Versteh ich das richtig: ... also du trinkst nicht mehr, weil Du das nicht mehr willst, aber im Moment überwiegen die Zweifel, ob dein nicht-trinken-wollen eine gute Idee ist, Du siehst den Sinn darin nicht? Und dann findest Du, Du hasts nicht schwer?
Verzeih mir den, aber dann wenn ich was tue, ohne zu wissen, warum ich es tue, dann empfinde ich das als sehr gravierend. Und wenn ich diesen Sinn mal gesehen habe, (überwog) jedoch die Zweifel dann zunehmend überwiegen, dann schrillen bei mir Alarmglocken. Bei Dir wohl auch - sonst wärst Du nicht hier gelandet.
"Nur nicht trinken reicht nicht".... Ich erklär Dir an einem einfachen Beispiel, was damit gemeint ist:
Angenommene Situation: Du hättest die Gewohnheit, nach der Arbeit nach Hause zu kommen, den Fernseher anzumachen, dann in der Küche ein Bier ausm Schrank zu holen, Dich aufs Sofa zu setzen und die Dose zischen zu lassen, und Fern zu gucken.
Wenn Du jetzt hingehst, und einfach das Bier durch ne Cola ersetzt, eben "einfach nur nichts trinkst" dann wird das nicht reichen. Ein Rückfall ist höchstwahrscheinlich. Also dieses Beispiel sei stellvertretend für sämtliche anderen Gewohnheiten, Abläufe, Aktivitäten, Situationen, Begegnungen, etc. genannt.
Es läuft darauf hinaus, dass man seine gewohnten Handlungs- und Denkweisen überarbeiten muss.
Denn in diesen ist der Alkoholmissbrauch begründet, er ist durch diese entstanden. Einige Dinge sind offensichtlich, andere zeigen sich erst mit der Zeit.
"keine Wortspiele": Du möchtest keine, spielst aber da gleich ne Runde Wortklauberei. Okay, kannst machen. Bringt aber wenig. Es geht einfach darum, etwas anderes zu machen als zu saufen. Ob man das jetzt mit "Ersetzen" beschreiben möchte, oder "weiter ziehen", "für sich neu entdecken". Ist mir wurst wie Du das nennen möchtest. Hauptsache Du weisst was ich meine.
Oben hat jemand das Wort "Depression" genannt. Könnte sein, dass sich das bei Dir anbahnt, oder bereits ongoing ist. Dann ist professionelle Hilfe wohl angesagt. Würd ich machen, wenn s nötig ist. Lohnt sich.
Ich sag da einfach mal: wir sind auf einer Suche, bei welcher wir das finden, was wir suchen.
Wenn wir nach Gründen suchen, warum das Leben langweilig ist, dann werden wir diese Gründe finden, und uns auch gelangweilt fühlen. Wenn wir nach Gründen suchen, warum das Leben farbig sein könnte, dann werden wir diese Gründe finden, und uns den buntesten Farbfilm reinziehen.
Es ist Deine Entscheidung (und ebenso eine daraus resultierende Gewohnheit) wonach Du suchst.
Und vielleicht handelt es sich bei Dir auch um blossen Energiemangel, da Du zuviel tust. Möglich.