Beiträge von Carl Friedrich

    Ich spreche nicht für andere.

    Ich normalerweise auch nicht, es sei denn ich bin bevollmächtigt worden.

    Es war aber in der Tat etwas missverständlich von mir formuliert worden, ich hätte schreiben sollen, dass jemand auf mich reflektiert wirkt und ich es seltsam finde, wenn hier unnötig "angerempelt" wird. Das nenne ich dann Zivilcourage. Aber das ist ein anderes Thema und führt hier nicht weiter..

    Ich wünsche eine angenehme Woche.

    Mir ist das öfter aufgefallen, dass du Partei für den einen oder anderen ergreifst. Ohne Wertung, nur ein auffallen.

    Ich ergreife nicht Partei für Personen, sondern gebe lediglich meinen Senf ab, wenn mir bestimmte (bewusst) unsachliche Äußerungen nicht gefallen. Meine Äußerungen sind auf die Sache und nicht für oder gegen bestimmte Personen, die ich persönlich gar nicht kenne, bezogen.

    Es ist eigentlich ganz einfach, sozusagen digital: Es gibt für mich bei dem Thema nur 1 oder 0, nur saufen oder trocken sein. Und nur ich kann die Sucht stoppen oder ihr nachgeben, niemand anderes. Das ist mir momentan sonnenklar.

    Bewahre Dir den Gedanken. Ich habe von einigen Rückfällen gehört und gelesen, die letztlich darauf zurück zu führen waren, dass die Betreffenden nicht vorbehaltlos zu ihrer Abstinenz standen und der Meinung waren, irgendwann seien sie wieder geheilt und sie könnten wie ein Normaler mal was trinken. Das "normale" Trinken ging eine kurze Weile gut, dann wurde die Dosis gesteigert, bis wieder alte Schlagzahlen oder noch darüber erreicht waren.

    Ich bin auch aus dem Grund hier im Forum, damit dieser dämliche Gedanke des "normalen Konsums" bloß nicht (wieder) aufkeimt. Zwar gehe ich davon aus, ihn erfolgreich vertrieben zu haben, jedoch bin ich auf der Hut.

    Ich habe bei meinen letzten Trinkpausen bzw. Versuchen aufzuhören eine Art von Wettbewerb mit mir selber geführt und jede Etappe gefeiert um zur nächsten zu kommen

    Kenne ich noch von meinen früheren Saufpausen.

    Meine Vermutung: Es war das blöde Suchtgedächtnis, dass mich tückisch "abgekocht" hat, um von langer Hand die nächste heftige Saufperiode vorzubereiten.

    Bei meinen Saufpausen, mit denen ich mir selbst was vorgegaukelt habe, hatte ich nie den wirklichen Abstinenzgedanken.

    Das Ende der jeweiligen Saufpause wurde dann durch einige Tage mit sog. alkoholfreiem, in Wirklichkeit alkoholarmen Bier eingeläutet, bis das Suchtgedächtnis wie eine Schlange zubiss, indem es mir klar machte, jetzt 1-2 richtige Bierchen, dass ist doch was ganz anderes als die elende Plörre.

    ich hab so den eindruck du suchst nach der pille die man einwirft und dann ist wieder friede freude eierkuchen. die idee hatten schon viele aber wie du ja siehst gibt es sie nicht. die quadratur des kreises, es geht nicht, akzeptier das.

    Den Eindruck habe ich nicht gewonnen. 9Leben gebraucht ihren Kopf zum Denken und stellt interessante Fragen, auch wenn ihre Ausführungen nicht unbedingt dem hiesigen mainstream entsprechen.

    aber auch das muß ja niemand glauben, noch hat ja jeder die freiheit sich tot zu saufen.

    Oder einfach die richtig guten Komponenten der Grundbausteine und Ratschlägen zur konsequenten Risikominimierung in den ersten Monaten zu übernehmen und andere, die weniger oder gar zur jeweiligen Persönlichkeit passen, außen vor zu lassen. Wichtig ist nur eins, das Ergebnis der Abstinenz. Und genau das habe ich erreicht, auch wenn es noch nicht so lange andauert wie bei Doro oder Hartmut, um nur mal 2 zu nennen. Und grundsätzlich zufrieden bin ich auch, selbst wenn die Tagesform schon mal schwankt.

    war wohl nur Hunger. :thinking_face:

    Das kenne ich. Daher habe ich in der Anfangszeit stets darauf geachtet, ausreichend zu essen und zu trinken.

    Hoffentlich hält der Vorsatz deiner Frau längere Zeit an. Sie macht es Dir nur unnötig schwer, in Deinem Beisein oder Deiner Nähe zu trinken. Vielleicht lässt sich da was arrangieren, dass sie z.B. nur "auswärts" oder daheim nur dann was trinkt, wenn Du nicht vor Ort bist und ihre Pullen z.B. im Keller ververschließt, dass Du sie nicht siehst. Dies nur mal so als Anregung.

    Wenn schon aus dem Kontext, dann bitte richtig.

    erfüllen kann

    Nee Hartmut, ich habe es schon richtig wieder gegeben. Die Revision des Angeklagten gegen seine Verurteilung wurde auf seine Kosten verworfen. Das heißt, er wurde rechtskräftig verurteilt.

    Dieses Herumwinden

    Ich winde mich nicht wie z.B. ein Aal, sondern erkenne schlichtweg an, dass Sprache lebendig ist und gewisse Begriffe mit der Zeit einen anderen Zungenschlag bekommen.

    Du hast ja mit Deinem gewählten thread bewusst überzeichnet und ich habe ganz sachlich, wie ich nun mal bin :winking_face: , ein paar Ausführungen gemacht.

    Wie wir uns hier gegenseitig oder uns selbst nennen, ist m.E. wurscht. Das hier ist letztlich ein geschlossener Kreis, wer sich hier anmeldet, darf auch die erwähnte Bezeichnung "genießen". An der Eingangspforte ist sie schließlich deutlich sichtbar verzeichnet.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass ich jedem Außenstehenden, der neugierig fragt, meine Krankengeschichte auf die Nase binde.

    Und wer ein abstinentes Leben führen möchte, findet hier genügend brauchbare Tipps.

    Konsum des Partners: Meine Frau trinkt sehr wenig und wenn, dann nur Wein oder Sekt. Mit beidem konnte ich früher nicht viel anfangen, da ich Bier und am Wochenende noch Schnaps bevorzugt habe. Letztere haben wir nicht daheim. Die wenigen Flaschen Wein meiner Frau, es sind weniger als 5 und ca. 3 Piccolos lassen mich völlig kalt. Wenn ich Lust auf etwas hätte, wären es 2-3 Minuten zu einer 24/365 Tanke, die all das gut gekühlt vorrätig hält, worauf ich abgefahren bin.

    Sinuhe : Trinkt Deine Frau denn die gleichen alkoholischen Getränke wie Du früher?

    Mir ist vorher noch nicht oft klar wann ich mich in so eine Situation bewege um entsprechend gegensteuern zu können.

    Mich ereilten die Druckphasen gerne, wenn ich in Situationen geriet, die früher mit dem (heftigen) Konsum verbunden waren. Da fing das Suchtgedächtnis gerne an, mich zu quälen. Hatte ich bereits vorher auf dem Schirm, dass es sich situationsbedingt ggf. melden kann, blieb ich meistens verschont. Für mich war halt die gute Vorbereitung sehr wichtig.

    Hallo und willkommen!

    Die ersten Schritte in die richtige Richtung sind getan, jetzt heißt es, am Ball zu bleiben. Dieses Forum ist ein wahrer Quell an nützlichen Informationen, die wirklich mach- und umsetzbar sind.

    Vorgestern hatte ich extremen Saufdruck und hatte beim Einkaufen schon eine Kiste Bier im Einkaufswagen. Ich habe die dann allerdings glücklicherweise wieder zurück gestellt.

    Genau aus dem Grund wird ein alkoholfreier Haushalt empfohlen. Muss ich erst noch in einen Laden, um Stoff zu beschaffen, habe ich genügend Zeit, meinen Trinkentschluss noch mal zu überprüfen und gegenzusteuern. Steht der begehrte Stoff im Kühlschrank oder im Keller, ist der Weg dorthin sehr kurz und die Rückfallgefahr deutlich höher.

    Der Suchtdruck zeigt Dir, dass Du ihm gewachsen bist. Du hast gelernt, dass er nie ewig dauert und er sich mit geeigneten Maßnahmen aussteuern lässt.

    Ich habe hier mal was zusammengestellt, was mir stets geholfen hat: Strategien gegen Suchtdruck

    Weiterhin viel Erfolg

    Gibt es dann auch ein "zu weit entfernt" von Außenstehenden? Oder kommt es bei Außenstehenden eher auf das "für voll nehmen" der außenstehenden Person an?

    Relevant war für mich die von mir wahrgenommene Fachkompetenz des Ratschlaggebers, das kann ein Therapeut oder ein Fachmann von meiner Fakultät sein. Auf die liebe Frau hätte ich besser mal schon vor vielen Jahren gehört, aber leider kommt, wie so oft im Leben, der Anstoß von außen z.B. der Führerscheinstelle und der Justiz oder vom Arbeitgeber.

    Wenn der Erfolg für einen Weg in dauerhafte Abstinenz bei einem Suchtkranken an ihm selber, an seiner ureigensten, also inneren Motivation hängt, und genau die eben noch nicht fest ist, was sollen nicht erbetene Appelle/Empfehlungen Außenstehender, auch wenn sie suchterfahren sind, Stärkendes bewirken können?

    Als ich vor knapp 8 Jahren aufhörte zu trinken, ging ich subjektiv davon aus, dass ich nach einigen Jahren gesunde und wieder wie ein Normaler was trinken könne. Es hat nicht nur gutes Zureden von Suchttherapeuten und meiner Therapie sowie einiges an Fachliteratur und Forumslektüre gekostet, diesen Gedanken aus meinem alkoholfixierten Hirn zu verbannen.

    Bei mir wurde der zunächst unter einem späteren Trinkvorbehalt stehende Entschluss, mich aus dem Griff der Flasche zu befreien, auch durch Außenstehende sorgsam ausgeschliffen. Wichtig ist, wer dem Betreffenden gut zuredet und ob dieser den Ratgeber auch für voll nimmt. Ein Angehöriger und Ehepartner ist einfach emotional zu nahe am Alkoholkranken dran. Das erinnert mich an einen alten Mathepauker, der glaubhaft versicherte, er könne seinen beiden nicht naturwissenschaftlich begabten Kindern, keine Mathenachhilfe geben, sondern müsse gegen Entgelt einen Kollegen hinzuziehen. :winking_face:

    Ich kenne diese erwähnten Begriffe und weiß, was sie bedeuten.

    Ach so, noch ein Begriff: "Kapitulation vor dem Alkohol." Leider wird er wider dem klaren sprachlichen Verständnis gebraucht. Wer vor dem Alkohol kapituliert, unterwirft sich ihm, so dass er mit ihm nach Belieben verfahren kann.

    Gemeint ist jedoch das Gegenteil: "Sich nicht auf ihn einzulassen, weil ich ihm nicht gewachsen bin." Das nenne ich Respekt vor dem Alkohol und nicht Kapitualtion. Hätte ich kapituliert, hätte ich mich wohl schon zu Tode getrunken.

    Es reicht schon zu denken, mir macht es nichts aus, wenn neben mir jemand ein Glas Wein trinkt. Ich verharmlose somit die Situation.

    Das sehe ich anders. Wenn im Restaurant z.B. meine Frau oder sonstige Begleiter am Tisch einen Wein trinken, dann lässt mich das schon seit viele Jahren kalt. Es berührt mich nicht im Geringsten. Warum auch? Verharmlose ich? Stehe ich vor einem Rückfall? Meine klare Antwort: Nein. Meine Denke ist nicht mehr wie früher alkoholfixiert.

    Die verwendete deutsche Sprache unterscheidet sich durchaus in den einzelnen gesellschaftlichen Schichten, vom eleganten Sprachgebrauch bis hin zu grober Ausdrucksweise.

    So sehe ich es auch mit gewissen und von mir nicht gemochten Begriffen. Damit verharmlose ich nichts.

    Ich sehe mich auch nicht vor einem Rückfall, nur weil sie mir nicht gefallen und ich sie nicht für mich verwende. Warum sollte ich auch? Ich beschäftige mich seit Jahren mit unserem Problem und weiß inzwischen doch genau, wie ich mich zu verhalten habe. Damit sich mein Respekt vor dem Alkohol und dem Suchtgedächtnis nicht verwässert oder gar in Wohlgefallen auflöst, befasse ich mich regelmäßig mit meinem Problem, z.B. hier, auch wenn's nicht jedem gefällt.

    Die eigenen gesteckten Erwartungen sind der Gemeinschaft anzupassen.

    Das verstehe ich nicht. Erwartungen sind rein subjektiv. Wie und wem gegenüber sollen die denn angepasst werden?

    Wer ist die Gemeinschaft? Hier sind eine Vielzahl einzelner anonymer Individuen versammelt, die sich überwiegend -so vermute ich mal- gar nicht persönlich kennen. Ein über das gemeinsame Thema Alkoholkrankheit hinausgehendes und verbindendes Gemeinschaftselement sehe ich nicht.

    Ich soll nur noch das erwarten dürfen, was gewisse Moderatoren sich so wünschen und zum Teil auch vorgeben?

    Ich schlage vor, die These wird überarbeitet und etwas weniger missverständlich formuliert.

    Klar kann man sich auch mit den neuen Kollegen anfreunden, aber weiter kommt man nur,

    wenn man dazulernen kann.

    So ist es. Nicht auf einseitige Kontakte setzen, sondern auch mal zuhören, warum erfahrene Kollegen etwas raten, auch wenn's ab- und an schon mal oberlehrerhaft rüberkommt.

    Es wird schon seinen Grund haben, weshalb die erfolgreich waren und hoffentlich auch weiterhin sind.

    Mit der Abstinenz ist es nicht wie mit der Mathematik, bei der minus mal minus plus ergibt. :smiling_face:

    In meinem Leben waren und sind die härtesten Kritiker im Ergebnis die besten Ratgeber, weil sie zum eigenverantwortlichen Nachdenken und Reflektieren Anlaß geben, um auszuloten, wo die eigenen Schwachpunkte liegen können, die es zu beachten gilt.