Hallo Tina,
da würde ich ja direkt mal zurück fragen, was deine Therapie und die Selbsthilfegruppe so für Strategien für die Feiertage parat haben?
Wir selbst feiern hier seit Jahren die kompletten Weihnachtstage ohne weitere Angehörige und ich liebe die Ruhe, den Frieden und meine Freiheit an allen Tagen komplett alles allein entscheiden zu können. Traumhaft!
Ich bin in diese Jahreszeit schon ab und an trauriger als sonst, immerhin hatte ich früher den Traum von rauschenden Weihnachtsfesten im großen Kreis. Wenn ich Glück habe, dann werden meine Kinder mir diesen Traum später mit ihren eigenen Familien erfüllen. Wenn nicht, dann kann ich im hier und jetzt versuchen für uns alle das schönste Fest „raus zu holen“ was möglich ist.
Bevor ich Kinder hatte, habe ich mich eine gefühlte Ewigkeit an Weihnachten verbogen, bin teilweise nachts im Schneesturm über die Autobahn, Harmonie oder Dank habe ich dafür nie geerntet. Eher Streit, weil es doch nie genug war und Enttäuschung über die gemeinsame Zeit, die mir so gar nicht weihnachtlich erschienen ist.
Dann kamen die Jahre, als ich einfach nicht mehr zu ihr fahren wollte. Was gab das einen Terror, wie ich sie ganz allein lassen könnte, sowas egoistisches. Ja, die Vorstellung ist mir auch schwer gefallen, wie sie alleine da sitzt, was sie wohl machen würde. Aber ganz ehrlich, ich glaube nicht das es sie so viel mehr gequält oder eben nicht gequält hat als an anderen Tagen vom Jahr. Einmal habe ich versucht ganz viel an zu rufen, um sie weniger alleine zu lassen, das war ganz furchtbar. Dann habe ich das reduziert und die wenigen Pflichtanrufe trotzdem bereut. Tja und dann… dann habe ich angefangen mich auf das wesentliche zu konzentrieren, alles was an Weihnachten zauberhaft sein kann. Das besondere Essen voll und ganz genießen, mich an der Freude der beschenkten zu erfreuen, Zeit ohne Verpflichtungen oder den Druck irgendwo hin zu müssen. Es kann so eine besinnliche und erfüllende Zeit sein. Hach… in mir steigt gerade Vorfreude auf und mein Herz wird ganz weit 
Wenn dein Sohn Weihnachtsbäume zerstört und Geschenke zertrampelt, dann spricht das für mich nicht gerade dafür das er etwas vermissen wird ohne euch.
Ich rate dir dich bei Bedarf vorher und nach dein Feiertagen bei deinem Sohn zu melden und dir die Zeit dazwischen nicht kaputt machen zu lassen.
Du hast ein erwachsenen Kind, das an Weihnachten zu dir kommen möchte, einen Mann an deiner Seite, beides ist wundervoll. Vielleicht kannst du dich ganz doll darauf konzentrieren was und wen du alles um dich haben darfst und die Dankbarkeit darüber die schlimmen Gedanken verdrängen lassen.
Besinnliche Grüße, Lea