Vielen Dank für Eure Einschätzungen und Erfahrungen. Dadurch konnte ich meine wirren Gedanken wieder etwas sortieren.
Hallo Barthell,
durch Druck erreicht man garnichts, das stimmt. Wissen wir als Alkoholiker ja am besten.
Das mit dem Dreieck ist interessant, muss ich mal googeln.
Klingt jetzt etwas banal, aber vielleicht schenke ich meinem Partner demnächst einfach mal einen Gutschein, mit dem er mal nur etwas Gutes für sich tun kann.
Hallo Ideja,
du hast recht mit den Baustellen. Ich möchte schon wieder zuviel auf einmal lösen und überfordere mich damit. Durch meine Nüchternheit sehe ich jetzt natürlich auch wieder den ganzen Schaden, den ich angerichtet habe und es tut mir so leid, dass mein Partner in all den Jahren mit mir krank geworden ist. Die Schuldgefühle wird man einfach nicht von heute auf morgen los.
Deine Überlegungen finde ich sehr gut.
Oder, bist du an dem Punkt wo du euere Beziehung allgemein durchleuchtest?
Das mache ich schon seit vielen Jahren. Tief im Inneren denke ich, dass wir beide uns eher schaden, obwohl jeder für den anderen das Beste will. Eine Trennung ist eigentlich schon längst überfällig, wurde aber durch die gegenseitige Abhängigkeit nie endgültig vollzogen.
Was wäre wenn du allein wärest? Oder brauchst /brauchtest du ihn genau aus dem Co Gründen?
Diese Fragen habe ich mir auch schon oft gestellt und bin zu keiner Antwort gekommen. Ich hab mich immer wieder gefragt, ob ich durch meinen coabhängigen Partner noch tiefer in die Sucht gerutscht bin oder ob er meinen totalen Untergang verhindert hat. Das werde ich wahrscheinlich nie erfahren. Bitte nicht falsch verstehen. Ich suche keinen Schuldigen.
Ich brauche / brauchte ihn natürlich als Co. Ich bin auch stark verunsichert, weil mein Partner, sobald ich das Thema Trennung anspreche, immer sagt, dass ich ohne ihn untergehe. Da ich mir selbst nicht mehr vertraue, glaube ich das mittlerweile selbst.
Zudem muss ich wieder lernen, Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Er hat mir ja alles abgenommen.
Aber ich werde mich jetzt erst mal weiter um meine Trockenheit kümmern, denn ich merke beim Schreiben, dass mich dieses Thema hier zu stark belastet. Ich muss nach und nach alles angehen.
Hallo Morgenrot,
alles, was du beschreibst, erlebe ich gerade.
Mein Partner kann noch nicht einmal eine halbe Stunde entspannt in der Sonne liegen. Er flüchtet sich in die Arbeit und beschäftigt sich mit mit meinen und den Problemen anderer Menschen, möchte jedem helfen.
Das Dir das mit dem Vertrauen immer noch schwerfällt, ist ja total verständlich. Man wurde ja sooft belogen, hintergangen und enttäuscht. Selbst wenn die Wunden verheilt sind, bleiben da Narben.
Hallo Aurora,
dein ausführlicher Text hat mich sprachlos gemacht, sodass ich da garnicht mehr viel dazu schreiben kann. Die Übereinstimmungen sind erschreckend. Alles, was du schreibst, spielt sich seit Jahren eins zu eins so bei uns ab.
Nur ein Beispiel: Wenn ich Apfelsaftschorle trinke und mein Partner ins Zimmer kommt und das Glas sieht, wird er kreidebleich im Gesicht und denkt, dass ich Wein trinke, weil der ja eine ähnliche Farbe hat.Er verfällt dann für einen kurzen Moment in Schockstarre. Das ist einfach furchtbar für beide Seiten.
Immer war ich gut genug für den ganzen Mist und nun willst DU mir was sagen?", so denke ich als Co...
"Ich hab all die Jahre alles für dich gemacht, mein eigenes Leben geopfert und nun? Bin ich denn gar nichts mehr wert?"
All diese Aussagen denkt mein Partner nicht nur, er hat sie so wie oben geschrieben wortwörtlich schon mehrmals ausgesprochen. Und das macht mir natürlich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Aber ich muss lernen, damit umzugehen.
Schuldgefühle bringen mich nicht weiter.
Wir sind beide abhängig und müssen unser ganzes Leben umkrempeln. Viel Arbeit liegt vor uns, aber jetzt muss ich erst mal alles sacken lassen .
PS: Ich wusste garnicht, dass Dante Dein Mann ist. Schön, dass ihr Euch gefunden habt. 
LG
Carmen