Beiträge von Thalia1913

    Hallo Nikki,


    ich habe sehr lange gegen die Erkenntnis angekämpft, Alkoholikerin zu sein.

    So lange habe ich weiterhin trinken müssen, mal mehr, mal weniger.

    Zufrieden abstinent lebe ich, seit ich mir selber nichts mehr vormache, meine Suchterkrankung akzeptiert und den Erhalt meiner Trockenheit zu meiner obersten Priorität erklärt habe.

    Und niemand kann mir sagen, ob ich Alkoholikerin bin oder nicht. Das kann nur ich alleine wissen.

    Wie sieht es bei dir aus?

    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Bibi,


    das ging mir auch so früher .. Stress (durch Vorbereitungen z.B.) mit Alkohol „bekämpfen“.

    In einer solchen Situation wurde ich auch nach meiner ersten längeren Nüchternheitsphase rückfällig bzw. beendete die (jahrelange) Trinkpause.


    Umso mehr kann ich mich beim Lesen bei dir darüber freuen, dass es dich jetzt nicht unruhig macht und keinen Druck auslöst.


    Ich wünsch dir einen entspannten Vorbereitungstag voller Vorfreude und morgen natürlich ganz viel Freude mit deinen lieben Menschen.

    Viele Grüße

    Thalia

    Liebe Chapa,


    Nun wollte ich dir gerade noch was über deinen Weihnachtsmarktbesuch neulich schreiben, und da lese ich, dass dein Partner wieder trinkt, und dass du gewillt bist, entsprechende Konsequenzen zu ziehen, für dich selbst, um deine Trockenheit zu schützen.

    Was kannst du heute Abend noch tun, was dir gut tut? Hast du jemanden zum Reden?

    Du kannst ja auch hier weiterhin schreiben, wenn du magst. Du wirst hier gelesen.


    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Hartmut,


    dein Titel ist ja „Unterschied Abstinenz und Trocken?“ und für mich hat Bibitor 66 es genau so ausgedrückt, wie ich es für mich auch empfinde.

    Abstinenz beschreibt den Zustand der Enthaltsamkeit, während trocken den Zustand einer Person beschreibt. […]. Abstinenz alleine kann eine Trinkpause sein.

    Es stimmt ja alles für mich: Ich lebe abstinent, ich lebe nüchtern, etc., aber mich trocken zu nennen / zu fühlen beinhaltet mehr, da geht es um meine Grundhaltung. Daher hilft mir das zusätzliche Wort „trocken“, dieses Mehr, das Grundlegende auszudrücken, was (für mich!) im Wort abstinent eben nicht enthalten ist.

    Viele Grüße

    Thalia

    P.S. Hat sich mit deinem letzten Post überschnitten.

    Hallo Abstinenzler,

    Ja, war ich. Sollte ich das nicht bzw wann kann ich ins Restaurant? Nach 3 Monaten, nach 6? Das verwirrt mich.

    Was verwirrt dich daran?
    Wem stellst du deine Fragen?

    Nur du kannst doch entscheiden, wieviel Wichtigkeit du deiner Abstinenz einräumst.

    Du kannst auch immer weiter kämpfen, so wie bisher.

    Das ist komplett deine Entscheidung und deine Verantwortung.

    Viele Grüße

    Thalia

    Guten Morgen Abstinenzler,


    für mich liest es sich so, als wolltest du den „Kampf“ noch nicht so ganz hinter dir lassen bzw. glaubtest, du könntest ihn gewinnen?


    Nach deiner letzten Trinkphase schriebst du

    Noch mehr Orte meiden, Selbstfürsorge, wachsam bleiben, nicht wieder übermütig werden, Gruppe besuchen, Forum nutzen, Notfallkoffer packen, die Krankheit täglich im Auge behalten, gucken wann es mir wieder so gut geht das die Saufgedanken sich langsam wieder einschleichen und hier schreiben etc.

    Aber jetzt warst du im Restaurant?

    Hast du die einzelnen Punkte der Grundbausteine bei dir umgesetzt? Und die Punkte, die du selber genannt hast?

    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Bibi,


    ich lese dich immer und freu mich, dass du dich hier mitteilst.

    Ich kann sowieso nicht mehr verstehen, warum ich mir das jahrelang angetan habe

    Das kenne ich auch. Das nicht mehr verstehen zu können. Weil ich jetzt trocken bin und das nasse Denken von außen betrachte.
    Darin liegt für mich aber eben auch die Gefahr (so war es in der Vergangenheit), dass ich nicht mehr verstehe, und dadurch auch womöglich nicht mehr glaube, dass ich so bin - abhängig und, wenn ich Alkohol trinke, unfähig, mit dem Trinken aufzuhören.

    Dafür bin ich (auch) hier - die Erinnerung zumindest so wachzuhalten, dass mir die tiefe Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, nicht wieder abhanden kommt.

    Einen schönen Sonntag dir!

    Viele Grüße

    Thalia

    Guten Morgen Marc,

    ich lese dich immer und freue mich über deine Schritte ins trockene Leben :)

    Neulich schriebst du

    und im Grunde sollte ich alles was mir nicht gut tut in ein anderes Licht rücken, ja sogar einen anderen PLatz geben um die Dinge in den MIttelpunkt zu stellen die mir wichtig sind, die mich erfüllen und die mir gut tun.

    Dein „im Grunde sollte ich“ klingt wie eine Einschränkung. Ich finde, der Rest klingt wie ein richtig guter Plan.

    Neulich schriebst du auch was vom Bilder ausmalen zur Ablenkung. Sowas hat mir in der ersten Zeit auch gut geholfen - bei mir war es häkeln, aber in der gleichen Funktion, etwas „zu tun“ zu haben, wofür ich nicht groß nachdenken muss, wobei aber etwas entsteht. (Mir ist es als Hobby geblieben.)

    Ich wünsche dir weiterhin einen guten Austausch hier im Forum! Und mit dir selber :)

    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Release me,


    ich komme von der Alkoholikerseite und schreibe daher selten bei den Angehörigen, aber heute ist mir was ins Auge „gesprungen“.

    Zitat

    und als er heute gesagt hat - "dann müssen wir uns halt scheiden lassen und das Haus verkaufen, wenn dir nicht mehr passt" , dann hab ich drauf gesagt, "dann müssen wir das halt so machen" Das hat er aber gar nicht ernst genommen.


    Genauso war es damals bei meinem damaligen Mann und mir auch - fast genau diese Worte. Und die Haltung dahinter.


    Ich bin so froh, dass ich mich getraut habe, nicht nur das zu sagen

    Zitat

    "dann müssen wir das halt so machen"

    sondern das auch durchzuziehen.
    Das war echt schwer. Weil er nämlich, als er merkte, dass er mich wohl endlich doch mal ernst nehmen musste, nochmal richtig aufgedreht und alle Register gezogen hat.

    Diese Art Mann (wie meiner damals) mag nämlich nicht „verlieren“.
    Aber es lohnte sich so sehr, endlich für mich einzustehen und ihn (und mich) beim Wort zu nehmen und mich zu trennen.

    Viele Grüße und alles Gute dir!

    Thalia

    Guten Morgen Bibi,

    Ich habe mir ja nie eingestanden, wirklich Alkoholikerin zu sein.

    Für mich ist das DIE zentrale Erkenntnis.

    Ich war auch schon einmal jahrelang abstinent, ohne mir eingestehen zu können, Alkoholikerin zu sein. Daher kann ich es jetzt rückblickend auch gar nicht wirklich als „Rückfall“ sehen, dass ich dann irgendwann wieder angefangen habe zu trinken, denn ich war nie wirklich trocken.

    Ich konnte dann zum Glück nach ein paar weiteren Jahren wieder den Einstieg in den Ausstieg schaffen, und noch mehr Glück führte mich dann hier ins Forum, und das Lesen bei anderen Alkoholiker:innen half mir sehr dabei, die Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, wirklich bis in die Tiefen durchdringen zu lassen. Bei mir hat das aber echt lange gedauert.

    In diesem Sinne - wünsch ich dir hier weiterhin ein gutes Ankommen und einen guten Austausch. Ich lese auf jeden Fall gerne bei dir.

    Viele Grüße und Daumen gedrückt für die Impfung heute.

    Thalia

    Wenn man seine Abstinenz über alles andere stellt führt der Weg unweigerlich wieder zur Flasche

    Das ist ja eine steile These.

    Für mich steht das Trockenbleiben an erster Stelle, aber davon profitiert ja gleichzeitig mein Kind. Wenn ich die Trockenheit nicht an die erste Stelle setze, heißt das, dass ich - vermeintlich für meine Familie - Abstriche bei meiner Abstinenzsicherung mache und vermeidbare Risiken eingehe. Das kann für mich nicht der Weg sein.

    Du schreibst viel von „man“ - und dass „man muss“ - das lege ich jetzt mal auf die Goldwaage und frage dich, ob das Erfahrungen sind, die du ganz persönlich gemacht hast, und Erkenntnisse, die du für dich persönlich gewonnen hast.

    —-
    Aber das Thema hier beschäftigt sich ja mit „Erwartungen an die Trockenheit“, und da habe ich mich bisher nicht beteiligt, weil ich mich nicht mehr so richtig erinnere, wie es am Anfang für mich war, außer, dass ich wusste, dass ich trocken werden musste, um weiterzuleben. Das war eine Notwendigkeit, daher mein inneres „Musste“. Und daraus folgend meine Erwartung, dass „es“ (das Leben) dadurch wieder lebbar werde.

    Hallo Abstinenzler,

    es war in der Sauna wo andere Parallel gesoffen haben

    Drecks Sucht, scheiß Kampf- habe Angst vor der nächsten Situation.

    Du hast es ja in der Hand, ob die nächste Situation, in der du neben saufenden Menschen sitzt, überhaupt eintritt.

    Hast du selbst den Eindruck, dass du die Grundbausteine ausreichend beherzigt hast bisher?

    Wie dir ja auch schon mehrfach geschrieben wurde, so lange du es als Kampf siehst, kannst du nur verlieren. Das Suchtgedächtnis geht nämlich nie mehr weg, du hast nur die Wahl, ob du es weiter fütterst.


    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Hartmut,


    ich halte deine Analyse für zutreffend und teile deine Einschätzung.

    Bei mir hat der Austausch und die Begegnung mit anderen Alkoholiker:innen in der RSHG und vor allem hier im Forum dabei geholfen, mich selber Stückchen für Stückchen von meiner eigenen Stigmatisierung zu befreien, und in dem Zuge konnte und kann ich mich mehr und mehr nach außen auch mit meiner Suchterkrankung zeigen.

    Im idealen Fall kann ich als offen lebende trockene Alkoholikerin zur Entstigmatisierung beitragen, im persönlichen und gesellschaftlichen Kontext.

    Dass mein offener Umgang mit meiner Suchterkrankung im persönlichen Bereich nicht nur positive, sondern auch negative Folgen haben kann, muss mir dabei bewusst sein.
    Aber genauso bewusst mache ich mir, dass ein Teil dieser Erwartung negativer Folgen ja genau aus der (eigenen) Akzeptanz des Stigmas erwächst.


    Das ist eine sehr persönliche Entwicklung und Entscheidung, wie ich mich in einer bestimmten Phase meines Lebens und meiner Trockenheit positioniere.

    Ich finde deinen Gedankenanstoß gut, danke dafür.

    Hallo Chapa,


    herzlich willkommen auch noch von mir, ebenfalls Alkoholikerin und seit einigen Jahren hier im Forum.

    Schreiben hilft, auch wenn noch nicht so sortiert.

    So gehts mir auch, von Anfang an und immer noch.

    Zu deinem Erlebnis im Atelier mit der leeren Dose will ich dir was erzählen. Ich bin jetzt seit etlichen Jahren trocken, aber neulich bekam ich eine Präsenttüte in die Hand gedrückt, und es stellte sich zu spät heraus, dass eine Flasche eines alkoholischen Getränks darin war. Zu spät, um sie dem Schenker zurückzugeben, der war schon weg.

    Trotzdem wollte ich sie auch nicht nur eine Nacht in meinem Zuhause haben. Bin sie anderweitig losgeworden.

    Ich bin zwar - für mein Gefühl - stabil trocken seit Jahren, aber das ist eben nur mein „Gefühl“, und meine Sucht ist eine Tatsache, und das bedeutet, dass ein Teil von mir immer auch diesen Alkohol trinken „will“.

    Bin ich schon so stabil? Ich konnte es für mich nicht beantworten in diesem Moment.

    Ich kann es auch weiterhin nicht für mich beantworten, weil sich die Sucht nun mal dem Rationalen in mir entzieht. Daher betreibe ich Risikominimierung, auch noch genauso jetzt wie vor Jahren am Anfang meiner Trockenheit. Der Unterschied ist, dass es inzwischen ohne Nachdenken geschieht und keine Anstrengung mehr ist.

    Schön, dass du hier bist, danke für deinen Gedankenanstoß, durch den ich mich selber auch mal wieder reflektiert habe. (Das mag ich so am Forum.)

    Weiterhin einen guten Austausch und einen schönen Sonntag dir.

    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Abstinenzler,

    ich glaube, bei dir läuft beim Zitieren was schief. Du hast offenbar auf zitieren geklickt und dann aber deinen eigenen Text in das Zitatfeld geschrieben.
    Denn das oben hat ja zum Beispiel nicht Alex_aufdemweg geschrieben, sondern du, oder?

    Du kannst deinen Text einfach in das Feld unten reinschreiben, ohne zu zitieren.

    Sonst wird das auch missverständlich, wer jetzt was geschrieben hat.


    Viele Grüße und weiterhin einen guten Austausch hier.

    Thalia