Beiträge von Seeblick

    Liebe Olivia,

    das hört sich sehr belastend an. Kannst du versuchen, dich zu sortieren? Also alles Schritt für Schritt anzugehen.

    Dein Partner hat dich verlassen. Das tut weh. Eine Trennung ist schmerzhaft, egal ob vor dem Urlaub oder nicht. Kannst du mit ihm reden? Hattet ihr etwas für den Urlaub gebucht, was du stornieren kannst?

    Ich habe keine Erfahrungen bezüglich des Themas „Jugendamt“. Dort wird es sicherlich Ansprechpartner geben, wie du das Sorgerecht zurück erhalten kannst. Gibt es da Beratungsstellen?

    Wie kannst du dich beruhigen? Kannst du jemanden anrufen oder spazieren gehen? Falls du raus gehst, am Besten ohne Geldbeutel. Dann kommst du nicht in Versuchung, dir etwas zu trinken kaufen zu können. Denn Alkohol wird dir alles verbauen.

    Falls du direkt mit jemanden sprechen möchtest, könntest du bei einer Telefon-Seelsorge anrufen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    ich hatte ein sehr schönes Wochenende mit ein paar Freundinnen, inkl. Übernachtung in der großen Stadt. Alles war sehr entspannt und ich war erleichtert, mir keine Gedanken um meinen Alkoholkonsum machen zu müssen: Wann ist die Zeit, dass man unauffällig eine Sekt-Pause anregen kann? Wieviel trinken die anderen? Wieviel habe ich schon getrunken? Wann gibt es Nachschub? Wie anstrengend es doch zu Trinkzeiten noch war…

    Auf dem Rückweg hat eine meiner Freundinnen ihren Mann angerufen. Er hatte vom Vorabend einen Kater, hat sich halbherzig um die Kinder gekümmert und war für den Rest des Tages wohl nicht mehr zu irgendwas zu motivieren. Meine Freundin war natürlich wenig begeistert. Er ist einer derjenigen, um den ich (und auch sein Freundeskreis) mir Sorgen mache. Meiner Meinung nach steckt er schon recht weit in einer Alkoholsucht drin. Nur wollen weder er noch seine Frau es richtig wahrhaben. So schlimm ist es ja nicht, er trinkt ja auch nicht jeden Tag… Und leider weiß ich, dass man ihm da von außen nicht helfen kann. Das macht mich traurig. Vielleicht irre ich mich auch, aber unbedenklich ist sein Umgang mit Alkohol jedenfalls nicht. Ich hatte während meiner längeren Trinkpause schon mal ein Gespräch über Alkohol mit ihm. Vielleicht kommt er ja wieder auf mich zu, wenn er reden möchte. Meine Tür steht jedenfalls offen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Rattenschwanz, Sunshine und alle anderen,

    Wer verbietet dir denn zu trinken?

    Das verbiete ich mir! ;) Vor allem, wenn sich derartige Gedanken einschleichen.


    Vielleicht geht es auch manchmal darum, nicht mehr "dabei zu sein", "anders" zu sein und das ein Lebenskapitel sozusagen zu Ende gegangen ist?

    Das kann ja auch traurig machen.

    Ich glaube, das trifft es eher. Ich kann nicht "normal" mit Alkohol umgehen wie andere. Das ist zwar auch in Ordnung (ich will nicht mehr trinken), aber in manchen Situationen wird es einem bewusst. Und ja, damit verbunden auch ein wenig Traurigkeit. Es ist gut zu hören, dass sich diese Gefühle und Gedanken auch im Laufe der Zeit verlieren.

    ob es hier her passt, keine Ahnung

    Ich finde, das passt sehr gut. Danke auch für den Hinweis auf die Eigeninitative. Du hast völlig Recht, dass einem neue Hobbys, Freunde, Umfeld nicht in den Schoß fallen. Da muss ich selbst die Augen offen halten und tätig werden. Da stecke ich manchmal in meinem Alltagsbrei fest.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Sonnehut,

    wenn ich deinen letzen Beitrag lese habe ich das Gefühl, dass sich deine Schwester deshalb distanziert, um in Ruhe weitertrinken zu können. Leider wirst du da nicht viel ausrichten können. Die Krankheitseinsicht und der Wunsch etwas zu ändern müssen von ihr kommen. Wenn sie sich fürs Trinken entscheidet, kannst du nichts tun. Die Krankheit lässt einen nicht an das Leid der anderen denken - bzw. die Sucht ist stärker.

    Letzendlich kannst du dann nur überlegen wie du dich selbst abgerenzen und deinen Schwager und Neffen unterstützen kannst.

    Dafür wünsche ich dir die nötige Kraft.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Sunshine,

    auch dir danke für die Rückmeldung. Das Hinterhertrauern habe ich lange nicht gehabt (nur ganz am Anfang) und es war auch nur ein kurzes Aufblitzen, aber das hat mich schon veranlasst, darüber nachzudenken und mich mitzuteilen.

    Ich werde mal sehen, was ich für mich verbessern kann und wo ich mutiger beim Umgang mit der Alkoholkrankheit sein kann. Ich denke, je mehr ich mir zutraue, umso leichter wird es mir fallen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Cadda und Elly,

    danke für eure Antworten. Es ist gut, dass jemand von außen auf die Situation blickt. Man selber sieht vieles ja gar nicht.

    Ihr habt sicher Recht, dass ich mich nicht genügend abgrenze, aber ich möchte ja auch nicht in Isolation leben. Auf der Feier hatte ich jederzeit die Möglichkeit zu gehen. Das ist tatsächlich etwas, worauf ich inzwischen achte: Dass ich mich zurückziehen oder gehen kann, wenn es mir zu viel wird. Und bei anderen Gelegenheiten habe ich das auch schon getan.

    Vielleicht hätte ich auch bei der letzten Feier schon früher gehen sollen. In dem Moment war keine Gefahr, aber wie ist es beim nächsten Mal? Daher war es mir wichtig, das hier zu thematisieren.

    Ich lerne ja noch dazu. Ich muss auch noch lernen, offener mit meiner Krankheit umzugehen. Ich bemühe mich, aber es ist noch Luft nach oben. Gerade auch das Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse. Wozu habe ich Lust? Was macht mir Spaß? Was möchte ich/was möchte ich nicht? Da Scheitere ich manchmal schon bei der Beantwortung der Frage, bevor es überhaupt zur Umsetzung kommt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    am Samstag war ich auf einer Geburtstagsfeier eines Freundes. Da fast alle durchgeimpft sind, eine etwas größere Runde, von denen ich nicht alle kenne. Ich habe natürlich nichts getrunken, aber es kam ganz kurz ein Bedauern, dass ich nicht trinken darf. Der Gedanke ist auch schnell wieder verschwunden, aber die Erinnerung daran, beschäftigt mich doch noch.

    Ich bin eher ein ruhiger Typ und kann auch mal nichts sagen und einfach nur dabei sein, zuhören und zuschauen. Mit dem Alkohol ist man lockerer geworden und ich bin eher auf Menschen zugegangen. Ich war weit davon entfernt etwas zu trinken, aber ich musste mir in dem Moment kurz Gedanken machen. Nein, ich möchte nicht so wild tanzen wie die anderen. Ich möchte nicht Unsinn reden. Ich möchte auch am nächsten Tag glücklich und nüchtern sein. Ich bin auch introvertiert gut so wie ich bin. Ich muss nicht die Stimmungskanone sein und wenn ich mal einen Abend keine Lust habe zu tanzen und viel zu reden ist das auch gut so.

    Jedenfalls keine Gefahr, aber die Gedanken wollte ich kurz hierlassen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Tellerrand,

    das hört sich ja nicht gut an. Du hast den Rest weggeschüttet. Hast du noch mehr Alkohol zu Hause? Dann solltest du ihn auch entsorgen. Steuer nicht die nächste Tankstelle für Nachschub an.

    Nun musst du erstmal wieder nüchtern werden. Dann geht es weiter. Wie kam es zum Rückfall? Hat dein Notfallkoffer nicht funktioniert? Was war los?

    Das geht nur nüchtern.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebe Sonnenhut,

    wie es sich anhört, hat deine Schwester einen Entzug gemacht und auch eine Therapie? Das wäre toll.

    Ich bin Alkohlikerin und kann dir meine Empfindung dazu schreiben. Ich kenne deine Schwester nicht, weiß nicht, welcher Typ sie ist. Auch euer Verhältnis nicht. Zu meiner Schwester ist es nicht immer einfach. Ich kann nur schreiben wie es mir ging und geht. Ich habe mich geschämt, ich war verzweifelt und überfordert. Man hat viele liebe Menschen verletzt. Diese Gedanken hat man im Kopf.

    Dazu kommt: Die Abstinenz fordert einen. Man muss an sich arbeiten und vieles umstellen. Das ist nicht immer leicht und man konzentriert sich sehr auf sich selbst und den Weg, der vor einem liegt.

    Dies mögen Gründe sein, warum sich deine Schwester gerade etwas entfernt.

    Ich denke, dass du deiner Schwester sagen kannst, dass du Fragen hast und ob sie mit dir darüber sprechen würde. Es gibt auch manchmal bei den Therapien und Gruppen Termine, bei denen Angehörige mitkommen können.

    Ansonsten kannst du ihr sagen, dass du für sie da bist. Ich denke, dass ihr das Halt geben kann.

    Vielleicht kannst du mit meinen Worten etwas anfangen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Cinderella,

    willkommen im Forum. Schön, dass du zu uns gefunden hast. Die Einsicht, dass nur eine lebenslange Abstinenz funtioniert, ist ein wichtiger Schritt. Das hat bei mir auch eine Weile gedauert.

    Ein alkoholfreies Zuhause ist schon mal sehr wichtig. Wie sieht es sonst bei dir aus? Hast du deinen Notfallkoffer gepackt? Gibt es andere Dinge, die du gern ändern möchtest, um zufrieden trocken zu bleiben? Mir springt da gerade die Angst vor der Arbeit ins Auge. Wie sieht es mit einem Jobwechsel aus? Ist das machbar?

    Denn wie heißt es so schön: Nur nicht trinken reicht nicht.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Eismann,

    ich erinnere mich, dass es mir auch ähnlich ging. Während der Sucht-Zeit hätte ich alleine "unkontrolliert" getrunken. Nun muss sich mein Mann keine Sorgen mehr machen. Er kann da auch loslassen. Mir zeigt es, dass ich sein Vertrauen wiedergewonnen habe. Darauf bin ich stolz.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebes Forum,

    nun ist auch der Urlaub zu Ende und der Alltag wieder da. Wir hatten zwischendurch Besuch von einem Bekannten, den ich lange nicht gesehen hatte. Er ist Arzt, weiß aber nichts von meiner Alkohlkrankheit. Im Laufe des Tages kamen wir aber darauf zu sprechen und ich habe ihm ehrlich geantwortet. Es schien mir, dass er -obwohl Hausarzt- nicht allzu häufig Patienten hat, die ein Erstgespräch bei ihm suchen. Er war sehr interessiert, welche Schritte ich unternommen habe und wie ich mit der Krankheit umgehe. Ich fand es gut, dass er sich quasi über mich Informationen eingeholt hat. Zum Schluss sagte er noch, er habe tiefen Respekt vor meinem Mut und meinem abstinenten Lebensweg. Das war schön zu hören.


    Einen schönen Tag wünscht

    Seeblick

    Hallo Tellerrand,

    lass dich von deinem Suchtgedächtnis nicht täuschen. So schlimm war es doch gar nicht? Doch! Denk an deine nasse Zeit und das Elend mit dem Alkohol, dann wird es dir wieder einfallen.

    Man ist nicht Alkoholiker, wenn man eine bestimmte Schnapsart (Wein, Bier, Korn,...) trinkt oder eine bestimmte Menge (2 Gläser, eine Flasche,...), es gibt noch andere Kriterien. Das hast du für dich erkannt und die richtigen Schritte eingeleitet. Bleib dran!

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hartmut und alle anderen,

    als ich mir meine Alkohlsucht eingestanden hatte, brauchte ich Hilfe: Von Ärzte, Therapeuten und meinem engen Umfeld.

    Dann gabe ich viel gelernt. Über Alkoholismus, die Grundbausteine, den Notfallkoffer, Umgang mit Gefühlen usw. Und das Gelernte tagtäglich anzuwenden, das ist für mich die Selbsthilfe. Dazu gehört auch der Austausch (wie in diesen Forum). Hier erhält man neue Impulse, kann den Umgang mit der Krankheit festigen und anderen helfen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Eismann,

    gut, das du so umsichtig warst, beim Hotel nachzufragen.

    Früher habe ich gehofft, dass es eine Minibar gibt. Allerdings nicht wegen des darin befindlichen Angebots, sondern um dort selbst mitgebrachten Wein zu kühlen. Dann kann man ja vorm Schlafen gehen noch einen Absacker trinken...

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Pepi,

    Glückwunsch zu den ersten zwei Wochen.

    Die Angst vor einem Rückfall ist nur schlecht, wenn sie überhand nimmt. Ansonsten ist es ja wichtig, sich damit auseinanderzusetzten. Und wenn ich es richtig lese, hast du deinen Notfallkoffer gepackt. Super. Denke auch daran, wenn es dir gut geht. Sonst könnte man leichtsinnig werden und das Suchtgedächtnis kann zuschlagen.

    Weiterhin viele schöne trockene Tage

    Seeblick

    Hallo Hanseat,

    willkommen im Forum. Zum Thema Notfallkoffer gibt es hier schon Beiträge mit vielen Tipps. Du musst für dich überlegen, was bei dir hilft.

    Gut ist auch, bei Suchtdruck viel Wasser zu trinken. Das lenkt ab und stillt den Durst.

    Einige essen etwas Scharfes oder Saures. Andere haben ein Bild der Familie, das sie sich ansehen. Oder ein Bild, auf dem er/sie völlig betrunken ist. Du kannst auch einen Zettel schreiben, warum du nicht trinken möchtest und den ggf. durchlesen. Gehe gedanklich eine Schritt zurück. Warum willst du gerade trinken? Bist du traurig, gestresst oder auch super happy und was würde dir helfen.

    Generell ist die Trockenarbeit an sich wichtig. Ein Rückfall kann sich auch langsam einschleichen, wenn man unachtsam ist und sich zu sicher fühlt. Da ist der Besuch dieses Forums eine tolle Möglichkeit.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Pepi,

    willkommen im Forum. Es ist mutig, dass du dein Problem angehst.

    Ich erkenne mich in vielen Dingen bei dir wieder. Auch die suche nach einem Therapieplatz. Warum die Ärztin meint, das wäre nicht notwendig, ist mir schleierhaft. Du könntest zu einer Suchtberatungsstelle gehen. Dort gibt es viele Informationen zu Selbsthilfegruppen und ggf. kannst du dort einen Antrag für eine Therapie ausfüllen. Das wäre vielleicht noch eine Möglichkeit, schnell therapeutische Hilfe zu bekommen.

    Viele Grüße

    Seeblick