Naira - ich stelle mich vor

  • Hallo Naira,

    willkommen hier. Ich empfand das Forum anfangs als hart, ja sogar ungerecht mir gegenüber. Lange Zeit wollte ich nicht wahrhaben was hier geschrieben wurde. Da vergingen bei mir noch etliche Jahre. Heute sehe ich vieles so, wie die anderen User hier. Da bin ich mit zunehmender Trockenheit hingekommen.

    Vielleicht probierst du es einfach mal aus. Die Dinge, die dich besonders anpiecksen, da ist es sehr wertvoll mal hinzuschauen und sich selber gegenüber komplett ehrlich zu sein. Piekst es vielleicht darum, weil es nah an der Wahrheit ist?

    Du kannst hier viel wertvolle Hilfe erfahren, wenn du es zulässt. 🙂

    Liebe Grüße

    Twizzler

    Einmal editiert, zuletzt von Twizzler (22. September 2024 um 19:35)

  • Vielen Dank euch allen für eure Antworten. Mein Kopf ist gerade viel zu voll um auf alles einzugehen. Ich hatte auch ein ehrliches Gespräch mit meinem Partner. Das war auch sehr wichtig, denn ich brauche seine Unterstützung.

    Es gibt noch einiges, was ich momentan in meinem Leben ändere. Aber heute bin ich zu erschöpft, das alles zu schreiben. Ich mache das morgen.

    Aber so viel ist klar: Ich bin alkoholsüchtig, ich möchte für immer abstinent leben und ich möchte hierbleiben und mir von euch (und in der Therapie) dabei helfen lassen.

    Gute Nacht

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Es ist gut, dass Du einen Partner an Deiner Seite hast, mit dem Du ehrlich gesprochen hast.
    Lass Dir Zeit. Du bestimmst wann und was die nächsten Schritte sind. Wir laufen ja nicht weg.
    Es ist schön zu hören, dass Du hier bleiben willst.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hey Leute, hier ist der Vorstellungsbereich. Wir wollen hier keinen überreden was er nicht möchte.

    Nun zu dir Naira.

    Siehst du dich jetzt nun als Alkoholiker oder nicht?

    Alle mögliche Umschreibungen hab ich jetzt schon gelesen, das interessiert uns hier nicht, hier kommt rein, wer Alkoholiker ist.

    Hatte ich schon mal geschrieben.

    Bevor wir dir ne Freischaltung geben können ist das notwendig.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Naira

    Nun ist alles erfüllt, was für einen Austausch hier im Forum benötigt wird.

    Anhand des untenstehenden Bewerbungslinks kannst du kurz um Freischaltung bitten, und der nächste Moderator wird dich freischalten und an die richtige Stelle verschieben.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Das ging ja schnell. :thumbup:

    Nun bist du freigeschaltet, und ich habe dich an die richtige Stelle verschoben. Du kannst dich jetzt überall austauschen, bitte jedoch in den ersten vier Wochen nicht im Vorstellungsbereich.

    Einfach hier weiter schreiben

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Naira,

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus.
    Du schriebst eingangs, dass du dieses Wort ‚Alkoholiker‘ als abwertend empfindest. Ging mir auch so.
    Das war meinem Unwissen über die Krankheit Alkoholsucht geschuldet und natürlich meinem Bild im Kopf vom Alkoholiker, der verlaust irgendwo seinen billigen Fusel säuft….. Und dieses Empfinden hat mich regelrecht gelähmt.

    Mit hat es sehr geholfen, mich mit unserer Krankheit zu beschäftigen. Nicht bis in jede Nervenzelle hinein, aber schon so ganz grundsätzlich. Die Erkenntnis, dass ich krank geworden bin, …..weil ich zu viel Alkohol getrunken habe, hat mir geholfen, meine Sucht zu akzeptieren und zu lernen, mit ihr zu leben. Denn mit ihr leben muss ich, sie geht ja nie wieder weg. Die Alkoholsucht geht lediglich zum Stillstand zu bringen. Lebenslange Abstinenz macht es möglich.

    Alkoholiker ist kein schönes Wort. Alkoholabhängiger oder Alkoholsüchtiger sind auch keine schönen Wörter.
    Ich war mir schon sehr früh bewusst, dass ich Alkoholiker geworden bin, habe das mit Ekel im Gesichtsausdruck zu meinem Spiegelbild gesagt. Und weil ich so ein fürchterlich abwertendes Gefühl dabei hatte, dass sich alles in mir gegen das Wort ‚Alkoholiker’ wehrte. konnte ich mich so viele Jahre niemandem anvertrauen…..und musste immer weiter saufen.

    Ich laufe draußen nicht rum und erzähle, dass ich Alkoholiker bin. Aber zu mir selbst musste ich ehrlich und schonungslos sein. Sonst hätte ich die Alkoholsucht nicht als Krankheit …. als meine Krankheit…. akzeptieren können. Nur mit Krankheitseinsicht ist es möglich, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Weil es so einfach keine andere Option bietet als: Keinen Alkohol mehr trinken.

    Hier im Forum ist es mir wichtig, ehrlich zu sein. Gelogen und verheimlicht habe ich lange ich genug.
    Hier weiß jeder, wovon ich rede. Ich muss nicht um nicht um den heißen Brei herumreden. Ich will es auch nicht. Weil wir eine sehr sehr schlimme Krankheit haben und da gibt es einfach nix, was ich mir schöner oder netter oder freundlicher reden kann. Ich benutze auch sehr auch sehr oft das Wort ‚saufen‘. Einfach, weil es für mich wirklich ‚saufen‘ war. Trinken tut ich heute…..aromatische Tees, selbstgepresste Säfte…..

    Ich nutze dieses Forum als Tagebuch für mich. Ich schreibe anonym, umschreibe manche Dinge, so dass sie auf jeden anderen anderen auch passen könnten.
    Ich schreibe meinen Weg auf, sortiere dabei meine Gedanken und freue mich über Antworten. Die sind nicht immer nur schön zu lesen. Aber sie sind in jedem Fall sehr wertvoll für mich, sie helfen mir dabei, meine Sichtweise zu überdenken, mich ggf. neu zu orientieren und ggf. auch zu korrigieren.
    Es werden ja hier Erfahrungen weitergegeben. Es werden Wege aufgezeigt, wie es andere Alkoholiker geschafft haben, sich ein nüchternes Leben aufzubauen. Nicht alles passt auf meinem Weg, aber alles lohnt, darüber nachzudenken und nicht als persönlichen Angriff zu sehen.

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich versuche nun noch ein paar Antworten zu geben.

    Dass Urlaub nicht gut ist, war mir überhaupt nicht klar. Ich hatte gedacht, es wäre gut, ein paar Tage wegzufahren. Psychisch hat es auch sehr gut getan- bis eben auf die Abende. Ich bin froh, dass ich das nun weiss. Demnächst haben mein Mann und ich wieder frei. Und es wäre eigentlich für uns beide gut, wegzufahren. Zuhause fällt uns sonst nur die Decke auf den Kopf. Vielleicht gibt es ja eine Idee, wie wir ohne Risiko wegfahren könnten?

    Privat habe ich vieles geändert. Statt verantwortungsvollen Ehrenämtern habe ich mir Hobbys gesucht, bei denen nicht getrunken wird und wo ich so sein darf, wie ich bin und mich nicht dauernd verstellen muss. Ein Jobwechsel steht an, da das bisherige Umfeld mir geschadet hat. Ich werde ärztlich begleitet und mache Therapie. Meine engsten Bezugspersonen wissen Bescheid. Mein Mann unterstützt mich. Supermarkt ist kein Problem, weil dort gar keine alkoholischen Getränke angeboten werden- oder in einem anderen die Getränke in der hintersten Ecke zu finden sind. Die kann man meiden.

    Ich stand vor vier Jahren schon einmal an dem Punkt, dass ich keinen Alkohol mehr trinken wollte. Aber dort hatte ich noch nicht so eingesehen, dass ich wirklich ein Problem hatte. Für mich hatten viele aus meinem Umfeld viel grössere Probleme mit Alkohol als ich. Es hielt daher auch gar nicht lange an. Ich machte zwar immer wieder Pausen, aber nur um mir zu beweisen, dass ich es auch eine Weile ohne aushalte und deswegen nicht süchtig bin. Diesmal ist es anders. Ich hatte körperliche Entzugserscheinungen, ich hatte heimlich getrunken, ich hatte Ausfallerscheinungen. Die ersten beiden Monate ging es ganz gut. Aber nun merke ich, dass es doch nicht so einfach ist- weil es keine Pause mehr ist. Ich darf keinen Alkohol mehr trinken. Und es frustriert mich ein wenig, dass es jetzt schwieriger geworden ist, wo es doch nach der ersten Woche schon relativ einfach war. Ich habe sehr schnell Verbesserungen bemerkt (Schlaf, Haut, Magen, Haare, Kreislauf) und diese haben mich motiviert. Jetzt ist ja alles gut. Weiss nicht, ob das jemand versteht, was ich meine? Aber es wäre ja wieder alles schlecht, wenn ich wieder trinken würde. Und ich würde mir mein neues Leben verbauen anstatt die Chancen, die ich momentan habe, zu nützen.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Aber nun merke ich, dass es doch nicht so einfach ist- weil es keine Pause mehr ist. Ich darf keinen Alkohol mehr trinken. Und es frustriert mich ein wenig, dass es jetzt schwieriger geworden ist, wo es doch nach der ersten Woche schon relativ einfach war.


    Die Anfangseuphorie ist vorbei. Jetzt will das Nüchternsein in den Alltag eingebaut werden.

    Etwas als ‚normal‘ zu empfinden, wie jetzt das Nüchternsein, finde ich für mich als Alkoholiker nicht immer einfach.
    Ich bewahre mir schon auch ‚das Besondere‘ am Nüchternsein, auf das ich jeden Tag gut aufpasse. Heute nach fast 3 Jahren und 4 Monaten nicht mehr jeden Tag so ganz gezielt und ganz bewusst, vieles wird ja zur liebgewonnenen Gewohnheit, aber dennoch schaue ich jeden Tag in dieses Forum, lasse meine Gedanken hier und alleine das ist ja schon ein ‚mich-mit-meiner-Sucht-beschäftigen‘.
    Im Alltag meide ich Veranstaltungen, auf denen der Alkohol vordergründig eine Rolle spielt und meine Wohnung ist absolut alkoholfrei.

    Zum Urlaub wurde in diesem Forum schon sehr viel geschrieben. Du wirst, wenn du dich hier etwas eingelesen hast, vieles finden, was für dich passt und vieles, was absolut nicht passt.
    Ich würde jetzt in der ersten nüchternen Zeit nicht unbedingt einen all-inclusive-Urlaub auf Malle buchen. Auch finde ich jetzt einen Campingplatz, wenn man dort jahrelang als Stammgast jede Party mitgenommen hat, nicht wirklich hilfreich.

    Aber es wäre ja wieder alles schlecht, wenn ich wieder trinken würde. Und ich würde mir mein neues Leben verbauen anstatt die Chancen, die ich momentan habe, zu nützen.

    Ich sehe das für mich etwas anders.
    Wenn ich wieder trinken würde, wäre nicht alles wieder schlecht. Ich würde mir auch nicht mein neues Leben verbauen und ich würde auch keine Chancen verstreichen lassen.

    Wenn ich wieder trinken würde, wäre das mein Todesurteil.
    Genau so kurz und knapp mit nur einem Wort zu sagen: Todesurteil.
    Weil ich mir sehr sicher bin, dass ich den Ausgang aus der Suchtspirale nicht noch einmal finden würde.
    Ich bräuchte mir dann keine Gedanken mehr um ein schlechteres Leben machen oder um irgendwelche Chancen. Ich würde mich tot saufen.

    Ich bin alkoholabhängig. Wenn ich leben will, kann ich keinen Alkohol trinken.
    Meine Entscheidung für mein Leben ist gefallen. Und mit dieser Entscheidung wurde der Alltag ohne Alkohol einfacher.

    Ist man erstmal Alkoholiker geworden, ist es ja nun mal so, dass es kein ‚ab und zu mal‘ oder ‚mal ausnahmsweise‘ gibt …..Es gibt nur ein ‚nie wieder‘. Deshalb ist es auch so wichtig, nicht nur von einem Alkoholproblem zu reden. Es muss im Kopf ankommen …..dieses Wort ‚Alkoholiker‘. Nur für mich selbst, was die Welt um mich herum weiß, ist dabei völlig wurscht.
    Egal, was andere um mich tun oder lassen, trinken oder nicht trinken …Ich kann keinen Alkohol mehr trinken ….wenn ich leben will.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Naira,

    willkommen im Forum. Oft dauert es eine Weile, bis sich die Einstellung ändert. Anfangs war ich auch oft traurig, dass es für mich keinen Alkohol mehr gibt. Auch wenn ich wirklich nicht mehr trinken wollte und ich mir sicher war, dass es der richtige Weg ist, war da ein kleines Bedauern. Warum war mir das passiert? Mit der Zeit hat sich das geändert und heute denke ich anders. Gib dir da ein wenig Zeit und achte darauf, Suchtdruck gar nicht erst entstehen zu lassen oder kenne deinen Notfallkoffer, falls es doch mal so weit sein sollte.

    Im Urlaub könntet ihr Tagesausflüge unternehmen oder für einen Tapetenwechsel eine Ferienwohnung suchen. Dort hättest du dann auch dein geschütztes, alkoholfreies Umfeld.

    Viele Grüße
    Seeblick

  • Hallo Naira,

    Ich habe sehr schnell Verbesserungen bemerkt (Schlaf, Haut, Magen, Haare, Kreislauf)

    Das sind alles körperliche Symptome der Erholung.
    Was ist mit Deiner Seele, Deine Psyche, mit den Synapsen in deinem Gehirn, die ein Nicht-Alkoholiker gar nicht hat ?

    Schon in der Reha habe ich geahnt, dass abstinent werden nicht nur heißt, dass ich die körperlichen Entzugserscheinungen wegbekomme und dann schaffe ich das schon, sondern dass da noch viel mehr ist, was ich ändern muss. Ich konnte es am Anfang nur nicht fassen, richtig begreifen.
    Ich hab mich viel damit beschäftigt und habe mir ein gedankliches Bild gezeichnet, warum es gerade am Anfang so schwer ist. Auch im Kopf in meiner Psyche läuft einiges ab, wenn der Alkohol weg ist, wenn ich abstinent bin.
    Allem voran steht die Einsicht in die Krankheit und die Akzeptanz der lebenslangen Abstinenz.
    Das braucht seine Zeit und mit der Zeit wird die Akzeptanz immer klarer und es wird leichter. Nicht zu verwechseln mit leichtsinnig.

    Gib dir da ein wenig Zeit und achte darauf, Suchtdruck gar nicht erst entstehen zu lassen oder kenne deinen Notfallkoffer, falls es doch mal so weit sein sollte.

    Ich habe mich beobachtet, wie ich wann reagiere und unangenehme Gefühle verspüre, z.B. Unruhe. Das sind die Vorboten für Suchtdruck, den ich verhindern will. Ich sag mir immer, das Haupthirn, als Gegenspieler zum Suchthirn, hat eine gewisse zerbrechliche Kontrolle zurückerlangt, das dünne Eis trägt mich sicher, wenn ich vorsichtig bin, dann muss ich doch nicht mutwillig drauf rumhopsen (z.B. mich bewusst in Situationen begeben, in denen Alkohol eine gewisse Rolle spielt). In einem Jahr ist das Eis schon dicker und ich kann mich auf dem Eis anders bewegen.
    Sollte ich doch mal Suchtdruck verspüren, dann habe ich meinen Notfallkoffer um mich da raus zuholen.
    Und ich kann daraus lernen, ob ich etwas missachtet oder ignoriert habe.

    Wie gesagt, es braucht Zeit und dieses Forum kann Dir helfen, die Zeit gut für Dich und Deine Selbsthilfe zu nutzen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Im Urlaub könntet ihr Tagesausflüge unternehmen oder für einen Tapetenwechsel eine Ferienwohnung suchen. Dort hättest du dann auch dein geschütztes, alkoholfreies Umfeld.

    Das sind beides gute Ideen, vielen Dank!

    Das sind alles körperliche Symptome der Erholung.
    Was ist mit Deiner Seele, Deine Psyche, mit den Synapsen in deinem Gehirn, die ein Nicht-Alkoholiker gar nicht hat ?

    Das ist natürlich der Teil, der sich weniger schnell erholt. Das Gehirn muss jetzt damit klarkommen, dass es abends nichts zum "runterfahren" mehr gibt. Dafür hilft das AD, das ich nachts u.a. zum Schlafen nehme, tausendmal besser. Und nachts schlafe ich sowieso viel besser und wache erholt auf. Der Körper muss abends ohne Dopamin und Serotoninschub auskommen- dafür hat er auch keinen Absturz der Neurotransmitter mehr wie sonst. Das Gehirn hat sich auch bereits erholt- ich kann wieder viel klarer denken und mich besser konzentrieren.

    Ich habe gestern eine interessante Sendung gesehen. Da ging es um Neurotransmitter und die Wirkung von Alkohol auf diese. Ich muss ohnehin Medikamente dafür nehmen (also schon länger als die Alkoholabhängigkeit). Also doppelt blöd, deren Wirkung mit Alkohol so zu behindern. Ich habe mich auch informiert über ADHS und Alkohol. Es gibt wohl eine hohe Prozentzahl an ADHS-lern, die auch alkoholabhängig sind. Das hängt mit der schwächeren Impulskontrolle und eben auch mit Dopamin und Serotonin zusammen. Sprich das Risiko ist auch hier erhöht. Gleichzeitig wirken Medikamente dagegen weniger. Und Alkohol plus Medikamente machen die Neurotransmitter zusätzlich kaputt. Es war also völlig bescheuert von mir, das alles mit Alkohol (und das nicht zu wenig) zu kombinieren.

    Es gibt sehr viele Gründe für mich, nie mehr Alkohol zu trinken. Und ich finde auch immer mehr. (nicht, dass ich mehr Gründe bräuchte, mein Entschluss steht ohnehin fest- aber es sichert diesen Entschluss noch mehr)

    das dünne Eis trägt mich sicher, wenn ich vorsichtig bin, dann muss ich doch nicht mutwillig drauf rumhopsen (z.B. mich bewusst in Situationen begeben, in denen Alkohol eine gewisse Rolle spielt)

    Ich habe auch schon Anlässe oder Feiern abgesagt, weil diese an sich schon sehr anstrengend für mich als ADHSler sind, und es dann noch Alkohol gibt, der mich ja beruhigen könnte. Und damit wäre die Versuchung vieeel zu gross gewesen. Es gibt auch Tage, an denen macht es mir gar nichts aus, wenn jemand anderes was trinkt- und an anderen Tagen stresst es mich plötzlich, ich werde unruhig und dann verlasse ich die Situation sofort.

    Ich kenne jemanden, der nach dem Entzug sofort entschied, nie mehr was zu trinken. Und dem es gar nichts ausmachte, wenn andere etwas tranken. Für ihn stand sein Entschluss fest, und ihm war egal, was andere machen. Er zieht es auch schon seit 3 oder 4 Jahren durch. Bewundernswert. Aber ich achte da lieber auf MEIN Gefühl ;)

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Es gibt sehr viele Gründe für mich, nie mehr Alkohol zu trinken. Und ich finde auch immer mehr.

    Reicht die Abhängigkeit als Grund nicht aus?

    Ich kenne jemanden, der nach dem Entzug sofort entschied, nie mehr was zu trinken. Und dem es gar nichts ausmachte, wenn andere etwas tranken.

    Nun ja, ich kann viel sagen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt;)

    Wer würde auch zugeben, ein Problem zu haben, wenn jemand direkt nach dem Entzug in einer nassen Umgebung bleiben möchte? Es gibt auch keine festgelegte Zeit, in der man das messen kann. Allerdings gibt es eine Rückfallquote, die ganz andere Geschichten erzählt.

    . Wichtig ist, wie ich reagiere und was es mit mir macht.

    Ich habe auch schon Anlässe oder Feiern abgesagt,

    Wir empfehlen eh hier im Forum, im ersten Jahr auf Feiern/ Feste /Veranstaltungen zu verzichten, bei denen hauptsächlich Alkohol getrunken wird.

    Irgendwie muss auch eine Stabilität erreicht werden. Und zusätzlich sollte diese Zeit genutzt werden, um sich ein alkoholfreies Leben aufzubauen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Der Körper muss abends ohne Dopamin und Serotoninschub auskommen-

    Ich habe auch schon Anlässe oder Feiern abgesagt, weil diese an sich schon sehr anstrengend für mich als ADHSler sind, und es dann noch Alkohol gibt, der mich ja beruhigen könn

    Hallo Naira, der Alkohol scheint doch noch ziemlich positiv bei Dir besetzt zu sein. Dabei gaukelt er uns die positive Wirkung nur vor.

    Wichtig ist es, echten Ersatz ohne Suchtverlagerung zu finden. Was würde Dir guttun und Dich wirklich beruhigen und positiv stimmen?

  • Reicht die Abhängigkeit als Grund nicht aus?

    Vielen reicht das wohl aus. Ich bin jemand, der Hintergründe wissen und Zusammenhänge verstehen will. Wenn das nicht hierher passt, kann ich solche Gedanken in Zukunft weglassen.

    Nun ja, ich kann viel sagen, unabhängig vom Wahrheitsgehalt ;)

    Ich kenne die Person, du nicht. Also weiss ich wohl eher, ob diese Person lügt oder nicht ;)

    Wir empfehlen eh hier im Forum, im ersten Jahr auf Feiern/ Feste /Veranstaltungen zu verzichten, bei denen hauptsächlich Alkohol getrunken wird.

    Irgendwie muss auch eine Stabilität erreicht werden. Und zusätzlich sollte diese Zeit genutzt werden, um sich ein alkoholfreies Leben aufzubauen.

    Ich kann nicht ein Jahr lang alles meiden, wo es Alkohol geben könnte. Oder was meinst du mit "bei denen hauptsächlich Alkohol getrunken wird?" Was das "alkoholfreie" Leben angeht: ich ändere momentan fast alles in meinem Leben. Was fehlt deiner Meinung nach noch?

    der Alkohol scheint doch noch ziemlich positiv bei Dir besetzt zu sein. Dabei gaukelt er uns die positive Wirkung nur vor.

    Ich sehe das anders. Er hatte mich früher in solchen Situationen eben beruhigt. Wenn ich daher weiss, dass es für mich in einer Situation wegen Alkohol schwierig werden könnte, gehe ich lieber nicht hin. Solange bis ich weiss, wie ich mich anders beruhigen kann.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier einige von euch davon ausgehen, dass ich es eh nicht schaffen werde, abstinent zu leben, weil ich nach eurer Meinung sowieso schon alles falsch gemacht habe und falsch angehe?

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Naira, Du interpretierst zu viel in die gut gemeinten Worte hinein.

    Hier will Dir niemand etwas Böses oder denkt sich, dass Du rückfällig werden könntest.

    Wir geben Tipps, u.a. dass man am Anfang Feierlichkeiten meiden sollte, bei denen viel Alkohol getrunken wird. Das sind u.a. Aufenthalte in Biergärten oder auch der Besuch von Festzelten, etc. Für manche ist es auch besser, wenn sie am Anfang Restaurants meiden, weil dort andere Alkohol konsumieren. Das kann Trigger auslösen.

    Es ist das, was Du daraus machst. Es liegt in Deiner Hand, wie Du etwas handhabst.

    Du hast schon Feiern abgesagt, weil Dein Bauchgefühl Dir davon abgeraten hat. Oder Du hast für Dich belastende Situationen verlassen. Das ist sehr gut!

    Wir trockenen Alkoholiker müssen gut auf uns aufpassen, wenn wir es nicht tun, wer denn sonst?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • enn das nicht hierher passt, kann ich solche Gedanken in Zukunft weglassen.

    Siehst du denn alles als Angriff? Wirkst sehr dünnhäutig.

    Du hast dich hier angemeldet, um Unterstützung für deinen Weg zu finden, oder? Was macht dich denn so empfindlich?

    Ich schreibe aus meiner Erfahrung, du aus deiner Perspektive, und das nennt man Austausch.

    Oder wie hast du dir das hier vorgestellt?

    Was das "alkoholfreie" Leben angeht: ich ändere momentan fast alles in meinem Leben. Was fehlt deiner Meinung nach noch?

    Ich weiß nicht, ich kenne dich nicht und weiß auch nicht, was dich trocken werden lässt. Ich weiß nur, was ich geschrieben habe. Das WIR etwas empfehlen.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier einige von euch davon ausgehen, dass ich es eh nicht schaffen werde, abstinent zu leben, weil ich nach eurer Meinung sowieso schon alles falsch gemacht habe und falsch angehe?

    Mir/uns kann es doch egal sein, ob du abstinent bleibst oder nicht. Wie kommst du denn darauf, dass es unsere Angelegenheit ist?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

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