Beiträge von Twizzler

    Hallo Tiger,

    ich wünsche es dir sehr, dass dein Mann wirklich auszieht.

    Bisher hat er ja alle Register gezogen, die richtigen Knöpfe des Co-Abhängigen zu drücken. Inklusive, dass er eure Kinder mit in die Geschichte reinzieht (er weiss nicht wann und ob er sie sehen will).

    Das ist emotionale Erpressung. Der Kinder zuliebe sollst du gefälligst wieder so funktionieren wie er das möchte, sonst werden sie darunter leiden. Daran siehst du, wie weit er geht und wie weit er sich vor allem nur noch um sich selber kreist. Sein Umfeld ist ihm dabei egal.

    Es ist total richtig und wichtig, dass du diesen Schritt weiter gehst. Du machst das toll. Lass dich nicht beirren und schon gar nicht erpressen, wie er es ja immer wieder versucht. Da scheint seine Krankheit vollkommen durch und es sollte dich wirklich nur bestärken, dass du das Richtige machst.

    Hallo Livia,

    Als ich hier damals aufgeschlagen bin, empfand d ich viele Worte ebenfalls als sehr hart und wertete sie als persönlichen Angriff. Heute, einige Jahre später da ich selber glücklich trocken bin, kann ich aber diese Worte genauso an andere weitergeben. Manchmal sieht man vieles anders, wenn man wirklich richtig verstanden hat.

    Wenn mich hier etwas besonders angepiekst hat, dann meistens, weil mitten ins schwarze getroffen wurde. Ich wollte etwas nicht hören bzw etwas nicht wahrhaben. Vielleicht magst du ja mal bei dir selber schauen, was genau an LK's Nachricht dir nicht gefallen hat und was davon dann vielleicht sogar wahr sein könnte, was du noch nicht sehen magst.

    Um dir selber einfach mal Klarheit zu verschaffen, was möglich wäre, vereinbare doch mal einen Termin mit dem Amt.

    Ich denke auch, dass du bestimmt finanzielle Unterstützung bekommen könntest. Du musst nicht weiterhin in diesem Albtraum leben, wenn du das nicht möchtest.

    Einfach mal erkundigen kostet nichts.

    Vielleicht stellst du dir das alles etwas zu leicht vor. Auch die Hilfe kann keine Wunderheilung vollbringen.

    Ich musste sehr hart an meiner arbeiten um meine Trockenheit zu stabilisieren. Und mit reiner Willensstärke ist es hierbei nicht getan. Sonst hätte ich nicht bis zu meinem 40. Lebensjahr weiter trinken müssen. Mein Elend in all den Jahren war nämlich weitaus größer als die guten Tage.

    Genau darauf wollte ich auch hinaus. Es klingt kein bisschen danach, als würdest du für dich trocken werden wollen. Das hast du mir auch gerade bestätigt. Es würde nicht gut ausgehen.

    Da wäre dann keiner der (du nennst es Motivation, ich nenne es mal ganz provokant:) Kontrolle ausüben würde.

    Deine Frau ist nicht dafür da, dass sie dich motiviert. Das ist deine Aufgabe. Genau wie es alleine deine Aufgabe ist, für deine Trockenheit zu sorgen. Davon scheinst du aber noch sehr weit entfernt zu sein.

    Versteh mich nicht falsch, ich kann das nachvollziehen. Ich war nämlich auch an diesem Punkt. Allerdings hat es da nochmals viele Jahre gedauert, bis ich wirklich trocken werden konnte. Davor waren es mehr oder weniger lange Saufpausen.

    Trinken könnte ich sowie so nicht. Meine Frau würde es riechen.

    Und wenn du alleine fahren würdest?

    Ich empfinde es so, dass dein Ansatz ist eine völlig falsche Richtung läuft.

    Gerade am Anfang meiner Trockenheit musste ich viele Kompromisse machen, da ich meine Genesung an die erste Stelle gesetzt habe. Es war mir egal, ob andere sich dadurch vielleicht verletzt gefühlt haben. Es ist mein Leben, das es hier zu retten gilt.

    Wenn deine Frau dich von heute auf morgen vor die Tür setzt, was ist dann der Plan? Trinkst du dann wieder? War es dann vielleicht doch nicht sooo schlimm?

    Mit dem Alkohol spiele ich nicht und ich fordere ihn erst recht nicht hinaus. Da hat der Alkohol in der Vergangenheit immer gewonnen und ich habe keine Lust heraus zu finden, ob er heute noch stark genug ist. Denn meine Trockenheit ist mein höchstes Gut.

    Experimente haben da meiner Meinung nach gar nichts verloren.

    Löse dich doch mal emotional von deiner Frau und bleibe bei dir. Da wirst du nämlich noch mehr als genug zu tun bekommen um eine stabile und zufriedene Abstinenz aufzubauen.

    Hallo Blendi,

    hier gilt für mich als Alkoholikerin die 3 G-Regel. Geduld, Geduld, Geduld.

    Bei mir war es immer die Uhrzeit. Punkt 16:00 Uhr immer der Blick auf die Uhr. Egal wo ich war, egal was ich gerade gemacht habe. Das war die Uhrzeit, wo ich vorher immer angefangen hatte zu trinken. Es hat mich soo sehr genervt, hat es mich doch immer wieder daran erinnert, was ich nicht mehr möchte. In den ersten Monaten war es schwierig für mich nicht mehr zu trinken. Meine Psyche war voll auf Entzug wo mein Körper schon lange damit fertig war.

    Aber es wurde besser und besser und besser. Jeden Tag ein kleines Bisschen. Oft kaum merklich.

    Seitdem hat sich ganz vieles bei mir geändert. Heute arbeite ich gerne an meiner Trockenheit. Heute bin ich viel entspannter und auch sicherer als in den Anfangswochen.

    Ich wünsche dir die nötige Geduld.

    Genau das haben sie getan. Ich bin in die Küche geflüchtet und habe mich dort versteckt, unter dem Vorwand zu kochen.

    Perdita, ich fühle das gerade so sehr mit dir.

    In meinem ersten Jahr hatte ich eine ähnliche Situation und war völlig überfordert damit und wie ich reagieren soll. Das war sogar ähnlich wie bei dir nach etwa vier Monaten Trockenheit. Mir hat jemand eine Flasche geschenkt und ich habe sie angenommen, weil es mir zu peinlich war, sie abzulehnen. Ich habe dann auf meinen Freund gewartet, der eh schon auf dem Weg war, und sie ihm direkt in die Hand gedrückt mit der Bitte, sie sofort in seinem Auto verschwinden zu lassen.

    Damals war ich noch auf recht wackligen Beinen meiner Trockenheit. Heute würde ich damit souveräner umgehen.

    Ich stehe zu meiner Krankheit und meiner Trockenheit. Mit einem freundlichen "das ist lieb gemeint, aber ich trinke keinen Alkohol" würde ich die Flasche heute gar nicht mehr annehmen.

    Das erst Jahr ist alles noch sehr neu und mit manch einer Situation war ich wirklich noch etwas hilflos. Dann habe ich mich, wie du auch, hier an das Forum gewandt und viele tolle Berichte von länger Trockenen bekommen.

    Ich habe jetzt gelesen, dass du nicht mehr trinken darfst und nicht mehr willst.

    Bei mir war es so, dass ich auch eine lange Zeit nicht mehr trinken wollte. Trotzdem wollte ich gerne trinken. Klingt widersprüchlich?

    Ich habe mich 2010 hier angemeldet, weil ich verzweifelt war. Ich wollte dieses Leben nicht mehr. Ich wollte nicht mehr trinken, weil ich kein Ende finden konnte. Im Grunde wollte ich aber doch noch trinken. Aber eben normal. Es hat weitere 10 Jahre gedauert, bis aus "ich will nicht mehr, ich darf nicht mehr" ein "ich will nicht mehr, ich muss nicht mehr" wurde.

    Meine Erfahrung ist, solange die letzte Hintertür nicht zu ist, wird es ein Kampf bleiben.

    Dein Rückfall hat sich bereits vorher angekündigt. Du hast die Warnzeichen ignoriert und der Rückfall kam.

    Wichtig ist vor allem, was lernst du jetzt für dich da raus?

    Was deine Frau angeht, so wäre ich persönlich für absolute Ehrlichkeit. Lügen empfinde ich als absolust nasses Verhalten und genau das möchtest du ja nicht mehr leben.

    Und noch etwas zu deinem Gedankengang: als ich noch die Gedanken im Kopf hatte, vielleicht kann ich ja doch irgendwann mal wieder was trinken, konnte ich schon zählen, wann der Rückfall kam. Das hat bei mir nie lange gedauert. Damit habe ich die Hintertür nämlich bereits wieder weit geöffnet und den Alkohol willkommen geheissen.

    Ich habe mit den Kindern gesprochen, dass es so nicht ok ist wie der Papa am Wochenende ist und dass es eventuell besser wäre, wenn er ausziehen würde.

    Hinterfrage dich mal, warum du das deinen Kindern erzählt hast. Wolltest du ihre Erlaubnis? Was für eine Reaktion hast du erwartet? Du setzt deinen Kindern da eine Verantwortung auf, die sie keinesfalls in ihrem Alter tragen sollten.

    Vor allem hast du da Pferde scheu gemacht, wo du noch nicht mal in der Lage bist eine Entscheidung zu treffen.

    Deine Kinder werden voraussichtlich einen Schaden davon tragen. Das können sie jetzt aber noch nicht sehen. Dazu solltest du eigentlich in der Lage sein. Du bist die Mutter und es liegt in deiner Verantwortung dafür zu sorgen, dass deine Kinder bestmöglich aufwachsen.

    Ich finde es gut, dass du das für dich nochmal überdacht und reflektiert hast.

    Ich kann ihr nicht helfen, das ist nicht mein Job.

    Genau so ist es. Du bist alleine dafür verantwortlich, dass es dir gut geht.

    Seit gestern ist Funkstille. Auf der Arbeit fängt sie an gegen mich zu schießen, weil sie mir vorwirft ein schlechter Mensch zu sein, der ihr nur das Schlimmste will.

    Du brichst ja jetzt auch aus den altbekannten Mustern aus. Das macht es für Co-Abhängige oft so schwierig da dran zu bleiben. Sie bekommen ein schlechtes Gewissen eingeredet oder werden angefleht zu bleiben und haben so oft ein stark verzerrtes Bild ihrer eigenen Wahrnehmung.

    Ich wünsche dir, dass du weiterhin gut auf dich achtest. Wenn du diese Beziehung, so wie sie jetzt ist, nicht möchtest, bleibt dir wirklich nichts übrig als dich zu trennen.

    Ja, das kann ich gut verstehen. Aber Mitleid ist keine Basis für eine Beziehung.

    Du wirst an ihrem Trinkverhalten nichts ändern können. Jeder Alkoholiker braucht seinen persönlichen Tiefpunkt. Der scheint bei ihr noch lange nicht erreicht. Manche alkoholiker erreichen ihn bis zu ihrem Tod niemals.

    Sie stürzt in den Abgrund, so oder so. Die Frage hier ist aber: lässt du dich mit runter ziehen oder rettest du dich?

    Hm spannend? Sie ist deine Freundin und nicht dein Wissenschafts-Projekt.

    Darf ich dich mal fragen, empfindest du denn noch etwas für diese Frau? Wenn ja, was? Liebe, Gleichgültigkeit, Hass?

    Es wird dir nichts bringen zu versuchen den alkoholiker zu verstehen. Versuche lieber zu verstehen, warum du in so einer Beziehung bleibst, die dir offensichtlich hauptsächlich Drama bringt.

    Für mich klingt es auch sehr grenzwertig eine stockbetrunkene Frau nachts auf die Straße zu setzen. Da hätte ja wer weiss was passieren können.

    Alkoholismus ist immer noch eine Krankheit. Das bitte nicht vergessen.

    Wow Rina, herzlichen Glückwunsch. Das klingt ganz toll was du schreibst.

    Zufrieden, dankbar, reflektiert, selbstbewusster, aber trotzdem kannst du Dinge sehen, die noch etwas Feinschliff gebrauchen können.

    Liest sich wirklich schön :)