Beiträge von Thalia1913

    Hallo Calida,

    ich hatte gerade heute Ausschau gehalten, ob du mal wieder geschrieben hast.

    Gefühle überhaupt erst einmal wahrzunehmen ist so etwas lebendiges, was aber nicht heißt, dass es leicht ist...

    Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dich für den geschlossenen Bereich anzumelden, um vielleicht etwas eingehender schriftlich zu sortieren und dich mit dir auseinanderzusetzen?

    Herzlichen Gruß und einen schönen Abend!
    Thalia

    Hallo Pancho,

    ich lese auch bei dir, und ich freue mich, dass du dich nicht beirren lässt. Ich wünsche dir, dass du aus deinem Aufenthalt das beste machst - aber das machst du bestimmt, wenn ich von deiner Naturerfahrung lese.

    Die Zeiten allein mit mir in geschütztem Rahmen waren für mich damals auch besonders wertvoll - und wenn der ein oder andere gute Anstoß von Therapeuten oder Mitpatienten auch noch kommt, umso besser.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Carl Friedrich,

    mein erster Gedanke heute beim Lesen deines Eintrages war: ob das wohl auch was mit den Düften des heimwegnahen Weihnachtsmarktes zu tun hat.

    Aber du hast ja selbst auch schon Auslöser ausgemacht.

    Kannst du dich noch besser (gerade jetzt in deinem ersten Advent ohne Alkohol) vor Werbeprospekten etc. schützen?

    Ansonsten schicke ich dir noch einen herzlichen Glückwunsch hierzu:

    Zitat

    Ist halt mein erster trockener Winter seit Jahren, eher Jahrzehnten.

    Das ist doch toll. Und der nächste wird leichter!

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Ina,

    find ich ja gut, dass dein Therapeut mit sowas kommt - meine Therapeutin wusste damals nicht, was ich meine, als ich sagte, ich sei hochsensibel :)

    Zu dem Thema hat mir sehr geholfen, ein bisschen was dazu zu lesen - stöbere mal nach Büchern zum Thema Hochsensibilität, da findest du mehrere interessante. Mir hat die Beschäftigung damit sehr geholfen, auch in ganz praktischen Belangen, aber vornehmlich psychisch.

    Und ich sehe noch mehr Parallelen zu dir: mein Kind war auch in so einem Kindergarten mit viel Elternbeteiligung, und ich habe da sehr viel Druck gespürt. Seit mein Kind in der Schule ist, habe ich mich vorläufig aus möglichst vielen dieser Dinge ausgeklinkt.

    Ich wünsche dir die Kraft und den Mut, die nötigen Gänge runterzuschalten.

    Ich schicke einen herzlichen Gruß zur Wochenmitte.
    Thalia

    Vielen Dank schon mal hier, Martin, Karsten, Carl Friedrich und Hartmut.

    Nur kurz zur Klärung: Der nasse Alkoholiker, von dem ich schrieb, ist mir im Rahmen meiner Selbsthilfe begegnet. Ich bin gar nicht aufgefordert, ihm zu "helfen", er versucht es schon selber, aber eben bisher vergeblich. Ich wollte nur meine Gedanken dazu zum Anlass nehmen, meine Frage zu konkretisieren.

    Weil ich eben denke, dass auch viele, die sich hier im Forum melden (oder auch nur lesen) an dem Punkt sind, "eigentlich" aufhören zu wollen, "eigentlich" verstanden zu haben, dass sie alkoholkrank sind, aber dann den Absprung "irgendwie" nicht schaffen..

    So wie es mir ja auch gegangen ist.

    Und daher meine Frage - was fehlt, wenn es nicht klappt. Oder andersrum: Was braucht es, damit du es schaffst.

    (Mit dem "Tiefpunkt" kann ich immer nicht so viel anfangen, das ist mir zu abstrakt. Im Zweifel weiß ich doch auch erst hinterher, ob etwas der Tiefpunkt war, oder? Aber dazu vielleicht lieber nochmal ein separates Thema.)

    Karsten, was du über den Willen schreibst, habe ich verstanden und leuchtet mir sehr ein. Erstmal (wie Hartmut schreibt) erkennen, dass ich alkoholkrank bin - mit der Perspektive, daran zu sterben. Wenn ich aber leben will, Veränderungen umsetzen, die mir ein trockenes Leben (ein Überleben) ermöglichen.

    Vielen Dank bis hierher, da rückt sich wieder etwas weiter zurecht in mir. :)

    Gruß Thalia

    ... Das habe ich erst kürzlich über einen wiederholt rückfälligen Mitmenschen gedacht. Wobei, rückfällig kann man eigentlich dazu nicht sagen, da er jeweils nicht länger als ein oder zwei Wochen trocken war, bevor er wieder getrunken hat.

    Und genauso hat vermutlich auch ein mir Nahestehender vor drei oder vier Jahren über mich gedacht, als ich versprach, nicht mehr heimlich zu trinken, und es dann natürlich doch getan habe.

    Und damals hätte ich gesagt, ich will schon, aber ich kann nicht. Aber eigentlich wollte ich nicht. Beziehungsweise, ich konnte nicht wollen.

    Mich würde insbesondere von den "alten Hasen" hier im Forum interessieren, wie ihr es geschafft habt, dann doch genug zu wollen, um es zu schaffen, aufzuhören.

    Ich würde dieser Frage gerne hier im offenen Forumsbereich nachgehen.

    Welche Rolle spielt der "Wille" dabei, trocken zu werden (und zu bleiben). Wie konnten wir /konntet ihr den Willen entwickeln, wirklich auszusteigen aus dem nassen Leben? Und umgekehrt - was fehlt, wenn der Ausstieg nicht gelingt? Fehlt es am Willen? An anderem - was?

    Ich bin jetzt etwa 25 Monate trocken (und ich gedenke es noch lange zu bleiben), und ich fühle mich hilflos und ratlos, wenn ich mit einem nassen Alkoholiker spreche, der es nicht schafft, aufzuhören, und keinen weiteren Kommentar im Kopf habe als "du musst es wirklich wollen."

    Danke Euch und Gruß
    Thalia

    Hallo Calida,

    ich habe auch ein kleines Kind und kann gut nachvollziehen, was du über die Freude über die Kinderfreude schreibst. :)

    Ich glaube, das wichtigste, was ich geändert habe, als ich trocken wurde, war, dass ich mich ernst genommen habe. Mir war der Zusammenhang des Trinkens mit der Art, wie ich mein Leben führte, wie ich selber mit mir umging, sehr klar, und durch diese Klarheit gelang es mir glücklicherweise (und das sehe ich noch jetzt zwei Jahre später nicht als selbstverständlich an), recht radikal in meinen Entscheidungen zu werden. Das war der zweite Punkt bei mir: nach der Erkenntnis und Ehrlichkeit mir selbst gegenüber brauchte es Mut. Dinge abzulehnen, die andere von mir erwarteten, die ich teilweise auch selbst bisher von mir erwartet hatte. Aktiv Auszeiten schaffen. Auch in Kauf nehmen, dass ich auf Unverständnis stoße. Und ganz viel Offenheit. Fassaden abbauen. Das alleine nahm schon so viel Druck von mir. Zu Freunden, aber auch Bekannten oder sogar Kollegen sagen: Ich kann jetzt nicht. Ich will heute nicht. Kannst du mir an der Stelle helfen. Ich brauche dies oder das jetzt.

    Ohne jetzt zu sehr in meine biografischen Details gehen zu wollen (ich bin ja nicht umsonst im erweiteren Forumsbereich angemeldet ;-)) kann ich dir sagen, dass das Nicht-mehr-trinken nicht die einzige umwälzende Änderung in meinem Leben war.

    Entdecke, was genau dir Druck macht, und gestatte dir mehr Freiheit, Dinge zu ändern, statt dich selbst so zu ändern oder anzupassen, dass du in den Gegebenheiten funktionierst, - aber zu welchem Preis?

    Ja, und dann habe ich mich viel mit Achtsamkeit und Meditation beschäftigt.

    Ich wünsch dir heute einen fröhlichen, entspannten Nikolaustag und 2. Advent!

    Herzlichen Gruß,
    Thalia

    Hallo Robert,

    ich freue mich über deine Nachricht und schicke dir einen sehr herzlichen Gruß hinüber.

    Ich war vor vielen Jahren auch in einer LZT in unmittelbarer Nähe eines Sees und habe etliche hilfreiche Stunden ganz allein mit mir an diesem See verbracht. Ich bin damals im November dort angekommen, also zu einer ähnlichen "trüben" Zeit. Und ich erinnere mich auch noch gut an die ersten Tage - und gerade das Wochenende, wo wenig passiert und es wenig Ablenkung von den Ängsten gibt.

    Ich wünsche dir für dieses Wochenende jetzt erst einmal Zufriedenheit mit dir, dass du dich darauf einlässt, und Gelassenheit, und ruhige Stunden vielleicht mit einem guten Buch - bei uns gab es in der Klinik eine kleine Leihbücherei. Und übrigens auch die Möglichkeit, Tischtennis zu spielen. Vielleicht findet sich da bei dir ja auch etwas, und jemand.

    Herzliche Grüße
    Thalia

    Hallo Calida,

    ich freu mich über dein Lebenszeichen. :)

    Kannst du am Wochenende einen Gang (oder auch zwei) runterschalten?

    Geh gut mit dir um!

    Herzlichen Gruß und einen schönen und hoffentlich gemütlichen zweiten Advent wünsche ich dir.

    Thalia

    Hallo und herzlich willkommen hier im offenen Bereich des Forums.

    Ich habe "damals" auch einen ziemlichen Anlauf gebraucht, um mich hier anzumelden. Bin aber sehr froh, dass ich es getan habe. :)

    Ich wünsche dir auch ein hilfreiches Hiersein.

    Du schriebst

    Zitat

    Als erstes will ich das nächste WE nüchtern überstehen.
    Wenn das klappt wäre ich ziemlich happy.

    Hast du da konkrete Pläne, wie du das angehen willst? Wie sieht denn dein Wochenende sonst immer aus, und wie hast du das kommende geplant?

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Pancho,

    ich wünsche dir eine gute, hilfreiche Therapiezeit, und dass du sie genauso für dich nutzen kannst, wie es für dich passt und richtig ist.

    Viele Grüße und bis dann mal,

    Thalia

    Hallo Calida,

    den Bild der "Trinkmauer", um dich abzugrenzen, kann ich gut nachvollziehen. Ich habe damals auch so ähnlich empfunden. Mir durch mein Trinken irgendwie "meinen Raum" geschaffen, in dem ich scheinbar Entlastung fand.

    Ich finde ja das mit der Überforderung z.B. durch Doppelbelastung oder auch einfach "nur" durchs Muttersein auch ziemlich schwer greifbar, weil dieses psychische Ausgelaugtsein von außen nicht sichtbar ist. Es ist ja nicht das "eben noch mal schnell Kekse für den Kindergarten backen", das so erschöpfend ist, sondern die permanente Inanspruchnahme meiner Person in ihrer Funktion als Mutter. Das was von "außen" nach Entspannung aussieht, z.B. dem Kind eine Geschichte vorlesen oder mit dem Kind Kekse backen, ist anstrengend, ist Arbeit, wenn ich es nicht tue, weil es mich in dem Moment zufriedenstellt. Da hat die "kleine Auszeit" hinter der Küchentür mit dem Weinglas in der Hand schnell den Anschein, als tue ich mir etwas Gutes, verschaffe mir etwas Entspannung, etc.

    Daher war für mich in der anfänglichen Zeit der Abstinenz, aber auch immer noch, ganz wichtig, auf diese Überforderung, Überlastung andere Antworten zu finden. Und mit den Monaten wurde ich auch mutiger und klarer in meiner Selbstfürsorge.

    Aber ich muss auch jetzt noch manchmal nachjustieren, wenn ich merke, da läuft was aus dem Ruder. Einen anderen Anspruch an mich selber entwickeln. Mein eigener Maßstab werden und mich nicht mehr an anderen messen.

    Und ich geb dir recht, es tut gut, sich darüber auch austauschen zu können, mit Menschen, die verstehen, wovon ich rede. Seit ich mich mehr öffne, umso mehr Möglichkeiten des hilfreichen sozialen Austausches eröffnen sich mir.

    Schön, dass du hier bist!

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Calida,

    ich habe auch mithilfe von Psychotherapie (nicht im Kontext der Alkoholkrankheit) viel über mich gelernt.

    Im Rahmen des Austausches in dieser Selbsthilfegruppe auch.

    Für mich ergänzt sich beides hervorragend.

    Viele herzliche Grüße und ihnen guten Start in die Woche!

    Thalia