Hallo Borussia,
erstmal vorab: Es macht den Anschein, als ob Du es diesmal anders angehst, nicht nur oberflächlich. Du fängst offensichtlich an, einige Dinge zu verarbeiten, indem Du Dich mit ihnen befasst.
Das sind schlimme Erinnerungen, von denen Du da schreibst. Da kann "man" auch schwer einfach so drüber wegsehen. Klar schmerzt es, sich damit auseinanderzusetzen, aber es befreit auch. Ich hoffe, dass es Dir so ergeht, indem Du es hier loswirst.
Mir tut es leid das zu lesen und wenn ich lese, wie viel Leid der Alkohol in einer Familie anrichten kann, so dass es sich auf die Kinder überträgt und sie denselben Weg gehen, obwohl sie es als Kind dadurch so schlimm hatten, dann macht mich das echt traurig. Dein Beispiel zeigt aber auch, dass man es selbst in der Hand hat, den Weg wieder zu stoppen, auch wenn man ihn schon eingeschlagen hat.
Noch mehr hoffe ich, dass hier so manch Co-Abhängige das Lesen und sehen, was dabei herauskommt, wenn ein Kind in einer Alkoholikerfamilie groß werden muss. Diese Erinnerungen gehen niemals wieder raus aus dem Kopf eines Kindes und später eines erwachsenen Kindes. Und das alles, weil man selbst genau so wenig schafft, sich von dem trinkenden Partner zu trennen, wie der trinkende Partner es nicht schafft, sich vom Alkohol zu trennen.
Dieser Schicksalsschlag, den ihr als Eltern mit Eurem Kind erleben musstet, kommt noch oben drauf. Das tut mir unendlich leid und Dein Handeln damals, das war das Handeln (bzw. Nicht-Handeln) eines Alkoholikers. Bitte lass nicht zu, dass Dich das zerfrisst. Du kannst das nicht mehr rückgängig machen. Du kannst es in der Zukunft aber besser machen.
LG Cadda