Beiträge von Cadda

    Es wäre nur toll, wenn Du auch ohne ihn etwas positives für Dich finden könntest.

    Wir können Dir doch nicht sagen, wie es in ihm aussieht.

    Was ist denn, wenn er gar nicht mehr will und die Pause nur verlangt hat, weil er sich nicht getraut hat, Schluss zu machen?
    Das muss nicht so sein, aber wenn, dann muss es doch auch weitergehen. Dann solltest Du Dich doch auch um Dich kümmern können, dass es DIR gut geht, unabhängig von ihm.

    Stell Dich Deiner größten Angst und mache Dir einen Plan B für Dich ganz allein. Das wäre mein Gedanke.

    Vielleicht brauchst Du den nicht, weil ihr nach der Therapie wieder zueinander findet.
    Aber man sollte seine Zufriedenheit niemals von einem Anderen abhängig machen, sondern sehen, dass es einem selbst gut geht.

    Versuche Dich mal mit Dir auseinander zu setzen.

    LG Cadda

    Wann habe ich denn ein gutes Grundgerüst?

    Wenn ich zufrieden trocken bin.

    Das hängt tatsächlich nicht von den Jahren ab meiner Meinung nach. Deshalb ist Deine Frage auch berechtigt. Sicherlich ist so manch frischer abstinent lebender weniger gefährdet, wenn er glücklich mit seiner Entscheidung ist, als ein langjähriger abstinent lebender Mensch, der nur mit der Faust in der Tasche „trocken“ ist.

    Aber die Wahrscheinlichkeit ist vielleicht größer, schon eine Zufriedenheit und Stabilität erlangt zu haben, wenn man länger trocken ist.

    Ich kann es nicht genau sagen, ob es so ist, da fehlt mir die Erfahrung. Ich war von Anfang an zufrieden und fühlte mich stabil.

    Wenn ich mich hier im Forum umschaue, kam das aber bei einigen erst mit der Zeit, der Entwicklung nach zu urteilen.

    Liebe Evelin, ich möchte Dein Buch nicht zerschießen, ich hoffe es war ok, dass wir uns weiter über Dein von Dir angesprochenes Thema ausgetauscht haben. Falls nicht, sag Bescheid, dann verschieben wir es.

    LG Cadda

    Ich wurde dort wohl mal wieder als "nicht so schlimm" eingestuft und bin wegen einer Tagesklinik auf der Warteliste

    Ich bin der Meinung, dass die Einstufung danach erfolgt, je nachdem, was Demjenigen der einstuft, berichtet wird.

    Ich wurde mal so eingestuft, als hätte ich wohl eine schwierige Phase und würde nur deshalb zu viel trinken.
    Klar. So hab ich es wohl auch rübergebracht.
    Die Wahrheit war, dass ich da schon richtig tief in der Sucht war.

    Als ich beim Hausarzt ankam und ohne Zweifel selbst berichtete, dass ich Alkoholikerin bin, wurde ich jedenfalls nicht mehr „eingestuft“.

    Die Einstufung kann nämlich nur ein einziger Mensch vornehmen:

    Ich selbst.

    Guten Morgen Evelin,

    Und ich denke viel darüber nach, ob ich tatsächlich nie mehr in einen Club gehe, was ja heißen würde, ich würde mich entscheiden nie mehr tanzen zu gehen. Ich habe für mich noch keine Antwort gefunden und momentan ist es auch nicht relevant für mich. Aber auch wenn im Club immer etwas eine Rolle spielt, ist es denn nicht entscheidend, ob es für mich eine Rolle spielt?

    Ich weiß, wie Du das meinst. Nur weil die Anderen um mich herum trinken oder etwas nehmen, muss ich das ja nicht auch tun und kann trotzdem dort tanzen. Das stimmt auch. Die Hand voll Menschen in einem Club, die da nur zum tanzen hingehen, ohne irgendetwas zu konsumieren, mag es ja auch geben und wenn Du irgendwan mal Lust hast, das zu tun, wenn Du gefestigter bist, dann ist das ganz allein Deine Sache.

    Wer mein Tagebuch gelesen hat, weiß, dass ich am Anfang sogar noch mehr zu Veranstaltungen gegangen bin, als im Laufe der späteren Zeit, jetzt fast gar nicht mehr. Das war ein Prozess. Ich möchte es hier nur einfach nicht raten, denn es ist schon Fakt, dass das was mit einem macht!

    Ich selbst habe mich zu keinem Zeitpunkt rückfallgefährdet gefühlt, alle die um mich herum waren, wussten zu 100%, dass ich Alkoholikerin bin und aufgehört habe zu trinken. MIr hätte niemand von meinen Leuten ein Getränk angeboten, im Gegenteil sie haben mich immer mit meinen alkoholfreien Getränken versorgt. Hätte ich plötzlich Suchtdruck bekommen und getrunken, dann hätte ich quasi einen Rückfall vor all meinen Freunden gehabt, das wäre sicherlich ein zusätzlicher Schutz gewesen, WENN ich denn mit den Situationen nicht zurecht gekommen wäre.

    Aber, jetzt kommt das große Aber: Im Nachhinein betrachtet, kann ich nur sagen, dass es definitiv etwas mit einem macht, wie oben beschrieben. Auch wenn es für MICH keine Rolle gespielt hat etwas zu trinken, für alle anderen um mich herum aber schon und diese Atmosphäre die springt über, ob man will oder nicht. Die kann dann mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit eben dazu führen, dass das Suchthirn anspringt. Und selbst wenn das nicht der Fall ist und man keinen Suchtdruck bekommt, was übrigens nicht nur auf der Veranstaltung der Fall sein muss, sondern auch einige Zeit später aus dem nichts kommen kann, weil das Gehirn einfach das Erlebte verarbeitet, dann ist es zumindest in den Gedanken. Man erlebt ja nun mal den alkoholgetränkten Abend, egal ob man selbst trinken möchte oder nicht und der Kopf ist dabei und das Unterbewusstsein.

    Nun kann ich für mich rückblickend sagen, dass es mir nicht in dem Sinne gefährlich geworden ist, dass ich jemals den Gedanken hatte, ob ich vielleicht mal wieder etwas trinken könnte. Aber habe ich es mir dadurch leicht gemacht? Sicherlich nicht.

    Ich möchte Dir und anderen Mitlesern ein Beispiel nennen: Ich bin im letzten Sommer 6 Jahre trocken gewesen und habe mich nie auf wackeligen Beinen gesehen. Für mich steht zu 100 % fest, dass ich nie wieder in meinem Leben trinken werde. Meine Interessen haben sich verändert, ich gehe selten zu Veranstaltungen. Im letzten Sommer war ich auf einer Veranstaltung, wo eine Vertraute meiner Familie quasi die Hauptrolle spielte und bei sich zu Hause abgeholt wurde. Dort wurde gefeiert und ich war mit dabei, weil sie mir wichtig ist und weil ich auch Lust dazu hatte. Ich war mittendrin zwischen den Feierwütigen und die Stimmung war bombastisch gut. Alle kennen mich, jeder weiß, dass ich nicht trinke, wir hatten trotzdem Spaß, wie immer wäre niemand auf die Idee gekommen mir was anzubieten. Im Gegenteil, auch nach all den Jahren bekomme ich immer noch gesagt "ich bin stolz auf Dich, weiter so, ich finde es klasse, dass Du nicht trinkst".

    Der Tag war toll. Irgendwann wurde es mir zu viel, ich ging nach Hause und legte mich auf meine Terrasse und bekam ein unfassbar mulmiges Gefühl. Als hätte ich einen Kater. Leicht depressive Verstimmung würde ich mein Gefühl beschreiben. Es ging mir nicht gut. Ich hatte aber keinen Grund, dass es mir nicht gut ging.

    Kurze Zeit später rief mich jemand Anderes aus meiner Familie an, der ebenfalls nichts mehr trinkt und auch auf dieser Feier war. Er fragte mich, wie es mir geht. Ihm würde es irgendwie nicht so gut gehen, er wollte reden. Nach dem Gespräch, in dem wir uns darüber austauschten, dass die Feier eigentlich toll war, aber es irgendwie trotzdem ein blödes Gefühl hinterlässt ging es uns beiden besser.

    Aber ich war wirklich erstaunt, was das Unterbewusstsein mit einem anstellt.

    Das war nicht nach jeder Veranstaltung oder Feier so, auf der ich war. Ich war Monate zuvor mit meinen Söhnen auf einem open air, weil dort DJs auflegten, die ich mega finde. Dort war ich auch und habe stundenlang getanzt. Danach hat sich nichts bei mir gemeldet, es ging mir wunderbar und es sprang auch nichts an.

    Was ich damit sagen will, auch Anderen, die hier mitlesen: Natürlich kann es sein, dass ihr ein Weggehen als einen tollen Abend verbuchen könnt. Aber fühlt Euch nicht zu sicher, wenn das so sein sollte. Es kann beim nächsten Mal ganz anders aussehen und auch viel später.

    Ja und da muss dann eben erstmal ein gutes Grundgerüst vorhanden sein, um eben damit auch umgehen zu können mit diesen Gefühlen, die dann auftreten können.

    Deshalb raten wir eben in der ersten Zeit davon ab und es ist einfach - egal wie man das Blatt dreht und wendet - sicherer, sich aus diesem Umfeld fern zu halten.

    Oft ist es dann auch so, dass sich der Wunsch von selbst erledigt. Denn wenn man nicht nur einfach die Zeit abwartet und ansonsten nichts verändert, bis man endlich wieder in einen Club oder sonst wo hingehen "darf", dann wird das nichts bringen.

    Wenn man aber etwas an seinem Umfeld ändert, etwas an seinen Gewohnheiten ändert. Dann wird der Drang automatisch eh nachlassen, weil die Interessen ganz andere sind.

    "Nur nicht trinken" reicht nicht. Und wenn man sich dann einen anderen Alltag geschaffen hat, als zu Saufzeiten dann wird der Drang so etwas zu erleben auch automatisch weniger. Und vor allem wird die eigene Stabilität und Sicherheit größer, so dass man eben gefestigter ist und besser mit manchen Situationen umgehen kann.

    Auch das ist natürlich keine Garantie, aber so ist zumindest meine Erfahrung.

    Und wenn der Drang zu tanzen so riesig ist, dass man es kaum aushält: Mucke aufreißen, laufen gehen, im Wohnzimmer in Sportsachen abdancen was das Zeug hält zu lauter Musik. Hilft auch manchmal :mrgreen:

    LG Cadda

    Guten Morgen Lilelalu,

    Jedes Mal wenn ich kurz vorm einknicken bin, führ ich mir alles vor Augen was ich und auch meine Kinder alles erlebt haben und dann ist es ein wenig leichter die Gedanken beiseite zu schieben

    Das ist der richtige Weg.

    Meine beiden großen Mädels haben mittlerweile diagnostizierte Depressionen und die mittlere zeigt auch Auffälligkeiten.

    Genau deshalb zum Beispiel.

    Für Deinen Mann musst Du nicht denken. Er ist erwachsen und er kann etwas an der Situation ändern. Deine Mädels können das nicht. Sie sind von Deinem Handeln abhängig.

    Ich drücke Euch daher ganz doll die Daumen, dass es bald mit einer Wohnung klappt.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    mag sein, dass ich mich zu sehr aus dem Fenster lehne, aber ich behaupte einfach mal: In Clubs spielt immer "irgendetwas" eine Rolle. Wenn es nicht der Alkohol ist, dann sind es irgendwelche Pillen.

    Wenn Du mir jetzt erzählen willst, dass dem nicht so ist, dann hast Du Dir da wirklich einen SEHR besonderen oder speziellen Club ausgesucht ;)

    Klar kannst Du da hingehen und "ungefiltert" alles wahrnehmen, nämlich dass die meisten von denen, die um Dich herum sind genau das Leben führen, aus dem Du heraus willst.

    Wenn Du meinst, dass Dir das gut tut, dann mach es.


    Ich gebe Dir diesen Gedanken nicht mit auf den Weg, weil ich hier ein Besserwisser sein möchte oder alles perfekt gemacht habe. Im Gegenteil. Ich bin sogar am Anfang meiner Trockenheit auch zu Veranstaltungen gegangen. Jetzt im Nachhinein betrachtet stelle ich fest, dass ich damals halt einfach noch in meinem "alten Leben" drin steckte und mir auch nichts besseres einfiel, als es mir wie Du oben schön zu reden.

    Manche Veranstaltungen waren auch im Nachhinein in Ordnung für mich, auch jetzt noch.

    Aber gerade am Anfang in einen Club gehen?! In die Höhle des Löwen?!

    LG Cadda

    Guten Morgen Lara,

    die ganze Zeit schon wollte ich bei Dir schreiben, nachdem ich Deinen Text gelesen habe.

    Das Schlimme ist, nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, dass ich keinen Kontakt mehr wünsche hat er meine Arbeitsstelle in die Angelegenheit mit reingezogen

    Ich kann mir total gut vorstellen, wie Du Dich da gefühlt hast. Bei mir stand damals zwar nur eine Drohung von meinem Ex-Partner dahingend im Raum, aber ich weiß, dass ich mich komplett ausgeliefert gefühlt habe. Es war auch tatsächlich so, dass ich - um das zu verhindern - eine relativ freundliche Nachricht geschrieben habe. Ich hatte ihn damals auf allen Kanälen blockiert und er überwies mir dann einen Betrag über paypal, weil man dort eine Nachricht mitsenden kann.

    Hier hieß es dann, dass er ja mal eine e-mail (er meinte meinen Arbeitgeber) senden kann, um denen zu berichten, was ich denn wirklich für Eine bin (was auch immer das zu bedeuten hatte, keine Ahnung, was er alles behauptet hätte, um mir zu schaden).

    Ich fühlte mich wie gesagt komplett ausgeliefert und überlegte schon, im Vorwege meinen Arbeitgeber zu informieren für den Fall der Fälle. Dass ich selbst einmal getrunken hatte und nun trocken bin, wussten ein paar Leute in der Firma. Ich wäre auch bereit gewesen, das der höchsten Geschäftsführung zu erzählen, aber ich wusste ja gar nicht, was er noch so behaupten möchte. Er hatte auch mal meinem Vater, als dieser noch lebte, eine ewig lange whatsapp geschrieben und darin auch behauptet, ich wäre ihm fremdgegangen und so weiter, was definitiv nicht stimmte. Er hätte also auch bei meinem Arbeitgeber sonst was behaupten können.

    Nun gut, er hat es am Ende (glaube ich zumindest, denn mein Arbeitgeber hätte mich sicherlich informiert) nicht getan. Aber es waren Tage, an denen ich mich wie gesagt sehr ausgeliefert fühlte.

    Ich schwanke zwischen ich fühle mich total schlecht und er tut mir leid und ich bin so wütend, dass ich diesen Menschen nie wieder sehen möchte. Was gibt ihm das Recht, meine finanzielle Existenz zu gefährden?!

    Gar nichts gibt ihm das Recht. Auch nicht die Tatsache, dass er Alkoholiker ist. Deshalb darfst Du auch sehr wohl wütend sein. Ich bin selbst trockene Alkoholikerin und hätte auch zu meinen schlimmsten Saufzeiten einen Menschen, der mir so nahe steht oder stand, nicht dermaßen versucht zu schaden. Es ist eine wirklich widerliche Aktion gewesen und ich hoffe, dass Dein Mitleid sich in Grenzen hält inzwischen. Denn ich habe mit DIR Mitleid.

    Wie gehts Dir denn inzwischen und wie ist die Lage? Es ist ja nun schon ein paar Tage her.

    LG Cadda

    Guten Morgen Cala,

    Das hier hat Linde Dich im August 2021 gefragt:

    Seit 25 Jahren geht das so? :?

    Irgendwie traurig. Wo ist DEIN Leben?

    Nun sind weitere 2,5 Jahre vergangen, in denen sich Deine Situation nicht verbessert hat, sondern verschlechtert.

    Du bist nun wieder hier im Forum mit diesem Satz am Ende, der mich wirklich traurig macht:

    Ich weiß gerade echt nicht weiter ;( und habe das Gefühl alles falsch gemacht zu haben, mein Leben vergeudet zu haben und komplett versagt zu haben.

    Die ganze vergeudete Zeit kann Dir niemand zurückgeben, Cala.

    Deine Andeutung, noch solange auszuharren, bis Deine Eltern nicht mehr da sind, ist doch schon wieder so eine "Idee" hinter der Du Dich verstecken kannst, nicht handeln zu müssen, bei der JAHRE vergehen. Wertvolle JAHRE. Lass Dich beraten. Bei der Familienhilfe, bei einem Anwalt, beim blauen Kreuz, wo auch immer!! Hole Dir Hilfe vor Ort.

    Es gibt immer wieder Gründe, nicht handeln zu können. Niemand ist gezwungen mit einem Menschen zusammen zu leben, der einen so abartig behandelt, wie Du es beschrieben hast.

    Du meldest Dich hier und beschreibst direkt, weshalb Deine räumliche Situation so bleiben muss, wie sie ist. Da frage ich mich ehrlich gesagt, ob es da nicht schon vorprogrammiert ist, dass das Karussell sich eh weiterdreht und Du noch etliche Runden mitdrehst. Wie können wir Dir dann hier mit dem Austausch im Forum helfen?

    Du könntest jetzt endlich ins Handeln kommen und Dir Deine restliche Lebenszeit verschönern, anstatt nur einen Bericht abzugeben, dann eventuell wie beim letzten Mal wieder zu verschwinden und weitere Jahre verstreichen zu lassen...

    Bist Du dazu bereit?

    LG Cadda

    Guten Morgen Lea,

    Da habe ich einmal herzlich gelacht 😂

    Mich wundert es wirklich sehr, dass Du an der Sache, in der Du steckst, noch irgendetwas mit Humor sehen kannst. Mir wäre das Lachen längst vergangen.

    Lieben Dank für eure kritischen und aufbauenden Kommentare.
    Jetzt kommt eine Zeit, in der ich mich damit befassen werde, was bei mir falsch verschaltet ist, dass ich so lange geblieben bin.
    Bei mir finde ich starke Abhängigkeiten, die fast schon etwas Zwanghaftes haben.

    Ich bin jetzt mal ganz ehrlich:

    Wenn ich Deinen Thread durchlese, dann hast Du seit der Anmeldung hier bei uns im Forum doch keinerlei Abgrenzung in die Wege geleitet.

    Wenn mal Sendepause zwischen Dir und diesem Mann war oder ist, dann ist diese im Grunde genommen doch von IHM in die Wege geleitet. Du bestimmst in dieser Angelegenheit überhaupt gar nichts und sobald er wieder auf der Matte stehst, bist Du emotional dabei.

    Dass es mal länger dauert, "in die Puschen zu kommen" bei einem Abhängigkeitsthema, ist gerade in der Co-Abhängigkeit nicht unüblich.

    Bei Dir sehe ich jedoch keine Bewegung in Form von Taten. Was erwartest Du Dir hier für Hilfe von diesem Forum, wenn bisher nichts an den "kritischen und aufbauenden Kommentaren" dazu beigetragen hat, dass Du Dich auch nur einen Schritt aus dieser Abhängikeit bewegst?

    LG Cadda

    Liebe Persona,

    ich kann es zwar nachvollziehen, dass Du Dir Vorwürfe machst, wegen der fehlenden guten Grundlage, wie Du es eben nanntest. Ich schätze auch, dass Dir dieses Gefühl hier keiner so ganz nehmen können wird. Vielleicht kannst Du aber versuchen, Dir noch etwas mehr vor Augen zu führen, dass Du ihm jedoch die "Grundlage" mitgegeben hast, dass es möglich ist, aus einer Sache wieder herauszukommen, auch wenn er sie nicht genutzt hat.

    Weißt Du, es werden viele Menschen alkoholabhängig. Es werden sogar manche Menschen alkoholabhängig, die zu Hause viel zu sehr behütet werden. Wo Eltern ihre Kinder in Watte packen, es möglichst versuchen zu vermeiden, dass sie mit dem Thema Alkohol in Berührung kommen und gerade diese Kinder werden dann abhängig, weil sie dann irgendwann ausbrechen.

    Es gibt Menschen wie mich. Ich bin Mitte 40 und trockene Alkoholikerin. Ich hatte ein ganz tolles Elternhaus, in dem Alkohol im Alltag nichts zu suchen hatte. Nur gelegentlich auf Feiern wurde mal etwas getrunken. Mir wurde nicht verboten, als Jugendliche Alkohol zu trinken, aber ich wurde auf die Gefahren hingewiesen und es wurde mir richtig vorgelebt von ihnen. Meine Eltern haben mir also eine sehr gute Grundlage mitgegeben. Dennoch bin ich alkoholsüchtig geworden.

    Ich weiß natürlich trotzdem was Du meinst, das Risiko mag größer sein, dass Kinder/Jugendliche selbst süchtig werden, wenn die Eltern es waren oder sind. Wie gesagt bist Du aber nun eine von denen, die noch vormachen konnten, wie man wieder da raus kommt. Damit hast Du es quasi ein wenig "ausgeglichen". Wenn Dein Sohn stolz auf Dich war, dann hat er sich bestimmt auch mal Gedanken darüber gemacht, auch aufzuhören. Aber der Schritt lag bei ihm, das lag nicht in Deiner Macht.

    Weißt Du, ich habe jetzt selbst zwei jugendliche Söhne. Ich bin jetzt seit einigen Jahren trocken und merke daher sehr wohl, wenn sie eine Fahne haben nach einer Party. Falls sie mal alkoholsüchtig werden sollten, würde ich sicherlich auch ein schlechtes Gefühl haben, weil sie - als sie klein waren - viel mitbekommen haben durch mich, als ich trank. Aber sie haben - wie Dein Sohn auch - eben auch mitbekommen, dass man da wieder raus kommen kann aus einer Sucht. Wie gesagt rieche ich nun auch die Fahne nach einer Party. Aber was ändert das? Irgendwann haben sie ein Alter, wo man alles mit auf den Weg gegeben hat, was möglich war und es auch immer noch versucht, aber es liegt dann nicht mehr allein in der Macht der Eltern. Da spielen Freunde und das ganze Umfeld auch eine große Rolle.

    Was ich damit sagen will: Ich rieche und sehe genau, was meine Söhne tun. Ich bin heilfroh, dass es nicht Überhand nimmt und ich vertraue ihnen. Sollte sich das aber irgendwann einmal ändern, dann bin ich machtlos.

    Ich möchte gar nicht versuchen, Dir ein anderes Gefühl einzureden, denn ich verstehe Deine Gedanken und Gefühle. Vielleicht solltest Du gar nicht versuchen, diese Gefühle abzustellen und irgendetwas zu finden, was diese Gefühle verschwinden lässt, sondern versuchen, diese zu akzeptieren. Sie gehören zu Dir.

    Ich wünsche Dir, dass Dich das nicht zu sehr lähmt. Das Leben lässt sich nie bestimmen. Und selbst das beste Elternhaus ist manchmal nicht gut genug oder erreicht sogar das Gegenteil von dem, was gewünscht ist.

    Noch was: Schön, dass Du hier bist!! Du gehörst hier her, der Austausch wird Dir hoffentlich gut tun :)

    LG Cadda

    Hallo Iwona,


    ich drücke die Daumen, dass nichts schlimmes ist.
    Ich habe in letzter Zeit sehr oft mitbekommen in meinem Umfeld, dass Flecken viel eher rausgeschnitten werden, als früher, einfach weil dann gar nicht erst was entstehen kann.

    Zur Ausschluss-Diagnose wird es dann eingeschickt, wie Carl-Friedrich oben auch beschrieb.

    Wie es bei Dir ist, weiß natürlich niemand , aber das hab ich wirklich nun in letzter Zeit mehrfach erlebt.

    Ein Mal war es dann tatsächlich bei jemandem weißer Hautkrebs, mit der Entfernung der Stelle war es dann aber auch schon erledigt, als der Befund kam, war es also schon entfernt.

    Ich wünsche Dir, dass da nichts schlimmes raus kommt.

    LG Carina

    Ich sehe das etwas anders und ich finde, du solltest dir diesen Schuh sehr wohl anziehen. Zeigt es doch, dass du zwar denkst du bist "geheilt" als Co, bist es aber noch nicht

    Man sieht es einem Alkoholiker nunmal nicht direkt an, dass er Alkoholiker ist. Schreibt sich ja keiner auf die Stirn. Und mir fällt es ja gerade auf, dass an dem Trinkverhalten was nicht stimmt

    Meiner Meinung nach ist das ganz einfach.

    Die Feststellung, dass am Trinkverhalten etwas nicht stimmt, ist jetzt erfolgt.

    Ob das Thema Co. noch besteht, wird sich also ab jetzt zeigen.

    Verharmlost Du Deine eigenen Wahrnehmungen oder hörst Du auf Dein Warnsystem und steigst rechtzeitig aus… das wird sich ja nun in Kürze zeigen und ich hoffe, dass Du Dir vertraust.

    Auf jeden Fall nimmst Du es ernst, was toll ist und man daran erkennt, dass Du hier bist!

    LG Cadda