Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo!

    An anderer Stelle las ich, dass hier aus welchen Gründen auch immer, keine Resonanz zu vermelden war.

    Daher lasse ich mal schnell einen Gruß hier.

    Du lebst seit August'18 wieder abstinent. Klasse. Insbesondere hast Du die für mich gefährlichste Zeit im Dezember unbeschadet überstanden. Darauf kannst Du aufbauen.


    Weiterhin alles Gute wünscht
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Jetzt sind 4 Jahre ins Land gezogen. Wenn ich überlege, wie holperig der Anfang so war, läuft es jetzt wie "geschmiert."

    Gedanken an den Konsum von Alkohol kommt gelegentlich noch auf, da mein Suchtgedächtnis prima funktioniert. Es ist halt ein Teil von mir. Ich kann es nicht eliminieren und habe gelernt, mit ihm zu leben und mich mit ihm arrangiert.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Die 4 Wochen im Rückblick waren auch eher so Tag für Tag, einer nach dem anderen und es war echt keiner dabei, an dem ich nicht an Alkohol gedacht habe. Ich las jetzt irgendwo "bei euch klingt das immer so leicht", es stimmt schon, es ist nicht leicht, aber es macht mir sehr viel Spaß an der Gestaltung meines Lebens und Überlebens aktiv mitzuwirken.

    Hallo!

    Mir erging es anfangs ähnlich. In den ersten Wochen und Monaten hangelte ich mich Tag für Tag durch. Morgens nach dem Wachwerden habe ich mir stets vorgenommen: "Heute trinkst Du nichts." Damit war das Ziel des Tages klar definiert.

    Mit der Zeit wird es besser und die Abstände, in denen man an den Stoff denkt, werden größer. Das war zumindest bei mir ein klarer Entwicklungsprozess.

    Erfreulich finde ich deine Einstellung, dein Leben wieder selbstverantwortlich zu gestalten. Das ist schon mal eine gute psychische Basis.

    Da habe ich ganz andere Zeitgenossen kennengelernt, die voller Selbstmitleid jammerten, weil sie nichts mehr trinken dürfen.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Mit dem Gedanken zu Ende denken und mir hat es bisher immer geholfen. Ich habe es selbst einmal hier im Forum gelesen. Ich weiß nicht mehr bei wem, leider. Denn das hat mir so unglaublich geholfen.

    Hallo!

    Ein Teilnehmer einer ehemaligen SHG formulierte es wie folgt: "Wenn ich jetzt wieder trinke (kiffe/kokse), dann fängt die ganze Schei... wieder von vorne an."

    Den habe ich mir gut gemerkt. Recht hat er.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ich bin wirklich keine, die alles meidet, was mit Alkohol zu tun hat. Ich schreibe wenig darüber hier im Forum, weil die Akzeptanz nicht sehr groß ist, wenn man dem Alkohol nicht komplett aus dem Weg gehe. Vielleicht ist das auch gut so, weil manche leichtsinnig wären.

    Hallo!

    Es gibt unterschiedliche Wege, um abstinent zu bleiben. Grundvoraussetzung einer jeden Spielart ist, dass die eigene Abstinenzentscheidung zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt und im Zentrum der Lebensführung steht. Es gibt gefestigte Zeitgenossen, die etwas mehr Nähe zum Alkohol zulassen können, als andere. Wir sind nun mal alle unterschiedlich gestrickt. Was bei dem einen funktioniert, geht bei anderen schief.

    Auch ich durfte mir hier schon heftige Kritik gefallen lassen, dass ich nicht alles aus den Grundbausteinen 1 zu 1 umgesetzt habe und wohl auch niemals komplett umsetzen werde. Dennoch sind die Grundbausteine eine wirklich gute Handlungsempfehlung.

    Neueinsteigern rate ich, zunächst strikte Distanz zum Alkohol und trinkenden Zeitgenossen zu wahren, um sich selbst erst mal aus der Gefahrenzone zu nehmen und zur Ruhe zu kommen.

    Ein regelmäßig zechender Partner macht es einem Aussteiger aus dem aktiven Teil der Sucht unnötig schwer, da dessen Suchtgedächtnis zu stark provoziert wird.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Man sollte nicht alles glauben, was andere so von sich geben. In meiner Orientierungsgruppe gab es auch ein paar Herrschaften, bei denen war nach außen alles ganz einfach. Sie wurden allesamt binnen kürzester Zeit rückfällig oder kreuzten gar nicht mehr auf, weil das Saufen für sie wichtiger war.

    Jeder ist anders veranlagt. Ich habe in den ersten Monaten meiner Abstinenz fast täglich Gedanken an Alkohol gehabt, das Verlangen war da, mal stärker, mal schwächer.

    Nach ca. 6 Monaten wurde es dann deutlich besser und die Abstände wurden größer.

    Üb dich in Geduld, auch wenn's schwer fällt. So wie dir ging und geht es vielen Neueinsteigern. Du bist nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

    Gruß
    Carl Friedrich


    Es ist hilfreich, mit vielen Menschen, egal ob Ärzten, Suchtberatern, Bekannten oder Freunden usw. zu kommunizieren, das man Alkoholiker ist.

    Hallo!

    So weit gehe ich nicht, dass jeder Doc und jeder Bekannte zu informieren ist. Es kommt für mich stets auf die Umstände an. Vor einer OP nebst Betäubung würde ich den Doc einweihen. Der Hausarzt weiß es eh.

    Warum sollte ich sog. Bekannten meine Krankengeschichte auf die Nase binden?

    Ich habe nur diejenigen informiert, die ich auch über andere gefährliche Krankheiten in Kenntnis setzten würde. Der Kreis ist überschaubar gehalten. Damit bin ich bislang gut gefahren.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Im Sportverein gehe ich nicht jedem Alkohol aus dem Weg. Das gesellschaftliche Zusammensein nach dem Sport benötige ich für die innere Zufriedenheit. Es ist ein Risiko, dass ich eingehen muss, um innerlich nicht zu verkümmern. So auch bei Pokerabenden. Wenn ca. 50% der Anwesenden Bier trinken (was mich nicht so sehr triggert wie Wein), dann ist es so. Ich schlürfe gut gekühlte Cola. Falls jetzt bei einigen Lesern, die reflexartigen Gefahrenzonen im Gehirn anspringen, dann sage ich: Ja, ich weiß. Ohne Gesellschaft ist aber auch keine Option. Das Risiko trage ich.

    Hallo Karamasow!

    Ich sehe da kein Problem. Du bist 2 1/2 Jahre abstinent. Da hat sich ein gehörige Portion Festigkeit und Erfahrung eingestellt, auf die Du bauen kannst.

    Das ist halt der Unterschied zu frisch Abstinenten, die schon nach wenigen Tagen oder Wochen meinen, dem Alkohol hinterher rennen zu müssen und sofort "pampig" reagieren, wenn man sie auf ihr riskantes Verhalten hinweist.

    Auch ich musste es erlernen, mich in einem Umfeld zu bewegen, in dem Alkohol präsent ist und in meiner Nähe konsumiert wird. Nur überfordert das den Anfänger und das sind wir beide nicht mehr.

    Also, weiterhin alles Gute wünscht
    Carl Friedrich


    :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    oder bist du besonderes "scharf" auf sie in solchem Momenten? Musst du nicht hier beantworten, aber überlege es dir. :winking_face:

    Nein. Die Ausdünstung törnt mich ab, egal wer sie verströmen lässt. Ab und an denke ich mal an Polizeibeamte, die eine Verkehrskontrolle durchführen und nach Öffnen der Scheibe zieht eine leicht alkoholische Schwade nach außen, während der/die Fahrer/in behauptet, entweder gar nichts oder nur 1 Glas Bier getrunken zu haben.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich habe keinen Alkohol daheim, den ich früher getrunken habe. Und die 1-2 Piccolos meiner Frau kümmern mich nicht, da ich dieses Zeug nie gemocht habe. Falls ich "Schmacht" auf Bier hätte, ginge ich 2 Minuten um die nächste Straßenecke zu einer 24/365 Tanke, die sogar meine Lieblingsmarken gut gekühlt bevorratet. :wink:

    Übrigens: Bier und Schnaps haben wir nicht im Haus, beides wurde genau so entsorgt, wie die dazugehörigen Gläser. Daher habe ich nichts daheim, was mich schwach machen kann.

    Mit dieser Strategie, die ich mit meinem Therapeuten abgestimmt habe, bin ich jetzt knapp 4 Jahre unfallfrei unterwegs; ich wüsste nicht, dass ich hieran etwas ändern sollte.

    Der Alkohol, der mir gefährlich werden kann, den halte ich mir auf Distanz, darin bin ich inzwischen geübt. :smiling_face:

    Gruß
    Carl Friedrich

    Ich würde immer eine stationäre der ambulanten Therapie vorziehen. Auch eine ambulante Therapie geht über den ganzen Tag, nur das du abends wieder nach Hause fährst.
    Eine stationäre Therapie hat den Vorteil, dass du erst einmal komplett aus deinen gewohnten Umfeld raus bist. Du kannst dich komplett auf dich konzentrieren.

    Hallo!

    Die stationäre Form hat den aufgezeigten Vorteil.

    Ich habe "nur" eine ambulante Therapie durchlaufen und die dauerte gerade nicht den lieben langen Tag, sondern fand wie folgt statt:

    1xwöchentlich Gruppensitzung ( 3 Stunden von 17.00 -20.00 Uhr) ; zusätzlich alle 1-2 Wochen noch Einzelsitzungen (60-90 Minuten) beim Therapeuten, wobei auf berufliche Verpflichtungen und Termine besondere Rücksicht genommen wurde.

    Welche Form für den einzelnen in Betracht kommt, sollte mit der Suchtberatung geklärt werden. In die ambulante Therapie schafften es nur diejenigen, die während der Vorgruppenphase trocken blieben.

    Einem Berufstätigen würde ich grundsätzlich erst mal die ambulante Variante nahe legen, insbesondere wenn man zuvor auf der Arbeit noch nicht als Trinker aufgefallen ist und man nicht vorhat, sich dort ohne Not zu outen. Aber wohlgemerkt, das ist mit der Suchtberatung zu klären, die sich auch um die Kostenzusage kümmert.

    Also kläre die Angelegenheit mit der Suchtberatung, die kennen sich mit so was aus, sie sollten es zumindest.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Hallo!

    Ich höre und lese immer, jeder müsse seinen eigenen Weg in die Abstinenz finden.

    Das klingt für mich danach, sich nicht an bewährte Strategien halten zu wollen, sondern lieber einen riskanten Kurs zu fahren, weil er irgendwie bequemer erscheint.

    Wohlgemerkt: Ich kenne nur einen Weg, der sich nicht großartig von dem unterscheidet, den viele Langzeittrockene hier gegangen sind:

    1.) Die eigene Abstinenz und somit die eigene Gesundheit und das eigene Leben stehen kompromisslos an erster Stelle. Dem hat sich alles, wirklich alles, unterzuordnen.

    2.) Den Alkohol auf Distanz zu halten, ihm nicht noch hinterher zu rennen und das erste Glas stehen lassen.

    3.) Das Ganze getragen von der Erkenntnis, dem Alkohol nicht gewachsen zu sein (auch Kapitulation genannt) und zudem nicht den Gedanken im Hirn zu konservieren, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Stoff.

    4.) Sich regelmäßig mit der Krankheit zu befassen, egal ob "analog" in einer SHG, "digital" über das www. oder sonst wie.

    Wer alle diese Grundsätze beherzigt, kann m.E. so viele Wege ausprobieren wie er/sie will.

    Ich habe jedoch gewisse Zweifel, ob das bei jedem, der über die eigenen und vermeintlich besseren Wege berichtet, tatsächlich der Fall ist.

    Gruß
    Carl Friedrich