"Aus meinen schönen Rotweingläsern trinke ich abends jetzt immer guten Traubensaft."
Auf dieses bezogen, möchte ich gerade nochmal meine Erfahrung vom letzten Weihnachten teilen (die, die es schon kennen, dürfen es gerne überlesen
)
Zu diesem Zeitpunkt war ich etwas über ein Jahr glücklich trocken.
Die Familie hat mit Sekt angestoßen und ich habe mir zu diesem Anlass mein Lieblingsgetränk gewünscht. Ein Eistee mit wenig Kohlensäure (ich liebe dieses Zeug einfach, vor allem im Sommer wenn es heiss ist).
Ich wollte es gerne aus der Dose trinken, wie immer. Das hat jemand aus der Familie aber nicht mitbekommen und es in ein Sektglas geschüttet und mir hingestellt.
Ok, ist ja nur Eistee, habe ich mir gedacht und angestoßen und den ersten Schluck getrunken. Ich war noch nie so schnell am Waschbecken um das Zeug auszuspucken. Oh Mist, das ist Sekt, kein Eistee.
Kurios an der Geschichte ist, es war tatsächlich nur Eistee. Aber dieses Glas hat mich sooo sehr an den Geschmack von Sekt erinnert, dass mein Hirn das direkt mal total verwurschelt hat. Ich habe das Glas dann in die Spüle gekippt und den weiteren Abend nur noch aus der Dose getrunken.
Das Suchtgedächtnis ist wirklich soo wahnsinnig erfinderisch. Das war mal wieder ein Lerneffekt für mich. Und es hat mich nachhaltig sogar noch zwei bis drei Tage ganz leicht getriggert.
Letztendlich bin ich nur froh, dass ich an diesem Abend keinen Alkohol im Mund hatte, auch wenn mein Gehirn mir das gerne einreden wollte.
Und sowas kommt bei mir nicht mehr vor. Keine Gläser oder Flaschen, die mich in irgendeiner Form an Alkohol erinnern.