Beiträge von °Avalon°

    Wenn Dir das jemand geschrieben hätte, was würdest Du diesem Menschen nun raten?

    (ja, genau das)

    Und das tut weh. Stimmt.

    Aber am Ende bist Du, sagst Du?

    Nein, ich glaube, das Gegenteil ist der Fall.

    Du bist am Anfang! Du hast da nämlich alles erkannt, was es zu erkennen gibt. Fehlt nur noch, daraus Konsequenzen zu ziehen. Er wird das Problem für Dich nicht lösen. Nur Du. Vertrau auf Dich.

    Die Lösung hat aber nur etwas mit ihm zu tun, wenn er sein Verhalten grundlegend ändert.

    Ich trinke keinen Alkohol und das wohlwissend und wohlüberdacht und das wird langsam zu Gewohnheit.

    Wundervoll. Ich wünsch dir, dass es dabei bleibt. Ich wünsch' es uns allen.

    Und Du wirst Dein Stück vom Glück auch (wieder-)finden. Ist manchmal etwas verborgen, oder manchmal verschliesst man die Augen dafür. Aus was für welchen Gründen auch immer.

    Hast Du n Hobby, welches Du einfach toll findest, auf welches Du nie länger verzichten könntest? Oder eine Aktivität, auf die dieses zutrifft? (abgsehen von den Grundbedürfnissen?)

    Bei mir sind es primär die Musik und das Kochen.

    Salü Fabienne. superschön, dass Du das durchgezogen hast.

    Das mit dem Partner...das wird sich zur gegebenen Zeit auch lösen. Sei zuversichtlich.

    Ich bin zwar selber aus der Alkoholiker-Ecke...aber auch ich habe eine Beziehung beendet, war dann erst mal alleine, und habe dann den wundervollsten Menschen, meine Liebe T., kennenlernen dürfen. Sie ist mein grosses Licht, und ich bin dem Schicksal mehr als dankbar, dass wir uns gefunden haben.

    Du wirst dann den Partner finden, den Du Dir gewünscht hast, wenn Du zu Dir selbst gefunden hast.

    Aber eins nach dem anderen... bau erst mal Deine Existenz mit Deinen Kindern solide auf.

    Und... ich gratuliere Dir zu Deiner Konsequenz. Braucht Mut.

    Versteh ich das richtig: ... also du trinkst nicht mehr, weil Du das nicht mehr willst, aber im Moment überwiegen die Zweifel, ob dein nicht-trinken-wollen eine gute Idee ist, Du siehst den Sinn darin nicht? Und dann findest Du, Du hasts nicht schwer?

    Verzeih mir den, aber dann wenn ich was tue, ohne zu wissen, warum ich es tue, dann empfinde ich das als sehr gravierend. Und wenn ich diesen Sinn mal gesehen habe, (überwog) jedoch die Zweifel dann zunehmend überwiegen, dann schrillen bei mir Alarmglocken. Bei Dir wohl auch - sonst wärst Du nicht hier gelandet.

    "Nur nicht trinken reicht nicht".... Ich erklär Dir an einem einfachen Beispiel, was damit gemeint ist:

    Angenommene Situation: Du hättest die Gewohnheit, nach der Arbeit nach Hause zu kommen, den Fernseher anzumachen, dann in der Küche ein Bier ausm Schrank zu holen, Dich aufs Sofa zu setzen und die Dose zischen zu lassen, und Fern zu gucken.

    Wenn Du jetzt hingehst, und einfach das Bier durch ne Cola ersetzt, eben "einfach nur nichts trinkst" dann wird das nicht reichen. Ein Rückfall ist höchstwahrscheinlich. Also dieses Beispiel sei stellvertretend für sämtliche anderen Gewohnheiten, Abläufe, Aktivitäten, Situationen, Begegnungen, etc. genannt.

    Es läuft darauf hinaus, dass man seine gewohnten Handlungs- und Denkweisen überarbeiten muss.

    Denn in diesen ist der Alkoholmissbrauch begründet, er ist durch diese entstanden. Einige Dinge sind offensichtlich, andere zeigen sich erst mit der Zeit.

    "keine Wortspiele": Du möchtest keine, spielst aber da gleich ne Runde Wortklauberei. Okay, kannst machen. Bringt aber wenig. Es geht einfach darum, etwas anderes zu machen als zu saufen. Ob man das jetzt mit "Ersetzen" beschreiben möchte, oder "weiter ziehen", "für sich neu entdecken". Ist mir wurst wie Du das nennen möchtest. Hauptsache Du weisst was ich meine.

    Oben hat jemand das Wort "Depression" genannt. Könnte sein, dass sich das bei Dir anbahnt, oder bereits ongoing ist. Dann ist professionelle Hilfe wohl angesagt. Würd ich machen, wenn s nötig ist. Lohnt sich.

    Ich sag da einfach mal: wir sind auf einer Suche, bei welcher wir das finden, was wir suchen.

    Wenn wir nach Gründen suchen, warum das Leben langweilig ist, dann werden wir diese Gründe finden, und uns auch gelangweilt fühlen. Wenn wir nach Gründen suchen, warum das Leben farbig sein könnte, dann werden wir diese Gründe finden, und uns den buntesten Farbfilm reinziehen.

    Es ist Deine Entscheidung (und ebenso eine daraus resultierende Gewohnheit) wonach Du suchst.

    Und vielleicht handelt es sich bei Dir auch um blossen Energiemangel, da Du zuviel tust. Möglich.

    Hey... salü und willkommen Egon.

    Erst einmal möchte ich mich vor Dir verneigen. Einfach weil Du so viel Einsicht zeigst, und ...VERDAMMT, bist Du ehrlich. Super, echt.

    Ich hoffe, dass Du diese Ehrlichkeit (zu Dir selbst) aufrecht erhältst.

    Das was Du schreibst, löst in mir folgendes aus:

    1: Dieser Berg, über welchen Du drüber bist, der steht VOR Dir. Du wirst ihn nie ganz hinter Dich bringen. Das ist das Wesen dieser Sucht.

    2: Diese Leere: Es könnte sein, dass Dein Unterbewusstsein immer noch daran arbeitet, Gründe dafür zu finden, um ENDLICH wieder saufen zu "dürfen". Probleme werden vom Unterbewusstsein allzu gerne für die Vorbereitung eines Rückfalles verwendet. (so quasi "ich armer mit meinen Problemen, ich habs derart schwer, dass ich saufen darf. Völliger Blech)

    Klar ist es so, dass Probleme, welche man mit dem Alkohol ertränkte, wieder zum Vorschein kommen. Du befindest Dich jedoch näher an einer Lösung derer als wenn Du trinkst. Und DU WEISST DAS !! Ergo: Vergiss es nie.

    3: Generell kann man sagen: (hab ich u.A. von hier, siehe "Grundbausteine") "Nur nicht trinken reicht nicht".

    Du hast die tolle Gelegenheit, diese eine (armselige) Aktivität des Saufens durch viele, farbige, spannende Aktivitäten zu ersetzen.

    Wenn Du positiv daran gehst (das "positiv" ist wohl unschätzbar wichtig), dann wirst Du bald feststellen: Meine Fresse, was hab ich da früher veranstaltet. Das (richtige) Leben ist ja sowas von schön und spannend.

    4: Vergiss punkt 2 nicht. Ist wirklich wichtig.

    Wir lesen, uns, Egon... schön hast Du hierhergefunden.

    ...das klingt dann für mich eher nach Ablenkungsmanöver-Aktivitäten.

    Als ich noch gesoffen habe, habe ich nach einem der üblichen Vollräusche den Entschluss gefasst, endlich was zu ändern:

    Ich ernährte mich ab dann nur noch vegan. (!)

    Ja, tatsächlich. Das wäre so im Nachhinein fast schon drollig idiotisch, wenns nicht so dramatisch blöde wäre.

    also dieser Satz... der ist irgendwie "typisch Kirche". Entkräftet den christlichen Glauben, wie so vieles mehr. Da könnt ich einfach nur .... Schon das Wort "Wille"... das ist ein menschlich Ding... es ist zwar typisch menschlich, "Gott" als eine Art "Übermenschen" zu bezeichnen, und ihm somit menschliche Eigenschaften wie "Wille" anzudichten. Doch scheint mir dies - ähnlich des geozentrischen Weltbildes - eine masslose Überschätzung der Bedeutung der Existenz des Menschen zu sein.

    Leute, ich drück euch alle und find's ober-super, dass ihr mit dem Rauchen aufgehört habt... echt... das ist so ein Gewinn für einen selbst....

    ein Gewinn, der aus Verzicht entsteht? Ist ja irgendwie der Trockenheit ähnlich...ich hab dadurch auch unheimlich viel dazu gewonnen... so sehr, dass es sich nicht mehr wie ein Verzichten anfühlt.

    Thema Silvester:

    Mein Freundeskreis plant eine Feier für bis zu 10 Personen. Ich habe mich in diesem Jahr als Fahrer angemeldet, was natürlich alle freut :) mich aber auch.

    Schließlich kann ich dann einfach nix trinken und würde dies auch niemals heimlich tun und dann noch Auto fahren.

    Es bleibt jedoch eine Herausforderung.

    Salü Veru

    Auch von mir mal Willkommen geheissen. Hab deinen Faden durchgelesen. Zwei Dinge möchte ich Dir unverblümt mitteilen:

    - Weihe UMGEHEND Deine Partnerin ein. Das ist ganz wichtig. Du hast sicher schon mal "aufgeört zu Rauchen, oder? Und das hast Du "mit Dir alleine" ausgemacht, oder? Schon deswegen, weil es dann nicht nach "Versagen" oder "Nicht Wort halten" aussieht, wenn Du wieder zum Glimmstängel greifst. Korrekt? Sowas nennt man hier "Hintertürchen". Übertrage das Ganze auf den Alkohol, und Dir geht ein Licht auf. Lass diese Heimlichkeit-Nummer sein, sie macht's nur viel schwerer.

    - Sylverster: Es kommt natürlich darauf an, wie diese bei Dir im Freundeskreis ablaufen. Normalerweise sind Sylversterparties, grad in der 10ner+ Gruppengrösse, feucht-fröhlich. Klar, es wird noch was gegessen, und gelabert, aber hauptsächlich wird - sorry - gesoffen. Wenn das bei Dir auch so ist, bringt Dir ein solches Fest im Grunde nur das Folgende:

    Ein unnötiges Risiko, welches dazu da sein wird, zu erkennen, dass es langweilig ist, neben saufenden Kumpels seine Fassbrause reinzupfeifen, und sich krampfhaft einbilden zu wollen, dass "es dasselbe, nur ohne Alkohol" sei. Es ist nämlich DEFINITIV nicht dasselbe. Ich rate Dir in aller Dringlichkeit davon ab. Sicher vergebens, ich weiss. Trotzdem sag ich das jetzt einfach mal so.

    Also ich bin da nicht Deiner Meinung Petter. Einen körperlichen Entzug gibt es auch beim Nikotin. Doch ist dieser viel milder als ein Entzug vom Alkohol.

    Und auch beim Alkohol gibt es eine Entwöhnungszeit - die Hauptarbeit schlechthin. Nachsorge und so. Ist ja im Grunde sehr ähnlich. Man durchbricht seine Gewohnheiten. "Nur nichts trinken reicht nicht" ist ja irgendwie damit verheiratet.

    Ich würde schweigend gehen, ohne Beschimpfungen, Vorwürfe und sonstwas.

    Ja, weil dieses Zeichen gar nicht als das erkannt werden würde, wie es gemeint sein könnte: "Hey, überdenk mal, wofür Du Dich entschieden hast.... "

    Im Sinne eines möglichen darauffolgenden Wandlungsprozesses wäre das ja zweckdienlich.

    Es gibt aber sicher bessere Möglichkeiten, ihm ein Überdenken seiner Handlungsweise nahezulegen.

    Der offene Dialog, sobald Fabienne "da raus" ist. Der könnte ja irgendwann möglich sein.

    Doch jetzt steht erst mal der grosse Schritt nach draussen an.

    Viel Kraft, Fabienne. Und Zuversicht.

    Und da hast Du jetzt echt mal Recht. So ne Bierkiste wäre tatsächlich ein Nachtreten. Wahre Grösse wäre das nicht.

    Die Idee erschien auf den ersten Blick halt lustig.

    … ach, n Kollege von mir hatte auch einen Schlaganfall… n halbes Jahr nach mir.

    Er hatte ihn wegen des Alkohols. (Gehirnblutung)

    Er trinkt jetzt wieder… „kontrolliertes Trinken“…und er raucht auch wieder..- wegen des Stresses in der Reha, die nicht so läuft wie angedacht.

    Ich wende bei mir manchmal die Tiefpunkt-Regel an… quasi so… „wenn ein Schlaganfall nicht gereicht hat… was muss denn passieren damit es reicht?“ Da ist nicht mehr viel übrig was dramatisches passieren kann wo man dermassen glimpflich davonkommen darf.

    Bei jedem ist die Schmerzgrenze woanders. Bei mir war sie halt dort. Und ich bin meiner Psyche zutiefst dankbar, dass dort für sie schluss mit lustich war.

    Ein ehemaliger WG mitbewohner wird jetzt von seinem Vater betreut. Zu nix mehr fähig als nur zu saufen. Sein Alkoholismus, der während des ersten Lockdowns völlig ausuferte, da zu Hause vereinsamend anstatt inner Kneipe bei den Saufkumpels, hat ihm alles weggenommen.

    Ein weiterer Freund, der gute T., hat jetzt Leberkrebs… liegt im Sterben… was soll ich sagen..- er raucht immer noch. Hat jegliche Chemo etc verweigert. Jetzt isses zu spät um was zu machen.

    Und der C. Selig, weilt nicht mehr unter uns. Lungenkrebs. Alkoholiker, schwerer Raucher und Kiffer bis zum bitteren Ende.

    Ich hatte meine Schlaganfall wegen des Rauchens, nicht wegen des Alkohols.. (ischämischer Gehirninfarkt im Stammhirn, führte zum Wallenberg-Syndrom)

    Und ich bin felsenfest davon überzeugt… nur weil ich mit all dem aufgehört habe, (Rauchen, Kiffen, Alkohol, manchmal etwas Koks) durfte ich eine Resilienz an den Tag legen, die einem medizinischen Wunder gleicht.

    Das war die eindrücklichste Lektion, welches mir mein Leben bisher beschert hatte.

    Und ich fühle mit jedem mit, dessen Schmerzgrenze bei sowas wie nem Schlaganfall noch nicht erreicht wurde.

    Und an seiner Stelle hätte ich Angst… vor dem was kommen wird.

    Denn er WIRD eintreffen… jener Moment, in welchem man tiefe, ehrliche Reue und Betroffenheit verspürt.

    Hoffentlich isses dann nicht nach zwölf…