M.E. habt Ihr beide (Pellebär und Hartmut) wichtige Aspekte genannt:
Für mich zählt die innere Einstellung, sie ist die tragende Säule meiner Nüchternheit. Wenn ich mir selbst gegenüber nicht uneingeschränkt akzeptiere, dass ich alkoholkrank bin, wird meine Nüchternheit immer auf wackeligen Beinen stehen. Erst als ich das erkannt habe, konnte ich dauerhaft trocken werden.
Absolut zutreffend, die innere Einstellung ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer nicht krankheitseinsichtig ist und absolut hinter seiner Entscheidung der Abstinenz steht und womöglich noch glaubt, irgendwann könne er/sie wieder wie ein Normaler was trinken, bei dem ist ein Rückfall zumeist vorprogrammiert.
Bei mir hat es schon ein paar Monate nach Beginn meiner Abstinenz gedauert, bis ich den stillen Gedanken an eine Heilung im Sinne eines möglichen späteren Konsums über Bord werfen konnte.
Zur Abhängigkeit ist es ein schleichender Prozess aber auch zum Rückfall. Gerade wenn ich die eigene Selbstsicherheit / Überzeugung das mir nichts passieren kann über die Sucht stelle.
Ein erfahrener Suchtmediziner, der nicht nur mit Alkis zu tun hatte, gab mir am Ende meiner ambulanten Therapie mit auf den Weg: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit dem Problem auseinandersetzt."
Das ist genau der Beginn des besagten schleichenden Prozesses. Man verliert das Problem mangels Beschäftigung aus dem Auge und wird über die Zeit leichtsinnig. Das Suchtgedächtnis, das auch nach Jahren noch prima funktioniert, leistet dazu noch volle Schützenhilfe.
Gruß
Carl Friedrich