Beiträge von AufderSuche

    Etwas kniffliger ist das bei deinem Patenkind, da es ja nicht erwachsen ist.

    Dort gilt aber zunächst, dass der Vater die Verantwortung für seine Tochter hat.

    Wenn er sich überfordert fühlt, kann und sollte er Hilfe hinzuziehen.

    Du hast da eigentlich wenig Möglichkeiten und Einfluss, da du nicht sorgeberechtigt bist. Da du die Missstände dort bemerkt hast, war es gewiss richtig, das Jugendamt zu informieren, damit die sich der Sache zum Wohl und Schutz des Kindes annehmen. Hast du mit dem Vater des Kindes Kontakt?

    Gesund ist das bestimmt nicht.. Aber wie macht man das anders? So das man sich noch im Spiegel angucken kann, es einen aber nicht fertig macht...

    Dieses Verantwortungsdenken, wie du es von dir beschreibst, kenne ich von mir selbst und von Innen drin betrachtet, wirkt es auf mich auch immer wieder so, als wenn ich mich dem nicht entziehen kann, nicht entziehen darf.

    Wie kommt man da raus? Wie macht man es anders?

    Nun, zunächst einmal ist es dir überhaupt schon mal aufgefallen, dass du dich in Sachen reinhängst, die dich eigentlich nicht kümmern sollen.

    Hast du schon mal versucht, es von außen zu betrachten? In Bezug auf deine Mutter wäre das zum Beispiel, dir bewusst zu machen, dass sie eine erwachsene, mündige Frau ist, die ihre eigenen Entscheidungen getroffen hat und trifft. Sie lässt sich da von dir gewiss auch nicht reinreden, sondern sie wählt ihren Weg.

    Es kann gut sein, dass du diesen Weg nicht für richtig hältst, aber sie hat so entschieden. Wenn sie etwas ändern wollte, hat sie das selbst in der Hand.

    Wenn sie in dem Fall um deine Hilfe bittet, kannst du für dich schauen, ob und inwiefern du ihr helfen kannst.

    Hallo Hexe,

    Ich spüre nur oft einfach nichts Leere, obwohl ich weiss ich sollte eigentlich etwas spüren. In dem Moment als ich erfahren hatte, dass mein Mama meinen Bruder tot aufgefunden hat, war da NICHTS. Ich hätte doch etwas spüren müssen.. Ich habe später geweint und mich vor allem schuldig gefühlt. Aber da war zwischendurch mehr leere als etwas anderes. Auch in anderen Situationen, wo ich bei jedem anderen mitfühlen würde, wenn es mir passiert, ist da einfach nix.

    es könnte gut sein, dass dein Inneres dich vor zu viel Gefühl schützt....

    In meinem Kopf herrscht Chaos. Seit dem Tot meines Bruders noch mehr, das Gefühl Machtlos und Hilflos zu sein, noch größer. Ratlos wie ich das alles mit meiner Tochter in Zukunft regeln soll...

    Hallo Hexe,

    auch von mir ein herzliches Willkommen in dieser Online-Selbsthilfegruppe und mein herzliches Beileid zum Tod deines Bruders.

    Dass du dich besonders derzeit emotional überlastet fühlst, kann ich gut nachvollziehen. Alkoholismus in der Familie (Vater und Bruder) zu erleben ist schon eine Sache, aber dann noch erleben zu müssen, dass und wie der Bruder daran zugrunde gegangen ist, reißt eine noch tiefere Wunde.

    Gefühle von Macht- und Hilflosigkeit, von Chaos im Kopf sind mir auch vertraut. Bei mir gab’s auch eine Zeit, in der ich gar nicht benennen konnte, was ich eigentlich fühlte.

    Nun kannst du immerhin schon das Gefühl „Trauer“ benennen. Trauern braucht Zeit und Trauerarbeit ist harte Arbeit.

    Musst du denn im Moment schon eine Lösung haben, wie du das mit deiner Tochter regelst? Eilt das gerade?

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Das ist das was ich auf keinen Fall möchte.....erst weg und dann nochmal zurückkommen da drehts mir beim Gedanken daran schon den Magen um...

    ich mach mir in den nächsten Tagen einen genauen Plan..

    War nur so ein Gedanke... da spielte das mit rein, was Sunshine geschrieben hat und auch meine eigene Geschichte, wie mir eben erst im Nachhinein aufgefallen ist...

    Hast du Unterstützung vor Ort oder könntest du jemanden mit ins Boot holen, deine Mutter zum Beispiel? Dem mehr oder minder alleine gegenüber zu stehen, stelle ich mir schwer vor...

    Ich wünsche dir Mut und Kraft.

    Wie war ich früher.....anders.....ich sehe meine Schwester kaum, die auch eine kleine tochter hat.. ich hatte oft am Wochenende besuch, ich hatte pure Lebensfreude, ich war SPONTAN... Meine Nichte dürfte niemals am Wochenende bei mir übernachten...Meine Schwester, meine Freunde sagen alle, wie hast du das nur solange ausgehalte, das hätte doch niemand so lange mitgemacht..

    Ich hab die Lebensfreude ein bissl verloren, früher hab ich mich über kleine Dinge freut...jetzt gehts eigentlich oft nur darum, das wochenende gut möglichst rumzubringen..

    Das sagt viel darüber aus, wie dich die Situation dort verändert hat....

    Und es zeigt auch, dass du in das Leben, das dir da aufgezwungen worden ist, nicht hineinpasst...

    Kannst du nicht bis dahin bei deiner Schwester oder Mutter unterkommen?

    Also gleich weg und später mit Hilfe und in Begleitung zurückkommen?

    Fabienne, das wird ja immer heftiger, was so nach und nach immer mehr rauskommt...

    Von außen betrachtet: Hilfe!

    Ich frag mich gerade echt, wie du früher mal warst.... Hast du dich von ihnen verändern lassen?

    Für mich von außen klingt das, was du beschreibst, als wenn du total klein gemacht worden wärest...

    Ich muss an meine Mutter denken, die mal eine starke, selbstbewusste Frau gewesen sein soll... Nun hat die in einer etwas anderen Situation gelebt als du, aber das Leben an der Seite meines Vaters, der wirklich Alkoholiker war und häufig heftig in die Trinkerei abgestürzt ist, hat sie klein gemacht und letztlich zerbrochen.

    Ich hab meine Mutter überhaupt nicht als stark in Erinnerung, sondern als klein. Ich hätte mir eine starke Mutter gewünscht und ich hätte eine starke Mutter gebraucht....

    also die beiden großen freuen sich schon sehr auf Ruhe ohne ständig nur Kritik

    Das sagt ne Menge...

    Sie werden mir Vorwürfe machen, dass ich Larissa und den Kindern wieder eine Trennung antue..und dann werde ich wieder ins grübeln kommen..

    warum geht mir das nur so unglaublich nah! Ich hab richtig Angst :(

    Das kann durchaus sein, dass sie dir Vorwürfe machen, denn aus ihrer Sicht ist ja alles ok. Was gibt‘s denn auch Schöneres für Eltern, als wenn der Sohn ständig bei den ihnen abhängt und alles Mögliche mit ihnen bespricht.

    Und sie haben ja auch ihre eigenen klaren Regeln, bei denen sich deine Schwiegereltern und den Mann offensichtlich einig sind.

    Nur sind es eben nicht DEINE Regeln bzw. du fühlst dich alles andere als wohl damit.

    Und du fühlst dich nicht wohl damit, dass dein Mann ständig mit deinen Schwiegereltern abhängt, sich dauernd mit seiner Mutter über dich und dein Betragen austauscht und diese Familie offensichtlich nicht ohne Alkohol leben kann oder leben will.

    Und natürlich treffen dich die möglichen Vorwürfe, denn, davon gehe ich mal so aus, du fühlst dich als Mutter für deine Kinder verantwortlich und du machst dir selbst schon Gedanken und Sorgen darum, deinen Kindern eine erneute Trennung zuzumuten. Ihre möglichen Vorwürfe sind Wasser auf die Mühlen deines eigenen sogenannten „Inneren Kritikers“, der dich dann wiederum ins Grübeln bringt.

    Wie ich dir schon schrieb:

    Du kannst davon ausgehen, dass da gerade nicht wenig Aufruhr in deinem Inneren herrscht, und je nach dem, welcher Teil sozusagen gerade das Sagen hat - das kann durchaus wechseln -, fühlst du mehr Angst, Stress und so weiter oder mehr Freude, Aussicht auf Erleichterung und so weiter.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Guten Morgen, Cadda,

    zu ein paar deiner Ausführungen würde ich gerne meine eigenen Gedanken und Erfahrungen damit mit dir teilen. Ich hoffe, das ist ok für dich.

    Gerade in dieser November-Zeit, so kurz vor der Weihnachtszeit, da schweifen die Gedanken irgendwie doch öfter an Menschen, die nicht mehr da sind. So geht es mir jedenfalls. Das macht natürlich auch ein wenig traurig, aber es ist ok so, denn zu Saufzeiten habe ich solche Gefühle grundsätzlich verdrängt. Traurig sein? Wütend sein? Das habe ich sofort mit guter Musik und viel Sekt oder Wein wieder in den Griff bekommen. Kurzzeitig allerdings nur, das versteht sich von selbst. Inzwischen bin ich froh, dass ich mich solchen Gefühlen stelle und sie eben auch zulasse.

    Das geht mir irgendwie ganz ähnlich.

    Mit der Vorweihnachtszeit habe ich schon seit Jahren meine Probleme.

    Einerseits sehne ich mich nach dem, was ich als kleines Kind mal hatte, diese Vorfreude, das Gefühl von jeder Menge Zeit, Lichterglanz, Adventskalender basteln und öffnen und so weiter.

    Andererseits hat sich mein Sehnen, haben sich meine Wünsche nie erfüllt, da diese Zeit bei uns, seit wir im Berufsleben stecken, trotz aller Bemühungen um Entschleunigung immer die stressigste Zeit des Jahres war und ist und in meiner Schwiegerfamilie genau im Dezember die meisten Geburtstage liegen, zu denen wir hinfahren müssen und auch wollen.

    Und drittens kommt bei mir in dieser Zeit immer Wehmut auf, zum einen wegen der Menschen, die nicht mehr da sind, (Papa, Mama, Großeltern, Onkel), wegen meiner Schwester, die mich aus ihrem Leben ausgeschlossen hat, und wegen einiger trauriger Erinnerungen an genau diese Zeit. Mein Vater ist während dieser Zeit immer rückfällig geworden. Für ihn war es offenbar auch eine schwierige Zeit.

    Mit den aufkommenden Gefühlen hatte ich auch immer meine Schwierigkeiten und hab sie tatsächlich auch mit Alkohol leichter zu machen versucht.

    Dieses ist bei mir jetzt das zweite Jahr, in dem ich in dieser Zeit nicht auf Alkohol zurückgreifen werde, sondern mich den Gefühlen stellen werde und sie zulassen werde.

    Ich weiß noch nicht, wie es wird, denn eine genaue Erinnerung, wie es vergangenes Jahr war, habe ich merkwürdigerweise nicht. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Trauer über den Tod meiner Mutter (Ende September) noch relativ frisch war und auch meine ersten Erfahrungen mit einem alkoholfreien Leben.

    Dass es mir auf jeden Fall gerecht wird und grundsätzlich gut tut, mich meinen unterschiedlichen Gefühlen zu stellen und ihnen jeweils den Raum zu lassen, der ihnen zugestanden werden sollte, habe ich inzwischen schon gelernt.

    Ich wünsche dir einen angenehmen Tag und eine Vorweihnachtszeit nach deinem Geschmack und zu deiner Zufriedenheit.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Liebe*r AufderSuche,

    vielen Dank für deinen Beitrag. Mir ist der obige Satz sehr hängen geblieben. Darf ich dich fragen, ob und inwiefern sich dieses "Verfolgen" im Laufe der Zeit verändert (hat)? Konntest du irgendwann besser damit umgehen oder gibt es bestimmte Dinge, die einfach immer schwierig bleiben? Es interessiert mich sehr, da ich das Gefühl habe, noch total am Anfang mit der Aufarbeitung zu stehen. Mir ist bewusst, dass das auch auf kein konkretes Ziel hinsteuert und dann vorbei ist, sondern ein lebenslanger Prozess.

    Gruß von Billy

    Liebe Billy,

    ich werde versuchen, deine Frage zu beantworten.

    Ja, dieses „Verfolgen“ hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert.

    Es trat immer wieder etwas ein, das ein Handeln meinerseits notwendig machte.

    Zunächst habe ich versucht, mich gänzlich aus dieser Geschichte zu lösen, bin von zuhause weggegangen.

    Lange, lange Zeit habe ich es als Makel empfunden, einer Alkoholikerfamilie zu entstammen, und versucht, diesen Makel irgendwie wegzumachen. Ich habe studiert, einen guten Beruf gehabt und diesen mit Perfektionismus ausgeübt.

    Dieser Perfektionismus hat mich an meine Grenzen und weit darüber hinausgebracht, so dass ich schließlich psychisch erkrankt bin.

    Die psychische Erkrankung brachte es schließlich mit sich, mich mit meiner Vergangenheit auseinandersetzen zu müssen.

    Erst vor einem Jahr lernte ich den Begriff EKA kennen und fand mich in den Erfahrungsberichten anderer EKAs und gewissen Persönlichkeitsmerkmalen wieder. Das empfand ich als große Erleichterung. Es gab mir das Gefühl, mit dem, was ich nun einmal bin, nicht allein zu sein. Zuvor hatte ich immer das Gefühl anders und allein zu sein.

    Inzwischen denke und empfinde ich nicht mehr diesen Makel, Tochter aus einer Alkoholikerfamilie zu sein. Es ist, wie es ist, und ich bin, wie ich nun einmal bin. Positiv betrachtet hat es mich befähigt, andere Menschen, denen Ähnliches geschehen ist, verstehen zu können. Positiv betrachtet habe ich durch meine Vergangenheit Fähigkeiten erworben, die andere nicht haben oder zumindest so nicht haben.

    Schwierig ist es für mich bis heute, aus gewissen, erworbenen Mustern auszubrechen. Da ist zum Beispiel dieses Gefühl bzw. die Rolle der Verantwortung. Ich bin als Kind in diese Rolle, Verantwortung für meine Eltern zu haben und notgedrungen übernehmen zu müssen, hineingeraten. Eine Rolle, die kein Kind übernehmen sollte, weil es damit völlig überfordert wird. Noch heute passiert es mir, dass ich eine Verantwortung zu übernehmen versuche, die eigentlich gar nicht meine ist, wenn ich das Gefühl habe, dass andere sie nicht übernehmen.

    Schwierig ist, aus diesem Gefühl herauszukommen, nicht gut genug zu sein. Mein sogenannter „Innerer Kritiker“ ist ziemlich dominant. Inzwischen weiß ich zwar, was seine eigentliche Aufgabe ist, und ich schätze ihn mitunter auch dafür, aber ziemlich oft noch macht er mich völlig nieder. Da sind Bemerkungen, Denkmuster, Erfahrungen miteingeflossen, die ziemlich destruktiv sind. Diese gilt es für mich als solche aufzudecken.

    Vor Kurzem erst wurde mir klar, dass ich, trotz allem, was ich selbst versucht habe - und ich hab wahrlich nicht wenig versucht - die professionelle Hilfe durch einen Therapeuten brauche, um tatsächlich weiterzukommen. - Wie weit das bei dir der Fall ist, kann ich nicht beurteilen, nicht alle EKAs müssen diesen Weg gehen oder gehen diesen Weg.

    Zusammenfassend kann ich sagen: Ja, ich habe gelernt, besser damit umzugehen.

    Manches ist noch schwierig, aber auch da bin ich inzwischen recht guten Mutes, dass auch das besser wird.

    Ich kann gut nachvollziehen, wie es dir mit dem Gefühl geht, ganz am Anfang zu stehen. Du liegst ganz richtig damit, auf kein konkretes Ziel hinzusteuern. Es kann in der Tat eine ganze Weile dauern, bis du dorthin kommst, wo du sagen kannst, „Jetzt ist es ok, ich bin zufrieden, wie es jetzt ist.“

    Was ich dir raten kann, ist, Geduld mit dir zu haben und dich nicht zu überfordern. Konzentriere dich jeweils auf das, was jetzt gerade anliegt.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Danke für den Zuspruch. Je näher der Tag kommt, desto schlechter gehts mir innerlich...eigentlich sollte ich mich aber freuen!

    Naja, geh einfach mal davon aus, dass da mindestens ein Teil in dir ist, der eine ganze Menge auf dich zukommen sieht...

    Möglicherweise der Teil, der sich besonders nach Sicherheit und festen Strukturen sehnt oder der Teil, der einfach nur Frieden möchte, oder es ist dein sogenannter „Innerer Kritiker“ oder ...

    Du kannst davon ausgehen, dass da gerade nicht wenig Aufruhr in deinem Inneren herrscht, und je nach dem, welcher Teil sozusagen gerade das Sagen hat - das kann durchaus wechseln -, fühlst du mehr Angst, Stress und so weiter oder mehr Freude, Aussicht auf Erleichterung und so weiter.

    Gewiss spielt dabei auch eine Rolle, wie viel du gerade um die Ohren hast.

    ... ich hatte das früher offen gestanden auch gesagt.... dass ich ja nicht besoffen sei.... und fand tatsächlich, dass dies ein argument auf der pro-seite für meinen alkoholkonsum sei... wirklich.

    dass es jedoch äusserst fragwürdig ist, wenn ich nach einer flasche weisswein immer noch nicht besoffen war, sondern allenfalls ein leicht beruhigtes körpergefühl verspürte, das verdrängte ich.... und zwar recht erfolgreich.

    Da ging’s mir ziemlich ähnlich wie Florian...

    Ich bin Samstags mal mit meiner Mum und meiner Schwester zum Bummeln in eine größere Stadt gefahren... sowas machen wir total gern.

    da war abends sauer und seine mum hat gesagt, ich sowas ja machen, aber nur wenn der haushalt an dem Tag fertig ist!

    Das fand ich fast schon lustig!

    🤔... kenne ich von irgendwoher, diese Einstellung....🤔 ... woher nur?.... Ach ja, aus alten Filmen oder Filmen, die eine gewisse Zeit darstellen...

    Hat irgendwie was von Gängeln, was du da beschreibst... Und die Einmischung durch die Schwiegermutter finde ich auch ein bisschen sehr too much...

    Würde ich mir jedenfalls verbitten.

    Eigentlich hab ich ja schon lange alle antworten....

    Ich kann durchaus nachvollziehen, wie es dir geht...

    Das eine ist, etwas grundsätzlich vom Verstand her zu wissen oder zu begreifen,

    das andere ist das Gefühl...

    Ich kenne das bei mir auch in anderen Zusammenhängen und es ist auch normal, denn wir Menschen bestehen eben nicht nur aus Verstand.

    Und von den Gefühlen ist häufig auch nicht eines ganz eindeutig da, das spürst du ja selbst.

    Mit dem Verstand kommst du da meiner Erfahrung nach nicht weiter, sondern nur, wenn du den jeweiligen Gefühlen und Bedürfnissen ihre Berechtigung einräumst, jedes für sich ernst nimmst und spürst, wofür es jeweils steht bzw. was seine Aufgabe ist.

    Da ist das Bedürfnis nach Nähe, das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit, nach Wertschätzung.

    Das ist das Gefühl von Liebe, von Trauer, von Enttäuschung, von Hoffnung, von Sorge, von Wut und so weiter.

    Sie alle unter einen Hut zu bekommen, ist schwer, aber Verhandlungen und Kompromisse sind möglich.

    Zitat

    Als ich letztes mal ausziehen wollte hat er gesagt, deine Wohnung ist ja nicht um die Ecke wo ich auch mal zu fuß hingehen kann...das heißt es war ihm wichtig, dass er auch kommen kann, wenn ich schon sein BIERCHEN getrunken hat...

    und auch weiß ich innerlich dass er das mit dem Bier gar nicht ändern möchte, weil er es selbst nicht als schlimm empfindet und seine Eltern ja auch nicht. Denn er kriegt ja trotzdem alles auf die Reihe....

    Das ist die Sache mit der fehlenden Einsicht, die ich meine, und der Umstand, ob er dazu unter den gegebenen Umständen überhaupt in der Lage ist.

    Horch mal in dich hinein, was genau das mit dir macht. Welche Gefühle tauchen da auf?

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Komisch, aber der Gedanke "Wir sind jetzt nicht mehr zusammen" oder wir sind nun getrennt, finde ich schon trotzdem hart.

    Nur so ein Gedanke: Wenn du mit dem Gedanken Schwierigkeiten hast, dann ändere ihn doch für dich ab in „Ich ziehe jetzt aus, weil ICH das hier so nicht mehr länger ertrage, ertragen kann und ertragen will.“ Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass ihr nicht mehr zusammen seid, du gehst eben nur auf den Abstand, den DU für dich brauchst.

    Gewiss gab es bei euch gute Zeiten, die gab es in meiner Familie auch. Und die sind deswegen ja auch nicht grundsätzlich weg.

    Dass er fragt, zeigt ja auch, dass ihm grundsätzlich etwas an dir liegt. Die Frage ist nur, ob sich da so, wie die Dinge im Moment nun einmal so liegen, ernsthaft etwas ändern kann.

    Ich selbst kenne die Krankheit nicht nur durch meinen Vater, sondern auch von Innen. Sich daraus zu lösen, ist grundsätzlich möglich, aber dafür muss die entsprechende Einsicht vorhanden sein und der unbedingte Wille, sein Leben ändern zu wollen. Fraglich und völlig offen ist, ob er dazu unter den gegebenen Umständen überhaupt in der Lage ist. Das Versprechen, an das Hanseat dich erinnert, spricht Bände.

    Was du mit dem Auszug gewinnen kannst, ist der nötige Abstand, den du vermutlich für dich brauchst. Ob er‘s tatsächlich schafft, etwas zu ändern, wirst du mit mehr Ruhe beobachten und abwarten können.

    Ich habe eine Frage.....

    Vielleicht kann mir jemand diese beantworten, der selbst getrunken hat.

    Wie kann jemand von jetzt auf nachher nichts trinken, ohne körperlichen Entzug. Ist man dann (nur) psychisch abhängig?

    Ich weiß, es ist eine doofe Frage. Beschäftigt mich aber.....

    Hallo Fee,

    auch ich kann dir bestätigen, dass das keine doofe Frage ist.

    Bei dem, was dein Mann trinkt, Wodka, bin ich mir gar nicht so sicher, ob er wirklich unter der Woche nichts trinkt.

    Übrigens, was stellst du dir denn unter körperlichem Entzug vor?

    Manch einer, ich selbst, als ich noch getrunken habe, glaubt, dass sich körperlicher Entzug in Zittern, Schweißausbrüchen und so weiter zeigt, und beruhigt sich dadurch, dass das nicht geschieht, nicht abhängig zu sein.

    Zittern, Schweißausbrüche und so weiter treten meines Wissens auf jeden Fall ab einer gewissen Phase dieser Krankheit bei Dauerkonsum ein, wenn einem gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als trinken zu MÜSSEN.

    Hast du mal den Artikel über „Kalten Entzug“ studiert? Hier wird manch einem, der aufhören will, obwohl er zu anderen Gelegenheiten keine Entzugserscheinungen bemerkt haben will, nicht ohne Grund dazu geraten, sich professionell dabei begleiten zu lassen.

    Gewisse Entzugserscheinungen wird er, wenn er unter der Woche tatsächlich keinen Alkohol konsumiert, gewiss haben, nur sind die nicht so auffällig wie Zittern und Schweißausbrüche.

    Mir selbst ging’s in Trinkpausen fast ähnlich wie Hanseat, nur hätte ich das nie auf den Alkoholkonsum zurückgeführt. Auffällig ist allerdings, dass sich alles das deutlich gebessert bis in Luft aufgelöst hat, seit ich gar nicht mehr trinke.

    Viele Grüße

    AufderSuche