Vielen Dank für Eure Antworten, über die ich mich sehr freue 
gerne gehe ich auf die einzelnen Punkte ein:
Vielen Dank für Deine Zeilen, lb. Hartmut! Deine Fragen sind sehr wichtig, daher beantworte ich sie gerne:
"willkommen auch von mir im Forum. Du schreibst das sich dein "Rückfall" angebahnt hatte. Wie meinst du das und warum hast du dich nicht vorher hier gemeldet ? Woher hattest du den Alkohol ? Wie sieht denn dein alkoholfreies Umfeld aus?"
Mein Rückfall hat sich angebahnt, als mein Freund für eine Woche in seine "Heimatstadt" gefahren ist und sich der Kontakt extrem schwierig gestaltete. Wir hatten uns nichts zu sagen, ich war sauer und habe mich vernachlässigt gefühlt.
Lange Rede kurzer Sinn: ich habe mir die Situation als unerträglicher eingeredet, als sie war um mir DEN Grund zu suchen, endlich mal was trinken zu können. Schlicht und ergreifend Unsinn und ich habe meine ganzen sorgfältig erlebten Abstinenztage geopfert.
Damit erübrigt sich vielleicht auch die Frage, warum ich mich nicht eher hier gemeldet habe. Ich "wollte" in diesem Augenblick, dass es mir schlecht geht - gewusst wie.
Selbstverständlich würde ich mich in einer ähnlich aufkommenden Situation sofort hier an's Forum wenden. Mein Suchtgedächtnis (Unterbewusstsein) hat das Forum/ die SHG hier, als auch meine "reale" SHG komplett in den Hintergrund gedrängt.
Woher ich den Alkohol hatte? Den hab ich mir im Laden gekauft. War auch nicht schwierig, ich habe gar nicht mehr darüber nach gedacht. GAR nicht.
Unser zu Hause ist alkoholfrei, mein Freund trinkt nicht und ich habe schon "damals" alles Altglas entsorgt.
Salut, lb. Martin!
Es wär eindeutig das Richtige gewesen, mich sofort hier zu melden. Die Entscheidung hatte ich so derartig im Kopf, dass ich an nichts anderes mehr gedacht und erst mit dem ersten Schluck zufrieden war.
In einer evtl. kommenden Situation werde ich nicht denselbigen Fehler machen und Euch sofort kontaktieren.
"An der Vergangenheit kannst Du nichts mehr ändern.
An der Zukunft umso mehr."
Danke für diese wichtigen Worte, lb. Correns!
Es ist manchmal schwierig für mich, Dinge so zu sehen, wie sie sind (radikale Akzeptanz). Ein Therapeut hat mir super Übungen gezeigt, mich wieder in die "Wirklichkeit" zu holen. Leider dauert es noch, bis sie gänzlich "fruchten".
Die Gegenwart möchte ich gerne gestalten und bin eher erschüttert, wie ich mich durch meinen (momentanigen) Partner definiere. Aber darauf gehe ich später ein.
"Alkoholnester" habe ich keine, das würde mich viel zu schnell locken...(gerade jetzt noch)
Danke für Deine ausführlichen Zeilen, lb. Sunshine!
Ich habe mich nicht im Forum gemeldet, weil ich gedanklich überhaupt nicht darauf kam. Da war ein riesiges *klingelingeling* endlich mal wieder Wein. Ich habe gar nichts gedacht. Die Erschütterung am nächsten Tag darüber war groß, dennoch habe ich sofort wieder begonnen, abstinent zu sein.
Das Forum sehe ich natürlich als meine weitere SHG an, neben meiner "realen". Das Forum hat mich auch in der kleinen durchstandenen Abstinenzzeit stets unterstützt, wofür ich dankbar bin.
Alkohol hab ich nie im Haus, weil ich noch labil bin und diesem nciht dauerhaft widerstehen könnte, ich kenne mich..
Es mag unreflektiert und vllt. stupid klingen, klar habe ich einen Notfallkoffer, aber diesen habe ich bewusst in der Flasche gesehen. Erbärmlich, ich weiß. Alles was ich bisher gelernt und erlebt habe, war für diesen Moment egal.
Danke auch für Deine Gedanken über meine Partnerschaft:
"Du bist weder seine Mutter noch seine Erziehungsbrechtigte, Du hörst Dich aber so an
Seit wann hat man über seinen Partner zu bestimmen, was gut für ihn ist (oder für DICH, denn darum geht es ja meist, nicht wahr) und was nicht?
Und ich frage mich überhaupt, was es denn für eine Beziehung ist, in der 2 Menschen im Grunde hauptsächlich ihren Süchten nachgehen/nachgingen?
Du der Sauferei und Dein Freund der Zockerei...
Bleibt da überhaupt noch was für eine liebevolle und intensive Beziehung? "
Heute hat er das Gleiche zu mir gesagt, als ich einen weiteren zaghaften - und vergeblichen - Versuch wagte, mit ihm zu sprechen (nachdem ich von meiner Thera kam).
Du bist sehr reflektiert.. ich wünsche mir etwas von Deiner Gelassenheit und dem Verständnis, selbst meines Glückes Schmied zu sein. Es stimmt auch, dass ich mich (schon sehr früh) durch meinen Partner definiert habe.
Wir hatten (!) mal eine schöne und intensive Beziehung, die sich sehr zum Negativen verändert hat. Seine Online-Sucht scheint sich in meinem letzten Psychiatrie-Aufenthalt, der etwas länger ging, sehr ins Extreme gewandelt zu haben. Ich werde durch ein Online-Spiel ersetzt, so wie ich ihn durch die Weinflasche ersetzt habe. Dass es so nicht weitergehen kann, ist mir bewusst. Ich bin selbst psychisch angeschlagen und wieder auf dem Weg der Abstinenz. Meine Hilfe habe ich angeboten und mehr kann ich nicht machen.
"Da ist Dein zockender Freund nicht für verantwortlich, das es DIR gut geht.
Schieb diese Sache nicht auf ihn ab, es liegt in DEINER Verantwortung."
Das ist vollkommen richtig. Ich glaube, er würde es genauso sagen. Daher glaube ich, dass unsere räumliche Trennung erstmal sehr förderlich ist. Gerne würde ich wieder zu ihm finden, aber ich bin mir auch zu schade, mein Leben schlafend neben einem süchtigen Zocker zu verbringen.
Vielen Dank für Deine Worte, lb. Carpenter!
"Und wir helfen Dir dabei so gut es geht, darauf kannst Du wetten...
Also, Kopf hoch, weitermachen - niemals aufgeben.."
Das ist sehr lieb und ich werde mich beim (hoffentlich nicht vorkommenden nächstem Mal) sofort hier an das Forum wenden. Dass "nur" Alkohol weglassen nicht ausreicht, ist mir vollkommen bewusst..
Merci Calida, ich freue mich sehr über Deine Zeilen!
Wie es zu dem Rückfall kam, habe ich oben schon näher beschrieben, aber es hat definitiv damit etwas zu tun:
"Ich muss mich lieben lernen, unabhängig davon, ob mich jemand anders liebt oder nicht. Nur so kann ich Stabilität erlangen und mein Leben leben. Das ist meine Erfahrung und für mich wichtige Voraussetzung, Alkohol oder anderes nicht als Ersatz für etwas ganz anderes zu suchen. "
Als Single fühle ich mich unvollständig und minderwertig. In meiner Studentenzeit war ich 2 Jahre lang Single und das war grässlich für mich. Ich sehne mich nach Zweisamkeit und (körperlicher) Nähe.
Dennoch verstehe ich, was Du meinst und kann auch von keinem Anderen erwarten, dass er mir an Liebe schenkt, was mir an (Selbst-)Liebe fehlt. Ich bin dabei, etwas daran zu ändern (der erste Schritt ist die Abstinenz, heute ist mein vierter Tag :))
Natürlich habe ich mir meine Partner immer gut ausgesucht, ich stehe auf intelligente, aufmerksame und gepflegte Menschen, aber gerade habe ich nur einen Ork vor Augen, der sich durch virtuelle Welten kämpft 
Ich setze alles daran, abstinent zu bleiben und bin gespannt, ob meine Beziehung noch eine Chance hat. Erzwingen werde ich nichts.
Nochmal danke für Eure Nachrichten und allen gute 24h 
Liebe Grüße
Marie