Ggf. an den Tipp von Carl Friedrich denken und dafür sorgen, dass beide Hände gut gefüllt sind ...
Mir drückt keiner mal eben ein Glas Alk in die Hand. Nein heißt nein. Zur Not ließe ich es, ohne es zu ergreifen, zu Boden fallen. Das war aber bislang in den ganzen Jahren noch nicht nötig.
Heute benötige ich den 2 Hände-Trick nicht mehr. Aber in den Anfangsjahren war es 'ne prima Idee, zumindest für mich.
Hier - muss ich sagen - hänge ich tatsächlich noch alten Bekanntschaften nach, von denen entweder ich mich oder die sich von mir verabschiedet haben.
Das ging mir auch so. Das zeigt jedoch, das wahre Bindeglied der Beziehung war der gemeinsame Konsum von Alk. Ohne ihn läuft nichts mehr.
Lies mal bei Alex auf dem Weg nach. Auf Angebote, mal etwas "ohne" zu machen, wartet er seit Jahren. Es wird voraussichtlich auch keins mehr eintrudeln.
Ich habe mal zu Beginn meiner Abstinenz im Netz gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es einmal war." Daran musste ich mich auch erst mal gewöhnen. Da mein Weg für mich alternativlos ist, habe ich mich da irgendwie "durchgewurschtelt", das trifft es für mich persönlich am besten.
Heute habe ich nur noch einen sporadischen Kontakt zu genau einem alten Saufkumpanen. Er ist ein netter Kerl, mittlerweile Rentner, Jedoch trinkt er täglich und zu viel. Beim letzten Telefonat im Frühjahr erzählte er, dass er bereits einen Leberschaden habe, aber er werde das Trinken nicht aufgeben. Das war für mich das untrügliche Zeichen, ihn seines Weges laufen zu lassen, auch zu meinem eigenen Schutz. Ich kann nur für mich sorgen oder Rat erteilen, wenn jemand aufhören will. Ich kann nicht meine Umgebung trocken legen.
Ja, es dauert, bis sich neue Kontakte knüpfen lassen. Die Zeit sollten wir uns nehmen, aber auch zugestehen.
"Du hast in der letzten Zeit mehr erreicht als die letzten 20 Jahre davor - fängst Du mit der Trinkerei wieder an, dann schießt Du Dich in Deine persönliche Steinzeit zurück." U
Richtig so.
Mir erklärte mal ein Polytox, der Schmacht auf einen Joint hatte: "Gebe ich jetzt nach, dann fängt die ganze Schei... wieder von vorne an."
Du kannst nur auf Dich selbst achten, andere, die nicht unserer Fakultät angehören, verstehen zumeist nichts von der Krankheit. Sie denken einfach, nach ein paar Monaten sei man wieder auf null gestellt und könne wieder wie ein Normaler mal etwas trinken. Das ist grob falsch und oftmals das klassische Einfallstor für einen Rückfall.
Alles Gute.