Beiträge von lütte69

    Moin MadMax,

    ich hab das gestern nur mal so als zeitlichen Ablauf geschrieben. Dahinter stecken so viele innere Kämpfe, Selbstzweifel, Wut, Angst und manchmal sogar Panik. Das ganze war kein leichter Weg, aber es war das Beste, was ich machen konnte. Heute, 10 Jahre später, bin ich bei mir angekommen und bin zufrieden in und mit meinem Leben. Wie gesagt, war es eine anstrengende Zeit, aber sie hat sich gelohnt. Mit meinem Auszug war das Drama ja auch nicht vorbei, aber das war schon der wichtigste Schritt. Ich musste da weg, sonst wäre ich unter gegangen.

    Guck, was Du Dir heute Gutes tun kannst.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo MadMax,

    mir hat es damals sehr geholfen, den Fokus wieder auf mich zu richten. Ich habe begonnen, mich in den Mittelpunkt zu stellen, habe versucht, mir was gutes zu tun, habe alte Hobbies aufleben lassen, habe eine Therapie begonnen, habe ganz viel gelesen und hier ganz viel geschrieben. Die räumliche Trennung halte ich für einen absolut wichtigen Schritt. Ich konnte danach erst wirklich zur Ruhe kommen.

    Lütte

    Hallo MadMax,

    Für eine Trennung fehlt mir die Kraft.

    .... und ihr für Abstinenz und nu?

    Ich will Dir nicht zu nahe treten, wir kennen uns nicht, aber aus dem, was Du schreibst, lese ich, dass Du aus dieser gegenseitigen Abhängigkeit auch einen großen Teil deines Selbstwertes ziehst. Das empfinde ich als problematisch. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, wenn Du nichts änderst in Deinem Leben, wird sich dein Leben nicht ändern. Wie achelias schon schrieb, kann es ein guter Anfang sein, mal über die eigenen Wünsche und Träume nachzudenken. Kannst Du dir diese mit einer saufenden Partnerin erfüllen, denn so wie es aussieht, möchte sie weiter trinken. Sie hat dich doch auch gut im Griff, warum also sollte sie was ändern?

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Kttnlos,

    Ich möchte meiner Mutter für die Vergangenheit vergeben, sehr sogar. Dann hätte ich nämlich endlich Frieden. Aber zwei Dinge blockieren mich da leider: 1. Ich glaube nicht daran, dass meine Mutter trocken bleibt. Darauf zu vertrauen birgt ein riesiges Risiko für mich - nämlich wieder enttäuscht zu werden. Ich erwische mich noch immer bei dem Gedanken "Mal schauen, wann es wieder los geht." Ich bin permanent in Hab-Acht-Stellung. 2. Um vergeben zu können brauche ich Abstand. Ich muss in Ruhe meine Wunden lecken - wie lange das dauert, kann ich selbst nicht sagen. Aktuell fühlt es sich an, als würde das noch Jahre dauern. Das Problem ist, dass meine Mutter das nicht akzeptieren kann.

    Ich glaube zum Vergeben brauchst Du Deine Mutter nicht. Das ist ja etwas, was Du mit dir selbst ausmachst. Wenn Du Abstand brauchst, dann schaffe ihn dir. Wenn Du deine Mutter nicht sehen willst, dann lass es. Ich sehe es nicht als Krieg oder Frieden. Ich denke, wir müssen unser Leben so gestalten, dass wir uns darin wohl fühlen. Wie wäre es, wenn Du ihr einen Brief schreibst, wie es Dir momentan geht, warum Dir der Kontakt nicht gut tut. und dass Du auf sie zugehen wirst, wenn es soweit ist. So wie du es auch hier schreibst. Das ist das, was du zu sagen hast und Antworten wirst du ungelesen vernichten oder aufbewahren, damit du nicht in eine Diskussion kommst. Genauso wäre für die Familie die Ansage gut, dass Du über deine Mutter nicht reden wirst und auch nichts hören willst. Das sind so meine Gedanken dazu.

    Ich wünsche Dir viele tolle Erlebnisse in Chile.

    sonnige Grüße

    lütte

    Hallo Brigitt,

    Sicher weiß ich das er grundsätzlich den Weg alleine gehen muss...und er es auch wollen muss.

    Ich frage mich nur, ob die kleinen Unterstützungen wirklich so falsch sein können.

    Du kennst die Theorie und du musst es so machen, wie es sich für dich richtig anfühlt. Es nutzt ja nix, wenn du dich hinterher schwarz ärgerst, ihn nicht zum Arzt gefahren zu haben. Ich glaube, diese Dinge sind immer individuell. Meiner Meinung nach geht es eher um solche Sachen wie Alk besorgen, lügen für den Partner, vertuschen, ihn trocken legen wollen um jeden Preis etc. . Und wir sind hier keine Richter, Du bist diejenige vor Ort, die entscheiden muss, also mach es, wie Du denkst. Und wenn es sich im Nachgang als Fehler rausstellt, hast du wieder was gelernt. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass es dir gut geht und du dich nicht irgendwie verbiegen musst.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Simone,

    dann ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, dass Du dich darum kümmerst, dass es dir wieder gut geht. Wenn er saufen will, kannst Du ihm nicht helfen, aber das weißt Du ja. Richte den Fokus auf Dich und nicht auf ihn.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Brigitt,

    außer den RTW zu holen - wie Sunshine schon schrieb - bleibt nicht viel. Wir haben das gerade in der Familie durch. Leider ist die Sache nicht gut ausgegangen. Unser Angehöriger hat es nicht geschafft, die Finger vom Alk zu lassen obwohl ihm die Konsequenzen aufgezeigt worden sind. Dein Mann weiß das alles und nimmt die Folgen billigend in Kauf. Es ist sein Leben, seine Entscheidung, auch wenn wir das nicht wahr haben wollen.

    Ich drück Dich mal und wünsche Dir viel Kraft

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Nudeltante,

    das ist ja echt zum Brechen. Ich kann Deine Trauer und Wut nachvollziehen. Ich finde es sehr stark von Dir, dass Du konsequent geblieben bist und Deinen Plan durchgezogen hast. Obwohl ich Hartmut Recht geben muss, es wäre seine Sache gewesen sich zu kümmern. Ich finde auch nicht, dass ein Rückfall von vornherein eingeplant werden sollte. Das hört sich so nach Hintertürchen an.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Feli,

    Es geht dabei um seine Drohung, mir die Kinder wegnehmen zu wollen.

    warum sollte irgendeine Behörde einem nassen Alkoholiker die Kinder geben? Dokumentier den Mist, den er im Suff verzapft einfach für Dich und dann hast Du immer Argumente in der Hand.

    Ich wünschte es ginge alles so von heute auf morgen.

    Von allein geht das nicht, da musst Du schon aktiv werden und wenn ich Deine Zeilen so lese, ist es höchste Zeit dafür. Trau Dich, trau Dir was zu. Mach Dir einen Plan, guck nach Unterstützungen ganz praktischer Art, vielleicht schon nach Wohnungen. Das wäre mein Vorschlag.

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Api,

    brauchst Du Argumente um Dich trennen zu können? Bei mir war das damals so. Nach außen hin war alles in Ordnung - Familie, Arbeit, Haus und Hof und trotzdem war ich unglücklich mit seinen Trinkmengen und mein Kind auch. Keiner hat es gezeigt, wir waren doch ach so stark. Darunter leidet die Beziehung zwischen Kind und Vater heute noch - auch wenn er nicht mehr trinkt.

    Ich kapier einfach nicht, dass mein LG es nicht wahrhaben will, wie sehr mich sein Konsum stört.

    Musst Du auch nicht. Es ändert doch nix. Ich hatte auch den tollen Plan, dass er nur aufhören soll zu trinken, eine Therapie macht und mein Leben ist wieder gut. Ich wusste genau wie es für ihn geht. Wie toll, dass ich weiß, wie andere leben sollen und ich selbst kreuzunglücklich bin. Mein Leben hat sich wirklich und zwar zum Positiven geändert, als ich anfing, auf mich zu schauen, Dinge zu tun, die mir gut taten und meinen Fokus auf mich und nicht meinen Partner gerichtet habe und ich bin ausgezogen. Ich brauchte den räumlichen Abstand um mir über mein Leben klar zu werden. Das war gefühlsmäßig eine wahnsinnig anstrengende Zeit, aber sie hat sich gelohnt.

    Zu Deiner Frage

    Kann man das vergleichen?

    Keine Ahnung und aus oben genannten Gründen ist das in meinen Augen auch nicht zielführend.

    Schau danach, was du tun kannst, damit es dir besser geht.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Elima,

    Das ist mein Problem. Irgendwie scheine nur ich das Problem mit dem Alkohol zu haben. Es ist ja nicht so das er seinen Job oder sonst was gefährdet. Oder das Freunde sich von ihm entfernen. Eher das Gegenteil ist der Fall.

    Mir ging es damals genau so. Ich wollte Trinkmengen und Bestätigungen damit ich gehen kann. Heute weiß ich, dass das nicht relevant ist. Wichtig allein ist, dass Du dich in der Beziehung nicht mehr wohl fühlst. Du bist doch freiwillig mit ihm zusammen also kannst du auch wieder aussteigen, wenn dich die Beziehung unglücklich macht. Vielleicht ist es auch nicht nur der Alkohol, sondern die Erkenntnis, dass es einfach nicht passt mit euch. Das gibt es doch auch.

    Zähl nicht seinen Konsum, sondern mach dich wieder zufrieden.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Brigitt,

    das habe ich gerade bei Elima von Dir gelesen

    Ich begreife ganz langsam das es jetzt einfach um mich geht und ich mich wohl fühlen muss...ich bin zwar gegangen weil ich Ihm einen Anstoß geben wollte,

    Jetzt sehe ich aber das der Schritt für mich war und das ich jetzt lernen muss mich zu spüren und meine Wünsche kennenlerne.

    Genau so war es bei mir auch. Meiner Meinung nach bist Du auf dem richtigen Weg. Es wird bestimmt noch dauern und die zwiespältigsten Gefühle werden in dir toben, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

    Viel Kraft und Geduld für Deinen Weg wünsche ich Dir.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Elima,

    "wann ist denn die Frist endlich vorbei?" "Was freu ich mich endlich wieder ein Bierchen mit dir zu trinken" was soll das?

    Das relativiert den eigenen Alkoholkonsum. Wenn alle trinken, dann ist das doch normal, dann muss ich mich nicht hinterfragen. Das hat mir den Kampf gegen den Alk damals auch so erschwert. Wir wohnen auch auf einem kleinen Dorf und es ist normal, wenn die Männer zusammen stehen, dass es Bier gibt und wer sich da nicht anschließt ist eben nicht normal :roll: . Und dann komm ich und fang wegen der paar Bier an zu meckern. Am Ende ist es egal, wie viele Biere es sind, es stört Dich. Da die Wahrscheinlichkeit, dass er was ändert momentan sehr gering ist, liegt die Veränderung bei Dir, denn ... siehe unten... .

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Julez,

    auch wenn es sich für dich so anfühlt, es macht dir niemand Druck. Es sind ausschließlich unsere Erfahrungen, die wir hier aufschreiben. Mir ging es doch zu Anfang genauso, hab gezählt und kontrolliert und wollte von Außen ne Bestätigung, dass er Alkoholiker ist. Aber die Entscheidungen, was aus mir wird, musste ich allein treffen, musste mit den widersprüchlichsten Gefühlen klar kommen und meinen Weg gehen.


    Sonnige Grüße

    Lütte

    Guten Morgen liebe Brigitt,

    Ich habe einen Monat lang um eine absolute Kontaktsperre gekämpft. Er durfte nur Rechnungen für das Haus in meinen Briefkasten werfen (Geld war immer mein Part) ansonsten Funkstille. Falls das bei dir nicht geht, wie wäre es, wenn du bei Kontaktaufnahme seinerseits ein neues Ritual entwickelst - 10 Minuten erst mal bewusst was anderes machen und dann in dich rein hören, ob du wirklich zu ihm willst und dann danach handeln.

    Sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Julez,

    was nutzt dir das Zählen? Davon geht es dir doch nicht besser oder und es ändert auch nichts. Er muss aufhören wollen. Mal trinken, mal nicht ist nur ne Hinhaltetaktik, damit er seine Komfortzone nicht verlassen muss und du bei der Stange bleibst. Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass sich so lange nix geändert hat, bis ich angefangen habe etwas zu ändern.

    sonnige Grüße

    lütte