Beiträge von Carl Friedrich

    Droge ist Droge. :wink:

    Nikotinsucht ist auch eine Sucht. Wie werden ehemalige Raucher bezeichnet? Nichtraucher.

    Und ehemalige Trinker? Trockene (=nicht in die Hose machende) Alkoholiker. Der Unterschied ist kolossal.

    Der Begriff trockener Alki soll m.e. nur die Leute nur bei der Stange halten. Fühlen sie sich plötzlich als gesund, kommen sie womöglich auf die Idee, wieder Alk konsumieren zu können.

    Wohl gemerkt: Es handelt sich um einen Begriff, den viele halt benutzen, was sie gerne so machen und beibehalten können, ich verwende ihn jedenfalls nicht und komme damit prima klar.

    Danke Pellebär, das kann ich zu 100% unterschreiben.

    Ich schulde niemand eine Erklärung oder rechtfertigung. So einfach ist es. Die, die es was angeht, wissen eh Bescheid, der Kreis ist relativ eng gezogen.

    Mittlerweile sehe ich mich als Person mit einer "Alkoholintoleranz". Es gibt eine Menge Menschen mit verschiedenen Unverträglichkeiten und Allergien. Ein Verwandter verträgt keine Erdbeeren, also isst er sie nicht. Ich vertrage keinen Alkohol, weil ich mit ihm nicht umgehen kann. Ich vertrage ihn nicht und trinke ihn nicht. Damit ist das Ding für mich durch.

    Ich bin ich und ich weiß genau, was ich kann und was ich nicht kann, nämlich Drogen zu konsumieren.


    Hey, soll ich dir ein Bier oder Wein mitbringen? „Nein Danke, ich bin Nichttrinker.“ … Ah.. Hä! Wie jetzt? Bist du ex Alki? Du arme Sau! Ich geh dann mal.

    So eine Szene habe ich in den ganzen Jahren noch nicht erlebt.

    Auf die eingangs gestellte Frage hätte ich geantwortet: "Nein, ein Wasser, 'ne Schorle oder ne O-Cola bitte."

    Und soziale Vereinsamung habe ich auch nicht zu süpren bekommen. :wink:

    Kleiner Nachtrag: Der Sanofi-Rückzieher folgte wohl erst etwas später, ändert aber nichts an meiner Kritik. Im Sommer'20 schon deckten sich die USA und GB flächendeckend bei Biontech ein, als diese schon deutlich in Führung lagen. Warum hat Deutschland nicht gekauft? Warum hat die EU dort nicht geordert?

    Hätten wir zuviel Impfstoff erworben, hätten wir den Überhang als Ausdruck sozialer Verantwortung an ärmere Länder als eine Art Entwicklungs- und Aufbauhilfe abgeben können. Die Kosten für den Stoff sind niedriger als die gigantischen Wirtschaftsschäden, die uns durch die lockdowns und dem späteren Anspringen der Wirtschaft bei verzögerter Herdenimmunität zur Last fallen. Länder, die schneller immunisiert sind, kommen da deutlich besser und schneller aus den Startlöchern.

    So, das musste mal sein, etwas Dampf ablassen. :wink:

    Hallo Sunshine!

    Danke für deinen Beitrag, den ich so unterschreiben kann.

    Der Virus wird uns noch etliche Monate massiv schädigen. Klar läuft mal was schief, aber bei der Impfstoffbeschaffung haben sich die Herrschaften der EU völlig verzockt. Könnte es sein, dass dem großen französischen Sanofi-Konzern dann weniger Impfdosen abgekauft wären, als der bis dahin relativ unbekannten deutschen Bude Biontech. Und wo steckt Sanofi? Die haben wohl nichts Gescheites im Angebot.

    Warum wurde das Biontech-Angebot über mehrere Hundert Mio zusätzliche Dosen ausgeschlagen? Dieses kam zu einem Zeitpunkt, als sie schon die 3. Erprobungsstufe erfolgreich durchlaufen hatten. Sie lagen in der Forschung um Längen und mit Riesenvorsprung vor der Konkurrenz. Zu dem Zeitpunkt brach Sanofi die Erprobung bereits ab. Aber der Länderproporz. Da geht es um gewaltige Summen. Kann man ja mal hochrechnen. Setzen wir mal ca. 10€ pro Dose an. Das ist ein netter Auftrag für ein Unternehmen.

    Warum musste der Stoff über die EU beschafft werden? Gesundheitspolitik ist Länderangelegenheit. Durch die Zwischenschaltung der EU wurden die Entscheidungswege deutlich verlängert, weil ja jedes Land mitreden wollte. Das Ergebnis dürfen wir jetzt mit der geforderten Geduld erleiden.

    Wir hangeln uns jetzt von Lockdown zu Lockdown. Wie hat es der Virologe Streek so schön formuliert: "Zweite Welle? Dauerwelle nennt sich das!" Und zwar so lange bis durch Impfungen und überstandene Krankheiten die Herdenimmunität erreicht ist.

    Neben den Benachteiligungen für Familien und Jugend (Schulen und Universitäten in einer Art Dämmerschlaf) noch die gewaltigen Kosten, die erst mal kreditfinanziert werden. Kredite müssen aber auch mal getilgt werden. Wer steht dafür gerade? Das werden noch unsere Urenkel sein.

    Gleichzeitig schreien die Südeuropäer fortlaufend nach deutscher finanzieller Unterstützung. Mir wird langsam schlecht.

    Ein wenig Hoffnung macht mir die Überlegung, die nötige zweite Impfdosis zu strecken, damit möglichst viele schon mal Nr.1 intus haben, in der Hoffnung, dass zum Sommer/Herbst hin mehr Impfstoff da sein wird. Nr. 1 soll angeblich auch schon ein gewissen Schutz bieten.

    Es bleibt spannend.

    Nüchtern ist das Chaos besser zu ertragen als im trunkenen Zustand.

    Daher, lasst uns weiter vorsichtig sein und abstinent bleiben.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Durch das Jahr '20 bin ich trotz der allseits bekannten Widrigkeiten gut durchgekommen. Will mir gar nicht ausmalen wie viele Anlässe sich mir zum Saufen geboten hätten, um meinen vermeintlichen Kummer runter zu spülen.

    Jetzt sehe ich erst mal gespannt und vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Wenn nur das leidige Thema Corona und unsere sonderbare Impfstoffbeschaffung und -versorgung nicht wäre. Da las ich heute, in Israel seien schon 1 Mio Menschen geimpft. Mit welchem Stoff? Na klar, mit dem in D entwickelten natürlich. Und wie viele sind es bei uns? :roll:

    Eine schnelle und zeitnahe Abhilfe ist auch nicht zu erwarten, es ist halt eine Art Mangelverwaltung, in ehemals sozialistischen Teilen unseres Landes zumindest der älteren Bevölkerung durchaus noch bekannt :wink: Wenn es nicht so makaber wäre müsste ich konstatieren: Bei uns darf, moralisch gestärkt durch politische Aufforderung zur Geduld, halt weiter gelitten werden. Würde mich mal interessieren wie viel Geduld die Erkrankten mit ernsthaften und schweren Verläufen aufbringen, wenn sie sich ausmalten, dass sie womöglich nicht erkrankt wären, wenn unsere Verantwortlichen rechtzeitig genügend Impfstoff organisiert hätten. Als Erkrankter käme ich mir wahrscheinlich irgendwie verschaukelt vor.

    Bis zur rettenden Spritze wird es halt noch eine ganze Weile dauern. Bis dahin lasse ich weiterhin Vorsicht walten, Stichworte Abstand, Hygiene und ffp2 Maske.

    Allseits ein gesundes Neues wünscht
    Carl Friedrich

    Hallo Peter!

    Ich finde es gut, dass Du deinen Rückfall nicht schön redest, wie ich es häufig gehört habe: "Er gehört halt dazu, das ist halt typisch für die Krankheit."

    Offensichtlich schaffst Du es alleine nicht. Du hast dich ja auch hier rar gemacht, was kein Vorwurf, sondern eine Feststellung ist

    Eine ambulante Therapie habe ich auch durchlaufen, ich kann sie grundsätzlich empfehlen, wobei es wie in der Schule auch, auf die jeweiligen Therapeuten und die Zusammensetzung der Gruppe ankommt. Die Ambulante ist für Leute, die noch voll integriert sind, die erste Wahl. Sollte sie nicht ausreichen, wird halt umgeschaltet in eine stationäre Therapie. Das Erforderliche wird von der Suchtberatung veranlasst.

    Halte dich heute an Silvester von Trinkenden besser mal fern. Unser Suchtgedächtnis verbindet Silvester mit mehr oder weniger heftigen Alkoholkonsum.

    Gruß
    Carl Friedrich


    „Endlich glücklich durch die Trockenheit und daher keine Lust mehr auf Männer mit Macke“ oder so ähnlich :grinning_squinting_face:

    Hallo!

    So eine Einstellung gefällt mir.

    Ich höre es auch öfter, dass man mit zunehmendem Alter und größerer Lebenserfahrung einfach jemand sucht, bei dem es wirklich passt und man sich selbst nicht verrenken oder verbiegen möchte. Die Flexibilität der Jugend geht wohl etwas verloren.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Cadda!

    Es war für mich ja nicht das erste alkoholfreie Weihnachten. Daher bin ich ja in Fragen der Abstinenz geübt :smiling_face:

    Klar dachte ich schon mal an Alkohol, insbesondere als ich sah, für welches Produkt ein in E erfolgreicher deutscher Fußballtrainer jetzt Werbung macht.

    Aber der Konsum war zu keiner Zeit ein Thema für mich. Suchtdruck hatte ich schon lange keinen mehr, das darf gerne so bleiben. Meine Therapeuten hatten recht: Die Abstände werden halt immer größer. Vielleicht habe ich ja Glück und werde für immer verschont bleiben :wink:

    Ansonsten verlief es für mich sehr ruhig im aller engsten Familienkreis d.h. Frau und Nachwuchs.

    Als Optimist habe ich mir erlaubt, schon mal den nächsten Sommerurlaub zu planen :smiling_face_with_sunglasses:

    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Einerseits bin ich froh, dass der so ersehnte Impfstoff wohl bald zur Verfügung stehen dürfte, doch die Organisation von Impfzentren, ausreichendem Personal und noch das logistische Problem, dass der Stoff bei mindestens -60Grad transportiert und gelagert werden muss, ist schon eine gewaltige Aufgabe. Es wird weit mehr als 1 Jahr dauern, bis alle Impfwilligen (Doppelimpfung) in D durch sind.

    Mal schauen, ob es mir gelingt, irgendwie in den erlauchten Kreis der Priorisierten vorzudringen, um den Stoff nicht als Letzter zu erhalten.

    Heute war ich mal beim Doc und habe mich durchchecken lassen. Alle Werte richtig gut. Er meinte nur: "Weiter so." :wink:

    Überrascht bin ich nur, dass meine Frau, die ab- und an mal ein Glas Wein/Sekt oder Bier trinkt, einen noch niedrigeren gamma-GT Wert hat als ich :grinning_squinting_face:

    Dann habe ich mir heute Ganzjahresreifen montieren lassen, da ich den 2x jährlichen Wechsel satt bin. Mal schauen, was die taugen.

    Suchtverlangen habe ich keins. Das darf gerne so bleiben.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Auch mit Trockenarbeit schützt uns niemand vor einem Rückfall, außer wir tun selbst etwas dagegen. Ich möchte meinen "Job trockener Alkoholiker" möglichst lange behalten. Denn in meinem Job Alkoholiker bin ich unkündbar. Dies ist zwar blöd aber Fakt.

    Eine sehr schöne Beschreibung.

    Gruß
    Carl Friedrich