Beiträge von Stern

    Dennoch fällt es mir schwer. Ich habe einfach allem und jedem gegenüber ein schlechtes Gewissen, obwohl ich weiß, dass ich das nicht in diesem Ausmaß müsste. Da kommen dann auch immer wieder Gedanken, ob ich meinen Kollegen nicht doch sagen sollte, was mit mir los ist. Schwierig…..

    Ich habe es für mich vorgezogen, bei der Arbeit nichts zu sagen.
    Jeder hat mal einen ‚schlechten Tag‘ und auch mal mehrere. Da ist es völlig unerheblich, warum das so ist….finde ich.

    Mir hilft es ganz doll, hier alles aufzuschreiben, was mir auf dem Herzen drückt. Dann ist es erstmal raus und vieles wird dadurch leichter….und auch klarer.
    Schreiben dauert länger als denken. Und beim Schreiben sind meine Gedanken erstmal bei dem Satz, den ich gerade schreibe. In Gedanken überholen sich die einzelnen Wörter oft selbst und so kann doch dabei gar kein vernünftiger Satz rauskommen.

    Herzlichen Glückwunsch.

    Ich hoffe es wird besser wenn ich am Freitag in MEINE Wohnung ziehe

    Ich bin sicher, dass ‚es‘ besser werden wird.
    Geht doch gar nicht anders ….alles ist besser als das, was du erleben musstest.

    Freue dich auf das, was das Leben noch für dich bereit hält.
    Es wird wunderbar …..wenn du es zulässt, dass es wunderbar wird. Oft sind doch die Knüppel, die man sich selbst zwischen die Beine wirfst, die einen ins Stolpern und zum Hinfallen bringen.

    Ich bin zwar keine Betroffene, lese aber viel im Angehörenbereich. Einfach, weil ich da sehr viel auch über und für mich lerne. Sehr oft schreibe ich da nicht, weil ich ja da nun überhaupt gar keine Erfahrungswerte einbringen kann. Ein Empfinden habe ich trotzdem und hin und wieder erlaube ich mir auch eine Meinung.


    Als ‚Persönlichkeitsstörung‘ habe ich die Co-Abhängigkeit hier noch nie empfunden. Ob es eine ‚Reaktion auf andauernde Belastung‘ ist, kann ich nicht beurteilen.

    Aber mein persönliches Empfinden ist, dass hier viele Angehörige, die co-abhängig geworden sind, das irgendwie ‚in sich drin‘ haben. Also dieses ‚sich kümmern wollen/müssen‘, dieses ‚helfen wollen/müssen und dieses ‚für alles Verantwortung übernehmen wollen/müssen‘, dieser ‚wenn-ich- da-nichts- mache,-tut-es-keiner-Impuls’ oder dieses ‚wenn-ich-mich-nur-genug-anstrenge-Denken‘…..

    Das ist jetzt gar nicht negativ gemeint. Ich kann es nur gerade nicht besser ausdrücken.

    Ganz oft lese dann in den Büchern, dass da ein ganz lange zurückliegender (Grund)Stein nicht weggeschoben werden kann, er hier aber ins Rollen kommt….. und dann freue ich mich und schaue zu, wie der Stein rollt und rollt und rollt…..

    Mit meiner Abstinenz habe ich mich die letzten Tage nur insofern beschäftigt, dass ich nüchtern geblieben bin.

    Und das ist doch eine ganze Menge.

    Ruhe dich weiter aus und werde gesund. Unsere Beiträge hier sind ja praktisch festgetackert und du kannst die auch noch lesen, wenn es dir besser geht und deine Gedanken werden auch klarer, wenn du nicht mehr damit beschäftigt sein musst, dieses blöde Corona loszuwerden.

    Es geht bergauf. Das liest sich super.👍🏻

    Hallo CarMa,

    du bist jetzt für die offenen Bereich freigeschaltet. Dein Thema habe ich in den entsprechenden Bereich verschoben. Hier kannst du all deine Gedanken lassen, dich sortieren und deinen Weg für dich dokumentieren.

    Hier findest du eine wahre Schatzkiste an Erfahrungen. Bediene dich aus ihr.

    Mir hat das Lesen und Schreiben hier sehr geholfen, meinen nüchternen Weg zu finden und ihn sehr zufrieden zu gehen.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich.


    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Hallo Tulpe 67

    Herzlich Willkommen.

    Du bist jetzt für den offenen Bereich freigeschaltet und ich habe dein Thema in den Angehörigenbereich verschoben.
    Du kannst Dich jetzt überall austauschen, jedoch bitte nicht in den ersten vier Wochen im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier einige von euch davon ausgehen, dass ich es eh nicht schaffen werde, abstinent zu leben, weil ich nach eurer Meinung sowieso schon alles falsch gemacht habe und falsch angehe?

    Ich gehe nicht davon aus, dass du es eh nicht schaffst. Überhaupt nicht.
    Und ich finde auch überhaupt nicht, dass du irgendwas falsch machst, alles schon mal gar nicht.

    Ich gehe erstmal bei jedem hier davon aus, dass er es schafft. Mag dem geschuldet sein, weil ich es mit diesem Forum geschafft habe, nüchtern zu werden und nun schon über 3 Jahre auch zu bleiben …. und das sehr glücklich und zufrieden.
    Ich bin hier als verzweifeltes Häufchen Elend aufgeschlagen, keine Ahnung von gar nix …..aber mit der festen Überzeugung im Kopf, dass ich ab jetzt nie wieder Alkohol trinken werde. Weil das der einzige Weg ist, um wieder leben zu können.
    Dabei ist mir völlig wurscht, was andere (nichtsüchtige) Menschen machen oder nicht machen, trinken oder nicht trinken. Ich kann keinen Alkohol trinken, wenn ich leben will. Und ich will leben.

    Ich möchte dir auch gar nix empfehlen. Weil ich davon ausgehe, dass du dir hier in dem großen Erfahrungsschatz, der sich dir in all den Beiträgen hier bietet, dass mitnehmen wirst, was für dich passt und eben das liegen lässt, was nicht passt.

    So jedenfalls habe ich das gemacht. Lesen….mehr lesen ….und noch mehr lesen. Sortieren …Nüchtern bleiben…immer weiter laufen. Und dabei aber auch immer mal nach links und rechts gucken, ob dieser Weg für mich so (noch) passt oder ob ich was korrigieren oder optimieren sollte. Immer nur für mich …..und immer so, dass ich mich gut fühle.

    Ich habe meinen nüchternen Weg nicht im Kopf vorgefertigt. Ich hatte ja viel zu lange gesoffen, um mir überhaupt noch vorstellen zu können, dass ich mal ohne Alkohol leben könnte. Ich habe geschaut, wie die Leute hier ihren nüchternen Weg gefunden haben und ich habe geschaut, was davon kann ich in meine kleine neu gewonnene nüchterne Welt einbauen.
    Das funktioniert bei mir besser, wenn ich die Sätze, die mir erstmal so gar nicht gefallen, nicht als Angriff sehe. Sie bieten in jedem Fall genügend ‚Material’ zum Nachdenken.
    Wir sind alle verschieden, uns vereint die Alkoholsucht und der einzige Weg, nüchtern werden und es zufrieden zu bleiben, ist ein alkoholfreies Leben, mit dem es mir gut geht.
    Ein Leben, in dem es mir gut geht, muss nicht das Leben sein, was dir gut tut.

    Hallo CarMa,

    schön, dass du uns gefunden hast.
    Und richtig gut finde ich, dass du qualifiziert entgiftet hast. Damit hast du dir eine super Grundlage geschaffen, um in ein neues Leben starten zu können.

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Findest du dich darin wieder?

    Ich war in keiner Therapie. Ich bin seit fast 3 Jahren und 4 Monaten in dieser Selbsthilfegruppe hier und seitdem auch nüchtern.

    Hallo Tante Frieda,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen.

    Meine beiden vergangenen Versuche in ein abstinentes Leben waren begleitet von einem regelrechten Höhenflug

    Mal ganz aus dem Zusammenhang gerissen, fällt mir das Wort ‚Versuch‘ auf.

    Ich finde einen Satz mit ,Versuchen‘ nicht so gelungen, weil Versuche immer die Möglichkeit offen lassen, dass der Versuch schief gehen kann.
    Als ich endlich aufhörte zu versuchen, und der Entschluss, ab jetzt nüchtern zu leben, felsenfest stand, habe ich nicht mehr darüber nachgedacht, ob es jetzt vielleicht wieder nicht klappt. Die Frage stellte sich nicht mehr, weil ich nicht mehr versuchte, keinen Alkohol mehr zu trinken, sondern weil ich keinen Alkohol mehr trinke.
    Ich finde, dass manchmal einfach ein anderes Wort eine ganz andere Wertigkeit in eine Sache legen kann.


    Ich wollte es wissen. Ich stellte mir vor, dass ich eines schönen Tages - wenn ich nur lang genug trocken lebte - wieder kontrolliert trinken könnte. (Als hätte ich es je gekonnt). Was meines Wissens nach nicht ein einziger Alkoholiker geschafft hat, sollte nun ausgerechnet ich - die personifizierte Suchtpersönlichkeit - hinbekommen. Ganz schön vermessen.


    Für keinen Alkoholiker wird es jemals wieder möglich sein, kontrolliert zu trinken.
    Die Alkoholsucht ist ja eine unheilbare Krankheit, sie geht nie wieder weg. Das muss im Kopf ankommen.
    Lediglich stoppen kann man die Sucht ….mit absoluter Abstinenz. Nur solange, wie es keinen Alkohol gibt, schlummert die Sucht in uns. Die Sucht wird sofort wieder aktiv gelebt, wenn es Alkohol gibt. Ausnahmen gibt es nicht.

    Ich finde es sehr ehrlich und schonungslos, wie du über deine Sucht und deinen Rückfall schreibst. Das ist auch wichtig. Schön reden und verharmlosen bringen ja nix.

    Hallo Sternwarte,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Hier findest du ganz viele ähnliche Beiträge von Angehörigen von Alkoholikern. Aus ihren Erfahrungen kannst du bestimmt einiges für dich mitnehmen.

    Ich wünsche dir, dass du dich auf dich konzentrieren kannst.
    Deinem Partner kannst du nicht helfen, solange er keine Krankheitseinsicht hat und Hilfe annehmen will.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Dass dieses Forum beide Seiten unter einem Dach beheimatet, empfinde ich als sehr wertvoll.
    Aber auch hier gilt für beide Seiten, ich kann mich damit auseinandersetzen, ich muss aber nicht.

    Ich empfinde das auch als sehr wertvoll.

    Zeigen die verzweifelten Versuche der Angehörigen doch in schonungsloser Ehrlichkeit und trauriger Realität, dass ein Alkoholiker nicht mit dem saufen aufhören kann, weil es andere (oder auch er selbst) gern will.
    Wir haben eine Krankheit, die nur der Alkoholiker selbst zum Stillstand bringen kann. Und dazu muss er erkennen und akzeptieren, dass er krank ist und er nur mit absoluter Abstinenz wieder leben kann. Und diese Erkenntnis und diese Akzeptanz muss aus dem Alkoholiker selbst kommen.

    Ich habe viel von den Angehörigen gelernt.

    Aber nun merke ich, dass es doch nicht so einfach ist- weil es keine Pause mehr ist. Ich darf keinen Alkohol mehr trinken. Und es frustriert mich ein wenig, dass es jetzt schwieriger geworden ist, wo es doch nach der ersten Woche schon relativ einfach war.


    Die Anfangseuphorie ist vorbei. Jetzt will das Nüchternsein in den Alltag eingebaut werden.

    Etwas als ‚normal‘ zu empfinden, wie jetzt das Nüchternsein, finde ich für mich als Alkoholiker nicht immer einfach.
    Ich bewahre mir schon auch ‚das Besondere‘ am Nüchternsein, auf das ich jeden Tag gut aufpasse. Heute nach fast 3 Jahren und 4 Monaten nicht mehr jeden Tag so ganz gezielt und ganz bewusst, vieles wird ja zur liebgewonnenen Gewohnheit, aber dennoch schaue ich jeden Tag in dieses Forum, lasse meine Gedanken hier und alleine das ist ja schon ein ‚mich-mit-meiner-Sucht-beschäftigen‘.
    Im Alltag meide ich Veranstaltungen, auf denen der Alkohol vordergründig eine Rolle spielt und meine Wohnung ist absolut alkoholfrei.

    Zum Urlaub wurde in diesem Forum schon sehr viel geschrieben. Du wirst, wenn du dich hier etwas eingelesen hast, vieles finden, was für dich passt und vieles, was absolut nicht passt.
    Ich würde jetzt in der ersten nüchternen Zeit nicht unbedingt einen all-inclusive-Urlaub auf Malle buchen. Auch finde ich jetzt einen Campingplatz, wenn man dort jahrelang als Stammgast jede Party mitgenommen hat, nicht wirklich hilfreich.

    Aber es wäre ja wieder alles schlecht, wenn ich wieder trinken würde. Und ich würde mir mein neues Leben verbauen anstatt die Chancen, die ich momentan habe, zu nützen.

    Ich sehe das für mich etwas anders.
    Wenn ich wieder trinken würde, wäre nicht alles wieder schlecht. Ich würde mir auch nicht mein neues Leben verbauen und ich würde auch keine Chancen verstreichen lassen.

    Wenn ich wieder trinken würde, wäre das mein Todesurteil.
    Genau so kurz und knapp mit nur einem Wort zu sagen: Todesurteil.
    Weil ich mir sehr sicher bin, dass ich den Ausgang aus der Suchtspirale nicht noch einmal finden würde.
    Ich bräuchte mir dann keine Gedanken mehr um ein schlechteres Leben machen oder um irgendwelche Chancen. Ich würde mich tot saufen.

    Ich bin alkoholabhängig. Wenn ich leben will, kann ich keinen Alkohol trinken.
    Meine Entscheidung für mein Leben ist gefallen. Und mit dieser Entscheidung wurde der Alltag ohne Alkohol einfacher.

    Ist man erstmal Alkoholiker geworden, ist es ja nun mal so, dass es kein ‚ab und zu mal‘ oder ‚mal ausnahmsweise‘ gibt …..Es gibt nur ein ‚nie wieder‘. Deshalb ist es auch so wichtig, nicht nur von einem Alkoholproblem zu reden. Es muss im Kopf ankommen …..dieses Wort ‚Alkoholiker‘. Nur für mich selbst, was die Welt um mich herum weiß, ist dabei völlig wurscht.
    Egal, was andere um mich tun oder lassen, trinken oder nicht trinken …Ich kann keinen Alkohol mehr trinken ….wenn ich leben will.

    Hallo Naira,

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus.
    Du schriebst eingangs, dass du dieses Wort ‚Alkoholiker‘ als abwertend empfindest. Ging mir auch so.
    Das war meinem Unwissen über die Krankheit Alkoholsucht geschuldet und natürlich meinem Bild im Kopf vom Alkoholiker, der verlaust irgendwo seinen billigen Fusel säuft….. Und dieses Empfinden hat mich regelrecht gelähmt.

    Mit hat es sehr geholfen, mich mit unserer Krankheit zu beschäftigen. Nicht bis in jede Nervenzelle hinein, aber schon so ganz grundsätzlich. Die Erkenntnis, dass ich krank geworden bin, …..weil ich zu viel Alkohol getrunken habe, hat mir geholfen, meine Sucht zu akzeptieren und zu lernen, mit ihr zu leben. Denn mit ihr leben muss ich, sie geht ja nie wieder weg. Die Alkoholsucht geht lediglich zum Stillstand zu bringen. Lebenslange Abstinenz macht es möglich.

    Alkoholiker ist kein schönes Wort. Alkoholabhängiger oder Alkoholsüchtiger sind auch keine schönen Wörter.
    Ich war mir schon sehr früh bewusst, dass ich Alkoholiker geworden bin, habe das mit Ekel im Gesichtsausdruck zu meinem Spiegelbild gesagt. Und weil ich so ein fürchterlich abwertendes Gefühl dabei hatte, dass sich alles in mir gegen das Wort ‚Alkoholiker’ wehrte. konnte ich mich so viele Jahre niemandem anvertrauen…..und musste immer weiter saufen.

    Ich laufe draußen nicht rum und erzähle, dass ich Alkoholiker bin. Aber zu mir selbst musste ich ehrlich und schonungslos sein. Sonst hätte ich die Alkoholsucht nicht als Krankheit …. als meine Krankheit…. akzeptieren können. Nur mit Krankheitseinsicht ist es möglich, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Weil es so einfach keine andere Option bietet als: Keinen Alkohol mehr trinken.

    Hier im Forum ist es mir wichtig, ehrlich zu sein. Gelogen und verheimlicht habe ich lange ich genug.
    Hier weiß jeder, wovon ich rede. Ich muss nicht um nicht um den heißen Brei herumreden. Ich will es auch nicht. Weil wir eine sehr sehr schlimme Krankheit haben und da gibt es einfach nix, was ich mir schöner oder netter oder freundlicher reden kann. Ich benutze auch sehr auch sehr oft das Wort ‚saufen‘. Einfach, weil es für mich wirklich ‚saufen‘ war. Trinken tut ich heute…..aromatische Tees, selbstgepresste Säfte…..

    Ich nutze dieses Forum als Tagebuch für mich. Ich schreibe anonym, umschreibe manche Dinge, so dass sie auf jeden anderen anderen auch passen könnten.
    Ich schreibe meinen Weg auf, sortiere dabei meine Gedanken und freue mich über Antworten. Die sind nicht immer nur schön zu lesen. Aber sie sind in jedem Fall sehr wertvoll für mich, sie helfen mir dabei, meine Sichtweise zu überdenken, mich ggf. neu zu orientieren und ggf. auch zu korrigieren.
    Es werden ja hier Erfahrungen weitergegeben. Es werden Wege aufgezeigt, wie es andere Alkoholiker geschafft haben, sich ein nüchternes Leben aufzubauen. Nicht alles passt auf meinem Weg, aber alles lohnt, darüber nachzudenken und nicht als persönlichen Angriff zu sehen.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Die Alkoholiker die aber trocken wurden und es geblieben sind, konnten aber aufhören zu trinken. Also hat es ja doch mit "Wille" zu tun.

    Ich bin Alkoholiker.
    Und das habe ich auch ziemlich schnell gewusst. Ich habe die ganze Welt um mich herum belogen, mir selbst aber nie was vorgemacht.
    Ich wollte mit dem Alkohol trinken aufhören. Ich wollte das so sehr wie nichts anderes auf dieser Welt. Viele viele Jahre.
    Ich habe das jeden Morgen gewollt ….und jeden Nachmittag habe ich neuen Alkohol gekauft. Ganz oft stand ich dann da mit meiner Flasche und wollte den Inhalt dann einfach nur wegkippen….ich habe mich so geekelt vor dem Wein und ich fand mich eklig…. ich wollte so gerne damit aufhören.
    Ich konnte es nicht. Ich konnte einfach nicht damit aufhören, obwohl ich es so sehr wollte.
    Selbst sterben wäre die bessere Wahl gewesen…als immer weiter trinken zu müssen. Ich habe es nicht geschafft.

    Erst als mein Kartenhaus aus Lügen zusammengefallen ist, konnte ich langsam akzeptieren, dass ich Alkoholiker geworden bin.
    Ich hatte ja immer dieses Bild vom Alkoholiker im Kopf, der runtergekommen hinterm Bahnhof seinen billigen Fusel säuft…dass ich genau da dazu gehören soll, konnte ich nie akzeptieren. Ich habe mich nach Außen nie zu erkennen gegeben.
    Für mich zu akzeptieren, dass ich genau dieser Alkoholiker geworden bin, dann die Erkenntnis, dass ich krank bin und die hoffnungsvollen Worte in diesem Forum, dass es möglich ist, die Sucht zum Stillstand zu bringen, gaben mir die Hoffnung, dass auch ich das schaffe….nüchtern werden und nüchtern bleiben.

    Die vielen ,normalen’ Menschen hier haben mir gezeigt, dass es möglich ist, die Sucht zu stoppen. Der Wunsch aus tiefstem Herzen reichte dafür nicht aus.

    Am Anfang steht die Erkenntnis, krank zu sein Alkoholiker…. süchtig…. abhängig… Egal, wie man das Kind nennt, es musste im Kopf ankommen, dass die Alkoholsucht eine Krankheit ist und dass die nie wieder weg geht und dass es nur mit absoluter Abstinenz möglich ist, diese Krankheit zum Stillstand zu bringen. Es gibt sie…diese Möglichkeit, wieder normal leben zu können.

    Ich musste akzeptieren, dass ich Alkoholiker geworden bin. Ich glaube, dass war für mich das Schwerste überhaupt. Aber es war auch mein Start in mein nüchternes Leben.
    Es musste im Kopf ankommen, dass es nur diesen einen Weg gibt: kein Alkohol mehr. Nie wieder.

    Dieses ‚nie wieder‘ hat ja etwas Endgültiges. Kann auch Angst machen.
    Mir machte das keine Angst.
    Mir machte das Hoffnung…..weil ich es so sehr wollte.

    Ich werde die Sache mit dem Willen, der Einsicht und dem Krank-Sein vermutlich niemals verstehen.

    Vielleicht helfen dir meine Gedanken ein wenig dabei.

    Momo, wie geht es dir heute?
    Was kannst du aus den Gedanken hier für dich mitnehmen?

    Ich bin ein Mensch, und ein Mensch benötigt keinen Alkohol. Er benötigt Alkohol erst wenn er süchtig ist, das bin ich aber nicht mehr. Ich bin nicht mehr süchtig weil ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich bin sofort!!!! wieder süchtig wenn ich einen schluck trinke.

    Das sehe ich etwas anders.
    Ich bin noch immer süchtig. Auch, wenn ich heute keinen Alkohol mehr benötige.
    Ich konnte meine Sucht stoppen, sie zum Stillstand bringen. Süchtig bin ich dennoch. Und ich bleibe es auch immer.

    Ich fände es sogar recht gefährlich zu sagen, ich sei nicht mehr süchtig. Suggeriert das doch: Alles auf Anfang…..

    Aber das geht nicht mehr. Es gibt kein ‚Alles auf Anfang‘.
    Ich bin süchtig….alkoholabhängig….und das werde ich bis an mein Lebensende bleiben.

    Hier zu schreiben kann ja auch helfen, die eigenen Gedanken zu sortieren.

    Und es lesen ja auch immer welche mit, die dann auch ihre eigenen Erfahrungen dazu beisteuern. Auch daran konnte ich sehen, ob mein Weg in die richtige Richtung geht oder ob ich mal abbiegen müsste.

    Mir hat das Schreiben hier sehr geholfen auf meinem nüchternen Weg. Gar nicht mal so weit in die Zukunft, meist im Hier und Jetzt.