Die Motivation muss von ihr kommen.
Genau so ist es. Anders geht es absolut nicht.
Bei mir kam die Motivation nicht aus der Situation heraus, dass mir geholfen wurde und mir die Dinge, die ich nicht geschafft habe, abgenommen wurden. Bei mir kam die Motivation eher da heraus, dass ich alles machen musste, was das Mutter-Sein von mir abverlangt hat und ich einfach immer weiter nach unten abgerutscht bin, weil ich es kaum noch geschafft habe. Wenn jemand mir die ganzen Sachen, die ich durch mein Betrunken-Sein und Kater-Ausschlafen nicht machen konnte, abgenommen hätte, dann wäre es für mich auf jeden Fall erträglicher gewesen und ich hätte wohl noch länger gebraucht, um meine eigene Motivation zu finden.
Dass es schwierig für Dich ist, weil Du natürlich auch für Deinen Sohn die größtmögliche Normalität erhalten möchtest, das verstehe ich total. Wobei das, was ihm da vorgelebt wird, ja sicherlich auch nicht schön für ihn ist. Es ist wirklich eine verzwickte Situation.
Ich glaube, ich würde ihr Schritt für Schritt klar machen, dass es so auf Dauer nicht weitergehen wird und Du Dich nicht mehr um alles allein kümmern wirst. Dass Du als erstes auf Deinen Sohn achtest, ist klar. Aber ich würde alles an Bequemlichkeit aus der Sache rausnehmen, damit die Motivation zu Handeln überhaupt kommen kann.
Das ist nur das, was ich persönlich machen würde, weil ich selbst weiß, dass sich die Schlinge immer weiter zugezogen hat, umso unbequemer es wurde. Wie Du reagierst, musst Du letztendlich selbst aus der Situation heraus entscheiden.
Vielleicht nimmst Du Dir die Zeit und liest Dich hier mal ein wenig durch die Themen. Oftmals gehen einem da schon ein paar Lichter auf oder Gedanken werden in Gange gesetzt.
LG Cadda