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Mittwoch habe ich entdeckt, dass er (wieder) auf einer Singleplattform angemeldet ist. Habe ihn natürlich darauf angesprochen. Woher ich das wüsste. Er wollte mir mal zeigen, wie das ist. Ich wüsste gar nicht, wie verletzt er wäre. Ich würde ihn nicht respektieren, solle endlich mal an mir arbeiten, meine Eifersucht in den Griff kriegen, meine Fehler erkennen. Habe dann gesagt, wofür ich das alles noch tun soll, wenn er doch eh seine Sachen geholt hat. Ich solle endlich aufwachen, mit jedem Streit würde ich mehr kaputt machen.
Leyla, ich frage mich immer, was denn noch alles passieren muss, wenn ich sowas lese 
Für so einige Alkoholiker ist es geradezu typisch, sich so schnell wie möglich einen neuen Co zu suchen, wenn der alte anfängt, rumzuzicken.
EIn Vorteil davon ist auch, das der neue CO erstmal besser am Ball gehalten werden kann und erstmal nicht so viel rummeckert.
Aber dabei bleibt es ja nicht... die rosa Brille wird einem sicher schneller runter gerissen, als einem lieb ist.
Rechne also damit, das er wirklich auf der besagten Plattform schon nach einem neuen Co Ausschau hält, es wäre jedenfalls nichts außergewöhnliches.
Und dann noch diese Frechheit, zu behaupten, das er Dir damit was zeigen wollte...
Er will sich doch damit nur rausreden, sorry. Das ist doch wirklich dummes Zeug.
Und Du würdest mit jedem Streit alles noch mehr kaputt machen?
Ach komm, das ist ebenso Bullshit... er will nur in Ruhe saufen und Du sollst gefälligst dazu die Klappe halten, so siehts doch mal aus.
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Der Gedanke, ihn mit einer anderen Frau zusammen zu sehen (und dann vielleicht sogar nüchtern), den ich nicht ertragen kann.
Es ist sehr unrealistisch, das er mit oder gar durch eine andere Frau das Saufen aufgibt.
Er macht doch keinerlei Anstalten dazu, und daran ändert ein neuer Partner auch nichts.
Ich persönlich bin grundsätzlich nicht besonders eifersüchtig, das war ich nur zu Saufzeiten.
Von daher würde mir eine neue Frau nur echt leid tun, denn ihr stünde das gleiche bevor, was Du dann schon hinter Dir hast.
Das gleiche Elend, das gleiche Leiden, die gleiche Traurigkeit, das Alleinsein, wenn der andere sich wegbeamt, und der ganze restliche Dreck, den die Sauferei anrichtet.
Nein, sowas würde ich wirklich niemanden wünschen, auch keiner neuen Frau.
Für die könnte ich nur hoffen, das sie eher die Kurve kratzt und somit weniger Lebenszeit verbrennt.
Ich möchte auch noch klar stellen, das man alle Alkoholiker/innen nicht komplett über einen Kamm scheren kann.
Die Verhaltensweisen sind sich sehr ähnlich, ganz klar.
Aber nicht jeder Alkoholiker wird auch verbal ausfallend, anderweitig gewalttätig und schiebt die komplette Schuld auf den Partner ab.
Ich habe das auch wirklich nie gemacht, weil das total unfair ist, und das war mir selbst auch noch in der besoffenen Birne klar.
Ich war aber verbal aggressiver als heutzutage, habe mir selbst alles so zurecht gelegt, das es meine Sauferei rechtfertigt.
Und ich habe dafür auch so manchen Streit vom Zaun gebrochen.
Und es gibt auch noch die Alkoholiker, die sich im stillen Kämmerlein die Birne zuknallen, depressiv werden und keinen grossen Krawall machen.
Dafür müsste man schon die Anlage mitbringen, denke ich. Also für den Krawall jetzt.
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Und, was am Schlimmsten ist: Die Hoffnung, dass ja vielleicht doch alles noch gut werden könnte.
Und wie lange willst Du Dich noch daran klammern?
Während andere sich ein schönes Leben einrichten und es nach Herzenslust genießen?
Und zwar JETZT und nicht irgendwann am St. Nimmerleinstag.
Leyla, ich glaube, Du klammerst Dich an was, was längst vorbei ist...was es vielleicht nicht mal wirklich gab.
Ein Trinker interessiert sich nicht wirklich für den Partner, der interessiert sich viel mehr dafür, wo er den nächsten Schluck herbekommt,
den nächsten Rausch...dann kommt noch so einiges....und dann....ganz hinten...da kommt VIELLEICHT der Partner, falls sich der nasse Alkoholiker überhaupt noch an ihn erinnert.
Du musst für Dich entscheiden, ob Dir das reicht.
Und ich denke, vor Einsamkeit haben wir alle irgendwo Angst. Ich auch.
Ich werde in den nächsten Tagen 60, und habe auch Angst davor, zu vereinsamen, sollte mein Mann vor mir sterben.
Ich kenne Einsamkeit auch aus den letzten Jahren sehr gut, denn ich war es auch mitunter.
Das ist wirklich ein sehr bedrückendes Gefühl und ich leide dann auch darunter.
Alleinsein bedeutet aber nicht austomatisch auch Einsamkeit.
Nicht, wenn man seine Zeit mit dem füllt, was man gerne macht. Wenn man sich nicht isoliert, sondern Kontakte pflegt.
Sich vielleicht auch für irgendwas ehrenamtlich engagiert.
Aber eigentlich kennen doch alle auch das Gefühl der Einsamkeit, vermute ich.
Denn ganz tief drinnen bleibt man doch auch mitunter einsam, egal mit oder ohne Partner.
Ist man in Endeffekt nicht immer irgendwo auch allein und fühlt sich manchmal auch einsam?
Ich halte das für einen ganz normalen Vorgang, es ist nun mal nicht immer alles supi im Leben, und man muss auch lernen, negative Gefühle auszuhalten.
Das ist für mich auch ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens.
Mir wäre es trotzdem dennoch lieber, mich ab und an mal einsam zu fühlen, als mein Leben mit einem Trinker zu teilen.
Zumal es auch gar nicht so ist. Mit einem Trinker kann man sein Leben nicht mal teilen, das funzt ja auch nicht wirklich.
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Er ist auf seine Weise eine verletzte Persönlichkeit, ich bin es auf meine Weise. Beide mit Ursachen in der Kindheit. Jeder mit einer anderen Strategie, damit umzugehen. Ich dachte immer, wir könnten uns gegenseitig „retten“. Irrglaube.
Ach weißt Du, man hört ja meist nur die eine Seite...
Dann sind da "ach so schwere Kindheiten", Mobbing im Job und wer weiß was...das man ja gar nicht anders kann als zu saufen.
Merkwürdig ist doch aber, das bei anderen auch nicht immer alles klasse lief, man schlechte Erfahrungen machte...aber diese ebenso Betroffenen saufen ja auch nicht alle.
Also gibt es doch scheinbar andere Strategien, um auch mit sowas irgendwann fertig zu werden, oder?
Und irgendwann ist man auch kein Kind mehr, sondern erwachsen.
Ich für meinen Teil finde es zu einfach, alles auf eine bestimmte Sache zu schieben.
Denn ich denke, das soll auch oft die Sauferei rechtfertigen. Und dazu ist leider fast alles recht.
Retten können sich 2 Kranke sicher nicht gegenseitig. Aus zwei Kranken wird ja kein Gesunder, nicht wahr?
Das funzt also auch nicht.
Da zieht man sich eher noch gegenseitig immer mehr runter.
Warum versuchst Du nicht, allein zu gesunden, gerne auch mit professioneller Unterstützung?
Deinen Trinker kannst Du eh nicht retten.
Aber Du kannst was FÜR DICH tun!
LG Sunshine