Beiträge von Cadda

    Hallo Glitzer,

    Dein letzter Beitrag gefällt mir schon viel besser!

    Glaub mir bitte auch, dass ich es verstehe, wie Du Dich fühlst. Ich habe mir auch Jahre viel zu viel gefallen lassen.

    Aber auch ich war froh, darauf hingewiesen zu sein, wie absurd ich da manchmal gehandelt- oder argumentiert habe.

    Schau nach vorne und versuche mal, Dir die Zukunft ohne diesen Ärger vorzustellen und glaub mir, das ist unglaublich befreiend, wenn man erstmal über den Liebeskummer hinweg ist.

    LG Cadda

    Guten Morgen Glitzer,

    ich muss ganz ehrlich zugeben, dass es mir schwer fällt, Deine Beiträge zu lesen, ohne unfassbar wütend über die Situation zu werden. Ich meine es nicht böse, wenn ich sage, dass ich Dich am liebsten wach schütteln würde. Mir geht es durchgehend beim Lesen in Deinem Buch so, dass ich denke "Das ist doch nicht wahr, wie viel kann sich ein Mensch denn gefallen lassen und dabei auch noch denken, er würde Mini-Grenzen setzen?"

    Ich lass Dir mal nur einen Satz von Dir hier:

    Da ich auch recht stur sein kann, bin ich dann am Folgetag zu ihm gefahren

    Siehst Du nicht den Widerspruch in sich??

    Du betonst zwar danach, dass Du hin bist, um die Sachen zu tauschen, aber das hat für mich nichts mit stur zu tun, sondern mit einem Vorwand, dort hinfahren- und die Sache klären zu können. Wenn ich bei Dir weiter lese, dann lese ich ja auch heraus, dass Du Dir eine Klärung erhofft hast, die nicht möglich war. Du läufst ihm komplett hinterher und Du richtest Dich komplett nach ihm! Verabredet er sich mit Dir, lässt Du das zu. Zerstört er Pläne, lässt Du das zu. Du tanzt total nach seiner Pfeiffe, Glitzer, er hat die Zügel komplett in der Hand.

    Natürlich ist es schön, dass Du versuchst, Dich gedanklich abzugrenzen und etwas für Dich zu tun. Doch ich habe den Eindruck, das hält nur genau bis zu der Sekunde an, wo er mit irgendwelchen Plänen oder Versprechungen um die Ecke kommt, die er eh nicht einhält, weil er trinkt! So einfach ist das. Er trinkt und solange er das tut (egal ob gleich viel oder weniger) wird sich sein Verhalten eh nicht ändern. Und selbst wenn er nicht mehr trinken würde, schätze ich diesen Mann so ein, dass er trotzdem die Zügel in der Hand behält, denn nicht jeder Alkoholiker verhält sich so ätzend seiner Partnerin gegenüber. Er verhält sich eigentlich gar nicht so, als ob Du seine Partnerin oder Ex-Partnerin bist. Er verhält sich einfach komplett ätzend Dir gegenüber und Du machst das mit. Immer wieder und immer wieder.

    Du bist nicht stur. Leider gar nicht. Und es wäre aber schön, wenn Du stur sein würdest. Das würde aber Kontaktabbruch bedeuten und das Kümmern um Dich selbst, ohne Dich dabei von ihm ständig wieder in seine Welt ziehen zu lassen.

    Ich wünsche Dir und Deinen Kindern wirklich von Herzen, dass Du den Absprung aus diesem sich drehenden Karrussell endlich schaffst.

    Eine Schlüsselübergabe oder irgendwelche Sachen halten einen jedenfalls davon definitiv nicht ab, das ist schnell geklärt, ohne daraus einen riesigen Film zu machen. Da entscheidest nämlich auch Du, ob Du Dich darauf einlässt, ne große Sache draus zu machen oder nicht.

    Wie gesagt wünsche ich Dir und den Kindern wirklich ein besseres Leben. Das ist aber nur möglich, wenn Du WIRKLICH anfängst stur zu sein und zwar nicht, um ihn spüren zu lassen, dass Deine Grenze erreicht ist und um damit etwas von ihm erreichen zu wollen durch Deine Sturheit.

    Ich meine Sturheit im Sinne von "Ich möchte mit meinem Stur-Sein nichts bei IHM erreichen, sondern bei MIR, nämlich Freiheit von dieser Co-Abhängigkeit".

    LG Cadda

    Guten Morgen Silberstreifen.

    Sie bringen mich und meine Entscheidung gewaltig ins wanken....

    Ich finde es ehrlich gesagt bedenklich, dass irgendwelche Nachbarn, die erst einmal die Hintergründe nicht kennen und dann noch meinen, eine Ehe wäre mit einem Liebesfilm zu retten, Deine Entscheidung ins Wanken bringen können.

    Ich wünsche Dir, dass Du erkennst, dass das echt unrealistisch ist. Vertraue Dir selbst!

    LG Cadda

    Ist da nicht sogar die Gefahr gegeben, dass der frisch abstinente Alkoholiker zu seinem "altbewährten" Mittel - den Alkohol - greift?

    Dann müsste man Alkoholiker ja immer schonen.

    Ich glaube, wenn deshalb ein Rückfall passiert, wäre er eh passiert beim nächsten „passenden Grund“.

    Die nächste Krise, der nächste Jobverlust, Schicksalsschlag, Liebeskummer…

    Wer zu altbewährten Mitteln greift, tut das eh, egal durch welche „Gründe“.

    Hallo Carl-Friedrich.

    Ich habe nichts gegen eine Therapie. Ganz im Gegenteil. Sie kann mit Sicherheit unterstützend sein und die Abstinenz und Einstellung dazu stärken!

    Start der Diskussion war ja das oft im Co- Bereich das Wort Therapie allein schon Alles wieder gut macht. Ich denke hier hat niemand etwas gegen Therapien.

    Ganz genau darum ging es mir.

    Eine Therapie begleitend ist sicher super.

    Trinkend eine Therapie beginnen und meinen, dass dadurch mein Alkoholproblem gelöst wird, funktioniert sicher nicht.

    Und das sollten Co-Abhängige verinnerlichen denke ich.

    LG Cadda

    Nicht jeder Arzt ist auf Sucht spezialisiert. Nicht jede Beratungsstelle hat ausschließlich trockene Alkoholiker da sitzen, die wissen, wie es funktioniert.

    Es wird pauschalisiert und der Alkoholiker erhält keine individuelle Beratung. Jedoch sollte der Alkoholiker auch hinterfragen

    Genau. Es gibt leider auch Ärzte, die sich falsch verhalten, weil es nicht ihr Thema ist.

    Und leider verhalten sich auch Süchtige nicht konsequent beim Arzt.

    Wenn man so auftritt, wie Hera es in ihrem Beitrag beschrieben hat, sieht die Sache auch wieder anders aus. Klar und sicher sagen, was Phase ist.

    Mein Beitrag war ja ursprünglich an Co-Abhängige gerichtet. Hier ist zu bedenken:

    Nicht immer bedeutet der Satz „Ich mach ne Therapie“, dass der Partner aufhören will zu trinken und es nur nicht besser weiß.

    Nicht, dass hier wegen dieses Austausches nun der „Schön-Reden-Vorgang“ beim Co. in Gang gesetzt wird ;)

    In den meisten Fällen bedeutet „ich mach ne Therapie“: Beruhigen, weiter saufen, Zeit schinden“…

    Wer wirklich aufhören will, wartet auf keine Therapie sondern sagt:

    „Ich will für den Rest meines Lebens komplett abstinent leben“ und beginnt sofort (nicht bald oder nächsten Monat) eine ärztlich begleitete Entgiftung.

    Wer aufhören will, tut das. Ohne Ausflüchte.

    Wenn Sie es nicht wissen, dann sollten doch Ärzte und Beratungsstellen die richtigen Ansprechpartner sein

    Richtig. So hab ich es gemeint:

    Nein, ich meine "trocken"sein. Also bereits alles in die Wege geleitet zu haben, eine lebenslange Abstinenz anzustreben und das auch bereits zu leben!

    Erst kommt der Gang zum Arzt wegen des Entschlusses mit dem Trinken aufzuhören und die Entgiftung/Abstinenz!

    Erst dann kann man zusätzlich eine Therapie beginnen, wenn man es für nötig erachtet!

    Vielleicht wurde ich oft ja auch falsch verstanden, wenn ich psychologische Hilfe befürwortet habe.
    Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, das ist kein Geheimnis.

    Jedoch nicht, um mit dem Saufen aufhören zu können. Dafür benötigt es keine Therapie. Keine Therapie bekommt mich trocken gelegt.

    Mir stockte beim Lesen Deines Beitrages der Atem und ich speicherte das Zitat, bevor ich den Beitrag von Alex sah.

    Er sagte daraufhin das es ja nicht schlimm sei es zu sagen und er habe es übertrieben

    Lass Dir eines gesagt sein, liebe Mine:

    FALLS bald im Raum stehen sollte, dass dieses Drama dafür sorgen wird, dass Dein Mann nie wieder so „übertreibt“, weil es eine Lehre war für ihn…

    Das funktioniert nicht.

    Auch (oder erst Recht) nach so einem Erlebnis gibt es nur eines:

    Die lebenslange Abstinenz ohne einen einzigen Tropfen Alkohol.

    Ich hoffe, dass Du einen Plan B durchziehen könntest, bevor es noch einmal soweit kommt und nicht erst danach. Denn das würde ich für die Kinder wirklich schlimm finden.

    Ich wünsche Dir, dass Du den Plan B nicht brauchst. Habe nach dem Satz aber ein sehr ungutes Gefühl, da bin ich mal ganz ehrlich.

    LG Cadda

    Ich frage mich, wie es ein Alkoholiker ohne Vorwissen erkennen kann, dass es nur so funktioniert?

    Leider gar nicht. Deshalb meinen ja auch so viele Alkoholiker, dass sie "einfach" eine Therapie machen und der Rest würde sich dann schon zurecht laufen.

    Ich bin jedoch der Meinung, dass die Alkoholiker, die denken, dass es mit einer Therapie besser wird, eh der Meinung sind, sie könnten durch die Therapie wieder "normal" trinken. Was jedoch Blödsinn ist, wenn die Grenze zur Abhängigkeit erstmal überschritten ist.

    Zielführend ist sie nicht, wenn sie aufgezwungen wurde.

    Auf gar keinen Fall. Das sehe ich auch so.

    Eine Therapie ist nicht nötig um trocken zu werden, davon bin ich überzeugt. Sie kann lediglich unterstützend sein, sich selbst zu festigen und damit auch die innere Stärke und Abstinenz.

    Ich finde es völlig in Ordnung, wenn jemand es als nicht nötig empfindet, eine Therapie zu machen. Ebenso in Ordnung finde ich es, wenn jemand das Bedürfnis hat, an Dingen zu arbeiten und eine Therapie macht.

    Was aber für mich absolut klar ist: Eine Therapie sorgt nicht dafür, aus der Sucht auszusteigen.

    LG Cadda

    Guten Morgen Jana,

    ich finde es gut, dass Du den Weg nochmal hier her zurück gefunden hast, trotz der Kritik.

    Mir ist passend zu meinem Thema, welches ich gerade in meinem Buch "bearbeitet" habe, folgender Satz ins Auge gesprungen:

    Finde es sehr traurig für meinen Mann und auch für unsere Ehe, dass er diesen Tiefpunkt noch nicht erreicht hat...

    NOCH nicht erreicht hat....?

    Von dem Gedanken würde ich mich wirklich frei machen. Denn solange Du denkst, dass er seinen Tiefpunkt irgendwann erreichen wird und alles wieder gut oder besser wird, sitzt Du emotional in der Warteschleife.

    Es gibt unzählige Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt NIEMALS erreichen, egal was passiert. Sie nehmen irgendwann ihre Krankheit mit ins Grab.

    Es wäre also vergebene Hoffnung und Zeit für jeden Co-Abhängigen, den Tiefpunkt des Alkoholikers in seine eigenen Gedanken zu integrieren.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich würde gern meine Gedanken zum Thema "Therapie" hierlassen:

    Für eine Therapie benötigt es ein klares Denken, bereits nüchtern zu sein, ist die Voraussetung für eine Therapie. Und damit meine ich nicht, das Nüchtern-Sein, wenn man gerade eine Trinkpause macht. Nein, ich meine "trocken"sein. Also bereits alles in die Wege geleitet zu haben, eine lebenslange Abstinenz anzustreben und das auch bereits zu leben!

    Ein Alkoholiker kann sich jegliche Arten von Therapien sparen, solange er trinkt. Das ist völlig verschwendete Energie!

    Deshalb wird es auch nie funktionieren, wenn Alkoholiker ihren Co.s zur Beruhigung erzählen: „Ich höre bald auf zu trinken, denn ich beginne eine Therapie“.
    Eine Therapie ist keine Gehirnwäsche, die einen Alkoholiker trocken legt. Sie sorgt weder dafür, dass der Alkoholiker aufhört zu trinken noch dafür, dass er weniger trinkt.

    Auch das ist ja ein Gedanke, den viele Alkoholiker haben. Dass sie nur so viel trinken und so über die Stränge schlagen, weil sie Sorgen haben. Nein, das stimmt so einfach nicht. Sie trinken, weil sie süchtig sind. Wenn eine Grenze erst einmal überschritten ist, dann wird ein Alkoholiker niemals wieder kontrolliert trinken können. Es ist, als ob sich ein Schalter im Gehirn umgelegt hat. Da kann er noch so glücklich und zufrieden werden in seinem Leben. Ist er erst einmal der Alkoholsucht verfallen, gibt es keinen Rückwärtsgang mehr und wird nie wieder kontrolliert trinken können, völlig unabhängig von Therapien, Glück oder Zufriedenheit.

    Und selbst wenn der Alkoholiker eine lebenslange Abstinenz anstrebt, wird er nicht mit einer Therapie erreichen, trocken zu werden. Eine Therapie kann unterstützen, wenn der Alkohol bereits aus dem Leben verbannt ist, niemals aber ist eine Therapie der START in ein abstinentes Leben.

    Erst kommt der Gang zum Arzt wegen des Entschlusses mit dem Trinken aufzuhören und die Entgiftung/Abstinenz!

    Erst dann kann man zusätzlich eine Therapie beginnen, wenn man es für nötig erachtet!

    Niemals wird umgekehrt ein Schuh draus, auch wenn das immer total gern als Vorhaben von Alkoholikern kommt. Ganz nach dem Motto:

    „Ich mach ne Therapie, bekomme dadurch meine Probleme in den Griff und dadurch ändert sich mein Trinkverhalten automatisch, denn ich trinke ja nur, weil ich Probleme habe“

    Nee. Das ist Schwachsinn! Denn ein Alkoholiker trinkt, weil er süchtig ist. Da kann er tausend Therapien machen. Das wird nichts ändern.

    Ich merke gerade, wie mich das Thema beschäftigt, weil ich es auch oft gehört habe damals und da hatte ich noch nicht das Wissen, dass meine Hoffnung, die ich mir beim Wort „Therapie“ gemacht habe, völlig umsonst war.

    Auch hier im Forum lese ich das seit Jahren immer wieder "Er will ne Therapie machen" und schon sind alle Hoffnungen auf Sendung. Eine Therapie ist keine Wunderheilung. Ich kenne übrigens persönlich Alkoholiker, die Therapien gemacht haben und trotzdem noch trinken. Das Eine hat mit dem Anderen einfach gar nichts zu tun und wenn es nicht geklickt hat, dann wird auch keine Therapeutin der Welt dafür sorgen können, dass es klickt! Weil ein nasser Alkoholiker nicht therapiefähig ist.

    Ich würde mir wirklich sehr wünschen, dass sich das Co-Abhängige verinnerlichen. Und wenn Co-Abhängige das jetzt lesen und denken, dass es bei ihrem XY aber anders ist, weil es eine Ausnahme ist, dann glaubt mir: Nein, das ist bei Eurem XY auch nicht anders, er ist keine Ausnahme.

    Denn auch das ist ja immer wieder hier im Forum herauszulesen: Der Glauben, dass es in der eigenen Geschichte ja so anders ist. Denn man selbst hat ja einen Alkoholiker erwischt, der ohne Alkohol total lieb ist und man selbst hat ja außerdem einen Alkoholiker an seiner Seite, der WIRKLICH aufhören will zu trinken und außerdem ist man selbst ja so fähig, Einfluss auf den Alkoholiker zu nehmen, weil man ja selbst so gut darin ist, jemandem zu helfen. Deshalb ist es einfach bei einem selbst in der eigenen Geschichte ganz anders und die Dinge, die hier geschrieben werden, zählen für einen selbst ja nicht. Der eigene Alkoholiker manipuliert ja nicht, auch nicht unbewusst, das machen nur die anderen Alkoholiker.

    Na? In dem Geschriebenen wieder erkannt? Dann glaubt mir: Es ist bei Euch exakt genau so, wie bei allen anderen Suchtgeschichten auch!

    Wie ihr merkt, kämpfe ich gerade gegen den Satz "Die Hoffnung stirbt zuletzt" und das mache ich auch ganz bewusst, denn das ist das nächste Thema, was mich beschäftigt:

    Immer wieder lese ich hier, dass Co-Abhängige denken, dass sie ihren Alkoholiker doch nicht allein lassen können, denn er wäre ja krank und er erreicht bestimmt bald seinen Tiefpunkt. Hier im Forum sind ja schließlich auch so viele trockene Alkoholiker, mein Alkoholiker schafft es sicherlich auch. Moment! Bitte immer daran denken, dass hier quasi die "Zentrale der trockenen Alkoholiker" ist. Da "draussen" gibt es unzählige Alkoholiker, die ihren Tiefpunkt niemals erreichen, weil es für sie keinen Tiefpunkt geben wird. Es gibt etliche Alkoholiker, die um ihr Leben kämpfen mussten, weil sie im Krankenhaus gelandet sind, die dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sind und dennoch saufen sie ein halbes Jahr nach dem Vorfall wieder, weil sie denken, dass sie ja nun aufgewacht sind und kontrolliert trinken könnten. "Mal ein Bier kann ja nicht schaden". und dann landen sie innerhalb kürzester Zeit wieder genau dort, wo sie waren, bevor sie eingewiesen wurden.

    Bitte liebe Co.´s denkt nicht, dass es irgendwann bei jedem Alkoholiker klickt und man nur genügend Geduld benötigt. Dem ist nicht so.

    "Die Hoffnung stirbt zuletzt...". Ein Satz, auf den man sich nicht stützen sollte, denn letztendlich ist es der Alkoholiker, der irgendwann stirbt. Vielleicht unter dem Deckmantel einer anderen Krankheit oder eines anderen Grundes. Aber Fakt ist, wenn nichts dazwischen kommt, dann säuft er sich tot. Die Frage ist dann, ob man dabei sein möchte bzw. das Begleiten möchte.

    Und schon ist das die Überleitung für das nächste Thema in meinem Kopf: "Ich kann ihn doch nicht allein lassen, ich muss ihn schließlich begleiten, er ist doch krank".

    Nee! Kein Co-Abhängiger der Welt muss seinen Alkoholiker begleiten und ist egoistisch, wenn man sich für ein Leben entscheidet, ohne jemanden an seiner Seite, der trinkt! Ja, Alkoholismus ist eine Krankheit. Diese ist aber nicht zu vergleichen mit z. B. Krebs. Hab ich hier nämlich auch schon gelesen, ganz nach dem Motto, wenn er Krebs hätte, würde ich ihn ja auch nicht verlassen.

    Dennoch ist es aber kein Vergleich, denn die Alkoholkrankheit kann ich als Alkoholiker in jedem Fall stoppen! Bei Krebs oder anderen Krankheiten verhält es sich anders. Ich kann da zwar auch alles dafür tun, diese Krankheit zu heilen oder stoppen, aber es liegt nicht in meinem Einflussbereich, ob das funktioniert.

    Und nochmal: Die Alkoholsucht jedoch kann ich stoppen mit der lebenslangen Abstinenz.

    Und wo wir wieder beim Anfangsthema wären: Ich kann die Alkoholsucht nicht mit einer Therapie stoppen ;)... sondern mit einer lebenslangen Abstinenz!

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    das ist ja an sich eine tolle Vorstellung, dass es auch helfen kann, eine Trennung einvernehmlicher zu vollziehen.

    Dafür benötigt es jedoch ein klares Denken von beiden Seiten. Ein Alkoholiker kann sich jeglichen Arten von Therapien sparen, solange er trinkt. Das ist völlig verschwendete Energie,

    Deshalb wird es auch nie funktionieren, wenn Alkoholiker ihren Co.s zur Beruhigung verklickern: „Ich höre bald auf zu trinken, denn ich beginne eine Therapie“.
    Eine Therapie ist keine Gehirnwäsche, die einen Alkoholiker trocken legt,

    Erst kommt der Gang zum Arzt wegen des Entschlusses mit dem Trinken aufzuhören und die Entgiftung/Abstinenz.

    Dann kann man zusätzlich eine Therapie beginnen, wenn man es für nötig erachtet.

    Niemals wird umgekehrt ein Schuh draus, auch wenn das immer total gern als Vorhaben von Alkoholikern kommt. Ganz nach dem Motto:

    „Ich mach ne Therapie, bekomme dadurch meine Probleme in den Griff und dadurch ändert sich mein Trinkverhalten automatisch, denn ich trinke ja nur, weil ich Probleme habe“

    Nee. Das ist Schwachsinn! Denn ein Alkoholiker trinkt, weil er süchtig ist, Da kann er tausend Therapien machen. Das wird nichts ändern.

    Ich merke gerade, wie mich das Thema beschäftigt, weil ich es auch oft gehört habe damals und da hatte ich noch nicht das Wissen, dass meine Hoffnung, die ich mir beim Wort „Therapie“ gemacht habe, völlig umsonst war.

    LG Cadda

    Hallo Mine.

    Es ist völlig verständlich, dass Du traurig und verzweifelt bist.

    Es kann ja auch sein, dass es sein Tiefpunkt ist und er aufhört. Doch der Ernst der Lage war ja schon länger absehbar (gelbe Haut, gelbe Augen), dennoch wurde das von ihm ausgeblendet.

    Ich würde mir für Dich wünschen, dass Du von der Überzeugung los lässt, dass er auf jeden Fall aufhört zu trinken. Denn das kann zwar sein, aber es gibt eigentlich keinen Grund davon überzeugt zu sein. Er wäre nicht der Erste, der trotz aller Lebensgefahr diese Tatsache nach einer Weile verblassen lässt oder meint, dass weniger trinken ausreichen müsste.

    Ich wünsche Dir (und ihm), dass das sein Tiefpunkt ist und nicht nur vorübergehend die Angst ihn bremst.

    Aber vor allem wünsche ich Dir, stark genug zu sein und gut genug für Dich zu sorgen, falls Deine Hoffnungen zerplatzen sollten.

    LG Cadda

    Hallo Mine,

    es ist eine tragische Situation, die Du da mitmachst. Danke, dass Du das mit uns teilst. Es zeigt mal wieder auf, wohin die Alkoholsucht führt, irgendwann...

    Darf ich Dich fragen, was das ganze sonst noch in Dir auslöst, außer natürlich, dass Du hoffst, dass er es schafft?

    Gibt es da ein Gefühl in Dir, was Dich bestärkt, dass Deine Zukunft so mit ihm nicht weitergehen kann?

    Denn es ist ja nicht gesagt, dass er nun aufhört zu trinken, wenn er wieder aus dem Krankenhaus raus kann. Es kann ja sehr gut sein, dass sich das Karrussel dann erneut zu drehen beginnt.

    Ich hoffe, ich trete Dir nicht zu nahe mit der Frage bzw. dem Gedanken. Aber diese Gruppe ist ja dafür da, deshalb hab ich sie trotzdem gestellt.

    LG Cadda

    Hallo.

    Naja aber da er den Konsum schon halbiert hatte hatte er zumindest die Erkenntnis dass ihm das richtige besoffen sein gar nicht mehr gefällt.... Er ist sich sicher dass er nicht mehr betrunken sein will..

    Diese Kontrolle wird ihm nicht dauerhaft gelingen. Wenn er das könnte, wäre er nämlich kein Alkoholiker.

    Eine Zeit lang weniger oder gar nicht… kein Ding. Auf Dauer geht’s nur mit der lebenslangen Abstinenz.

    Worte, was man will oder nicht will, zählen da leider nicht. Nur Taten. Und er trinkt weiterhin (wenn auch erstmal weniger).

    Deshalb ist Hoffen da leider fehl am Platz. Ich würde auch versuchen, nur mir selbst zu vertrauen und mich auf mich zu konzentrieren, sprich Abstand zur Situation, zu den kreisenden Gedanken.

    LG Cadda

    Guten Morgen Wachholderfrau,

    schön, Dich hier mal "persönlich" zu lesen. Ein wenig habe ich von Dir in den letzten Jahren ja ab und zu schon mal "gehört" :)

    Mich hat Dein Beitrag bzw. Deine Beschreibung, wie Du es damals mit dem Alkohol auf der Nummer 1 empfunden hast, sehr beeindruckt. Schonungslos ehrlich.

    Ich würde alles in Kauf nehmen, um bei meinen Kindern das wiedergutzumachen, was ich ihnen durch meine Sucht angetan habe.

    Ich kann diesen Satz total verstehen und denke auch manchmal ähnlich.

    Aber weißt Du, was mich persönlich dann wirklich beruhigt, also welcher Gedanke?

    Ich kann die Vergangenheit nicht beeinflussen, aber die Gegenwart und die Zukunft und ich mache wirklich so gut wie ALLES dafür, um es nicht nur WIEDERgutzumachen, sondern JETZTgutzumachen.

    Ich habe so viele Gespräche, Momente und Lebenssituationen so herbeigeführt oder einfach genossen, wenn sie plötzlich da waren, habe alles von dem Moment an, wo ich aufhörte zu trinken, so aufgesaugt, wie ein Schwamm und konnte endlich so eine gute Mutter sein, wie ich es im Herzen bin, dass das schon eine große Wiedergutmachtung für mich und sicher auch für meine Söhne ist.

    Ich würde mich freuen, weiterhin von Dir zu lesen.

    LG Cadda

    Guten Morgen Jump,

    Nein, bedeutet es nicht. Erst Mal bedeutet es "nur", dass ich ausziehe. Von da aus schaue ich weiter. Mehr ist für mich aktuell zu viel. Das heißt jetzt auch nicht, dass ich eine Beziehung führen werde, ich werde durchaus Abstand wahren. Es ist einfach nicht definiert was es dann ist.

    Ich habe es damals genau so gemacht. Ich habe zum Zeitpunkt meines Auszuges noch selbst gesoffen. Mein Ex-Partner ebenfalls. Ich hatte schon vor, aufzuhören. Realisieren konnte ich das erst, als ich dann in meiner eigenen Wohnung war. Jedenfalls haben wir nur die räumliche Trennung geplant. Im Grunde genommen, war mir zu dem Zeitpunkt meines Auszuges schon klar, dass es sicherlich auch auf eine endgültige Trennung hinauslaufen wird. Es fiel mir dennoch leichter, auszuziehen. Ich bin dann in meinem neuen Zuhause ohne den ganz großen Liebeskummer eingezogen, denn es war ja noch offen, ob es trotzdem weiter geht (offiziell zumindest). So konnte ich mich besser abnabeln.

    Als ich dann in meinem neuen Zuhause angekommen war, fühlte ich mich durch den Abstand immer wohler und freier und so ist es mir dann irgendwann, als es zur endgültigen Trennung kam (als ich aufhörte zu trinken und er nicht) leichter, den kompletten Schlussstrich zu ziehen.

    Anders herum ist es schwieriger finde ich. Es gibt ja so viele, die sagen, dass sie sich getrennt haben, aber noch zusammen wohnen. Das vermischt sich zu sehr. Abstand kann man nicht innerhalb eines Zuhauses bekommen, finde ich persönlich.

    Aber die räumliche Trennung wird schon für Abstand sorgen und der Rest findet sich dann von selbst. Der größte Schritt ist gemacht mit Deinem Auszug, um für Dich besser sorgen zu können.

    Du machst das schon!

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich danke Euch total für Eure lieben Worte. Das hat mich sehr gefreut, ganz ehrlich :)

    Mir gehts zur Zeit echt gut, meine Laune ist super.. Also nicht, dass ich nicht öfter gute Laune hätte, aber es ist irgendwie auf einem Level, also nicht so schwankend, wie es manchmal bei mir ist.

    Ich weiß natürlich, warum das so ist. Ich fühle mich "frei", denn ich habe an einigen Fronten in meinem Alltag für Klarheit gesorgt. In erster Linie in meiner Beziehung. Ich konnte oder wollte einfach so nicht weiter machen. Er ist ein wundervoller Mensch, es gab wirklich NICHTS an ihm auszusetzen. Diese Tatsache hat mich auch lange an der Beziehung festhalten lassen, doch ohne jetzt in die Details gehen zu wollen, ging es einfach nicht mehr und so ist es nun. Ich bin einerseits traurig, andererseits fühle ich mich wie gesagt frei von jeglichem Druck.

    Dann die Entscheidung, lieber als Userin hier im Forum zu sein. Ich habe überlegt, ob es ein wenig wie "Weglaufen" ist, den bequemeren Weg gehen. Hier bin ich zu einem Ergebnis gekommen: Ja, es ist "den bequemeren Weg gehen" gewesen! Für mich hatte es bisher immer etwas Negatives "den bequemeren Weg zu gehen", deshalb war diese Erkenntnis für mich nicht so einfach, aber ich habe für mich entschieden, dass es in diesem Fall einfach so war.

    Ich bin trotzdem dankbar für diese Zeit und möchte die Zeit auch nicht missen. Ich schätze jeden Einzelnen im Moderatorenbereich auf ihre Art und Weise und habe dort auch vieles mitgenommen für mich und deshalb werde ich auch weiterhin gern an diese Zeit zurückdenken.

    Wie es jetzt ist, ist es aber gut für mich. Es passiert so viel in meinem Leben. Es ist so viel zu bedenken, ich sitze hier zu Hause immer mit allem allein an. Das soll kein Beklagen sein, denn zum Teil WILL ich ja auch allein mit allem ansitzen, denn ich bin ein Kontrollfreak und denke leider oft, dass es nur dann gut läuft, wenn ich es allein mache :S

    Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst. Ich wende hier zu Hause wirklich viel Kraft und Energie an, damit es möglichst "perfekt" läuft. Und da benötige ich einfach so viel Energie. Deshalb hat sich nach und nach bei mir das Denken eingestellt, dass ich schauen muss, an welchen Stellen ich mich raus nehmen kann, auch wenn ich gern mitmische :S

    Mit meinen Söhnen läuft das Zusammenleben sehr gut. Wir haben einen sehr guten Draht zueinander. Na klar knallt es auch mal, das gehört in dem Alter aber auch einfach dazu. Es ist nicht immer alles einfach und ich mache mir in vielen Bereichen auch Sorgen. Bei uns in der Gegend ist leider das Saufen, Rauchen und Kiffen an der Tagesordnung. Da ich ja in Sachen Sucht selbst betroffen bin, habe ich natürlich ein sehr kritisches Auge. Es ist schwer loszulassen und darauf zu vertrauen, dass sie ihren Weg schon gehen werden. Es ist ebenfalls schwer zu akzeptieren, dass man nicht mehr "drin steckt". Ich kann nicht den ganzen Tag hinter ihnen herrennen und aufpassen. Ich muss arbeiten, am abend gehen sie eh ihre eigenen Wege. Ich muss vertrauen. Das fällt mir in der Phase, in denen sie ihre Erfahrungen sammeln, sehr schwer, das muss ich zugeben. Es raubt ziemlich viel Energie. Aber wenn ich dann merke, dass meine Söhne schonungslos ehrlich zu mir sind und mir auch Dinge sagen, die ich nicht so gern höre, dann fällt es mir leichter zu vertrauen, dass sie ihren Weg finden. Es ist mir lieber, mitzubekommen, wie es wirklich läuft, anstatt angelogen zu werden, "damit die Mutti beruhigt ist" :S

    Manche denken, dass ich zu tolerant bin. Oft sind es die Eltern, die absolut null Plan davon haben, was unsere Jugendlichen so treiben. Auch hier find ich es manchmal schwierig die Situation auszuhalten. Denn am liebsten würde ich manchmal sagen "Dein Ernst, dass Du jetzt kritisierst, was ich bei meinen Söhnen dulde? Weißt Du, dass Dein XY all das auch tut, nur dass Du es nicht weißt?" Mache ich aber nicht. Weil es nicht mein Auftrag ist, dafür zu sorgen aufzudecken, was ab geht.

    Ich halte diese Sprüche wie "Was? Das erlaubst Du?" lieber aus und freue mich stattdessen lieber darüber, dass ich überhaupt weiß, was im Leben meiner Söhne abgeht.

    Natürlich weiß ich nicht alles, das ist mir klar. Das will ich auch gar nicht (vielleicht auch doch? :S8)). Aber dass ich mir dieses Grundvertrauen aufgebaut habe, dass sie sich nach der Arbeit oder nach einem Fußballspiel zu mir auf die Terrasse setzen und einfach erzählen, was so abgeht und wie sie welche Situation finden, worüber sie sich aufgeregt haben, was sie cool fanden usw., das freut mich einfach.

    Ich glaube, dass ich da auch so besonders drin aufgehe, weil ich weiß, dass ich zu Saufzeiten so viel verpasst habe.

    Wenn ich überlege, was mir für Situationen alles durch die Lappen gegangen ist, dann macht mich das traurig. Aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich kann dafür sorgen, dass es in der Gegenwart und in der Zukunft anders/besser wird. Und das mache ich aus tiefstem Herzen. Ich glaube, dass ich durch die Alkoholkrankheit und das Stoppen der Alkoholkrankheit nun Dinge viel bewusster wahrnehme. Ich sauge diese Momente auf, wie ein Schwamm. Ich weiß nicht, ob ich dieses Bewusstsein ohne das Gefühl, damals durch die Sucht so viel verpasst zu haben, ansonsten so ausgeprägt hätte. Ich denke nicht. Von daher hat es auch zumindest einen kleinen positiven Nebeneffekt.

    Es kommt mir merkwürdig vor, das so zu formulieren. Ich lasse es trotzdem so stehen, denn ich empfinde es wirklich als positiven Nebeneffekt. Ich denke, ihr wisst, wie ich das meine.

    Irgendwie muss man sich Katastrophen ja schön reden :S

    LG Cadda

    Liebe Jump.

    Mal unabhängig von der Gefährlichkeit des Entzuges geht mir was ganz Anderes durch den Kopf:


    Mal angenommen, er ist bis zu dem Urlaub nüchtern und ihr fahrt gemeinsam in den Urlaub…. Damit machst Du es Dir doch emotional viel, viel schwerer, als es eh schon ist. Findest Du nicht auch?

    Kurz gesagt: Ich würde so oder so allein fahren. Oder gar nicht. Aber auf keinen Fall gemeinsam.

    Entscheiden musst Du natürlich selbst, aber das sind so meine Gedanken dazu.

    LG Cadda