix, sich alles irgendwie auszudenken und dann kommts sowieso wieder anders :)

    Lieber Jürgen,

    das fände ich persönlich zynisch, und ich persönlich halte Zynismus für nicht erstrebenswert.

    Gerade hab ich den totalen Zuhause-Koller! Aber ich kann erst in 2 Monaten weg. Meine Mutter will mir bei allem möglichen behilflich sein, was ich scheinbar falsch mache - dabei sind das alles nur Dinge, die sie in ihrem täglichen Lebensfluss stören. Wobei ich wirklich Hilfe brauchen könnte (Organisation von allerlei anstehenden Dingen) interessiert sie nicht. Das wäre mir im Grunde egal, aber momentan werde ich jeden Tag damit konfrontiert! Ich würd gern einfach platzen :evil:

    Hallo Melanie, danke für die liebe Begrüßung! =)


    Hm, aber diese Auswahl passiert doch irgendwie unbewusst - immerhin merke ich das nach ner Weile jedes Mal und mach dann Schluss. Jetzt frage ich mich aber, wie ich jemanden finden kann, der nicht mehr in mein bisheriges Schema passt. Oder ob ich für immer Angst haben muss, bei nem Süchtigen Menschen zu landen - vielleicht sogar ohne es zu merken? Wenn ich die Schwierigkeiten aus meinem EKA Leben verarbeitet habe, bin ich dieses Muster dann los? Ich fühle mich nämlich gar nicht mehr wohl in dem Vertrauten, das ich von früher kenne. Im Gegenteil, ich entwickle so langsam eine riesige Abneigung dagegen und wehre mich aktiv (gegenüber meinen Eltern und ähnlichen Situationen, Bekannten, Freunden...). Aber ich glaube nicht, dass ich deshalb gegen das Reinrutschen in eine altbekannte Situation gefeit bin.

    Weiß ich also gar nicht, was echte Liebe ist? Oder wie muss ich dass denn sehen? Ich verstehe das nicht. Und wie soll ich denn dann jemals rausfinden, wie man einen nicht suchtkranken Partner findet????

    Hallo an alle,

    Bisher war ich nur im EKA Teil unterwegs. Aber in letzter Zeit frage ich mich immer öfter, ob ich auch Co-Verhalten zeige. Bisher hatte ich nur Beziehungen zu Süchtigen, entweder Alkohol, Gras oder World of Warcraft (besonders toll). Die habe ich über kurz oder lang immer wieder beendet, weil ich einfach nicht in die Schiene rutschen wollt wie meine Mutter. Trotzdem sind für mich dauernd wieder süchtige Menschen interessant! Was soll denn das?! Bilde ich mir das nur ein, oder habe ich einfach zu viel Co-Strukturen gelernt in meiner Kindheit - sodass ich gar nicht genau weiß, was eigentlich Liebe ist?

    Hallo long way ,

    na klar hast du das Recht drauf, da hinzugehen! Ganz egal wie genau deine Familie ist im Vergleich zu anderen. Es ist nicht wichtig, wies bei anderen ausieht, sondern wie es bei dir aussieht. Lass dir auch nicht von anderen Dinge einreden wie "nicht so schlimm" oder "sei nicht so empfindlich" - andere Menschen außer dir können gar nicht für dich beurteilen wie schlimm sich etwas für dich anfühlt oder wie empfindlich du reagierst. Das sind andere Menschen mit anderen Empfindungen, Gefühlen und Erfahrungen. Genau deshalb DÜRFEN sie das nicht einfach so beurteilen.

    Du hast das Recht dazu, alles zu tun, was dir gut tut, unabhängig von jedem Urteil =)

    Danke überhaupt erstmal für all die lieben Worte. Irgendwie ist mein Kopf jetzt wieder klar genug, um dran zu denken, euch das zu sagen. Ich bin nämlich sehr dankbar über die Sicherheit, die ich hier immer wieder bekomme - wenn ich drohe in alten Mustern zu versinken, und auch noch zu glauben, die wären richtig. Mein Leben krempelt sich grade völlig um. Ich fühle mich, als hätte ich ein neues Ich in mir ausgebildet, das ein altes Ich in mir vertreiben will, aber es muss hartnäckig darum kämpfen. Mein altes Ich ist nämlich ganz schön widerspenstig. Aber es scheint mir, als habe ich viele neue Strategien gelernt, die mir helfen.

    Ich bin immernoch total durcheinander und gestresst. Ich kann kaum abschalten. Das kenn ich von früher. Aber ohne meine neuen Strategien würden mir gerade hundertprozentig die Sicherungen durchbrennen. Das ist neu.
    Laura, deine Worte haben mich sehr beruhigt. Ich hatte tatsächlich Angst, noch tiefer ins Loch zu fallen, wenn meine Eltern sich trennen. Aber wieso eigentlich? Das wäre viel mehr eine Erleichterung. Ich kann dann nicht mehr leugnen, davor hatte ich vielleicht Angst. Aber genau das ist es, was am Ende erleichtert. Endlich nicht mehr leugnen. Endlich.

    Meine Mutter redet gerade mit meinem Vater. So ernst und menschlich, wie ich sie noch nie miteinander habe reden hören. Ich habe meine Mutter sagen hören: "ich bin Co-abhängig und das geht so nicht mehr weiter."
    Mein Vater will sich von ihr trennen.

    Mein Kopf sagt mir abwechselnd: "Endlich ändert sich etwas wichtiges grundlegend" und "Du dummes Kind!!! Was hast du angerichtet!!! Es gibt kein Alkoholproblem in unserer Familie!!! Du machst alles kaputt!!!"

    ...und ich bin immer wieder kurz davor in Panik zu geraten, weil ich alles kaputt gemacht haben könnte. Was ist nur los? Ich kämpfe immernoch gegen ich selbst!! Ich weiß nicht, was ich gerade für mich selbst tun kann. Ich weiß grade irgendwie gar nichts so richtig

    Was Laura sagt, kann ich nur bestätigen. Auch ich kann im Moment nicht raus, und meine Abgrenzung muss in meinem Kopf stattfinden. Heute habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich ab jetzt nicht mehr in das Spiel reinpassen werde. Dass es für sie und meinen Vater (der alkoholkrank ist) schwerer und anders wird als früher, mit mir umzugehen, aber ich ab jetzt auf mich schauen werde und mein eigenes Leben anfange. Die Reaktion meiner Mutter war erstaunlicherweise sehr positiv und verständnisvoll, worüber ich besonders glücklich bin.

    Außerdem habe ich genau in dieser für mich besonders schwierigen Phase jemanden zum Reden gefunden. Völlig unerwartet. Das hätte ich nicht gedacht.
    Glaub an dich selbst, versuche dein Bestes. Wenn ich etwas erleben will, dass mir noch nie passiert ist, muss ich etwas tun, das ich noch nie getan habe. Dieser Satz hilft mir weiter.

    Ich denke, indem wir unsere ähnlichen Erfahrungen mitteilen, kannst du ungefähre Anhaltspunkte finden, um deinen eigenen Weg da raus zu skizzieren =)

    Momentan fühle ich mich innerlich völlig verzweifelt - und äußerlich kämpfe ich dagegen an. Das frisst meine Energie beinahe ganz, ich kann kaum was anderes tun...aber ich verstehe nicht: Darf ich aufhören, dagegen anzukämpfen? Was passiert dann? Das macht mir Angst!
    Ist mein Gefühl übertrieben oder unangebracht???

    Danke, Fleur!

    Deine Worte haben gestern sehr dazu beigetragen, mich zu beruhigen.

    Du sagst, ich soll für mich kämpfen...und ich dachte das tu ich...aber irgendwie kämpfe ich immernoch für meine Eltern, wenn ich denke, ich würde das für mich tun. Das habe ich heute verstanden...was heißt denn überhaupt für mich kämpfen?