Beiträge von LeaLux

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    Hallo in die Runde,


    jetzt habe ich hier ein Weilchen nichts geschrieben ... das liegt daran, dass meine innere Haltung zu dem Thema so sehr schwankt. Geht es anderen Co's auch so?

    Wenn ich hier im Forum lese, dann denke ich oft: Ja klar, er ist Alkoholiker ohne Problembewusstsein - die einzige Möglichkeit für mich ist die Trennung!

    Und dann verbringe ich damit ein paar Tage und bin mir wirklich 100% sicher, dass ich das jetzt durchziehe.

    Dann passiert wieder irgendwas ... z.B. dass er anruft oder mir eine doch etwas einsichtige Nachricht auf WhatsApp hinterlässt - und schon ändere ich meine Meinung.

    Oder es kommt noch nichtmal von ihm sondern in meinem Kopf dreht sich was, nach dem Motto: Ach komm, er ist ja nie richtig volltrunken, die paar Bierchen sollte ich wirklich nicht überbewerten. Und er ist ja sonst auch ein toller Kerl.


    ....bei mir hat es mit vielen Gesprächen, Bedingungen Selbsterkenntnisse und nutzen des Hilfesystems und Liebe) funktioniert....


    Liebe kann Berge versetzen


    Ich hatte ja schon alles Mögliche versucht: Verständnis, Angebote von Hilfe und Unterstützung, Akzeptanz der Situation (wegschauen) ... bis hin zu weinen und Ultimaten (die ich meist nicht eingehalten habe).

    Seine Reaktion ist meisten ein gewisser Trotz ("dann mache ich es erst recht, du hast mir gar nichts zu sagen") oder richtige Wut auf mich. Ganz selten gibt er zu, dass an meinen Worten etwas dran ist. Neulich hat er es mal gesagt und meinte auch, dass es ihm leid täte wie sehr ich drunter leide und dass er aufhören würde.


    Hinzu kommt, dass ich in dieser Beziehung auch echt viel verbockt habe (Fremdgehen). Das hält er mir dann immer vor und sagt, was ich gemacht hätte, sei viel schlimmer und mir stände es überhaupt nicht zu, von ihm irgendwas zu erwarten aufgrund meines Fehlverhaltens.

    Aber so kommen wir ja nicht weiter ... Ich sage ihm dann immer, dass wir über meine Sachen auch reden können und müssen. Aber es bringt ja nichts, das gegeneinander aufzurechnen. Das sind zwei separate Themen. Natürlich habe ich dann immer krasse Schuldgefühle ...

    Wir habe eine ziemlich lange Zeit mit der unausgesprochenen Verabredung verbracht "Ich lasse dich trinken und dafür fragst du nicht nach, wo und mit wem ich zusammen war"

    Komische Beziehung ... wenn ich so drüber nachdenke. Alles ganz schön verdreht ...

    Danke Morgenrot. Hab gerade auch hier in Hartmuts Frage-Antwort Thread folgenden Kommentar von ihm gefunden:


    "er schafft sich nur ein Zeitpuffer, um in Ruhe weiter saufen zu können. Du machst es ja, zwar mit Unmutsäußerungen, problemlos mit. Also ist die Welt in Ordnung. Solange du für dich keine Konsequenzen ziehst, (es geht hier ja um dich) solange stößt du weiterhin auf „Fragen, die für dich keine Antwort geben“ Es gibt nur eine Antwort auf die Fragen. Er müsste von sich auf aufhören zu saufen. Und zwar nur von sich aus.

    Macht er es nicht, weil er noch nicht soweit ist, dann bleiben dir nur 2 Sachen übrig. Du machst es weiterhin mit und jammerst über die Situation oder du ziehst für dich Konsequenzen damit du wieder zufrieden und ohne Ängste, glücklich werden kannst."


    Wieso geht das nicht in meinen Kopf? Bzw. in mein Gefühl, denn kognitiv habe ich das ja verstanden...

    Hallo liebe Gruppe,


    Morgenrot, AufderSuche, Sensual, Mexico und alle anderen ... danke für eure Feedbacks.


    Es hat sich schon wieder etwas verändert ... gestern war ich ja noch fest überzeugt "Das wars jetzt!". Obwohl ich ihm das noch gar nicht mitgeteilt hatte, hat er mir eine 20minütige Sprachnachricht geschickt und dermaßen einsichtig und emphatisch war wie noch nie zuvor. So als hätte er es geahnt, dass ich nun den Schlussstrich ziehen möchte.

    Er hat zugegeben, dass er zur Zeit zu viel trinkt und es auch früher oft getan hat (er sprach von derzeit mind. 1 Flasche Wein pro Abend). Neulich hätte er so viel getrunken, dass er einen richtigen Filmriss hatte.

    Er hat sich für vieles entschuldigt, auch für die ungerechtfertigten Angriffe und Vorwürfe von neulich.

    Nun würde er sehen, dass ich immer mehr für die Beziehung getan habe als er. Und er will jetzt auch seinen Teil dazu beitragen.


    Das alles - was und wie er es gesagt hat - hat nun meine Einstellung wieder um 180 Grad gedreht.

    wenn du eine weitere Beziehung willst musst du ihm sagen was du von ihm willst und wie eine Beziehung für dich möglich ist....du hast geschrieben, dass du auch über eine Trennung nachdenkst...sag ihm das! und gib ihm Aufgaben auf, die er zu machen hat, vor allem aufhören mit Alkohol trinken....das ist sonst ein nicht aufzuhaltender Selbstläufer, wenn er nicht weiß wie... mach ihm Vorschläge oder bestehe darauf das er sich Hilfe holt zB. Arztbesuch Selbsthilfegruppe, Therapien...seine Philosophie wird sein (wenn er darauf eingeht)


    mexico - Bringt es denn was, ihm das alles zu sagen und ihm Vorschläge zu machen?

    Meine Ansage wäre: 100% trocken, kein Alkohol + Unterstützung durch Gruppen, Therapie etc


    Aber da haben mir schon so viele geschrieben, dass das nix bringt. Da muss er selbst drauf kommen oder?

    Wie könnte ich ihn denn unterstützen? Können mir vor allem die trockenen Alkoholiker dazu nochmal was sagen?


    Derzeit habe ich so eine Überlegung im Kopf, dass ich mit ihm eine Beziehungspause vereinbare (3 Monate oder vielleicht sogar 6) und jeder schaut, in der Zeit auf eine gute Spur zu kommen. Ich würde u.a. in eine 12 Schritte Klinik und an meiner Liebes-/Beziehungssucht und Co Abhängigkeit arbeiten. Und er kann ja machen was er will, vielleicht geht er nach Thailand in das Kampfsport Zentrum. Dann schaue wir danach, ob jeder in seinem Tempo mit seinen Themen weiter gekommen ist.


    Ich kann mir tatsächlich schlecht vorstellen, ihn derzeit zu "begleiten" und immer mit der Unsicherheit zu leben "Hat er wieder getrunken oder nicht".


    Oh man, ich bin echt durcheinander - weiß überhaupt nicht mehr was ich will und was der "richtige" Weg für mich ist.

    Einige hier denken vielleicht eh schon "Was schreib ich mir hier die Finger wund, sie checkt es einfach nicht" :roll:

    Hello again,


    ich wollte eigentlich zu jedem Kommentar von euch etwas schreiben, kriege das aber grad nicht hin. Jedenfalls habe ich alles aufmerksam gelesen und mir meine Gedanken gemacht.


    Nun war ich gestern fast so weit hier zu schreiben: "Ich habe mich entschieden, mit ihm zusammen zu bleiben, da ich ihm noch eine Chance geben möchte, vor allem mit dem Geld und den damit verbundenen Möglichkeiten (reisen, Kampfsport, Fortbildungen und bessere Jobaussichten für ihn etc).

    Außerdem war ich immer noch irgendwie der Meinung, dass ich seinen Alkoholkonsum etwas überschätze. Er selbst hat mir in letzter Zeit immer wieder gesagt, dass ihn die "Lust zu trinken" immer mehr verlässt, je älter er wird (jetzt 51).


    Nun ... nachdem er mir gestern wieder latent aggressive WhatsApp Nachrichten geschrieben hat, die für mich immer auf Alkoholeinfluss hindeuten, hatte ich vorhin so eine Eingebung und bin zu seiner Wohnung gefahren (ja ich weiß ... kontrolliges Co-Verhalten hoch zehn). Aber irgendwie brauchte ich wohl nochmal einen eye opener. Was habe ich vorgefunden: eine leere Weinflasche und 6 leere Dosen Starkbier - mit der dazugehörigen Rechnung vom Pizzaservice vom gestern. Puhhh ... das sind echt Mengen, mit denen ich nicht so gerechnet hatte und ein "Feierabendbierchen" wie er es nennt, deutlich übersteigen.

    Wenn ich ihn drauf ansprechen würde, dann würde er es sicher darauf schieben, dass es an mir liegt, da unsere Beziehung grad so in der Luft hängt und ich keine klaren Aussagen treffe, wie es nun weitergeht und überhaupt, weil ich an allem Schuld bin.


    Ich lasse das alles nochmal wirken, auch alle eure Kommentare ... und werde dann meine ganze Kraft zusammen nehmen und mich wohl doch trennen.

    Puhhh, das ist ganz schön krass, das zu lesen und so "auseinander genommen" zu werden. Aber auch sehr heilsam!!! Vor allem auch die Meinung zu hören von Personen, die selbst mal getrunken haben. Und von erfahrenen Co's, die das alles schon hinter sich haben und jetzt mit einem anderen Blick darauf schauen.

    Ja, meinen Denken ist schon ziemlich verdreht und voller Ausreden.

    Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt,

    Hallo Marie,


    ich bin ja in einem 12 Schritte Programm (SLAA) und eiere tatsächlich immer um Schritt 1 herum: Totale Abstinenz von meinem eigenen Suchtmittel

    Du kannst nicht gesunden solange das was dich krank macht noch vorhanden ist, es geht dir ja auch nicht besser wenn du das "Gift" (in dem Falle die krankmachende Beziehung) nur häppchenweise konsumierst. Der Alkoholiker muss sein krankmachendes Gift den Alkohol auch ganz weglassen und kann nicht weniger trinken das klappt auch nicht


    Ich hab da noch so meine Hoffnungen (Ausreden?), dass ...


    * er ja gar kein "schlimmer" Alkoholiker ist (2-3 Starkbier täglich oder jeden zweiten Tag)

    * ich eigentlich diejenige bin, die das alles etwas eng sieht und ich nur meine Einstellung verändern muss

    * er bald aufhören wird, da er bald etwas Geld erbt, dann finanziell stabiler und zufriedener ist (andere Jobwahl, finanzielle Spielräume etc)

    * er nochmal ins Ausland geht (teilweise mit mir zusammen) und dort intensiv sein Kampfsport Training machen wird


    Vielleicht muss ich letzteres nochmal gemeinsam mit ihm erleben, um dann entweder einen abstinenten Sportler vor mir zu haben oder eben jemanden der weiter trinkt. Und dann wäre der Punkt, dass ich wirklich gehe...


    Jetzt käme es mir gar vor, dass ich kurz vor der großen Veränderung in seinem Leben den Absprung mache. Er sagt selbst, dass er spürt, dasss er vor einem großen Wandel steht ...

    Erwartest Du wirklich DAS vom Leben?


    Du fragst ob es "funktioniert".... reicht dir "funktionieren" denn?


    Ich wünsch Dir Erkenntnis. Viel davon. Bald.


    Tjaaa ... guter Einwand :/ Ich habe wohl wirklich eine sehr hohe Schmerzgrenze, was Beziehungen angeht. Was Normales, Gesundes ... muss ich erstmal lernen.


    Ich hatte neulich ein sehr gutes youtube Video gesehen über Trauma Bonding ... war ganz gut erklärt, warum bestimmte Menschen sich wie Puzzlestücke ineinander einklinken. Darf ich hier Links überhaupt posten?

    Jedenfalls ist es nicht so easy, das aufzulösen. Aber unbedingt notwendig, ja!

    Hallo liebe Leute,


    eure Antworten haben mir einiges zu denken gegeben... Toll, dass ihr euch so viel Zeit nehmt, vielen Dank!

    Wenn du für DICH klar hast, wo du gerade stehst, und das für DICH gerade ok ist, dann finde ich das in Ordnung.

    Ich halte es für immens wichtig, dass du DEINE Lösung findest und für DICH vertreten kannst, denn darauf kommt es doch letztlich an.

    Entscheidend ist meines Erachtens, dass du dir deiner eigenen „Erkrankung“, wie ich es mal nennen will, bewusst bist und wirklich für DICH sorgst.


    Ja genau, ich such gerade nach einer Lösung für mich, die ich vertreten kann. Auch wenn es nur ein Versuch ist und ich vielleicht nach einiger Zeit merke, dass auch das nicht geht.

    Es ist eben ein Prozess ... und klar, ich könnte viel Lebenszeit sparen, wenn ich einmal einen radikalen Schnitt mache. Aber manchmal dauert es eben. Und ich persönlich habe das Gefühl, dass man manche Prozesse nicht abkürzen kann auch wenn es rückblickend dann schön gewesen wäre.

    Aber als Co habe ich tatsächlich ja auch eine Art Krankheit - wie AufderSuche ganz richtig sagt - zumindest ist da was bei mir irgendwie was falsch verschaltet. Das ganze "retten wollen" Ding und dass er eigentlich ja so ein toller Typ mit so einem tollen Kern ist. Und so weiter ... kennt ihr ja. Aber das muss ich ja erstmal quasi umprogrammieren.

    Ich habe mich vor 10 Jahren aus einer sehr langen dysfunktionalen Beziehung getrennt mit jemandem mit stark narzisstischen Zügen. Von da bin ich direkt in die Arme meines jetzigen Partners mit Alkoholproblem gelaufen. Das bringts natürlich nicht ... Ich glaube es lag daran, dass ich mein Muster überhaupt nicht erkannt hatte. Also dieses radikale Trennen bringt auch nur was, wenn man die innere Arbeit macht, will ich damit nur sagen ...

    Hallo ihr Lieben,


    ich bin neu hier im Forum. Falls es wen interessiert, habe ich unter "Lebenskrise" im Vorstellungsbereich etwas mehr zu meiner Situation geschrieben.

    Nach Langem Hin und Her bin ich nun fast zu dem Entschluss gekommen, mit meinem Partner zusammen zu bleiben.

    Neben diesem Forum bin ich noch in einer 12 Schritte Gruppe, die sich mit Liebes-/Beziehungssucht und Co-abhängigkeit beschäftigt - also mit meiner Baustelle. Auch durch den dortigen Austausch komme ich gerade in eine Art Akzeptanz meiner eigenen (derzeitigen) Begrenzungen: Ich kann mich gerade nicht trennen. Da stehe ich im Moment und es ist ok. Ich mache Babysteps zu mehr Selbsterkenntnis und irgendwann auch zu selbstbestimmteren Handeln - momentan fühle ich mich noch sehr durch alte Muster/Programme gesteuert.

    Aber nun zum Thema meiner Überschrift: Ist es hier jemandem gelungen, die Beziehung fortzuführen, aber mit klaren Regeln/Grenzen für sich selbst? Meine würden so aussehen, so lange mein Partner noch nicht die Abstinenz anstrebt:

    * nicht zusammen wohnen (bin vor 8 Monaten ausgezogen) ...

    * ...geschweige denn heiraten

    * kein Alkohol in meiner Gegenwart

    * keine Telefonate, wenn er getrunken hat


    Er kann trinken, aber völlig losgekoppelt von mir. Funktioniert das? Es triggert mich einfach zu sehr...

    Bisher ging es ganz gut, dass er nichts getrunken hat, wenn wir zusammen Zeit verbracht haben. Aber die Telefonate, wenn er angetrunken ist, sind zT echt nicht schön.

    Zukunftspläne wie heiraten würde ich auch erst machen, wenn er eine Abstinenz zumindest aktiv ANSTREBT. Dass das nicht so einfach ist, es Rückfälle geben kann etc ist mit klar.

    Ich bin ja auch süchtig (nach meinem Partner, nach Liebe und Beziehungen überhaupt) und weiß wie schwer es ist, eine Veränderung einzuleiten.


    Herzliche Grüße

    Lea