Was sind denn Wegbiere?
LG Sunshine
Biere auf`m Weg, die ich da trinken tue, ![]()
Was sind denn Wegbiere?
LG Sunshine
Biere auf`m Weg, die ich da trinken tue, ![]()
Hallo Pipe,
bei deiner Therapie scheinst du ja in eine Wohlfühloase gekommen zu sein.
Wie war die erste Woche?
MfG
Hallo Natze,
wenn du unsicher bist, nimm jede Hilfe die du bekommen kannst!
zu welcher Antwort bist du für dich gekommen? Das mit Wurst ...
Ich habe kein Helfersyndrom, ich kann niemanden helfen, ich kann nur meine Erfahrungen mit anderen teilen, das hilft mir, wenn es anderen hilft ...
Mir hilft, wenn ich mich mit Problemen auseinandersetze, da komme ich zu eigenen Erkenntnissen.
Mir helfen, kann nur ich, in dem ich etwas mache. Aber auch Denkanstöße helfen mir.
Ich frage mich auch manchmal, ob ich am Helfersyndrom leide, wenn ich hier von meinen Erfahrungen berichte oder meine Meinung kundtue und versuche vorsichtig, den Anderen zum Nachdenken, Erkennen zu überreden.
Dabei ist doch alles so einfach:
Alkoholiker = aufhören mit Trinken – Problem gelöst.
Co. - sich vom Übel seines Leides trennen = Problem gelöst.
Wenn die Wurst beim Metzger um die Ecke nicht schmeckt – nach einer anderen Metzgerei fragen!
Mir hilft, wenn ich mich mit Problemen auseinandersetze, da komme ich zu eigenen Erkenntnissen.
Mir helfen, kann nur ich, in dem ich etwas mache. Aber auch Denkanstöße helfen mir.
Danke für alle Stöße die ich hier bekam, auch für die Fehlstöße.
MIR tut es gut alles zu hinterfragen…….und auch viele Antworten ist nicht das was ich hören will…….nur es wurde mit etwas mehr Inhalt / Erfahrung FÜR MICH geantwortet…….und ich glaube das ist auch der Sinn dieses Forums ODER ?
Hallo Pamela,
ich gehöre auch zu den Verrückten, die alles verstehen wollen, immer wieder frage, zweifle und wohl auch viele nerve.
Tu´ was dir gut tut. Wichtig ist, daß du verstehst, es ist dein Leben, du entscheidest, was dich weiter bringt. Am Anfang ist es sicher hilfreich sein Leid zu klagen und zu bemerken, daß es sehr vielen auch so geht, viele ähnliches erleben. Ein Entschluss, welcher auch immer, muss reifen und das braucht Zeit.
Hallo Maria,
ich, der trockene Alkoholiker, empfand es so:
Ein Alkoholiker versucht immer seinen Konsum zu rechtfertigen, so war es bei mir, so habe ich es auch in der Familie und bei Freunden, Bekannten festgestellt.
Die Scham ist groß, in eine Ecke gestellt zu werden, in der man sich eigentlich schon längst befindet, zu zugeben, daß man nicht vom Alkohol lassen kann.
Je mehr ich unter Druck gesetzt wurde, mich unter Druck setzte, desto mehr habe ich mich verteidigt und alles heruntergespielt, habe beim Arzt gelogen. Ich habe vor allem mich belogen. Ja morgen trinke ich weniger, versprach ich mir immer wieder, über Jahre.
Dann hatte ich den Überblick verloren, ich konnte nicht mehr weniger trinken, ich konnte nur aufhören oder weiter saufen. So lange alles gut ging, nach Außen (!), bestand für mich kein Handlungsbedarf.
Es wird immer von Einsicht geredet, wie soll ich denn etwas einsehen, was ich jeden Tag verdränge, mir und anderen schön rede? Wenn ich mir immer wieder sage, es ist ja nur 1... 2 Bier, wenn ich mich selbst belüge. Natürlich rechtfertige ich mich, wenn andere etwas anderes behaupten und verteidige mich, wer will schon als Lügner dastehen?
Wer gibt schon (gerne) zu, das Alkohol zum Problem wird … eventuell … daß man nicht widerstehen kann, schwach ist?
Das muss schon eine sehr vertraute Person sein, wo ich keine Angst haben muss, „kluge Tipps“ oder Vorhaltungen zu bekommen!
Ich muss über meinen Schatten springen. Wenn ich dann noch höre/ sehe, die Anderen trinken ja auch, dann ist das doch die beste Entschuldigung.
Ich kann nicht zur Wahrheit gezwungen werden. Ich kannte die Wahrheit, wusste daß mein Konsum alles andere als unbedenklich war, nur eingestehen musste ich es mir. Das war mein Problem.
Erst als ich zu mir ehrlich war, nichts mehr herunterspielte, veränderte ich mich.
Wenn dein Mann zu dir Vertrauen hat und nicht immer versucht sich zu verteidigen, kannst du ihm helfen, sein Vertrauen in sich wieder aufzubauen.
Vom Alkohol wegkommen kann nur er allein.
Hallo Natze,
bei Gefühlschaos, kannst du dich nur ablenken, dich beschäftigen.
Dein Körper, dein Gehirn hat sich über die Zeit an Alkohol gewöhnt, als Substanz, die fehlt nun, damit muss das Hirn erstmal klarkommen und das braucht schon ein bisschen mehr Zeit, aber daran gewöhnt es sich mit der Zeit. Auch die tägliche Gewohnheit des Trinkens fehlt.
Als ich mit dem Trinken aufhörte, mußte ich mich arg zusammenreißen, ich trank viel, viel Tee und tat alles, um keine lange Weile aufkommen zulassen, beschäftigte mich was das Zeug hielt, ich las, handwerkelte, räumte auf, sah mir sogar irgendwelchen Mist im TV an, durchforstete die Mediatheken – Hauptsache beschäftigen. Das war das A und O.
Und durchhalten! … auch wenn es „weh“ tut. Diese Unruhe lässt mit der Zeit nach, gibt dir diese Zeit.
MfG
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist man schon nüchtern, wenn man null Promille im Blut hat. Ich meinte in meinem Beitrag aber das nüchterne Denken. Das setzt nicht gleich am nächsten Tag ein. Es verändert sich anfangs mit jedem Tag, den man nicht trinkt. Mit "anfangs" meine ich, in meinem Fall mindestens sechs Monate. Auch jetzt noch fällt es mir öfters auf. Was haben wir heute? Ca. 9 1/2 Monate.
So ähnlich sehe ich es auch. Es dauert eine ganze Weile (!!!) bis der Alkohol aus den Gedanken, aus dem Denken heraus ist. Bis das "Allheilmittel" , der Sanitäter in der Not nicht mehr als Lösung aller Probleme angesehen wird. Manche benötigen ein paar Wochen, andere kämpfen Jahre. Ich glaube, der Suchtdruck ist da ein guter Indikator.
Hallo Pamela,
Du willst verstehen, warum er sich so widersinnig verhält. Du willst, die Hoffnung nicht aufgeben, daß er doch noch „wach“ wird, vernünftig und aufhört zu saufen.
Du willst nicht aufgeben, die letzten 30 Jahre in die Tonne treten und wieder bei Null anfangen.
Du kannst nicht verstehen, warum sich ein Mensch so ins Aus schießt, jeden Tag.
Ich kann das auch nicht verstehen, heute. Obwohl ich es auch eine Weile tat, ich kanns nicht verstehen.
Ich hätte es besser wissen müssen, mein Vater war Alkoholiker, auch ich wurde zum Säufer. Ich frage mich immer wieder, war ich schwach und gab mich deshalb der täglichen „Verzauberung“ hin, trank ich meine täglichen kleinen und großen Sorgen einfach weg, betäubte ich meine Unsicherheit, meine Zweifel? Meine Unzufriedenheit?
Heute kann ich sagen: ja.
Ich betäubte meine Unzufriedenheit, das war der einfachste Weg. Dabei betäubte ich auch meine Urteilsfähigkeit und meine Empathie. Je mehr ich unter Druck gesetzt wurde oder besser, je mehr ich mich unter Druck setzte, desto größer wurde mein Stress, desto öfter trank ich.
Ob das krank ist oder nicht, möchte bitte jeder selbst entscheiden.
Fakt bleibt, so lange weiter getrunken wird, wird es immer schlimmer (eigene Erfahrung).
Nun kann leider nur der Betroffene selbst etwas dagegen tun.
So traurig es ist, kannst du nur dich selbst schützen oder es weiter ertragen.
MfG
P.S. Ja, man trinkt sich so langsam seine Gehirnzellen weg!
Hallo Bobbele,
als ich noch trank, sah ich es immer als Einladung auch etwas zu trinken, so nach dem Motto, wenn mein Partner etwas trinkt, kann ich ja auch.
Nur konnte ich nicht nach 0,1 l aufhören, ich wollte mehr!
Ich kann von einem Süchtigen nicht verlangen, er möge sich bitte zusammenreißen und ihm gleichzeitig etwas vortrinken. Heute nach einem Jahr der Abstinenz kann ich locker anderen beim Trinken zusehen, damals war es unmöglich.
Auch in den ersten Wochen konnte ich nicht einmal an den Alk.regalen im Supermarkt vorbeigehen. Es ist schon verrückt, was die Sucht bei uns im Kopf anstellt.
Aber es ist genau so, werde ich mit Alk. konfrontiert, steigt ein unbändiges Verlangen auf, nicht kontrollierbar!
Was passiert mit Ihm ? Bröckelt endlich die Fassade ? 🙏🏼
Ich würde gerne wissen was er sich dabei denkt ? Ob er weiß was er hier alles macht……und ob er weiß das er nur beleidigende Sachen sagt ?
Ich bin total verwirrt 🤨 nachher kommt er heim und dann tut er so als ob nicht ist…..🙈
Diese Gefühlsausbrüche kenne ich auch von meinem Vater, wenn er ordentlich getankt hatte, alle anderen waren Schuld, es wurde gebrüllt, gedroht und beschuldigt.
Besoffen ist man selbstsicher, stark, hat alles im Griff und immer Recht. Nüchtern dann, kann man sich kaum noch an etwas erinnern und hofft, so schlimm war`s ja nicht.
Wesensveränderung, Verstand versoffen – beides?
Mein Vater hatte damals sein eigenes Verhältnis zur Realität. Er schlug (verbal) um sich, versuchte sich zu rechtfertigen, ähnlich einem weidwundem Tier, völlig panisch.
Da bröckelte keine Fassade, da wurde nicht nachgedacht, da war ihm nicht bewusst, das er alles nur noch mehr zerstörte.
Das war die blanke Panik, eine Reaktion aus der eigenen Hilflosigkeit.
Reagiere ich über mit dem Alkohol, ich meine es ist Bier.. Aber er ist dann betrunken.....
Nein. Du überreagierst nicht!
Hallo Bobbele,
ich möchte meine Alkoholkererfahrung hier lassen:
1 Liter Bier, 0,4 l Wein oder 0,12 l Schnaps enthalten ca. gleich viel reinen Alkohol.
Es ist also egal, ob ich nur 2 Bier (a. 0,5 l), eine ½ Flasche Wein oder 3 doppelte Schnaps trinke.
Ein ungeübter Trinker weiß wie das reinhaut!
Ein geübter Trinker braucht schon etwas mehr, um ein „angenehmes“ Gefühl zu erzeugen, abschalten zu können.
Diese Trinkfestigkeit muss man sich antrainieren, ob nun bewußt oder unbewußt.
Bei mir dauerte es ein paar Jahre, auch ich trank immer nur Bier, aus 2 am Abend wurden schnell 4, ich trank wegen der Wirkung, nicht weil das Bier soooo gut schmeckte.
Sträflich ignorierte ich das Suchtpotential, ich funktionierte ja, belästigte niemanden oder bemerkte es nicht.
Irgendwann hatte das Bier nicht mehr die gewünschte Wirkung, Schnaps kam dazu, erst wenig.
Ein Vorteil, ich trank weniger Bier und war schneller entspannt, auch schneller besoffen, auch schneller gewöhnte ich mich daran.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Überblick verloren! Wenn ich mir die Werdegänge anderer Alkoholiker ansehe, sind alle sehr, sehr ähnlich.
Im letzten Jahr meines Alkoholismus trank ich auch schon Mal 0,5 Liter Wodka am Tag.
Danke, Pipe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
... Es wird vermutet, dass jemand ein Alkoholproblem hat, wenn er KEINEN trinkt?? Und diejenigen, die offensichtlich zu viel trinken dafür gelobt werden (oft besonders unter Männern mitbekommen) wie viel man doch verträgt... Verkehrte Welt.
Ich fürchte, da verwechselst du was, im medizinischen Bereich fragt man grundsätzlich nach Alkohol oder Medikamenten und anderen Drogen, um eventuelle Wechselwirkungen einschätzen zu können.
Die Anerkennung der Trinkstärke bestimmter Spezies, dagegen hat kulturhistorischen Gründe. Auch mangelndes Bewußtsein und eine sträflich vernachlässigte Aufklärung. seitens der Eltern, der Schule, allgemein der Gesellschaft, also uns allen, dazu kommt noch die propagierte „Verherrlichung“ in der Werbung.
Man muß ja Alk. nicht verteufeln, doch aufklären muß man – richtig!
Wenn ich hier viele Beiträge, Äußerungen lese, bin ich immer wieder schockiert, wie unwissend viele sind. ![]()
... Und ich finde bevor hier jemand meint er muss alle Alkoholiker über einen Kamm scheren, erstmal nachdenkt was er schreibt, es sind alles eigene Leben, jedes auf seine Art und Weise. Da kann man nicht immer nur Pauschal antworten, ich wäre auch gegangen oder Alkoholiker sind "Scheiße".
ZitatIch schrieb von mir, hättest du alles gelesen, wäre es dir vielleicht aufgefallen. Vielleicht.
Du hast wohl recht, wünsche dir einen fruchtvollen Austausch!
MfG
Hallo Pipe,
ich finde es toll, daß du deine Erlebnisse in der Therapie teilen möchtest.
Ich gehöre zu den Untherapierten, nun trockenen Alkoholikern. Mich interessiert, was man da lernt oder besser, wie man es lernt. Was wird da vermittelt? Was machst du da den ganzen Tag? Ich habe absolut keine Vorstellungen!
Gibt es da Vorlesungen, Beschäftigungstherapie, Achtsamkeitstraining (was immer das ist)?
MfG
ZitatHallo, also ich finde auch, das hier in vielem so eine Art Schema eingesetzt wird. Der Alkoholiker kann keine Gefühle zeigen, gibt anderen die Schuld, will sich nicht helfen lassen, wenn der Partner geht, ist das der beste Weg. Ich denke jeder ist anders und man sollte das auch anders beurteilen. Deswegen bin ich hier nur noch selten.Ich zum Beispiel habe immer gearbeitet, war nie krank, trotz dem Alkohol, Ich habe auch Privat alles gemacht. Ich habe meinem Partner viel geholfen und war für ihn da. Mein größter Fehler war, das Problem nicht wahrzunehmen, es abzutun. Und das mir einmal die Hand ausgerutscht ist, das hätte nie passieren dürfen. Das war mein tragischer Moment, aber es war nicht immer alles schlecht. Auch dieses Wort Co-Anhängigkeit, es stellt das Ganze so negativ dar. Aber meine Schwester, die mit mir zum Arzt gegangen ist, war somit auch Co-Abhängig, dieses auf eine positive Weise. Meine Geschwister sind es wohl auch jetzt und dieses nur weil sie meinen Weg begleiten, für mich da sind. Mein Partner, nun werden wieder einige sagen richtig so, ist nun am 12.08.2022 ausgezogen, seitdem gibt es keinen Kontakt mehr. Ich bin seitdem 08.07.2022 trocken. Ja ich habe viel falsch aber auch vieles richtig gemacht, das Schlimme ist, wenn Du Alkoholiker bist, sehen das viele nicht mehr. Bei meinem Exfreund dreht sich alles nur um Co-Abhängigkeit und das er Angst davor hat. Somit gehen wir jetzt getrennte Wege. Ich werde meinen Weg nun für mich alleine weitergehen und dafür alles tun.
Hier wird niemanden eine Art Schema aufgesetzt. Das behauptet eine und andere springen darauf an – Du.
Ich schrieb von mir, hättest du alles gelesen, wäre es dir vielleicht aufgefallen. Vielleicht.
Dieses Rechtfertigungsgejammere finde ich typisch. Man hat ja sonst funktioniert, nur andere Menschen verletzt.
Ich (!) rede nichts schön, ich war ein Arschloch, ich weiß das, ich weiß auch warum, ich nehme es meinen Co.s auch nicht übel, daß die mich nicht an die Wand stellten, die wollten ja nur helfen, ihre Unwissenheit befähigte sie, genau das Falsche zu tun.
Heute weiß ich, sie taten absolut nichts was mir halft – ich kann es ihnen es nicht vorwerfen.
Wenn ich mir was wünschen könnte, wünschte ich mir, sie hätten nicht so lange stillgehalten, sie hätten nicht so lange helfen wollen, ich wünschte, sie hätten mich „an die Wand gestellt“ , mich viel früher scheitern lassen, hätten sich viel früher von mir abgewandt, vielleicht wäre ich dann …
Aber nur vielleicht. Aber sicher, wären sie dann nicht so verletzt worden (durch mich).
Deine Auffassung von Co-Abhängigkeit ist faszinierend, du wirfst pro und contra in einen Topf, stellst Menschen auf die gleiche Stufe, die. die einem beim Saufen unterstützen, es vereinfachen und ermöglichen und die, die helfen aus der Sucht zu kommen, mit dir zum Arzt gehen.
Ich gebe dir völlig Recht, jeder ist anders.
Ja, auch ich empfehle jeden sich von seinem Säufer zu trennen, wenn der Säufer weiter säuft. Was soll er sonst tun?
Ich bin erstaunt, wie viel Leid viele aushalten können, sie nehmen in Kauf, daß sie selbst erkranken, von den Kindern ganz zu schweigen.
Ist das Liebe oder Blindheit?
Das ist so typisch Narzist, oder? Ich bin so verwirrt, was macht der da? Ich glaub mir selbst schon nicht mehr...
Leider ist das so, daß man einen Alkoholiker selten mit Argumenten erreichen kann.
Vielleicht für den Moment, wenn er nicht mehr weiter weiß, wenn er sich nicht gerade in seiner euphorischen Saufphase befindet, dann wird er oft kuschelweich, scheinbar einsichtig, traurig, „liebevoll“ , hilfebedürftig, er weiß nicht mehr weiter, er ist sich seines Elends bewusst, verspricht alles was du von ihm hören willst …
das hält an, bis zum nächsten Rausch, dann ist er wieder das genaue Gegenteil.
Eigentlich ein armer, hilfloser Wurm, der mit sich selbst nicht zurecht kommt, der nur im Rausch sicher, stark und selbstbewusst ist, ist er halbwegs nüchtern, ist er das Gegenteil.
Dieser Zustand der eigenen Hilflosigkeit ist unerträglich und wird immer wieder im Alkohol ertränkt.
Ein irrwitziger Kreislauf, das ist die eigentliche Krankheit. Nur der Alkoholiker kann diesen Kreislauf unterbrechen, er allein, er muss aufhören mit dem Trinken, er muss seine Wehleidigkeit, seine Schwäche aushalten!
Gerade bei Alkoholentzug wird dieses Gefühlschaos sehr groß und wird sofort wieder weggetrunken, das funktioniert, das weiß der Alkoholiker.
Nun kann der Partner helfen wollen wie er will, hoffen, daß sich was ändert auch. Doch es hilft niemandem, wenn man es der Alkoholiker angenehm macht, im Gegenteil.
Der Alkoholiker muss ordentlich auf die Nase fallen, wohl der oft erwähnte Tiefpunkt, es muss richtig weh tun, der „Schmerz“ muss größer sein, als seine eigene Wehleidigkeit, die einem immer wieder zum Saufen überredet.
Da ist nichts tun, nicht (scheinbar) helfen oft die besser Hilfe.
Wir Menschen lernen oft durch Erkenntnis, sehr oft bedarf es des Schmerzes, es muss weh tun, damit wir uns ändern, damit wir wieder (oder überhaupt) wach werden.
Hier fragen einige: ja, was ist, wenn er Krebs hat, da helfe ich ja auch … ich liebe ihn ja so sehr … da lasse ich ihn ja auch nicht einfach fallen.
Ja, klar, da hilft der Krebspatient ja auch mit und tut alles, um gesund zu werden. (Meine Mutter starb an Krebs).
Beim Alkohol macht der Patient das genaue Gegenteil, belügt, betrügt, verletzt seinen vermeintlichen „Pfleger“.
Ich kann mich nur allen anderen anschließen, beende das Drama bevor du dich völlig aufreibst.
Du hast schon mehrere Ansagen gemacht, mehrere Versuche gestartet. Wie lange willst du es noch tun?
Ob Narzisst, nur Idiot oder Alkoholiker – du gibst mittlerweile dir Schuld, zweifelst an deinen Wahrnehmungen, willst dich verändern, wirst vielleicht selber labil.
Warum? Er trinkt, nur er kann es ändern. Nicht du!
Ich will dir überhaupt keine Hoffnung machen, daß er jemals wieder nüchtern wird und wenn, wie lange.
Ich, der trockene Alkoholiker, habe o.g. Erkenntnis für mich gewonnen und teile sie.
Entscheiden darfst du.