Beiträge von Carl Friedrich

    Zitat von Vollwaise


    Was mich halt beschäftigt oder mir auffällt ist die Tatsache, dass hier die meisten immer mal ne Pause gemacht haben, auch wenn ggf. die Intervalle enger wurden....

    Ich hingegen habe wenigstens die letzten 4 Jahre, eher noch länger JEDEN TAG gesoffen und mir gar nicht erst die Mühe gemacht, mal für 3 Tage oder eine Woche oder egal wie lange zu unterbrechen. Ich wusste auch immer, dass ich auf einem verhängnisvollen Weg war, aber mir war es egal.

    Hallo!

    Lange Jahre konnte ich pausieren. In den letzten beiden Jahren konnte ich nicht mehr mal das. Soweit hatte mich der Suff schon gebracht. Da habe ich täglich getrunken, in der Woche weniger, am Wochenende deutlich mehr. Dabei wusste ich spätestens in diesen beiden Jahren, dass ich abhängig bin.

    Zuvor hatte ich mir selbst in die Tasche gelogen, es jederzeit beenden zu können, wie ich es ohne Probleme geschafft hatte, nach Jahrzehnten vor Jahren die Qualmerei von jetzt auf gleich aufzugeben. Das hat mich noch 'ne Weile in falscher Sicherheit gewogen, es mit dem Alk genau so lassen zu können.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Ernest :

    Es freut mich, dass dich die Beiträge erreichen. Das ist nicht bei Jedem der Fall.


    @Vollwaise: Ein schöner Vergleich, nur dürfte das grüne Gemüse nicht im Suchtgedächtnis deiner Freundin verankert sein.

    Aber als Vergleich ist er schon humorvoll.

    Ich habe schon in meinem ersten Jahr geschrieben, dass ich eigentlich in einer ganz moderaten Position bin. Ich brauche gegen meine Krankheit keine Pillen einwerfen und muss mich nicht bestrahlen lassen. Ich muss nur etwas "unterlassen", nämlich Alkohol zuzuführen.

    Den Vorsatz zu fassen, nie wieder zu trinken ist gut und wichtig. Weit aus schwieriger ist es, ihn auch durchzuhalten.

    Ich persönlich würde nicht an einer Gruppe teilnehmen, in der andere das KT huldigen und mit dem Gedanken der Abstinenz wenig oder nichts am Hut haben. Die wären mir im direkten persönlichen Austausch zu anstrengend. Auch hätte ich Sorge, dass ihr nasses Gedankengut mein glänzend funktionierendes Suchtgedächtnis aktiviert. Das will und werde ich mir nicht antun. Da würde ich Ausschau nach einer Gruppe halten, die es ähnlich konsequent wie dieses Forum hält.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Karsten!

    Danke für deinen Zuspruch.

    Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, so meine bisherige Erfahrung.

    Das ist für mich auch eine Frage der persönlichen Einstellung zur Krankheit und die setzt notwendigerweise voraus, mich über ihre Tücken gründlich zu informieren und mich anschließend mit ihnen auseinanderzusetzen.


    Gruß
    Carl Friedrich

    viola : Danke für deinen Beitrag und deine Wünsche.

    Als ich heute nachmittag zum Bäcker ging -früher suchte ich zu der Zeit den Bierladen auf- traf ich ein bekanntes Gesicht aus meiner ambulanten Therapie. Ebenfalls ununterbrochen abstinent.

    Das stimmte mich positiv. Ihn habe ich nämlich vor Augen, als er von seinem damaligen Rückfall und dem Versuch des KT berichtete, das bei einem Alkoholiker nicht funktioniert. Aber solange irgendwo im Hinterstübchen noch der Gedanke herumgeistert, man könne eines Tages dank Heilung doch wieder moderat trinken, so lange gibt das nichts mit der Abstinenz. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Rückfall kommt.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Mit deinem Willen allein wirst Du den Weg aus der Sucht wahrscheinlich nicht finden. Warum? Das liegt am Suchtgedächtnis, das in einem Teil des Hirns angesiedelt ist, der vom Willen allenfalls teilweise gesteuert werden kann.

    Du fragtest nach Ratschlägen außerhalb der Grundbausteine: Lies dich mal gründlich in die Problematik "Suchtgedächtnis" ein. Es wird dich mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft noch mehrfach piesacken.

    Und wenn es dich heimsucht, dann frage dich zuerst mal, ob Du dich in einer Situation befindest oder soeben durchgestanden hast, in der Du früher regelmäßig getrunken hast. Dann hast Du wahrscheinlich den konkreten Auslöser und kannst für die Zukunft Vorkehrungen treffen.

    Das Suchtgedächtnis kann man mit einer Software vergleichen, die sich nicht vollständig deinstallieren lässt. Diese Software muss überschrieben werden und zwar durch anderes Verhalten, als Trinken. Dennoch schlummert es immer weiter fort und kann sich noch nach vielen Jahren wieder melden, da es immer noch im Hirn vorhanden ist.

    Das ist jetzt ein sehr einfacher, aber zumindest für mich plausibler und transparenter Vergleich.

    Gruß
    Carl Friedrich.

    Hallo!

    Es ist unsere eigene Aufgabe, selbst auf uns zu achten. Das hast Du Karamasow, getan.

    Wir können von Dritten nicht erwarten, dass sie sich mit unserer Krankheit auskennen. Viele, auch beginnende Abstinenzler, sind oft der Meinung, nach einer Weile Karenz sei man wieder gesund und könne "normal" trinken.

    Ich würde mich mit dem Bekannten noch mal unterhalten und ihn bitten, demnächst derartige Angebote zu unterlassen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo!

    Deine Formulierung "Alkoholverzicht war kein Thema" lässt für mich nur eine Schlussfolgerung zu:Rückfall, oder?

    Dein gestriges "verpflichtendes Ereignis" ist übrigens in den Grundbausteinen ausdrücklich erwähnt. Steht weiter unten im Text.

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php

    Wenn ich eins in meiner abstinenten Zeit gelernt habe, dann das: Wer seiner eigenen Abstinenz nicht absolute Priorität im Leben einräumt, hat es verdammt schwer, dem Klammergriff des Alkohols zu entkommen.

    Mein Rat:
    1.)Setz dich mal gründlich anhand von Fachliteratur und diesem Forum mit den Tücken der Sucht und des Suchtgedächtnisses auseinander.

    2.) Nimm Kontakt zur Suchtberatung auf.

    3.) Such dir eine SHG.

    Gutes Gelingen wünscht
    Carl Friedrich

    Zitat von PaulNewman


    Ich will auch über eine ambulante Therapie sprechen. Das könnte mich weiter und dauerhaft stabilisieren.
    Momentan habe ich einzig diese SHG, in der ich mich mitteile.

    Hallo Paul!

    Das ist m.E. ein guter Ansatz.

    Sprich mit dem Doc und anschließend mit der Suchtberatung, die das Organisatorische übernimmt.

    Ich habe auch eine ambulante Therapie durchlaufen. Wenn die konkrete Erwartungshaltung nicht zu hoch ist und die Therapeuten neben der Erfahrung auch das nötige Geschick haben, kann eine solche Maßnahme eine deutlich spürbare Stütze sein.

    Wohlgemerkt: Die Therapie und die Therapeuten machen und halten dich nicht trocken, sie können dir auf deinem Weg eine deutlich spürbare Hilfe sein.

    Für mich positiv war der Abgleich zwischen dem, was hier im Forum von erfahrenen Abstinenzlern geschrieben wird, der gelesenen Fachliteratur aus Patienten- und Therpeutensicht und den Inhalten der Therapie. Die Überschneidungen sind groß und waren für mich Beleg für die Richtigkeit vieler Punkte wie sie z.B. in den Grundbausteinen dieses Forums zutreffend beschrieben werden.

    Hinzu trat bei meiner Therapie der Kontakt zu mehreren Personen, die rückfällig wurden und mir eindrucksvoll vor Augen führten, dass für einen Alkoholiker das sog. "Kontrollierte Trinken" nicht funktioniert. Der Alkoholismus ist durch den Kontrollverlust gekennzeichnet. Wie soll ein Alkoholiker denn bitte schön kontrollieren, was er gar nicht kontrollieren kann? Ich habe heute noch die Gesichter der Betroffenen vor Augen, die mir beschrieben, wie schnell sie wieder bei den alten Schlagzahlen und mehr angelangt waren.

    Spätestens ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass mir nur dauerhafte Abstinenz hilft und ich nicht irgendwann in der Lage sein werde, wieder "normal" etwas Alkohol zu trinken.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Paul!

    Es ist wirklich schön zu lesen, dass Du erfolgreich in die Abstinenz gestartet bist und nicht missmutig nörgelst, weil Du nicht mehr trinken "darfst".

    Bei der Lektüre deiner Beiträge fällt mir auf, dass Du zumindest auf mich sehr euphorisch wirkst. Darin könnte eine Schwachstelle liegen, falls Du vor lauter Begeisterung über deinen klaren Kopf die nötige Befassung mit unserer Krankheit an sich und ihren Tücken samt des komplizierten Suchtgedächtnisses vernachlässigst. Was hast Du insoweit denn konkret unternommen?


    Ich habe mehrfach Herrschaften ähnlich begeistert und euphorisch starten sehen, die dann jedoch in arge Turbulenzen gerieten, weil sie nicht auf dem Schirm hatten, dass auch mal schlechtere Tage und heftiger Suchtdruck aufkommen können.

    Es liegt mir absolut fern, dir deine momentan gute Laune zu verderben, aber etwas Vorsorge für etwaige Rückschläge kann ich nur empfehlen, damit Du dein Schiff auch bei Sturm und Unwetter auf Kurs halten kannst.

    Bislang bin ich hinsichtlich Getränken und Speisen wie folgt verfahren: Ich mache mich schlau, was drin ist, riecht es nach Alkohol oder erinnert es mich daran, dann konsumiere ich es nicht. Vorsicht geht vor.

    Übrigens das alkoholfreie Bier ist zumeist gar nicht alkoholfrei, sondern nur alkoholarm. Es hat fast immer 0,49%. Bis zu diesem Grenzwert dürfen Getränke in Deutschland als alkoholfrei bezeichnet und verkauft werden. Es gibt auch Biere mit dem Aufdruck 0,0% Alkohol. Die sind alkoholfrei. Dennoch trinke ich sie nicht, da sie von Aussehen, Farbe, Geruch und teilweise auch im Geschmack zu nah an richtigem Bier dran sind. Da ist mir die Versuchung zu heikel, nach dem Konsum eines solchen "kastrierten" Getränks noch mal ein "richtiges" hinterher zu bestellen. Ich bin jetzt in der zweiten Hälfte meines dritten Jahres. Da steht das Bier, egal ob mit oder ohne Alk, nicht mehr im Vordergrund. Dennoch weiß ich, dass mich ein gezapftes Bier durchaus triggern kann. Dann verlasse ich sofort den Ort des Geschehens. Zum Glück kommt dies bei mir immer seltener und in immer größeren Abständen vor.

    Schönes WE.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von torosta

    Diesmal versuche ich zu akzeptieren, das 80 % der Bevölkerung Alkohol konsumieren und ich damit leben muss. Deshalb freue ich mich für mich, dass ich mit den geschilderten Situationen bis dato gut umgehen konnte.

    Hallo!

    Woher hast Du die Zahl? Ich halte sie für zu hoch gegriffen.

    Ziehen wir mal ab: Kinder, Greise, Abstinenzler, religiös motivierte Nichttrinker, viele Leistungssportler...

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von kamarasow


    nein, keine SHG. Bisher habe ich mich ausschließlich hier, mit der Familie und mit ein paar engeren Bekannten ausgetauscht.
    Der Gedanke, sich mit Fremden über den eigenen Alkoholismus und über eigene private Angelegenheiten auszutauschen stößt mich derzeit ab. Sicherlich wird die Fremdelei in der Gruppe mit der Zeit abnehmen, aber irgendwie fehlt noch ein initialer Schubs. Auch gedanklich.

    Ein aktuelles Gedankenkarussel, das mich beschäftigt, ist folgendes: Manchmal fühle ich Scham. Scham darüber ein Alkoholiker zu sein.

    Hallo Karamasow!

    Ich finde, Du bist hinsichtlich des Themas Trockenarbeit etwas dünn aufgestellt:

    Keine Therapie (oder?), keine SHG, kein regelmäßiger Austausch hier im Forum, das sieht mir von der Papierform her nicht nach solider Absicherung der mühsam erarbeiteten Trockenheit aus.

    Ja Alkoholismus ist für den Betroffenen "schambehaftet". In dieser Gesellschaft wird fast jede Krankheit akzeptiert, eine Suchterkrankung ist dagegen nicht so gut beleumundet.

    Die Bewältigung dieses subjektiven Gefühls hat bei mir gedauert. Wir haben dieses Thema in meiner ambulanten Therapie erörtert. Das hat mir geholfen, dieses Gefühl zu verstehen und letztlich in den Griff zu bekommen. Auch hierbei hilft der Faktor Zeit. Wie heißt es so schön im Volksmund: "Zeit heilt alle Wunden."

    Denk noch mal über deine Trockenarbeit nach. Da ist noch Luft nach oben.

    Gruß Carl Friedrich

    Zitat von kamarasow

    Hallo zusammen,
    heute musste ich mal wieder an das Forum denken. Das kommt nicht mehr so häufig vor. Das war am Anfang der Abstinenz anders. Der Drang sich mitzuteilen und auszutauschen ist nur noch rudimentär.

    Hallo!

    Schön, dass Du weiterhin abstinent unterwegs bist.

    Hast Du denn neben dem Forum noch eine SHG?

    Bei deinem Beitrag dachte ich an meine Abschlussuntersuchung nach meiner ambulanten Therapie, als der sehr erfahrene Suchtmediziner mir mit auf den Weg gab: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man dann, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit seiner Krankheit auseinander setzt."

    Du darfst dich hier ruhig öfter blicken lassen.

    Ganz gelegentliche Träume vom Alkoholkonsum habe ich auch noch. Das ist nichts Dramatisches. Das geht vielen Abstinenten so.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Tom!

    Nicht alle SHGs sind online aktuell.

    Gerade zu den AAs kannst Du einfach ohne Voranmeldung zu den Treffen hingehen.

    Die Frage, wen man alles in Kenntnis setzt, wird hier sehr unterschiedlich gehandhabt: Von nahezu offen bis hin zum ganz kleinen Kreis im engsten persönlichen Umfeld. Ich habe den Kreis der Eingeweihten auch sehr überschaubar gehalten und nur diejenigen informiert, die ich auch von sonstigen schweren Erkrankungen in Kenntnis setzen würde.

    Das sollte jeder selbst entscheiden.

    Hast Du mal die Kontaktaufnahme zur Suchtberatung in Betracht gezogen?

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo und willkommen hier im Forum!

    Dein Hinweis auf die Risiken des kalten Entzugs ist absolut berechtigt.

    Einerseits bist Du als Pensionär in einer sehr moderaten Position. Du brauchst dich nicht mehr mit sog. Arbeitskollegen und Vorgesetzten "rumärgern" und die finanzielle Situation dürfte geregelt sein.

    Andererseits dürftest Du sehr viel Freizeit haben. Ich habe mehrere Rentner/Pensionäre kennen gelernt, die aufgrund einer fehlenden Tagesstruktur und Aufgaben, die sie forderten und sinnvoll beschäftigten, heftig dem Alkohol zusprachen. Die ohne aufkommende Langeweile führte sie zu nahe an die Flasche.

    Hast Du schon Vorstellungen über deine nächsten Schritte in Form von Kontakt zur örtlichen Suchtberatung oder einer SHG "vor Ort"?


    Gruß
    Carl Friedrich

    Fortsetzung:

    Ich habe mir heute mal wieder nach längerer Zeit die Grundbausteine angeschaut.

    Sehr lehrreich. Daher erlaube ich mir, sie hier noch mal zu verlinken: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php


    Erstaunlich wie sich bei mir mit fortschreitender Abstinenz der Blickwinkel langsam verschiebt und ich die Ausführungen besser verstehe.

    Insbesondere unseren Neuankömmlingen hier sei dieses Werk noch mal zur gründlichen Lektüre empfohlen. Sie finden dort wertvolle Antworten, insbesondere zur Frage der notwendigen eigenen Prioritäten.

    Daran anknüpfend möchte ich noch folgenden Hinweis anbringen, den ich im I-Netz fand: "Nur wir selbst sind in der Lage, die Tür zur Sucht hinter uns dauerhaft zu verschließen."

    Voraussetzung für die erfolgreiche Aussperrung der Sucht sind der Wille und die ständige Bereitschaft, der eigenen Abstinenz alle anderen Dinge des Lebens unterzuordnen. Dies kann nach m.E. nur gelingen, wenn man sich wirklich ernsthaft und umfassend mit dem Thema Sucht, insbesondere dem Suchtgedächtnis auseinandersetzt. Ich hoffe, ich habe für mich insoweit genügend vorgebeugt. Ich bleibe weiter am Ball.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Zitat von Mario B.

    Hallo Martin,


    An solchen Hobbyarzt-Ferndiagnosen, basierend auf Kaffeesatzleserei, werde ich mich jetzt nicht beteiligen. :roll:

    Gruss,

    Mario

    Hallo Mario!

    Welche Diagnose? Ich sehe keine, nur eine gestellte Frage.

    Und den User Martin im Bereich des "Kaffeesatzlesers" zu verorten, ist schon sehr befremdlich.

    Lies doch mal seine threads von vorne bis hinten. Da kannst auch Du noch sehr viel lernen.

    Gruß
    Carl Friedrich

    Hallo Cadda!

    Gleich mehrfach erwähnst Du in deinem Beitrag, dass Du Personen gegenüber, die dir irgendwie nahe stehen, angekündigt hast, keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Ich begrüße diesen Vorsatz. Ich nehme zumindest für mich in Anspruch, mich verbal nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen. Ich will keinen Alkohol mehr trinken, ich arbeite an mir, dass es nie mehr dazu kommt. Nur versprechen und garantieren kann ich dieses Unterlassen nicht.

    Zur Teilnahme an Feiern:

    Auch ich bin der Meinung, dass eine gewisse Karenz sicherlich vernünftig ist, bis man selbst etwas stabiler ist. Das ist in den ersten Monaten sicherlich bei keinem frisch Abstinenten der Fall. Eine allgemeine Zeitregel dafür gibt es nicht.

    Heute gehe ich selbstverständlich zu Feiern, aber nur so solchen, bei denen der Alkohol nicht der Schmierstoff und das Bindeglied der Teilnehmer ist, sondern eine absolute Nebenrolle spielt. Dann stört er mich auch nicht.

    Saufveranstaltungen besuche ich nicht. Da fühle ich mich nicht mehr zugehörig. Merke ich an einer Örtlichkeit, dass der "Pegel" steigt, bin ich weg.

    Wenn Du zu einer Veranstaltung gehst, dann mache dir vorher klar, dass selbst moderater Konsum einiger Teilnehmer dein Suchtgedächtnis aktivieren und Suchtdruck auslösen kann. Und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch auf dem Heimweg (die nächste Tanke ist fast immer nahe) oder gar später daheim. Da hockst Du plötzlich auf der Couch und wunderst dich, woher das Verlangen nach Stoff kommt.

    Mein ehemaliger Therapeut riet immer, sich schon vor einer Veranstaltung "abzusichern". Man kann eine Vertrauensperson mitzunehmen, bei der man im Wort steht. Die mimt dann zwar nicht den Aufpasser, sondern hält dich als eine Art psychische Hemmschwelle vom Konsum vor Ort ab.

    Solltest Du schon auf der Veranstaltung Suchtverlangen verspüren, sei dringend angeraten, schleunigst das Weite suchen. Dann muss man raus aus dem Schussfeld.

    So habe ich es auch gehalten. Ich bin im dritten Jahr.

    Bist Du in einer SHG außerhalb dieses Forums? Sprich die dortigen Damen und Herren doch mal auf dieses Thema an.

    Gruß
    Carl Friedrich