Beiträge von Miasia

    Hallo an Alle,

    nachdem wir jetzt eine Woche in getrennten Zimmer schlafen, geht es mir w e s e n t l i c h besser; die Panikattacken sind so gut wie weg. Ich habe XY gebeten, es bei dieser Lösung zu belassen; er will trinken und ich will schlafen, beides zusammen geht nicht. Er meinte, wenn ich das wolle, könnten wir das so beibehalten. Ich war total erleichtert; ich glaube, es geht uns beiden besser mit dieser Lösung. Er ist derart freundlich und zuvorkommend, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Jetzt lassen wir es mal so, und dann sehen wir weiter.

    VlG
    Miasia. :)

    Hallo,

    Schmetterlingsfee : Danke für die aufmunternden Worte!

    Habe heute morgen bei einer Praxis für Psychotherapie angerufen, die werden sich melden wegen eines Termins.

    XY ist letze Woche aus unserem gemeinsamen Zimmer ins Gästebett "ausgezogen", nachdem ich ihm gesagt habe, dass er alle belügt, indem er nach außen so tut, als sei alles in Ordnung, sich hinter den Kulissen aber regelmäßig volllaufen lässt. Jetzt hoffe ich, dass er da bleibt, denn das bekommt mir wesentlich besser, als wenn ich nachts wach liege, auf ihn warte und nicht weiß, in welchem Zustand er ins Bett kommt. Und er hat für sich wohl auch noch das Gefühl, dass es sein Wille war, das gemeinsame Zimmer zu verlassen. Das ist mir aber egal.

    VlG
    Miasia.

    Hallo an Alle,

    konnte jetzt ein paar Tage nicht schreiben, weil ich entweder unterwegs war oder es mir nicht gut ging. Habe aber gestern die Suchtberatung aufgesucht; viel konnte mir der Mann nicht helfen, aber es tat gut, einmal frei mit jemanden über meine Probleme zu sprechen. Mir wurden zwei Selbsthilfegruppen empfohlen und eine Broschüre zum Thema "Hilfe für nahestehende süchtige Angehörige" oder so ähnlich ausgehändigt. Ich werde aber auf jeden Fall als nächsten Schritt die Psychotherapie angehen!

    @BlueCloud: Entschuldige, dass ich etwas "angefressen" rübergekommen bin, aber ich stehe momentan ziemlich unter Strom.

    VlG
    Miasia.

    Hallo,

    RenateO : Ja, das mit den Stützrädern ist ein tolles Beispiel. Genauso fühle ich mich jetzt; anhalten, weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll, zumal XY im Moment wieder "ganz normal" ist. Jezt kommen auch ein paar Tage, an denen er sich keine Aussetzer leisten kann. Aber danach.....?

    @BlueCloud: Du bist sehr direkt in deinen Schreiben (kein Fehler, absolut nicht!). Aber zu einer Beziehung gehören immer zwei, sodass ich die ganze "Schuld" (ein blödes Wort, ich weiß, aber im Moment fällt mir leider kein anderes ein) nicht bei mir suchen kann, genauso wenig, wie ich sie XY geben kann. Ich hab im Voraus nicht ahnen können, was auf mich zukommt, und eigentlich bin ich ein Mensch, der immer alles richtig machen möchte und da dann auch bei allen Situationen alle Möglichkeiten in Betracht zieht, die sich ergeben könnten. Geht eigentlich gar nicht, ich weiß, aber das ist meine Veranlagung, und um so schlimmer trifft es mich, wenn ich auf eine Situation nicht vorbereitet bin. Dann bin ich zunächst mal vollkommen hilflos. Das mit dem "den anderen nicht anders wahrnehmen wollte", das passt allerdings hundertprozentig. Alle Menschen machen Fehler, niemand ist perfekt, alle haben Schwächen, und da kann man nicht erwarten, dass die eigenen ausgeglichen werden.

    VlG
    Miasia.

    Hallo,

    ja, ich denke auch, es wird immer schlimmer, je länger man zusammen ist, und es wird auch immer schwieriger, dem XY dann klare Grenzen zu setzen; ich werde demnächst eine Psychotherapie wegen meiner Panikattacken machen. Das allerschlimmste ist, dass immer mal wieder "klare Tage" dazwischen sind und man dann meint, aha - da geht doch noch was! Aber die Enttäuschung wartet schon hinter der nächsten Ecke, das ist mir vom Kopf her auch klar. Ich bin total verwirrt, aber ich hoffe, ich komme mit kleinen Schritte voran.

    VlG
    Miasia.

    Hallo rote bete,

    danke für Deine Antwort! Wie lange ich das noch aushalten kann, weiß ich nicht, zumal sich xy vom Wesen her sehr verändert hat. Er ist unzufrieden, nörglerisch, unleidlich. Aber vor anderen ist er immer bestens gelaunt. Ich muss was für mich tun, das ist mir klar (zumindest vom Verstand her). Das mit dem "die Sucht steht an erster Stelle" hab ich jetzt schon so oft gelesen und das tut unglaublich weh. "Ich werde mich an den Gedanken gewöhnen müssen" heißt ich muss mich an den Gedanken gewöhnen dass er sich nicht mehr ändert, und das ist für mich das Schreckliche. Er wird immer weiter trinken, ohne Rücksicht auf Verluste, sowohl seinerseits als auch meinerseits. Ich hoffe immer noch, dass er zur Einsicht kommt, von sich aus, aber die Hoffnung wird mit jedem Tag kleiner....

    VlG
    Miasia.

    Hallo,

    biin mittlerweile ziemlich sicher, dass xy sein Verhalten so nicht an den Tag legt, um sich seinen "Stolz zu bewahren", so wie ich es am Anfang vermutet hatte. Er muss zeigen, dass ihm das alles nichts ausmacht, auch nicht, was andere von ihm denken. So kann er vor mir den "starken Mann" spielen. Schrecklich, dieser Gedanke, aber ich werde mich an ihn gewöhnen müssen.

    VlG
    Miasia.

    Hallo an Alle,

    ja, es ist so: Die Liebe, die xy mir früher gegeben hat, ist nicht mehr das, was sie mal war; er war der liebste, netteste, freundlichste Mensch, den man sich vorstellen kann; und das ist er heute nach außen hin immer noch, daher ist er überall so beliebt. Ob er selbst daran denkt, dass sein Kartenhaus mal zusammenbrechen könnte, weiß ich nicht. Aber hinter der Fassade ist nicht mehr viel geblieben. Ich möchte auch gerne den lieben, netten Menschen zurück haben, der er am Anfang war, aber sein Verhalten hat sich total verändert, er ist stur, uneinsichtig, geht keinen Schritt auf mich zu, ist der Meinung, was er tut, geht mich nichts an. Und das eigentlich schon seit Jahren. Nur wollte ich das nie wahrhaben, hab die Augen verschlossen, wollte einen lieben, netten, freundlichen Mann, an den ich mich auch anlehnen kann. Aber das kann ich nicht mehr. Die Sucht scheint das wichtigste in seinem Leben zu sein.

    Hab ihn heute nacht mal wieder ausquartiert, weil iich schon ziemlich früh den ein oder anderen Kronkorken gehört habe. Momentan sieht es sogar so aus, als wolle er von sich aus in seinem separaten Zimmer bleiben, er macht keine Anstalten, in unser Bett zu kommen (soviel zum Thema: keinen Schritt in meine Richtung, wenn ich nicht will, dann will er erst recht nicht und ich bin sozusagen selbst schuld). Ich muss zugeben, so ganz unfroh bin ich darüber nicht.

    flower 40 : Ja, man scheint ein "Händchen" dafür zu entwickeln, sich den Falschen auszusuchen, weil man glaubt, er kann einem das geben, was einem fehlt. XY ist wirklich selbst klein und schwach, was das alltägliche Leben betrifft. Leider hab ich mir das jetzt erst - nach 12 Jahren - eingestehen können.

    VlG
    Miasia

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure Tipps! Lindi, Deine Vorschläge haben mir sehr geholfen!Mein Problem ist immer, dass, wenn ich eine Idee habe, die immer gleich -sofort - direkt umsetzen will, und es dann garantiert schief geht. Und es soll immer 100%ig das richtige sein - genau, wie ich geglaubt habe, dass ich mit meinem XY den 100% richtigen Mann habe, nachdem meine erste Ehe gescheitert ist (aber nicht wegen Alkohol), und das jetzt schon wieder nicht der Fall ist. Da fühle ich mich schon wieder als Versagerin. Das sind zwar Dinge, die direkt nichts mit dem Alkohol zu tun haben und wegen derer ich auch schon in psychotherapeutischer Behandlung war, aber ich musste es jetzt einfach mal schreiben. Im Prinzip kein Wunder, dass Xy keinen Respekt vor mir hat, ich hab ja selbst keinen.

    @Scbmetterlingsfee: Dein Ratschlag "geh in Deinem Tempo voran" unterstützt mich, damit ich nicht wieder denke, alles muss jetzt -gleich-sofort geschehen und dann wirklich das Richtige und effektivste sein! Danke!

    LG Miasia

    Hallo an Alle,

    RenateO : Du hast 100% Recht, ich habe Angst vor der Auseinandersetzung, eine Riesenangst sogar; und es ist, wie liebeskind schreibt: Es fällt mir leichter, wenn es einen konkreten Anlass gibt, eben nach einem Vollrausch. Aber ankündigen werde ich nichts mehr. Ich werde auf gar keinen Fall sagen, was ich vorhabe, weder das mit dem Ausquartieren noch sonst irgendwas.
    Jetzt ist er heute morgen wieder ganz normal, und schon schwebe ich wieder in der Gefahr, alles wieder zu vergessen und zu verzeihen; trotzdem heute nacht die Fahne wieder zu riechen war - ich könnte mich dafür selbst ohrfeigen und wünsche mich an den Punkt, an dem Du, flower 40, irgendwann angekommen bist, nämlich, dass mir alles, was er trinkt, egal ist und ich handlungsfähig bin.
    Habe heute nacht lange wach gelegen und mir gesagt, lass dich nicht wieder einlullen, das hilft dir nicht und ihm auch nicht. Mein Verstand sagt mir dauernd: Hör auf, Flaschen zu zählen etc. und mein Bauch kriegt es dann wieder nicht hin. Fühle mich total hilflos.

    VlG
    Miasia.

    Hallo lütte,

    Abgrenzung ohne Stress, das ist genau das, was ich auch bräuchte. Danke für Deine Tipps, was die Wohnung betrifft!

    XY säuft sowieso nicht unter meinen Augen, er hat ein eigenes, eigentlich "Hobbyzimmer"; da hat er beim Einzug ins Haus drauf bestanden, man müsse sich abgrenzen können. Aber ich höre die Kronkorken "knallen", weil das Studio keine Abtrennung nach unten hat. Habe gerade überlegt, dass es mir zunächst schon mal besser gehen würden, wenn wir die Schlafzimmer getrennt hätten, sprich, er hat das Gästebett in seinem Zimmer stehen und könnte da übernachten, und zwar nicht nur, wenn er "voll" ist, sondern auf Dauer. Ich überlege, wie ich ihm das verkaufen soll, als Vorschlag oder als Bedingung. Einen guten Zeitpunkt fände ich, wenn er wieder einen Aussetzer hinter sich hat. Was meint Ihr dazu?

    LG
    Miasia.

    Hallo Duza32, hallo lütte69,

    ich danke Euch für Eure lieben Worte.

    lütte69 : Ich überlege dauernd; ich möchte von diesem Alkoholteufel loskommen, es geht mir momentan besser ohne ihn als mit ihm; aber wie gesagt, ich weiß nicht, wohin. Oder noch nicht. Bist Du in eine eigene Wohnung gezogen?

    duza32 : Das mit dem "nicht miteinander sprechen" hab ich auch schon versucht, aber wie Du schon schreibst, das tut mir mehr weh als ihm, und das mit dem "so tun als ob nichts passiert wäre" , das kann er auch ganz gut.

    VlG
    Miasia

    Hallo,

    das kommt schon bei mir an; ich war dermaßen enttäuscht, dass ich ihm absolut egal zu sein scheine, andererseits weiß ich, dass er ein "sturer Hund" ist und es lieber drauf ankommen lässt, als einen winzigen Schritt nachzugeben.. Was wirklich schlimm ist, dass ich mich nicht wirklich um mich kümmern kann, da hast Du, bluecloud, absolut recht.

    Ich hab ihn auch schon auf Feiern stehen lassen bzw. gesagt, ich fahr jetzt heim, du kannst ja noch bleiben; dann ist er immer mitgekommen.

    Warum nimmt er mich nicht ernst? Weil ich es bis jetzt immer wieder habe "gut sein lassen". Mit seiner Mutter macht er das genauso, nur mit Personen, von denen er weiß, die werden konsequent sein, da hat er Respekt; sein bester Freund und der Lebensgefährte seiner Mutter. Aber die wohnen auch nicht mit ihm zusammen.....

    Da wir momentan noch zusammen wohnen, weiß ich nicht, wie ich Konsequenz umsetzen soll; ich würde schon gern ausziehen, zumindest mal auf Zeit, damit er weiß, ich meine es ernst, weiß aber nicht, wohin.

    VlG
    Miasia.

    Hallo,

    das mit dem "trocken bleiben", heißt "kontrolliert trinken", hat bei meinem xy bis jetzt eigentlich auch immer geklappt. Als wir jetzt wiederkamen, hatten wir sogar gar keinen Alkohol im Haus! Da hab ich mal wieder Hoffnung geschöpt, wie so oft. Aber gerade hat er sich mengemäßig wieder so richtig mit Bier eingedeckt - bin fast etwas erleichtert, denn jetzt weiß ich wenigstens, was auf mich zukommt. Wobei die letzten Abende schon etwas entspannter waren, weil ich wusste, er "kann nicht betrunken ins Bett kommen, ist ja nix da!"
    Er sieht auch gar keine Veranlassung, mir irgendetwas zu erklären, hält mich nur für unleidlich und sagt, er wisse nicht, warum. Ich hab's ihm daraufhin gesagt, aber er meinte, eine Antwort darauf wolle ich nicht hören; und dabei ist's dann geblieben.

    @ liebeskind: Das mit dem "nach Hause fahren" hatte ich auch im Hinterkopf. Was hat XY getan? Hat mich zum Bahnhof geführt und mir gezeigt, von wo aus die Züge fahren und wo ich Fahrkarten kriege. Er nimmt mich doch überhaupt nicht mehr ernst, oder?

    Ich bin ungeduldig, würde gerne was tun, andererseits will ich auch nichts überstürzen, mir zuliebe. Erst wenn "Plan B" hundertprozentig steht, kann ich ihm sagen, wie es mit uns weitergehen wird, was mich betrifft. Aber die Zeit bis dahin wird noch entsetzlich lang werden....

    VlG
    Miasia

    Hallo an Alle,

    ja, ganz so toll ist unser Urlaub nicht gelaufen, ich habe hier zuerst mal nur die guten Seiten geschildert; zweimal hat er sich nicht zurück halten können, an einem Abend vier Bier (an meinem Geburtstag, man stelle sich das vor!) und an einem anderen Abend eine Woche drauf sechs. Ich war entsprechend sauer und er meinte, ich gönne ihm das nicht. Das hat er schon über Jahre immer wieder gesagt, ich war zwar angefressen, aber ich hab ihn machen lassen. Aber ich kann nicht sagen, dass ich nicht erholt aus dem Urlaub zurückgekommen bin, und auch XY hat er wohl gut getan, er sagt, er würde sofort wieder hinfahren.

    Er weiß übrigens nicht, dass ich zur Suchtberatung gehe, er glaubt, ich suche einen Psychotherapeuten wegen meiner Panikattacken auf, die ich zweifellos habe.

    Ich weiß nicht, wieviel Zeit wir noch miteinander verbringen werden, ich bin immer auf der Suche nach einem Plan B; neue Wohnung etc. Da hoffe ich auf Hilfe von der Suchtberatung.

    Er hat übrigens seit wir zu Hause sind, keinen Alkohol getrunken, aber ich kann da keine Hoffnung reinsetzen, und das macht mich ganz mürbe.

    Dass er süchtig ist, hat er sich ja eingestanden. Ob er wohl gemerkt hat, dass er was dagegen tun muss?

    VlG
    Miasia
    Miasia

    Hallo Schmetterlingsfee,

    der Urlaub war ganz okay; XY hat nicht soviel getrunken, wie ich befürchtet hatte. Die ersten drei bis vier Tage waren für uns beide sehr von Anspannung geprägt; ich hatte immer Angst, er trinkt irgendwann mehr, als ich mit ansehen kann, und das hat man mir auch angemerkt. Ich dachte schon: Das wird für lange Zeit das letzte Mal gewesen sein, dass wir zusammen in Urlaub waren. Dementsprechend schlecht gelaunt war XY. Das hat sich dann aber mit der Zeit gegeben und wir wurden beide lockerer. Wir haben viel unternommen, da war früh ins Bett gehen und früh wieder aufstehen angesagt. Nach dem Abendessen haben wir immer noch einen mal kürzeren, mal längeren Spaziergang gemacht, wobei die Initiative hauptsächlich von XY ausging - will sagen, ich brauchte ihn nicht von Bierflaschen weg zu schleifen. Sein "Abendbierchen" hat er zwar getrunken, manchmal auch zwei oder drei, aber damit konnte ich leben. Und dann schlafen - und zwar wirklich gut schlafen. Jetzt zum Schluss wäre ich gerne noch länger geblieben. Hier zu Hause hab ich wieder Angst, dass alles sehr schnell wieder in den alten Rhythmus übergeht (wird sich auch nicht vermeiden lassen, das Leben ist halt kein Urlaub). So erholsam der Urlaub muss ich mir sagen: Der nächste Vollrausch kommt bestimmt. Und deswegen geh ich auch zur Suchtberatung, ich hab nochmal in den Kalender geguckt, der Termin ist der 04.10.

    VlG
    Miasia.