Hallo Chapa,
herzlich willkommen auch noch von mir, ebenfalls Alkoholikerin und seit einigen Jahren hier im Forum.
Schreiben hilft, auch wenn noch nicht so sortiert.
So gehts mir auch, von Anfang an und immer noch.
Zu deinem Erlebnis im Atelier mit der leeren Dose will ich dir was erzählen. Ich bin jetzt seit etlichen Jahren trocken, aber neulich bekam ich eine Präsenttüte in die Hand gedrückt, und es stellte sich zu spät heraus, dass eine Flasche eines alkoholischen Getränks darin war. Zu spät, um sie dem Schenker zurückzugeben, der war schon weg.
Trotzdem wollte ich sie auch nicht nur eine Nacht in meinem Zuhause haben. Bin sie anderweitig losgeworden.
Ich bin zwar - für mein Gefühl - stabil trocken seit Jahren, aber das ist eben nur mein „Gefühl“, und meine Sucht ist eine Tatsache, und das bedeutet, dass ein Teil von mir immer auch diesen Alkohol trinken „will“.
Bin ich schon so stabil? Ich konnte es für mich nicht beantworten in diesem Moment.
Ich kann es auch weiterhin nicht für mich beantworten, weil sich die Sucht nun mal dem Rationalen in mir entzieht. Daher betreibe ich Risikominimierung, auch noch genauso jetzt wie vor Jahren am Anfang meiner Trockenheit. Der Unterschied ist, dass es inzwischen ohne Nachdenken geschieht und keine Anstrengung mehr ist.
Schön, dass du hier bist, danke für deinen Gedankenanstoß, durch den ich mich selber auch mal wieder reflektiert habe. (Das mag ich so am Forum.)
Weiterhin einen guten Austausch und einen schönen Sonntag dir.
Viele Grüße
Thalia