Beiträge von lütte69

    Hallo Owline,

    herzlich willkommen im Forum.

    Kann ich es akzeptieren, dass er immer wieder so viel trinkt?

    Nein - es geht Dir doch beschi**en, wenn er so viel trinkt. Du willst Dich verbiegen, dich schlecht fühlen, gegen Dein Innerstes handeln, damit er in Ruhe saufen kann? Ich hoffe doch nicht. Das Problem ist vielschichtig. Alkoholismus ist eine Krankheit und wir haben ja gelernt, Kranken zu helfen. Das funktioniert aber bei Alkoholikern solange nicht, bis sie von sich aus wirklich bereit sind, etwas gegen ihre Krankheit zu unternehmen. Bei Deinem Mann hört es sich so an, als wenn er dich immer nur beschwichtigen will, damit du die Füße still hältst und er in Ruhe weiter saufen kann, aber nicht wirklich was unternehmen muss. Durch unsere gutgemeinte Hilfe erreichen wir nur das Gegenteil.

    Du hast Verantwortung für dich und deine Töchter, aber nicht für Deinen Mann. Du musst dich darum kümmern, dass es euch Mädels gut geht und nicht deinem Mann. Du schreibst, du bist ein gebranntes Kind, aber kann das nicht auch ne Chance sein, dass Du weißt, wie es nicht laufen soll? Unsere Kinder bekommen so viel mehr mit, als wir glauben.

    Er ist ein guter Vater und hält immer zu uns, aber der regelmäßige Alkoholkonsum macht mich echt fertig.

    Ganz ehrlich: guter Vater und regelmäßiger, starker Alkoholkonsum schließen sich nach meiner Erfahrung aus. Du schreibst so viel von großer Liebe, aber ist die große Liebe es wert, dass ihr, Du und Deine Töchter, daran zu Grunde gehen und dein Mann, wenn er so weiter säuft ja auch. Es ist eine beschi**ene Situation. Ich habe sie selbst erlebt und als ich angefangen habe, nur noch für mich und mein Kind zu denken, wurden die Dinge klarer und dabei haben mir die User hier im Forum mit ihren klaren Worten sehr geholfen. Gehen musste ich meinen Weg alleine, aber ich hatte Unterstützung.

    Ich wünsche Dir Mut und Kraft für Deinen Weg

    Lütte

    Hallo Sunnyday,

    ein herzliches Willkommen auch von mir. Da ist ja ganz schön was los bei Dir.

    Oft denke ich auch, wieso ich gehen sollte...

    .... damit du ohne Bauchschmerzen die Wohnung aufschließen kannst,

    .... damit du in Ruhe arbeiten kannst, ohne dich zu fragen, was er macht,

    .... damit du deinen Geburtstag mit Freunden genießen kannst,

    .... damit deine Tochter sich in frei entwickeln kann,

    .... damit du wieder frei atmen kannst,

    .... damit du dein Leben genießen kannst, ohne Sorge, was dein Partner wieder anstellt,

    .... damit ein Urlaub wieder ein Urlaub ist

    ....

    ....

    Was würdest Du deiner besten Freundin raten, die Dir das, was Du täglich erlebst erzählen würde? Du bist mit deinem Leben nicht mehr zufrieden (zumindest lese ich das so raus) und es liegt an Dir, das zu ändern. Als ich hier aufschlug, wollte ich auch nur, dass er aufhört zu trinken, ne Therapie macht und dann würde mein Leben schon wieder in Ordnung sein :roll: . So ging es leider nicht. Ich musste was für mich ändern, harte Schritte einleiten, die ich mir früher nicht vorstellen konnte, aber dadurch änderte sich mein Leben - zum Guten :) .

    Ich wünsche Dir Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Ich fühle mich tatsächlich als wäre ich auf

    ENTZUG, oder es einfach absolute psychische Erschöpfung

    Das ist doch völlig irre.

    Möchte mich so nicht fühlen

    Es kommt bestimmt alles zusammen. Ich glaube, es ist eine Ausnahmesituation. In dieser Situation gehen ja ganz viele Träume, Wünsche, Hoffnungen den Bach runter - ein Lebensabschnitt wird ungewollt beendet. Ich finde es berechtigt, darum zu trauern, auch sich selbst zu bemitleiden. Ich will Dir aber auch Hoffnung machen, in einem Ende steckt doch auch immer ein Anfang. Es ist jetzt ein Anfang mit Dir allein. Vielleicht horchst Du mal in Dich rein, auf was du so wegen seiner Sauferei in der letzten Zeit verzichtet hast, was Du gern mal wieder machen würdest. Mir haben neue Erlebnisse sehr geholfen, ich hab ein altes Hobby z.B. wieder ausgegraben und ich hab mich um meine psychische Gesundheit gekümmert, durch Therapie, viele Bücher und dieses Forum. Das alles braucht Zeit, aber hab Geduld mit Dir, sei lieb zu Dir.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Manu,

    mir hat es damals sehr geholfen, uns beide als krank zu sehen. Für mich war klar, dass 2 Kranke aneinander nicht gesund werden können. Also hab ich dafür gesorgt, dass ich gesund werde. Ich bin zu Hause ausgezogen, damit ich weg bin von meinem Suchtmittel. Hab sehr hartnäckig um eine Kontaktsperre gekämpft, damit ich nicht immer wieder "Gedankenfutter" bekomme und ich hab getestet, was mir hilft, gesund zu werden. Ich habe mich in den Mittelpunkt gestellt und ihm seine Verantwortung zurück gegeben. Es hat funktioniert.

    Ich wünsche Dir Kraft und Geduld

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Kiwi,

    Nein, alles vor die Türe zu stellen, das kann ich mir nicht vorstellen, vor allem weil ich gar kein Schlüssel vom Fahrrad habe. Am Ende fehlt was, seine Post ist weg oder dergleichen. Wie der dumme Zufall so will...

    Merkste was? Diese Gedanken sollte er sich machen. Es sind seine Klamotten , sein Fahrrad..... Wenn ihn das irgendwie interessieren würde, hätte er wohl Gelegenheit für ein geordnete Übergabe gehabt oder? Ich würde mit ihm einen Zeitpunkt ausmachen, ab wann die Sachen vor der Tür stehen und ab dann ist es sein Problem. Fertig aus. Ich musste diese Ansagen damals auch erst lernen. Ich wollte ja nicht die Böse sein und eiskalt.... du kennst die Leier. Ich habe ca. 4 Wochen gebraucht, um eine Kontaktsperre durchzusetzen, weil ich es auf die nette Art versucht habe. Meine Erfahrung - ne klare Ansage, die durchgezogen wird, verstehen sie am besten.

    Wenn die Gedanken zu sehr kreisen, hilft am besten laute Lieblingsmusik an und mitsingen. Beim Singen kann man nicht denken.

    Sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Kiwi,

    Dein Gedankenkarussell ist noch ganz schön am Drehen oder?

    Natürlich könnte ich ihm die Sachen vor die Türe stellen. Aber das kommt mir so charakterlos vor. Ich weiß nicht warum, aber so etwas zu machen, fände ich irgendwie "schwach".

    Für die neue Kiwi wäre das vielleicht ein Zeichen der Stärke? Die neue Kiwi lässt die Verantwortung da wo sie hingehört - bei ihm und kümmert sich um ihre Belange. Du musst Dich der Situation nicht aussetzen. Du hast geschrieben, dass Du den Tag eh keine Zeit hast. Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst und ob es problematisch ist, die Dinge einfach gut verpackt vor die Tür zu stellen und sich selbst einen schönen Tag zu machen. Für mich war es damals enorm wichtig, mich wieder um mich zu kümmern, für mich Entscheidungen zu treffen, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, mich mit Leuten zu umgeben, die mir gut tun und so auch gedanklich von ihm weg zu kommen. Das war so schwer und wichtig. Ich hab imaginäre Gespräche mit ihm geführt - stundenlang - und dabei immer den kürzeren gezogen, ich hab mögliche Situationen gedanklich mit ihm durchgespielt usw.. Ich hab mich nur um ihn und unsere Beziehung gedreht und das war nicht gut. Mein Tipp ist, sich selbst Gutes zu tun, um von dem leidigen Thema weg zu kommen.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Blume,

    weil ich immer hinterfragt habe warum etwas so und so ist und jeder fragte, kannst du das nicht einfach so hinnehmen? Nein kann ich nicht, und das genauere Verständnis hat dann auch zu den einen geführt, weil ich mir Dinge dann erklären oder herleiten konnte, die anderen gefehlt haben...

    darin erkenne ich mich auch schon ein Stück weit wieder. Ich habe auch gern Antworten auf meine Fragen und auch Spaß an der Recherche. Ich denke nur, dass ich als Nicht-Abhängige die Sucht nicht verstehen kann. Wir können unserem Gegenüber nur bis vor die Stirn schauen. Alles was sich dahinter befindet, entzieht sich unserem Blick, auch wenn wir uns manchmal anderes einreden wollen.

    aber eigentlich möchte ich für mich klar bekommen, wie ein alkoholkranker tickt, warum er was kann oder nicht kann, um für mich zur Ruhe zu kommen. hoffe das war verständlich...

    Hm, ich glaube, mit dem Ansatz wirst Du schlecht zur Ruhe kommen, weil sich immer neue Fragen auftun. Wir reden hier von der Psyche eines anderen Menschen. Ich kann vielleicht Handlungen, Einstellungen, Worte eines Menschen, mit dem ich lange zusammen bin, erahnen, aber warum er was kann oder nicht, wird sich mir sicher nicht erschließen, denn ich bin ja ich mit meinen eigenen Erfahrungen, Prägungen, Neigungen, die niemals mit denen meines Gegenüber übereinstimmen. Wie schon gesagt, hatte ich vor 9 Jahren gleiche und ähnliche Fragen und wollte meinen Mann unbedingt verstehen. Heute bin ich mir sicher, dass ich das nicht kann. Das bestätigt sich auch immer wieder, wenn ich meine Tochter sehe. Sie sieht mir unwahrscheinlich ähnlich und ich hab sie groß gezogen und trotzdem sieht sie Dinge so anders als ich bzw. manches was sie denkt und tut kann ich nicht verstehen. Das muss ich auch gar nicht. Sie muss zufrieden sein mit ihrem Leben. Wie würde es sich für dich anders herum anfühlen? Stell Dir vor, jemand versucht auf Biegen und Brechen rauszubekommen, wie Du tickst, damit er zur Ruhe kommt. Ist das ein gutes Gefühl für Dich?

    Ich habe in der Zeit vor 9 Jahren versucht, mein Herz zu ignorieren und den Kopf bestimmen zu lassen. Hat mehr schlecht als recht funktioniert, aber mit der Zeit konnte ich mich auf andere Dinge als ihn fokussieren und es ging mir besser damit. Nach ca. 1,5 Jahren konnte ich ihn dann innerlich wirklich loslassen. Das war ein gutes Gefühl. Wir sind immer noch in Liebe zusammen, aber wir wissen um die Verantwortung für uns selbst.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Liebe Blume,

    ich denke, "LOSLASSEN" ist das Zauberwort. Lass ihn erstmal ganz rational per Kopf los und nutze die Energie und die Kraft, die Du noch hast, für Dich und Dein Kind. Das sind die Beiden, die in Deinem Fokus sein sollten. Er ist erwachsen, er darf trinken, er darf sein Leben so leben wie er möchte, auch wenn uns beim Zuschauen übel wird und wir es nicht verstehen. Es ist sein Leben und dafür ist er ganz allein verantwortlich. Du hast die Verantwortung für Dein Kind. Aus meiner Erfahrung heraus ist es besser gleich zu gehen, als die Kinder diesem unsteten Leben weiter auszusetzen. Eltern, Freunde, Jugendamt - die können alle eine Hilfe sein. Ich denke auch, dass Du vor dem Jugendamt keine Angst zu haben brauchst. Die sind doch erstmal zur Unterstützung in solchen Fällen da und können beraten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    Lütte

    Hallo Kiwi,

    am Anfang, als ich hier aufschlug hatte ich die gleichen Fragen wie Du und dann kam so ein "Schlaumeier" ;) wie Flori daher und stellte ähnliche Fragen. Ich war erstmal sauer, aber hab in mich rein gehört warum ich so sauer war. Warum wollte ich ihn verstehen???? Na weil ich ihm besser helfen kann, wenn ich ihn verstehe!!!!! Es ging also wieder um ihn, ich hätte meine Entscheidungen nach ihm gerichtet. In einer gesunden Partnerschaft ist das sicher kein Problem in einer abhängigen aber wohl. Dann fing ich an, Entscheidungen (zwischendurch sehr schmerzhafte) für mich zu treffen und mein Leben zu verändern / zu gestalten und es ruckelte mächtig im Gebälk. Aber es war richtig, meine Entscheidungen für mich zu treffen und ihm seine Reaktionen und Entscheidungen zu lassen. Für mich mit meinem kleinen Co-Herzen ziemlich hart zwischendurch, aber der Weg hat sich gelohnt. Mein Fazit aus dieser Entwicklung: mir ist bewusst, dass ich seine Sucht nicht verstehe und das lass ich als Fakt so stehen. Ich habe nichts davon, wenn ich meine Kraft an diesem "Verstehenwollen" verschwende und ihm nutzt es auch nix.

    Nutze Deine Kraft und Energie für Dich und schöne Dinge.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Hallo Selene,

    Zitat

    Was mache ich, wenn er mir jetzt verichert, die Therapie zu machen? Soll ich sagen " komm wieder, wenn Du therapiert bist, und wir sehen, ob Du clean bleiben kannst". Soll ich bleiben und ihn bestärken und unterstützen? Wie gehe ich mit den seelischen Grausamkeiten um, die geschehen sind.


    Ich stecke nicht in Deinen Schuhen, ich bin Deinen Weg nicht gegangen. Ich kann Dir erzählen was mir geholfen hat (das ist mir aber alles erst im Nachhinein bewusst geworden, in der akuten Situation bin ich damals auch mehr schlecht als recht durch's Leben gestolpert). Abstand war für mich das Zauberwort. Ich war damals 42 Jahre alt und 20 Jahre mit meinem Mann verheiratet. Ich brauchte Zeit für mich, die ich in seiner Nähe nicht bekommen konnte, da ich durch unser "normales" Leben immer wieder den Kämpfen ausgesetzt war. Ich selbst war ja auch nicht gesund (ich meine meine Co-Abhängigkeit). Ich war an einem Punkt wo mir klar wurde: entweder ich mach so weiter und geh an seiner Seite langsam unter oder ich muss was grundlegendes ändern. Ich hab mich für eine Trennung entschieden. Mir war erstmal egal, was aus unserer Beziehung wird, ich musste da nur erstmal raus, damit ich zur Ruhe komme und mich um mich selbst kümmern kann. Dieses sich um mich Kümmern war enorm wichtig für meine Entwicklung. Ich hatte Zeit für mich, rauszufinden, was ich wollte, schiefe Sichtweisen wieder gerade zu rücken, Hobbies neu entdecken und mein Selbstwertgefühl wieder zu entdecken und zu stärken. Das ging nicht geradlinig, es war eine Zeit voll widersprüchlicher Gefühle und mein Mann hat mich nicht einfach so ziehen lassen, aber ich bin diesen Weg gegangen und es war das Beste was ich tun konnte - allein anfangen gesund zu werden. Kümmere Dich um Dich selbst, sorge dafür, dass es Dir gut geht. Was Dein Partner macht, ist seine Sache. Du kannst Dir das doch erstmal von Weitem anschauen, wie er sich in seiner Therapie entwickelt, ob er das wirklich ernst meint und Du brauchst Dir nicht seinen Kopf zu zerbrechen - dafür hat er einen eigenen und er ist erwachsen.

    Ich wünsche Dir für Deinen Weg Mut, Kraft und Geduld

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Bermuda,

    Zitat

    Ich habe das Gefühl das sie sich einfach nur besaufen will und im suff bisschen den alltag sorgenfrei erleben will und dabei alle ihre Emotionen und Launen ausleben kann.

    Das darf sie auch, es ist ihr Leben. So oder ähnlich hat mir das hier mal jemand geschrieben vor 8 Jahren, als ich so wie Du hier ankam. Ich hab das damals nicht verstanden, heute denke ich genau so. Wir Co's denken ja manchmal, dass wir wissen, wie der andere tickt und was gut für ihn ist. Dabei bin ich schon ein paar Kreise gelaufen, weil ich meinen Mann "bekehren" wollte und all das getan habe, was ein guter Co so tut. Und dabei bin ich an meine Grenzen gestoßen und habe sie auch teilweise überschritten. Als ich dann auszog und begonnen habe, meine Energie in mich zu stecken, ging es mir gesundheitlich auch wieder besser. Ich möchte nicht, dass mir jemand vorschreibt, wie ich zu leben habe und ich habe nicht das Recht, es meinem Partner vorzuschreiben. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur raten, wirklich konsequent zu sein. Also droh ihr nur was an, was Du dann auch durchziehst. Ansonsten durchschaut sie dich ganz schnell und zieht alle Register um Dich in der Spur zu halten.

    Ganz viel Kraft und Geduld für Dich
    sonnige Grüße
    Lütte

    Gut, dass Du eine klare Ansage gemacht hast. Wichtig wäre noch ein Termin und dann musst Du konsequent sein. Sie ist erwachsen und für sich und ihr Leben selbst verantwortlich. Das hat bei mir lange gebraucht, bis mein Herz das verstanden hat. Aber von dem Zeitpunkt an war es leichter für mich.

    Viel Kraft und Geduld für Dich
    sonnige Grüße
    Lütte

    Mal ganz hart gesagt, dann setz sie vor die Tür. Es ist dein Leben, dass da den Bach runter geht. Ich stand damals vor der Wahl zu bleiben und langsam unter zu gehen oder mein Leben in den Hand zu nehmen und für mich zu sorgen. Es hat bei mir ein Weilchen gedauert bis ich es wirklich geschnallt hatte, aber jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Ich wollte ihm damals auch helfen und ihn retten. Ich bin auf der Suche nach Hilfe für ihn hier gelandet. Und es war für mich unvorstellbar, ihn einfach so "im Stich zu lassen". Es war das Beste, was ich tun konnte - für ihn und für mich. Zur Not behalte doch den Kater, wenn sie sich nicht kümmert, aber lass dich mit dem Tier nicht erpressen. Die Süchtigen wissen nur zu gut (meines Erachtens nach intuitiv), welche Knöpfe sie drücken müssen, damit ihre Co's funktionieren. Es war eine wirklich harte Zeit damals, denn mein Weggang hat ihn nicht glücklich gemacht und er hat alles versucht, mich zurück zu holen. Da heißt es mal wirklich kämpfen und hart bleiben. Überlege Dir mal, was Du Deinem besten Freund raten würdest, der Dir eben Deine Geschichte erzählt würde.

    Es geht um Dich
    sonnige Grüße
    Lütte

    Herzlich willkommen, Bermuda,

    Zitat

    Ich weiß nicht wie ich mich aus dieser Situation befreien kann, meinen Frieden finden kann.

    Bei mir half nur ein Auszug aus dem Haus nach über 20 Jahren Ehe. Damit hatte ich erst einmal räumlichen Abstand geschaffen und konnte an meinem inneren Abstand arbeiten. Die Entscheidung ist mir damals wahnsinnig schwer gefallen, weil sich innerlich alles dagegen sträubte, aber es war der richtige Weg. Es musste mir erst mal klar werden, dass ich gegen die Sucht nichts ausrichten kann, sondern dass mein Mann von sich aus den Ausstieg finden musste.

    Ich wünsche Dir Kraft und Geduld für Deinen Weg.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Stillhope,

    willkommen im Forum. Ich finde es richtig, dass Du ihn rausgeschmissen hast und Deine beiden kleinen Kinder vor ihm schützt. Kinderwagen mit Kippe und Bier - da geht mir das Messer in der Tasche auf. Lass Dich von seiner Familie nicht davon abbringen, sollen die doch mal einen Monat mit ihm zusammen leben.
    Du bist auf dem richtigen Weg und dafür wünsche ich Dir ganz viel Kraft und Geduld.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Jacky,

    ich weiß, dass Loslassen nicht leicht ist, aber wenn ich Dich so lese, ist das Deine einzige Alternative, wenn Du nicht untergehen willst. Er will diese Partnerschaft/Ehe nicht mehr. Ich glaube, es macht Dein Leben leichter, wenn Du das akzeptieren kannst. Vielleicht kannst Du es ja auch als Chance für Dich sehen. Du hast diese elenden Diskussionen nicht mehr, Du musst Dich nicht mehr um ihn kümmern, sorgen, Du bist nicht mehr Schuld an irgendwas...... Du kannst für Dich neu durchstarten und wieder frei atmen. Da sind doch einige Lichtpunkte in Deinem Leben, die nichts mit ihm zu tun haben und daran kannst Du Dich doch festhalten.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Harley,

    bei uns Co's ist ja unser Alkoholiker das Suchtmittel, von dem wir versuchen los zu kommen. Das geht nicht immer von heut auf morgen. Mir hat es echt geholfen, mich mehr in den Mittelpunkt zu stellen und mir wirklich bewusst gute Dinge zu tun. Ich hab mir nicht einfach nur einen Tee aufgebrüht. Ich hab mir im Vorfeld einen besonderen Tee ausgesucht und habe ihn dann für mich gemacht. Solche Kleinigkeiten halt. Und eine Zeit hab ich mir mal meinen Kopf über das Bibelzitat "liebe Dich selbst wie Deinen Nächsten" zerbrochen. Es gab ne Menge "Aha-Momente" für mich.

    Immer dran bleiben.

    sonnige Grüße und ein schönes Wochenende
    Lütte

    Hallo Jacky,

    ich hab noch kein Fitnesscenter von innen gesehen. Ich hab damals einen Kurs gemacht, der von der Volkshochschule angeboten und von der Krankenkasse finanziell unterstützt wurde. Der ging über 10 Wochen und wie gesagt, ich war wieder einen Abend untergebracht. Ich hab mich damals wirklich bemüht, viel zu unternehmen und nicht allein zu Hause zu sitzen, weil ich dann wieder ins Grübeln gekommen bin und mich das am Ende nicht weiter gebracht hat. So lange, wie er meine Kontaktsperre nicht akzeptiert hatte, hat er mir ja auch immer wieder Gedankenfutter gegeben. Ich habe unsere Gespräche hin und her analysiert und zukünftige Gespräche geplant, die nie so stattgefunden haben. Schade um die Zeit, die ich damit verschwendet habe. Da seh ich auch eine Parallele zu Dir. Du bist extrem stark mit ihm beschäftigt (mein Eindruck), dass Du gar keine Zeit hast, dir um Dich Gedanken zu machen. Sein Alkoholismus und die Folgen sind seins. Er ist erwachsen und hat die Verantwortung für sein Leben ganz allein. Du hast doch alles versucht, Du hast doch so lange ausgehalten und dich bemüht - manchmal muss man eben kapitulieren, damit was neues anfangen kann. Wenn ich dich so lese, sind deine Akkus am Limit und ich habe das Gefühl, dass es Zeit wird, dass Du da weg kommst und dich um dich kümmerst, damit du nicht unter gehst. Es ist schwer einzusehen, dass ein Traum geplatzt ist, aber wer sagt denn, dass es keine neuen Träume gibt. Es gibt doch auch einiges, was ohne ihn passieren kann. Du planst Dein Schreibbüro - Klasse. Bei Dir steht eine Reha an. Vielleicht kannst Du Dich dort auch psychologisch beraten lassen. Und nutzt diese Rehazeit wirklich ausschließlich für Dich. Das empfinde ich als enorm wichtig. Ich wünsche Dir so sehr, dass Du da die Kraft für die wichtigen Schritte tanken kannst.

    sonnige Grüße und ein schönes Wochenende
    Lütte

    Hallo Jacky,

    ich glaube, das Wort "Entzug" trifft das, was Dein Mann macht, nicht wirklich. Er macht Trinkpausen, was er selbst wohl nicht will und daher hat er schlechte Laune und lässt die an Dir aus. So mein Eindruck. Was erwartest Du von einem Menschen, der sich nicht um sein Wohlergehen kümmern kann, der bei den Symptomen, die Du beschreibst, nicht zum Arzt geht. Das ist in meinen Augen unverantwortlich. ABER es soll hier um Dich und nicht um ihn gehen.

    Zitat

    Ich wohne das erste mal ganz alleine ohne Kinder. Seit dem 17 Lebensjahr tat ich nie was anderes immer Kinder um mich herum gehabt. Es ist nicht leicht mich selbst zu finden und das alleine sein macht mir keine Freude auch nicht Unternehmungen alleine.

    Ich hab auch nie allein gewohnt, bis ich ausgezogen bin. Es war ja ein Zeitpunkt, wo ich emotional eh ein Wrack war und mich grundsätzlich neu orientieren musste. Mein Kind war weit weg und meinen Mann wollte ich nicht mehr. Ich hab auch auf meinem Bett gesessen und Rotz und Wasser geheult und war unglücklich. Ich habe mich einer Gruppe für Angehörige von Alkoholikern angeschlossen, die dann leider ganz schnell aufgelöst wurde, weil sich Strukturen geändert haben, aber ich hab dort eine ganz liebe Freundin gefunden, die meine Situation aus eigenem Erfahren kannte und mit der ich bis heute eng verbunden bin. Vielleicht gibt es solche Selbsthilfegruppen ja in Deiner Nähe. Sich selbst finden ist auch ein Weg. Ich hab damals ganz viele Bücher gelesen, hab hier die Lebenswege gelesen, mir 2-3 rausgepickt und gedacht, so mach ich das auch und dann find ich mich selbst. Was lag ich daneben. Mir hat es geholfen, ein altes Hobby wieder auszugraben. Da konnte ich Stunden mit verbringen ohne an meine Probleme zu denken. Ich bin wieder 1x die Woche zu einem Sportkurs gegangen. Der war auf 10 Wochen begrenzt, aber damit war wieder ein Abend abgedeckt. Wie gesagt, mach ich wirklich lange Spaziergänge, sind schon mal 10-15 km. Damit hab ich auch damals angefangen. Alles war besser, als auf dem Bett zu sitzen und zu heulen. Obwohl, im Wald allein hab ich auch schon mal geheult - aber nicht weiter sagen. Und ich habe gelernt, dass es ich meinen Mann nicht ändern kann, egal was ich anstelle. Wenn er nicht will, wird das nix. Ich hab dann versucht, ein Leben für mich aufzubauen. Das hat mich auch gut abgelenkt. Wichtig war eben auch, gedanklich von ihm weg zu kommen.

    Schau auf Dich und nicht auf ihn.

    sonnige Grüße
    Lütte