Beiträge von Carl Friedrich

    Da zappte ich so durch die Programme und blieb im Dritten hängen, Weihnachten und die typischen Produkte.

    Bei Marzipanverkostung wurde erwähnt, dass bestimmte Produkte auch Alkohol enthalten können, insbesondere beim Marktführer aus einer Großstadt in Schleswig-Holstein.

    Also schön Augen offen halten, steht leider irgendwo im Kleingedruckten.

    Ob es der Alkohol ist, den wir missbräuchlich gesoffen haben, sog. einwertiger Alkohol oder mehrwertiger Alkohol als kalorienreduzierter Zuckerersatz, wurde leider nicht erwähnt. Mit dem mehrwertigen Zuckerersatz habe ich kein Problem, ebenso bei Essig, den wir allerdings nur sehr selten mal verwenden.

    Wer sich nicht sicher ist, sollte das Zeug vorsorglich mal weglassen. Sicherheit geht vor.

    Zu Weihnachtsmärkten wurde in anderen threads einiges geschrieben. Ich bin der Meinung, dass der Neuling im ersten Jahr weder auf Weihnachtsmärkten, noch auf feucht-fröhlichen Weihnachts- und Silvesterfeiern irgend etwas verloren hat. Daher rate ich von der Teilnahme ab.

    Ich bin jetzt im zehnten Jahr angelangt und habe meine Teilnahme an unserer Weihnachtsfeir von der Arbeit abgesagt, sie findet sinnigerweise in einem Brauhaus statt. Dies nur mal so als Vergleich für die Neulinge im Forum. Ich nehme daran nicht teil, weil ich Angst habe, ich könne rückfällig werden, sondern weil ich das ganze Drumherum in einem Brauhaus einfach im Kopf nicht mehr aushalte. In so einen Schuppen gehöre ich einfach nicht (mehr). Hätten die werten Kollegen ein normales Restaurant ausgesucht, dann wäre ich dabei.

    Mir gefällt das Wort Alkoholiker immer noch nicht. Vielleicht kommt das noch.

    Ich verwende diesen Begriff für mich gegenüber Dritten auch nicht. ich bin mehr als 9 1/2Jahren unfallfrei dabei.


    Der Vorteil der langen Abstinenz besteht darin, dass mir Begriffe, die sich bei vielen von unserem Fach eingebürgert haben, schlichtweg wurscht geworden sind. Ich weiß, was mit ihnen gemeint ist, sehe jedoch überhaupt keine Notwendigkeit, sie für mich zu gebrauchen. Das kann jeder so handhaben wie er möchte. Entscheident ist wie immer das Ergebnis und das ist nunmal die Abstinenz, die für mich eine Wohltat, ja eine Gnade darstellt.


    Damit ich das ja nicht vergesse und mein Suchtgedächtnis mich womöglich auf dumme Ideen bringt, bin ich hier.

    Zwei gesellschaftliche Anlässe bei denen getrunken wird - das war ja meine Angst -
    waren gar nicht so schlimm.

    Prima, dann kanst Du ja unbesorgt die demnächst anstehenden Feierlichkeiten angehen. ;)

    Ein Neuling, ein solcher bist Du, wäre gut beraten, im ersten Jahr eine kritische Distanz zum Alkohol und zu Trinkern zu bewahren.

    Daher schau lieber mal, ob es wirklich wichtig ist, dem Alkohol nahe zu kommen. Bei einem gesellschaftlichen Anlass wirkt die gesamte Atmosphäre auf die das Suchthirn ein und kann dieses zum Rotieren bringen. Sei es, dass plötzlich Trinkverlangen aufkommt oder einige Zeit später.


    Oder ein ander Teilnehmer drückt Dir ein Glas in die Hand, weil man sich schon so lange nicht mehr gesehen hat und "Prost".


    Du siehst der Teufel steckt im Detail. Halte Abstand zu Trinkern und trinkenden Gesellschaften.

    Du bist in der Entgiftung und sinnierst schon über Weihnachtsmärkte?

    Wir haben November und die schwierigste Zeit des Jahres mit den ganzen Feiern und Festen steht unmittelbar bevor. Du bist noch völlig ungefestigt.

    Also klarer Rat: Um alles einen großen Bogen machen, Weihnachten und Silvester still und gemütlich daheim verbringen. Das nennt sich Risikominimierung.

    Ich konnte mich erst aus dem Griff der Flasche lösen, als ich meiner Gesundheit die Prio 1 im Leben eingeräumt habe und ihr alles, wirklich alles andere untergeordnet habe. Mittlerweile bin ich im zehnten Jahr.

    Gehe ich auf Weihnachtsmärkte? 1x nachmittags mit meiner Frau, die will da mal hin. Letztes Jahr hatte ich Glück, wir haben keinen gemeinsamen Termin gefunden. Ich hoffe auf Wiederholung in diesem Jahr. Falls ich gehe, trinke ich da Kaffee oder, sofern möglich, einen Tee ohne Schnaps. Das war es.

    Wie verbringe ich die Feiertage? Siehe oben, still daheim. Und glaub mir, es fehlt mir nichts, im Gegenteil, ich fühle mich sauwohl.

    Ereignisse, bei denen getrunken wird, können enorm triggern, gerade in den ersten Monaten bei dem noch ungeübten Neuling.

    Also schau auf Dich, bring die Entgiftung hinter Dich, lies Dich hier gründlich ein, schau Dir besonders die Grundbausteine an. Da steht alles drin, was vielen den Weg in eine stabile Abstinenz ermöglich hat.

    aber es gibt eben auch situationen, die -sagen wir mal- sozial verpflichtend sind: weihnachten, ostern, hochzeiten, familienfeiern ganz allgemein

    Ich sprach von Ereignissen, bei denen der heftige, nicht der moderate Konsum von Alk im Vordergrund steht und letztlich das wahre Bindeglied der Beteiligten ist.

    Wenn die Situation ins Saufen umschlägt, bin ich weg, weil es dafür keinerlei soziale Verpflichtung gibt.


    ich bin ja schon ein paar Jährchen dabei, bei mir hat sich alles eingeschliffen. Daher weiß ich, wann es Zeit ist zu gehen oder wo ich gar nicht erst aufkreuze. Was die übrigen Teilnehmer der Veranstaltung davon halten, ist mir wurscht. Ich bin ich, ich weiß was ich vor anderen, aber auch vor mir verantworten kann.


    Hier hieß es früher einmal so wunderschön: "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht." Und das mache ich, so gut ich eben kann.

    der punkt, wo nasse veranstaltungen und deren auswirkungen für mich keine gefahr mehr sind, der ist noch nicht da. das kommt vielleicht, vielleicht auch nicht.

    Ich habe diesen Punkt in den ganzen Jahren nie erreicht. Warum? Weil mir Treffen, bei denen der starke Konsum von Alk im Vordergrund steht, einfach auf die Nerven gehen. Nicht, weil ich mich gefährdet sehe, sondern weil ich so was im Kopf nicht mehr aushalte. Der Anblick, der Gestank und der Lärm von Zechern gehen mir auf die Nerven. Was soll ich dort? Meine Lebenszeit verschwenden? Da habe ich Besseres vor. Mit einem spürbar alkoholisierten Menschen kann und will ich mich nicht austauschen. So einfach ist es, zumindest für mich.

    Meine Gesundheit, mein Leben und somit meine Abstinenz sind nicht verhandelbar. Sie haben für mich oberste Priorität. Wenn ich genau weiß, dass ich mich an einem Ort unwohl fühlen werde, gehe ich nicht hin.

    Genau das kannst Du doch so kundtun!

    Und Dich, wenn Du Dich dazu entschließt, nach dem Restaurantbesuch, verabschieden.

    Nicht jeder Deiner Kollegen wird an allem teilnehmen. Einige werden aus persönlichen Gründen absagen, oder auch gar nichts zur Absage mitteilen.

    Warum auch, man muss nicht an allem teilnehmen, Rennschnecke!

    Genau so sehe ich es auch. Ansonsten bist Du halt anderweitig verhindert.


    Ich bin schon eine Weile länger dabei. Ich habe unser Weihnachtsessen auf der Arbeit abgesagt. Es sollte zwar nicht auf den Weihnachtsmarkt gehen, sondern "nur" in einem Brauhaus stattfinden. Nach Gründen wurde ich nicht gefragt.


    Trau Dir mehr zu, in dem Sinne, Deine Interessen und Bedürfnisse für Dich in den Fokus zu stellen. Ich mache es schon seit Jahren und es fühlt sich nicht nur richtig an, es ist auch richtig.

    Ich habe meinen Frieden mit den Grüßen des Suchtgedächtnisses gemacht. Ich gehe davon aus, dass es mich immer wieder mal grüßen wird. Es erinnert mich an mein Problem, dass ich letztlich alkoholkrank bin, wenn auch nur inaktiven Status.

    Nicht, dass ich auf die dämliche Idee kommen könnte, ich sei geheilt und dann taucht womöglich der Gedanke aus, als "Geheilter" könne ich womöglich wie ein Normaler wieder mal ein Glas trinken. Einigen langjährig Abstinenten ist dieser Gedanke zum Verhängnis geworden und sie wurden rückfällig.

    Ich stelle mich in den nächsten Wochen auch auch sporadische Grüße ein, da ich in dieser Zeit ab Mitte November bis Anfang Januar immer besonders heftg soff. Das ist im Suchtgedächtnis gespeichert: Winterzeit = Hochsaufzeit. ;)


    Mir das vor Augen zu halten, hilft mir, diese Grüße richtig einzuordnen.

    Kann passieren und ist folgenlos geblieben. Also demnächst besser aufpassen, um auf Nummer sicher zu gehen.


    Ob Du wirklich akut rückfallgefährdet warst, weiß ich nicht, denn Du dürftest früher ja kein Bittergedöns, sondern andere Sachen gesoffen haben.


    Ich habe auch schon mal etwas Tiramisu im Restaurant bei meiner Frau genascht. Sie meinte, es wäre nichts drin. War aber, wie ich später heraus schmecken konnte. Auch dürfte ich im Restaurant schon mal in Saucen etwas mit Alk gegessen haben. Wirkung auf mich: Null.


    Ich habe mich davon nicht verrückt machen lassen. Ein Rückfall ist etwas ganz anderes, zumindest für mich. Wenn ich bewusst das trinke, was ich früher missbräuchlich gesoffen habe. Der unbewusste Konsum einer Flüssigkeit, die Alk in Minimaldosis aufweist, ist zwar nicht komplett risikolos, aber auch nicht das große Drama, zumindest für mich.


    Nach der Entdeckung des Malheurs gilt es, auf sich zu achten, ob sich irgendein Verlangen nach Alk einstellt und zukünftig genauer hinschauen. Ist alles eine Frage der Übung.

    Möchte gern die Zeit zurück drehen

    Das habe ich mir so oft gewünscht, aber mich damit abgefunden, dass ich es nicht kann. Mir erklärte mal ein langjährig Abstinenter zu diesem Wunsch: "Das Leben wird nach vorne gelebt und nach hinten verstanden (hoffentlich)."


    Ja so ist es. Mit diesen Erfahrungen kann ich mein Leben für mich so gestalten, dass es sich lebenswert anfühlt, auch wenn nicht immer eitel Sonnenschein ist.


    Weiterhin alles Gute.

    Die konstante Wucht des Cravings kann ich bei mir nicht feststellen. Bei mir verliefen diese speziellen Grüße des Suchtgedächtnisses zumeist sehr mild. Nur ganz selten, einmal nach 3 Monaten und dann nach mehreren Jahren der Abstinenz wieder fielen sie sehr heftig aus, dass es mich förmlich durchschüttelte.


    Ich hoffe, es legt sich mit der Zeit bei Dir.


    Übrigens, Glückwunsch zu Deinem 1 Jahr.

    ich werde sagen ich lege Mal paar Monate mind für heuer eine Pause ein ,und im neuem Jahr wie du es sagst

    Ich habe gemeint: Erst 1 komplettes Jahr "ohne" und erst danach, also in 12 Monaten, folgt der Taktikwechsel und nicht schon in ein paar Wochen. Sonst kommen die Zechbrüder schon zum "Prosit Neujahr" mal eben rüber.

    Vielleicht hilft ja folgende Taktik:


    "Ich habe beschlossen, für 1 Jahr mal komplett auf Alk zu verzichten und danach schau ich mal."


    Nach Jahresablauf bleibst Du dann bei der Abstinenz, weil sie Dir gut bekommt und Du Dich besser, gesünder und freier fühlst.


    Aber dennoch bin ich verwundert, dass Dir an einem Abend unter der Woche und gleich von 3 Nachbarn etwas angeboten wird.


    Könnte es sein, dass die werten Herren selbst ein Problem mit dem Stoff haben?