Beiträge von kassandra

    Hallo,
    ich muß mich mal wieder melden. Bis jetzt hat er durchgehalten. Von den Schlaftabletten hat er nur wenige genommen und schläft auch ohne inzwischen gut. Wir waren ein paar Tage verrreist und es war fast wie in "alten Zeiten". Ich bleibe aber trotzdem auf dem Teppich, denn ich weiß auf welch wackeligen Beinen die Sache steht. Reden mag er noch nicht darüber, er blockt ab, und ich werde ihn auch nicht drängen. Im Moment hoffe ich einfach nur, dass der nächste Tag gut verläuft.

    Liebe Grüße
    Kassandra

    Hallo Daniel,
    gerade habe ich Deine Lebensgeschichte gelesen und viele Parallelen gefunden. Ich bin 17 Jahre älter als Du und mit meinem Mann seit 37 Jahren zusammen, mal mit, mal ohne Alkohol. Auch ich habe damals gedacht, dass ich es meinen Kindern nicht "antun" konnte, meinen Mann zu verlassen. Es gab immer wieder viele Gründe, es nicht zu tun, und wenn ich ehrlich bin, waren sie vorgeschoben.
    Mein heute 30jähriger Sohn, der vor sechs Jahren ausgezogen ist, hat nicht so sehr darunter gelitten wie meine 28jährige Tochter. Sowohl sie als auch ich haben Therapien gemacht, um das alles zu verarbeiten. Daher kann ich Dir nur raten: Schütze Dich und Deine Kinder, stelle ihr ein Ultimatum und sei ganz konsequent, wenn sie sich für den Alkohol entscheidet.
    Ich habe in meiner Al-Anon Gruppe gleich in der ersten Stunde den Satz gehört, dass man einen Alkoholiker "in Liebe fallen lassen soll".
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und den Mut, die richtige Entscheidung zu treffen.
    Liebe Grüße
    Kassandra

    Hallo Lavendel,
    ich habe am Nachmittag geredet und geredet. Er schämt sich einfach, ins Krankenhaus zu gehen, er hat das Ganze in den letzten 20 Jahren schon dreimal "praktiziert". Der Arzt ist ganz in unserer Nähe. Zur Not werde ich den in der Nacht anrufen! Ich fühle mich als "Packesel" dem wieder mal alles aufgebürdet wird.
    Gruß
    Kassandra

    Hallo,
    eigentlich müßte ich "jubeln", denn mein Mann hat heute aufgrund seiner "astronomisch hohen" Leberwerte (Originalton des Arztes) beschlossen, es ohne seinen besten Freund, den Alkohol, zu versuchen.
    Eine stätionäre Aufnahme hat er abgelehnt. Also gab es starke Beruhigungsmittel vom Arzt und die Anweisung sich regelmäßig telefonisch zu melden und Bericht zu erstatten. Er hat es schon einmal auf diesem Weg geschafft, aber nach einer "Trinkzeit" von 4 Jahren, habe ich schreckliche Angst, dass es zu Ausfällen kommt. Was mache ich dann?? Rufe ich den Notarzt??
    Güße
    Kassandra

    Hey Ayki,
    auch ich könnte diesen Bericht verfaßt haben, denn es sind viele Ähnlichkeiten vorhanden. Man könnte es auch nennen: Mit Zuckerbrot und Peitsche. Die Laune kippt von einer Sekunde zur anderen, und das macht mich dann im Moment einfach nur sprachlos, es empört mich, und ich kann dann nicht antworten. Ich versuche immer mit Menschen so umzugehen, wie ich es mir für mich auch wünschte, aber in so einem Fall ist es schwer. Das entscheidet bei mir die "Tagesform". Je nach "Akoholpegel" bin ich auch schon laut geworden, dann war meistens Ruhe. In meiner Therapie wurde mir geraten, klare Grenzen zu setzen . Das klappt nicht ständig, vor allem wenn auf der Alkoholikerseite starke Agressionen ins Spiel kommen. Dann gehe ich aus der Situation heraus, indem ich mich in mein Zimmer zurückziehe oder ich verlasse das Haus. Du mußt Dir wirklich ein eigenes Leben aufbauen, Dir Gutes tun. Das geht nicht immer, aber laß Dich nicht entmutigen, kämpfe weiter.
    Liebe Grüße
    Kassandra

    Hallo Marie,
    auch Dir danke ich für Deine Nachricht.
    Eine Bauchspeicheldrüsenantzündung hat mein Mann schon vor einigen Jahren überstanden. Der Arzt hatte ihm damals noch eine Lebenserwartung von etwa einem halben Jahr in Aussicht gestellt. Seine Einsicht dauerte 4 Jahre. Dann ging es weiter mit dem Alkohol. Jetzt ist halt wieder der Obstler dazu gekommen, weil wahrscheinlich das Bier nicht mehr reicht, um den Pegel zu halten. Es würde sicherlich nur ein erneuter Absturz zur Einsicht führen, und ich muß gestehen, ich wünsche es ihm!

    Liebe Grüße
    Kassandra

    Hallo esgehtanders,
    Du mußt mich wahrhaftig nicht bewundern, ich war bis jetzt einfach zu feige, zu gehen. Mein Sohn (29) ist schon seit 6 Jahren aus dem Haus, meine Tochter (27) wohnt noch zu Hause und wird Ende nächsten Jahres mit dem Studium zu fertig sein und dann auch sicher bald das Haus verlassen. Mein Mann hat schon einige Male einen Entzug gemacht. Die längste "Trockenzeit" dauerte ca 4 Jahre. Es war eine sehr schöne Zeit und der Absturz danach war schlimm. Eigentlich habe ich immer Ausreden gesucht, um nicht zu gehen. Zuerst waren die Kinder zu klein, dann hatten wir gerade gebaut usw. 1994 hatte ich einen schlimmen Zusammenbruch, war für 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik und habe dann eine Gesprächstherapie begonnen, die etwa zwei Jahre gedauert hat. Eine wichtige Erkenntnis für mich war, dass ich nicht die Schuldige für seine Sucht war. Er hat immer wieder versucht, mir das zu suggerieren.
    Auch meine Tochter hat vor ca. 4 Jahren eine Therapie gemacht. Wir sind inzwischen eine "eingeschworene" Gemeinschaft und können gut miteinander über unsere Empfindungen reden. Natürlich fühlt sich mein Mann ausgegrenzt, aber damit kann ich leben. Es liegt ja in seiner Hand, etwas zu ändern. Aber die Einsicht ist einfach nicht da, es sind immer die Anderen, die die Schuld an seiner Sucht tragen. Einen Grund zu trinken, gibt es immer, wenn man danach intensiv sucht.

    Ich merke, dass ich mich immer mehr zurückziehe und immer öfter darüber nachdenke, wie es wäre, allein zu leben. Inzwischen kann ich es mir sogar vorstellen. Es wäre sicherlich ein besseres Leben.
    Ich würde mich freuen, noch einmal von Dir zu hören.

    Liebe Grüße
    Kassandra

    Hallo,
    ich bin schon seit August angemeldet, habe mich aber gar nicht vorgestellt. Also, ich bin 56 Jahre alt, habe zwei erwachsene Kinder und bin seit vielen Jahren mit einem Alkoliker verheiratet, der mal sehr viel, mal weniger, mal gar nicht (4 Jahre) trinkt. Im Moment ist Hochprozentiges seit etwa 6 Wochen aktuell. Aktueller Verbrauch: 3 Kisten Bier + 2 Flaschen Obstler pro Woche. Die Hände zittern beim Frühstück, die Bewegungen sind fahrig, die Laune miserabel. Nach den ersten Schlucken Alkohol legt sich das erfahrungsgemäß. Jetzt wird aber über "Beschwerden" in den Beinen (Kribbeln, Krämpfe, starke Schmerzen) "geklagt". Frage: Ist das wohl auch der Alkohol?
    Liebe Grüße
    Kassandra

    Hallo shalimar,
    ich bin in der gleichen Situation wie Du. In der Woche wird direkt nach Feierabend getrunken, am Wochenende nach dem Frühstück. Ich bin auch immer "hin- u. her gerissen". Fast ein Jahr lang war ich bei al-anon und habe dort viel dazu gelernt. Außerdem habe ich eine Gesprächstherapie bei einer sehr guten Therapeutin gemacht. Das Wichtigste, was ich dort gelernt habe, war, dass ich nicht für seine Sucht verantwortlich bin, denn das wurde mir immer wieder suggeriert! Trotzdem falle ich zwischendurch immer wieder in tiefe Löcher. Eine Trennung kommt für mich im Moment aus mehreren Gründen noch nicht in Frage, aber ich denke schon länger darüber nach. Ich habe einfach begonnen, mir "Gutes" zu tun, ich pflege alte Freundschaften wieder, besuche am Wochenende allein Freunde, walke, mache lange Spaziergänge mit meinem Hund und lerne dabei nette Menschen kennen. Zeig ihm, dass es ohne ihn geht, mach Dich unabhängiger. Bei al-anon lautet ein Spruch, dass man einen Alkoholiker "in Liebe fallen lassen soll"! Das ist sicherlich sehr schwer, aber ich denke, diese Menschen müssen wirklich "am Ende" sein, um zu begreifen. Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut!
    Liebe Grüße
    Kassandra