Beiträge von Cadda

    Huhu Doro.

    wenn xy nach 3 wochen abstinenz von einer party zur nächsten rennt

    Das ist wohl wahr.

    Für mich persönlich gab es allerdings (direkt nachdem ich aufhörte zu trinken) noch etwas zwischen „ich besuche gar keine Veranstaltung“ und „ich renne von einer Party zur nächsten“.

    Was mir damals extrem wichtig war: Ich bin offen und ehrlich mit meiner Alkoholkrankheit umgegangen. Habe meinem Freundes/Bekanntenkreis auch ungefragt davon erzählt. Weil ich nicht wollte, dass mir etwas angeboten wird und jeder akzeptiert, wenn ich absage oder früher gehe.
    Aber gut, das ist nochmal ein anderes Thema.

    LG Cadda

    Lotta, ich kann Dir auch nur raten, da mal in Dich zu gehen.

    Papa hat seeeeehr viel Bier getrunken.Nimmt ihn aber auch gleichzeitig in Schutz und sagt:Aber es ist ja auch Urlaub gewesen.

    Das sagt ja auch schon einiges darüber aus, was ihr vermittelt wird.

    Ich finde das auch echt besorgniserregend den Umgang vor allem über längere Zeit.

    Hallo Schmidtty,

    für mich ist der entscheidende Punkt eigentlich, ob Du Dich wohl oder unwohl fühlst, wenn Du unterwegs bist. Ob Du mit Suchtdruck grundsätzlich zu kämpfen hast oder nicht. Dann würde ich ein Mal mehr auf mich achten und lieber die ein- oder andere Veranstaltung ausfallen lassen.

    So ganz grundsätzlich, mal von Deiner Geschichte abgesehen finde ich es allerdings erstaunlich, wie erbost teilweise darauf reagiert wird, wenn Empfehlungen eben nicht in jedem Fall angenommen werden.

    Doro, Du hattest Dich ja bereits entschuldigt, dass Du geschrieben hattest, Du würdest Dich verarscht fühlen, nur weil Schmidtty zu einem Feuerwerk auf eine Veranstaltung gefahren ist, obwohl ihr von solchen Dingen abgeraten wurde. Ich lese aber heraus, dass Du da nur zurückgerudert bist, weil sie nicht so ganz frisch abstinent ist. Anders wäre es also wohl vermutlich gewesen, wenn Schmidtty erst seit 3 Wochen nüchtern wäre.

    Und da muss ich ehrlich sagen, finde ich es nicht so gut, wie wenig die Entscheidungen der einzelnen User dann akzeptiert werden (damit meine ich jetzt nicht speziell Dich, Doro, sondern allgemein im Forum sehr oft).

    Zu warnen und Empfehlungen bezüglich Risikominimierung zu geben ist die eine Sache. Seine Meinung auch dazu zu sagen, wenn anders gehandelt wird, gut... kann man auch machen.

    Dennoch bin ich der Meinung, dass es nicht in Ordnung ist, dem User dann die Ernsthaftigkeit an der Trockenheit abzusprechen.

    Empfehlungen sind wichtig und richtig, gerade hier im Forum wo die Grundbausteine vertreten werden. Was aber der Einzelne daraus macht und wohin er geht oder auch nicht, sollte doch jedem selbst überlassen sein.

    Ich persönlich fühle mich jedenfalls von niemandem verarscht, wenn er entscheidet, einen Geburstag, ein Feuerwerk oder sonst was zu besuchen. Egal, wie lange er schon keinen Alkohol mehr trinkt.

    Denn ich habe jedenfalls hier seit 2017 im Forum meine Trockenheit sehr Ernst genommen und das auch, obwohl ich vom ersten Tag an ab und zu mal eine Veranstaltung besucht habe.

    Empfehlen würde ich das dennoch grundsätzlich niemals, weil ich nicht davon ausgehen kann, dass es bei jedem im Kopf so aussieht, wie bei mir. Jeder tickt anders, jeder geht anders mit Dingen um.

    Ich wäre aber ziemlich erstaunt gewesen, wenn man mich so herunter geputzt hätte, nur weil ich für mich entschieden habe, Geburstage oder ähnliches zu besuchen. Das ist mir glücklicherweise auch nicht geschehen, obwohl es sogar einmal Thema in meinem Thread war. Ich bin ziemlich dankbar, dass mir damals von den Menschen, mit denen ich darüber geschrieben habe den Respekt gegenüber gebracht bekommen habe, SELBST entscheiden zu dürfen, ohne dass es jemand persönlich genommen hat, dass ich eventuelle Empfehlungen mir zwar zu Herzen genommen- aber dann für MICH anders entschieden habe.

    Auch wenn jetzt vermutlich einige Gegenargumente folgen.... Macht nichts. Das ist völlig in Ordnung.

    Meine Gedanken dazu stehen nun aber hier und das war mir wichtig.

    Schmiddty, es passte hier her, deshalb hab ich es auch hier gelassen. Wenn Dich das stört, kann das aber auch gern in mein Buch rüber.

    LG Cadda

    Hallo Lotta,

    irgendwie macht es für mich den Anschein, als ob der Papa da ein wenig nachhilft, dass Deine Tochter sich so verhält. Es kann natürlich auch sein, dass ich mich irre…

    Ich würde sie fragen, ob sie wütend auf Dich ist, weil Du Dich getrennt hast. Dass es Dir nicht gut ging, weil Dir der Alkohol nicht gefallen hat. Gerade wenn sie weiß, dass er zu viel Bier trinkt.

    Ich würde nicht in den Lästermodus verfallen, aber schon etwas erklären.

    Je älter sie wird, umso mehr wird sie Dich vermutlich verstehen.

    LG Cadda

    Hallo Glitzer,

    Dein letzter Beitrag gefällt mir schon viel besser!

    Glaub mir bitte auch, dass ich es verstehe, wie Du Dich fühlst. Ich habe mir auch Jahre viel zu viel gefallen lassen.

    Aber auch ich war froh, darauf hingewiesen zu sein, wie absurd ich da manchmal gehandelt- oder argumentiert habe.

    Schau nach vorne und versuche mal, Dir die Zukunft ohne diesen Ärger vorzustellen und glaub mir, das ist unglaublich befreiend, wenn man erstmal über den Liebeskummer hinweg ist.

    LG Cadda

    Guten Morgen Glitzer,

    ich muss ganz ehrlich zugeben, dass es mir schwer fällt, Deine Beiträge zu lesen, ohne unfassbar wütend über die Situation zu werden. Ich meine es nicht böse, wenn ich sage, dass ich Dich am liebsten wach schütteln würde. Mir geht es durchgehend beim Lesen in Deinem Buch so, dass ich denke "Das ist doch nicht wahr, wie viel kann sich ein Mensch denn gefallen lassen und dabei auch noch denken, er würde Mini-Grenzen setzen?"

    Ich lass Dir mal nur einen Satz von Dir hier:

    Da ich auch recht stur sein kann, bin ich dann am Folgetag zu ihm gefahren

    Siehst Du nicht den Widerspruch in sich??

    Du betonst zwar danach, dass Du hin bist, um die Sachen zu tauschen, aber das hat für mich nichts mit stur zu tun, sondern mit einem Vorwand, dort hinfahren- und die Sache klären zu können. Wenn ich bei Dir weiter lese, dann lese ich ja auch heraus, dass Du Dir eine Klärung erhofft hast, die nicht möglich war. Du läufst ihm komplett hinterher und Du richtest Dich komplett nach ihm! Verabredet er sich mit Dir, lässt Du das zu. Zerstört er Pläne, lässt Du das zu. Du tanzt total nach seiner Pfeiffe, Glitzer, er hat die Zügel komplett in der Hand.

    Natürlich ist es schön, dass Du versuchst, Dich gedanklich abzugrenzen und etwas für Dich zu tun. Doch ich habe den Eindruck, das hält nur genau bis zu der Sekunde an, wo er mit irgendwelchen Plänen oder Versprechungen um die Ecke kommt, die er eh nicht einhält, weil er trinkt! So einfach ist das. Er trinkt und solange er das tut (egal ob gleich viel oder weniger) wird sich sein Verhalten eh nicht ändern. Und selbst wenn er nicht mehr trinken würde, schätze ich diesen Mann so ein, dass er trotzdem die Zügel in der Hand behält, denn nicht jeder Alkoholiker verhält sich so ätzend seiner Partnerin gegenüber. Er verhält sich eigentlich gar nicht so, als ob Du seine Partnerin oder Ex-Partnerin bist. Er verhält sich einfach komplett ätzend Dir gegenüber und Du machst das mit. Immer wieder und immer wieder.

    Du bist nicht stur. Leider gar nicht. Und es wäre aber schön, wenn Du stur sein würdest. Das würde aber Kontaktabbruch bedeuten und das Kümmern um Dich selbst, ohne Dich dabei von ihm ständig wieder in seine Welt ziehen zu lassen.

    Ich wünsche Dir und Deinen Kindern wirklich von Herzen, dass Du den Absprung aus diesem sich drehenden Karrussell endlich schaffst.

    Eine Schlüsselübergabe oder irgendwelche Sachen halten einen jedenfalls davon definitiv nicht ab, das ist schnell geklärt, ohne daraus einen riesigen Film zu machen. Da entscheidest nämlich auch Du, ob Du Dich darauf einlässt, ne große Sache draus zu machen oder nicht.

    Wie gesagt wünsche ich Dir und den Kindern wirklich ein besseres Leben. Das ist aber nur möglich, wenn Du WIRKLICH anfängst stur zu sein und zwar nicht, um ihn spüren zu lassen, dass Deine Grenze erreicht ist und um damit etwas von ihm erreichen zu wollen durch Deine Sturheit.

    Ich meine Sturheit im Sinne von "Ich möchte mit meinem Stur-Sein nichts bei IHM erreichen, sondern bei MIR, nämlich Freiheit von dieser Co-Abhängigkeit".

    LG Cadda

    Guten Morgen Silberstreifen.

    Sie bringen mich und meine Entscheidung gewaltig ins wanken....

    Ich finde es ehrlich gesagt bedenklich, dass irgendwelche Nachbarn, die erst einmal die Hintergründe nicht kennen und dann noch meinen, eine Ehe wäre mit einem Liebesfilm zu retten, Deine Entscheidung ins Wanken bringen können.

    Ich wünsche Dir, dass Du erkennst, dass das echt unrealistisch ist. Vertraue Dir selbst!

    LG Cadda

    Ist da nicht sogar die Gefahr gegeben, dass der frisch abstinente Alkoholiker zu seinem "altbewährten" Mittel - den Alkohol - greift?

    Dann müsste man Alkoholiker ja immer schonen.

    Ich glaube, wenn deshalb ein Rückfall passiert, wäre er eh passiert beim nächsten „passenden Grund“.

    Die nächste Krise, der nächste Jobverlust, Schicksalsschlag, Liebeskummer…

    Wer zu altbewährten Mitteln greift, tut das eh, egal durch welche „Gründe“.

    Hallo Carl-Friedrich.

    Ich habe nichts gegen eine Therapie. Ganz im Gegenteil. Sie kann mit Sicherheit unterstützend sein und die Abstinenz und Einstellung dazu stärken!

    Start der Diskussion war ja das oft im Co- Bereich das Wort Therapie allein schon Alles wieder gut macht. Ich denke hier hat niemand etwas gegen Therapien.

    Ganz genau darum ging es mir.

    Eine Therapie begleitend ist sicher super.

    Trinkend eine Therapie beginnen und meinen, dass dadurch mein Alkoholproblem gelöst wird, funktioniert sicher nicht.

    Und das sollten Co-Abhängige verinnerlichen denke ich.

    LG Cadda

    Nicht jeder Arzt ist auf Sucht spezialisiert. Nicht jede Beratungsstelle hat ausschließlich trockene Alkoholiker da sitzen, die wissen, wie es funktioniert.

    Es wird pauschalisiert und der Alkoholiker erhält keine individuelle Beratung. Jedoch sollte der Alkoholiker auch hinterfragen

    Genau. Es gibt leider auch Ärzte, die sich falsch verhalten, weil es nicht ihr Thema ist.

    Und leider verhalten sich auch Süchtige nicht konsequent beim Arzt.

    Wenn man so auftritt, wie Hera es in ihrem Beitrag beschrieben hat, sieht die Sache auch wieder anders aus. Klar und sicher sagen, was Phase ist.

    Mein Beitrag war ja ursprünglich an Co-Abhängige gerichtet. Hier ist zu bedenken:

    Nicht immer bedeutet der Satz „Ich mach ne Therapie“, dass der Partner aufhören will zu trinken und es nur nicht besser weiß.

    Nicht, dass hier wegen dieses Austausches nun der „Schön-Reden-Vorgang“ beim Co. in Gang gesetzt wird ;)

    In den meisten Fällen bedeutet „ich mach ne Therapie“: Beruhigen, weiter saufen, Zeit schinden“…

    Wer wirklich aufhören will, wartet auf keine Therapie sondern sagt:

    „Ich will für den Rest meines Lebens komplett abstinent leben“ und beginnt sofort (nicht bald oder nächsten Monat) eine ärztlich begleitete Entgiftung.

    Wer aufhören will, tut das. Ohne Ausflüchte.

    Wenn Sie es nicht wissen, dann sollten doch Ärzte und Beratungsstellen die richtigen Ansprechpartner sein

    Richtig. So hab ich es gemeint:

    Nein, ich meine "trocken"sein. Also bereits alles in die Wege geleitet zu haben, eine lebenslange Abstinenz anzustreben und das auch bereits zu leben!

    Erst kommt der Gang zum Arzt wegen des Entschlusses mit dem Trinken aufzuhören und die Entgiftung/Abstinenz!

    Erst dann kann man zusätzlich eine Therapie beginnen, wenn man es für nötig erachtet!

    Vielleicht wurde ich oft ja auch falsch verstanden, wenn ich psychologische Hilfe befürwortet habe.
    Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, das ist kein Geheimnis.

    Jedoch nicht, um mit dem Saufen aufhören zu können. Dafür benötigt es keine Therapie. Keine Therapie bekommt mich trocken gelegt.

    Mir stockte beim Lesen Deines Beitrages der Atem und ich speicherte das Zitat, bevor ich den Beitrag von Alex sah.

    Er sagte daraufhin das es ja nicht schlimm sei es zu sagen und er habe es übertrieben

    Lass Dir eines gesagt sein, liebe Mine:

    FALLS bald im Raum stehen sollte, dass dieses Drama dafür sorgen wird, dass Dein Mann nie wieder so „übertreibt“, weil es eine Lehre war für ihn…

    Das funktioniert nicht.

    Auch (oder erst Recht) nach so einem Erlebnis gibt es nur eines:

    Die lebenslange Abstinenz ohne einen einzigen Tropfen Alkohol.

    Ich hoffe, dass Du einen Plan B durchziehen könntest, bevor es noch einmal soweit kommt und nicht erst danach. Denn das würde ich für die Kinder wirklich schlimm finden.

    Ich wünsche Dir, dass Du den Plan B nicht brauchst. Habe nach dem Satz aber ein sehr ungutes Gefühl, da bin ich mal ganz ehrlich.

    LG Cadda

    Ich frage mich, wie es ein Alkoholiker ohne Vorwissen erkennen kann, dass es nur so funktioniert?

    Leider gar nicht. Deshalb meinen ja auch so viele Alkoholiker, dass sie "einfach" eine Therapie machen und der Rest würde sich dann schon zurecht laufen.

    Ich bin jedoch der Meinung, dass die Alkoholiker, die denken, dass es mit einer Therapie besser wird, eh der Meinung sind, sie könnten durch die Therapie wieder "normal" trinken. Was jedoch Blödsinn ist, wenn die Grenze zur Abhängigkeit erstmal überschritten ist.

    Zielführend ist sie nicht, wenn sie aufgezwungen wurde.

    Auf gar keinen Fall. Das sehe ich auch so.

    Eine Therapie ist nicht nötig um trocken zu werden, davon bin ich überzeugt. Sie kann lediglich unterstützend sein, sich selbst zu festigen und damit auch die innere Stärke und Abstinenz.

    Ich finde es völlig in Ordnung, wenn jemand es als nicht nötig empfindet, eine Therapie zu machen. Ebenso in Ordnung finde ich es, wenn jemand das Bedürfnis hat, an Dingen zu arbeiten und eine Therapie macht.

    Was aber für mich absolut klar ist: Eine Therapie sorgt nicht dafür, aus der Sucht auszusteigen.

    LG Cadda

    Guten Morgen Jana,

    ich finde es gut, dass Du den Weg nochmal hier her zurück gefunden hast, trotz der Kritik.

    Mir ist passend zu meinem Thema, welches ich gerade in meinem Buch "bearbeitet" habe, folgender Satz ins Auge gesprungen:

    Finde es sehr traurig für meinen Mann und auch für unsere Ehe, dass er diesen Tiefpunkt noch nicht erreicht hat...

    NOCH nicht erreicht hat....?

    Von dem Gedanken würde ich mich wirklich frei machen. Denn solange Du denkst, dass er seinen Tiefpunkt irgendwann erreichen wird und alles wieder gut oder besser wird, sitzt Du emotional in der Warteschleife.

    Es gibt unzählige Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt NIEMALS erreichen, egal was passiert. Sie nehmen irgendwann ihre Krankheit mit ins Grab.

    Es wäre also vergebene Hoffnung und Zeit für jeden Co-Abhängigen, den Tiefpunkt des Alkoholikers in seine eigenen Gedanken zu integrieren.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich würde gern meine Gedanken zum Thema "Therapie" hierlassen:

    Für eine Therapie benötigt es ein klares Denken, bereits nüchtern zu sein, ist die Voraussetung für eine Therapie. Und damit meine ich nicht, das Nüchtern-Sein, wenn man gerade eine Trinkpause macht. Nein, ich meine "trocken"sein. Also bereits alles in die Wege geleitet zu haben, eine lebenslange Abstinenz anzustreben und das auch bereits zu leben!

    Ein Alkoholiker kann sich jegliche Arten von Therapien sparen, solange er trinkt. Das ist völlig verschwendete Energie!

    Deshalb wird es auch nie funktionieren, wenn Alkoholiker ihren Co.s zur Beruhigung erzählen: „Ich höre bald auf zu trinken, denn ich beginne eine Therapie“.
    Eine Therapie ist keine Gehirnwäsche, die einen Alkoholiker trocken legt. Sie sorgt weder dafür, dass der Alkoholiker aufhört zu trinken noch dafür, dass er weniger trinkt.

    Auch das ist ja ein Gedanke, den viele Alkoholiker haben. Dass sie nur so viel trinken und so über die Stränge schlagen, weil sie Sorgen haben. Nein, das stimmt so einfach nicht. Sie trinken, weil sie süchtig sind. Wenn eine Grenze erst einmal überschritten ist, dann wird ein Alkoholiker niemals wieder kontrolliert trinken können. Es ist, als ob sich ein Schalter im Gehirn umgelegt hat. Da kann er noch so glücklich und zufrieden werden in seinem Leben. Ist er erst einmal der Alkoholsucht verfallen, gibt es keinen Rückwärtsgang mehr und wird nie wieder kontrolliert trinken können, völlig unabhängig von Therapien, Glück oder Zufriedenheit.

    Und selbst wenn der Alkoholiker eine lebenslange Abstinenz anstrebt, wird er nicht mit einer Therapie erreichen, trocken zu werden. Eine Therapie kann unterstützen, wenn der Alkohol bereits aus dem Leben verbannt ist, niemals aber ist eine Therapie der START in ein abstinentes Leben.

    Erst kommt der Gang zum Arzt wegen des Entschlusses mit dem Trinken aufzuhören und die Entgiftung/Abstinenz!

    Erst dann kann man zusätzlich eine Therapie beginnen, wenn man es für nötig erachtet!

    Niemals wird umgekehrt ein Schuh draus, auch wenn das immer total gern als Vorhaben von Alkoholikern kommt. Ganz nach dem Motto:

    „Ich mach ne Therapie, bekomme dadurch meine Probleme in den Griff und dadurch ändert sich mein Trinkverhalten automatisch, denn ich trinke ja nur, weil ich Probleme habe“

    Nee. Das ist Schwachsinn! Denn ein Alkoholiker trinkt, weil er süchtig ist. Da kann er tausend Therapien machen. Das wird nichts ändern.

    Ich merke gerade, wie mich das Thema beschäftigt, weil ich es auch oft gehört habe damals und da hatte ich noch nicht das Wissen, dass meine Hoffnung, die ich mir beim Wort „Therapie“ gemacht habe, völlig umsonst war.

    Auch hier im Forum lese ich das seit Jahren immer wieder "Er will ne Therapie machen" und schon sind alle Hoffnungen auf Sendung. Eine Therapie ist keine Wunderheilung. Ich kenne übrigens persönlich Alkoholiker, die Therapien gemacht haben und trotzdem noch trinken. Das Eine hat mit dem Anderen einfach gar nichts zu tun und wenn es nicht geklickt hat, dann wird auch keine Therapeutin der Welt dafür sorgen können, dass es klickt! Weil ein nasser Alkoholiker nicht therapiefähig ist.

    Ich würde mir wirklich sehr wünschen, dass sich das Co-Abhängige verinnerlichen. Und wenn Co-Abhängige das jetzt lesen und denken, dass es bei ihrem XY aber anders ist, weil es eine Ausnahme ist, dann glaubt mir: Nein, das ist bei Eurem XY auch nicht anders, er ist keine Ausnahme.

    Denn auch das ist ja immer wieder hier im Forum herauszulesen: Der Glauben, dass es in der eigenen Geschichte ja so anders ist. Denn man selbst hat ja einen Alkoholiker erwischt, der ohne Alkohol total lieb ist und man selbst hat ja außerdem einen Alkoholiker an seiner Seite, der WIRKLICH aufhören will zu trinken und außerdem ist man selbst ja so fähig, Einfluss auf den Alkoholiker zu nehmen, weil man ja selbst so gut darin ist, jemandem zu helfen. Deshalb ist es einfach bei einem selbst in der eigenen Geschichte ganz anders und die Dinge, die hier geschrieben werden, zählen für einen selbst ja nicht. Der eigene Alkoholiker manipuliert ja nicht, auch nicht unbewusst, das machen nur die anderen Alkoholiker.

    Na? In dem Geschriebenen wieder erkannt? Dann glaubt mir: Es ist bei Euch exakt genau so, wie bei allen anderen Suchtgeschichten auch!

    Wie ihr merkt, kämpfe ich gerade gegen den Satz "Die Hoffnung stirbt zuletzt" und das mache ich auch ganz bewusst, denn das ist das nächste Thema, was mich beschäftigt:

    Immer wieder lese ich hier, dass Co-Abhängige denken, dass sie ihren Alkoholiker doch nicht allein lassen können, denn er wäre ja krank und er erreicht bestimmt bald seinen Tiefpunkt. Hier im Forum sind ja schließlich auch so viele trockene Alkoholiker, mein Alkoholiker schafft es sicherlich auch. Moment! Bitte immer daran denken, dass hier quasi die "Zentrale der trockenen Alkoholiker" ist. Da "draussen" gibt es unzählige Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt niemals erreichen, weil es für sie keinen Tiefpunkt geben wird. Es gibt etliche Alkoholiker, die um ihr Leben kämpfen mussten, weil sie im Krankenhaus gelandet sind, die dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sind und dennoch saufen sie ein halbes Jahr nach dem Vorfall wieder, weil sie denken, dass sie ja nun aufgewacht sind und kontrolliert trinken könnten. "Mal ein Bier kann ja nicht schaden". und dann landen sie innerhalb kürzester Zeit wieder genau dort, wo sie waren, bevor sie eingewiesen wurden.

    Bitte liebe Co.´s denkt nicht, dass es irgendwann bei jedem Alkoholiker klickt und man nur genügend Geduld benötigt. Dem ist nicht so.

    "Die Hoffnung stirbt zuletzt...". Ein Satz, auf den man sich nicht stützen sollte, denn letztendlich ist es der Alkoholiker, der irgendwann stirbt. Vielleicht unter dem Deckmantel einer anderen Krankheit oder eines anderen Grundes. Aber Fakt ist, wenn nichts dazwischen kommt, dann säuft er sich tot. Die Frage ist dann, ob man dabei sein möchte bzw. das Begleiten möchte.

    Und schon ist das die Überleitung für das nächste Thema in meinem Kopf: "Ich kann ihn doch nicht allein lassen, ich muss ihn schließlich begleiten, er ist doch krank".

    Nee! Kein Co-Abhängiger der Welt muss seinen Alkoholiker begleiten und ist egoistisch, wenn man sich für ein Leben entscheidet, ohne jemanden an seiner Seite, der trinkt! Ja, Alkoholismus ist eine Krankheit. Diese ist aber nicht zu vergleichen mit z. B. Krebs. Hab ich hier nämlich auch schon gelesen, ganz nach dem Motto, wenn er Krebs hätte, würde ich ihn ja auch nicht verlassen.

    Dennoch ist es aber kein Vergleich, denn die Alkoholkrankheit kann ich als Alkoholiker in jedem Fall stoppen! Bei Krebs oder anderen Krankheiten verhält es sich anders. Ich kann da zwar auch alles dafür tun, diese Krankheit zu heilen oder stoppen, aber es liegt nicht in meinem Einflussbereich, ob das funktioniert.

    Und nochmal: Die Alkoholsucht jedoch kann ich stoppen mit der lebenslangen Abstinenz.

    Und wo wir wieder beim Anfangsthema wären: Ich kann die Alkoholsucht nicht mit einer Therapie stoppen ;)... sondern mit einer lebenslangen Abstinenz!

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    das ist ja an sich eine tolle Vorstellung, dass es auch helfen kann, eine Trennung einvernehmlicher zu vollziehen.

    Dafür benötigt es jedoch ein klares Denken von beiden Seiten. Ein Alkoholiker kann sich jeglichen Arten von Therapien sparen, solange er trinkt. Das ist völlig verschwendete Energie,

    Deshalb wird es auch nie funktionieren, wenn Alkoholiker ihren Co.s zur Beruhigung verklickern: „Ich höre bald auf zu trinken, denn ich beginne eine Therapie“.
    Eine Therapie ist keine Gehirnwäsche, die einen Alkoholiker trocken legt,

    Erst kommt der Gang zum Arzt wegen des Entschlusses mit dem Trinken aufzuhören und die Entgiftung/Abstinenz.

    Dann kann man zusätzlich eine Therapie beginnen, wenn man es für nötig erachtet.

    Niemals wird umgekehrt ein Schuh draus, auch wenn das immer total gern als Vorhaben von Alkoholikern kommt. Ganz nach dem Motto:

    „Ich mach ne Therapie, bekomme dadurch meine Probleme in den Griff und dadurch ändert sich mein Trinkverhalten automatisch, denn ich trinke ja nur, weil ich Probleme habe“

    Nee. Das ist Schwachsinn! Denn ein Alkoholiker trinkt, weil er süchtig ist, Da kann er tausend Therapien machen. Das wird nichts ändern.

    Ich merke gerade, wie mich das Thema beschäftigt, weil ich es auch oft gehört habe damals und da hatte ich noch nicht das Wissen, dass meine Hoffnung, die ich mir beim Wort „Therapie“ gemacht habe, völlig umsonst war.

    LG Cadda

    Hallo Mine.

    Es ist völlig verständlich, dass Du traurig und verzweifelt bist.

    Es kann ja auch sein, dass es sein Tiefpunkt ist und er aufhört. Doch der Ernst der Lage war ja schon länger absehbar (gelbe Haut, gelbe Augen), dennoch wurde das von ihm ausgeblendet.

    Ich würde mir für Dich wünschen, dass Du von der Überzeugung los lässt, dass er auf jeden Fall aufhört zu trinken. Denn das kann zwar sein, aber es gibt eigentlich keinen Grund davon überzeugt zu sein. Er wäre nicht der Erste, der trotz aller Lebensgefahr diese Tatsache nach einer Weile verblassen lässt oder meint, dass weniger trinken ausreichen müsste.

    Ich wünsche Dir (und ihm), dass das sein Tiefpunkt ist und nicht nur vorübergehend die Angst ihn bremst.

    Aber vor allem wünsche ich Dir, stark genug zu sein und gut genug für Dich zu sorgen, falls Deine Hoffnungen zerplatzen sollten.

    LG Cadda